Traumdeutung Buchstabe G

Die Welt der Buchstaben, Zahlen, Blöcke und des Alphabets
Die Welt der Buchstaben, Zahlen, Blöcke und des Alphabets

G
Allgemein:
„G“ als geschriebener, plastisch dargestellter oder gesprochener Buchstabe wird als Symbol der Macht verstanden. Das kann auf Machstreben und Herrschsucht des Träumers hinweisen oder ankündigen, daß man etwas erobern, einen Erfolg erzielen, kann oder wird. Manchmal fordert der Buchstabe aber auch zu mehr Selbstbeherrschung auf.

Gaben
Medizinrad:
Schlüsselworte: Raum schaffen; Freigebigkeit; teilen; Freude schenken; sich um die Menschen kümmern; Norden.
Beschreibung: Viele erdverbundene Stämme kannten eine Zeit, in der Dinge fortgegeben, Geschenke gemacht wurden. Dabei handelte es
sich um Zeiten, zu denen eine Person, indem sie anderen ihre Gaben brachte, etwas Gutes ehren wollte, was in ihrem eigenen Leben
geschehen war. Man glaubte daran, daß solche Geschenke es den Empfängern erleichtern würden, an der Freude der Person teilzuhaben, auf
deren Initiative das Geschenkemachen zurückging. Auf diese Weise wurden auch Gaben verteilt, wenn jemand gestorben war, damit alle
anderen den Verstorbenen durch die gaben, die ihnen überreicht wurden, in guter Erinnerung behielten. Diese Art des Verschenkens wird mit
der Energie des Nordens verbunden, und es gehört mit zu dessen wichtigsten Lektionen. Für moderne Menschen ist die Vorstellung des
Geschenkemachens oft beängstigend, da die Gesellschaft dem Erhalten und Bewahren von Gütern so viel Bedeutung beimißt.
Allgemeine Bedeutung: Sich von den eigenen Gütern trennen; dein Wissen teilen; Raum schaffen für neue Energien, neue Gaben, die zu dir
kommen.
Assoziation: Begabung; Talent.
Transzendente Bedeutung: Offenbarung deines spirituellen Überflusses; ein tiefes Bedürfnis, zu teilen.
Allgemein:
Gabe bedeutet manchmal, daß man sich in einer aussichtslosen Situation befindet und bemitleidet wird oder sich selbst bemitleidet. Teilt man
sie selbst aus, kann das vor der Schädigung des eigenen Ansehens warnen.
Volkstümlich:
(europ.) : – darum bitten: gilt für schwere Arbeit bei geringerem Erfolg;
– aus Mitleid empfangen: gute Kapitalanlage;
– austeilen oder geben: Undankbarkeit erfahren, wo man sie am wenigsten erwarten dürfte;
auch: man wird unterwürfig und ein Heuchler sein, es sei denn, man entwickelt ein größeres Pflichtbewußtsein;
– planlos austeilen: man wird in Mißkredit kommen.
(ind. ) : – erhalten: man wird dich bemitleiden;
– austeilen: du wirst Freude erleben.
Gabel
Allgemein:
Eine Gabel, speziell eine Gabel mit drei Zinken, gilt als Symbol des Teufels und stellt daher Böses und Betrug dar. Die Gabel im Sinne der
Gabelung ist hingegen ein Bild für Dualität und Unentschlossenheit. Gabel zeigt oft Widersprüche in der eigenen Persönlichkeit an, die eine
Konzentration auf klare Ziele verhindert; dann muß man sich erst auf sich selbst besinnen, ehe man erfolgreich sein wird. Andere
Bedeutungen ergeben sich aus folgenden Begleitumständen des Traums:
– Gabel verwenden warnt vor der Hinterlist anderer.
– Gabel zu Boden fallen lassen soll nach alten Traumbüchern auf familiären Zwist hinweisen.
– Gabel erhalten kündigt vielleicht bevorstehende Sorgen an.
– Heu- und Mistgabel sehen oder damit arbeiten verspricht Erfolge und Gewinne.
In der traditionellen Deutung war sie ein Zeichen für Aggression und Bedrohung. Kein Wunder, früher sind auf dem Land so manche
Meinungsverschiedenheiten mit der Heu- oder Mistgabel ausgetragen worden, und man hat damit Diebe und faules Gesinde vom Hof
gescheucht.
Psychologisch:
Was man sich „aufgabelt“, soll verzehrt, genützt oder aufbereitet werden – die Gabel gilt als Symbol für nützliche Aktivität. Sie ähnelt in
ihrer Symbolik dem Widerhaken oder dem Stachel – all dies sind Gegenstände, mit denen der Träumende in eine Richtung getrieben wird,
die vielleicht nicht die seine ist. Wer mit einer Gabel im Essen herumstochert, ist lustlos und sucht vielleicht auch Streit.
Spirituell:
Auf der spirituellen Ebene bedeutet die Gabel im Traum, daß der Träumende vor einer schweren Entscheidung steht, bei der ihm vielleicht
geholfen werden muß.
Volkstümlich:
(arab. ) : – sehen: falsche Freunde werden dich zu hintergehen suchen; man wird von Bekannten ausgenutzt werden;
– damit essen: ein unverhoffter Besuch bringt Unglück;
– fallen lassen oder mit ihr gestochen werden: Verdruß; Verlust, Betrug oder Streit steht einem bevor;
– Mistgabel sehen oder damit arbeiten: oder arbeiten sehen: man wird in Zukunft keine Geldsorgen haben.
(europ.) : – Zersplitterung in persönlicher, oft auch in sexueller Hinsicht; Streit;
– sehen: Feinde wollen einem aus dem Weg schaffen;
– mit einer essen: es kündigt sich ein Streit an;
– handhaben: man wird hintergangen werden;
– fallen lassen: bringt Zwist und Streit; Entzweiung von einem Menschen;
– mit einer nach jemandem stechen: man wird ausgenutzt;
– sich mit einer verletzen: zeigt an, daß man betrogen werden soll;
– putzen: weist auf Schmarotzer, Schwindler und Gesindel hin, denen man am besten ganz aus dem Wege geht;
– Mistgabel: bedeutet Nutzen;
– Heugabel: bedeutet Vermehrung der Güter;
– Bei einer Frau steht die Gabel für eine unglückliche Beziehung.
– Für Liebende steht die Gabel für Trennung.
(ind. ) : – fallen lassen: Zank und Verdruß in deinem Heim;
– erhalten: drohendes Unglück steht vor deiner Tür.
Gabelweihe
(Vogel)
Artemidoros:
Die Gabelweihe bedeutet Räuber und Strauchdiebe, die heimtückisch vorgehen.

531
Gackern
Volkstümlich:
(europ.) : – Hühner gackern hören: es muß mit einem Todesfall in der Nachbarschaft gerechnet werden; Krankheit wird zu Armut führen.
(Siehe auch „Hühner“)
Gag
Psychologisch:
Wenn Sie lachend wegen einem Witz oder einem „Gag“ aufgewacht sind, haben Sie ein äußerst seltenes Phänomen erlebt.
Gagat (Siehe „Edelsteine“)
Gage
Volkstümlich:
(europ.) : – erhalten: zeigt Enttäuschungen an.
Gähnen
Allgemein:
Gähnen im Traum deutet auf Müdigkeit oder Langeweile hin. Vielleicht möchte der Träumende auch etwas sagen, hat dies aber noch nicht
richtig durchdacht.
Psychologisch:
Im Tierreich ist Gähnen oft als Warnung vor aufkeimender Aggression zu verstehen. Im Traum kann es daher eine Aufforderung zur
Vorsicht sein, um verletzendes Verhalten seitens des Träumenden oder anderer Personen im Zaum zu halten.
Spirituell:
Auf der spirituellen Ebene bedeutet Gähnen im Traum, daß das Selbst mehr Wissen aufnehmen will.
Volkstümlich:
(europ.) : – selbst: vergeblich nach Gesundheit und Zufriedenheit streben;
– andere gähnen sehen: man wird einige der Freunde in erbärmlichen Zustand sehen;
diese werden durch Krankheiten von ihren üblichen Tätigkeiten abgehalten.
Galanterie
Allgemein:
Steht im Traum für übertriebene, leere Höflichkeit: verhält man sich selbst so, hüte man sich davor, andere durch geschliffenes Benehmen
täuschen zu wollen, wird man galant behandelt, warnt das vor anderen, von denen man vielleicht übervorteilt wird.
Volkstümlich:
(europ.) : – galant sein: traurige Nachricht.
Galeere
Allgemein:
Galeere kann jene Teile der Persönlichkeit versinnbildlichen, die man ausnutzt, ohne sie aber zu akzeptieren; das führt zur inneren
Disharmonie. Manchmal kann das Schiff aber auch auf Sorgen und Nöte hinweisen, denen man trotz harter Arbeit einfach nicht entgehen
wird.
Volkstümlich:
(arab. ) : – (großes Ruderschiff): du wirst Mut und Dreistigkeit bekommen.
(europ.) : – man wird in eine triste Lage kommen.
Galaveranstaltung
Volkstümlich:
(europ.) : – Eine Veränderung des Wohnsitzes, viele Bedienstete, eine Trennung von einer Beziehung ist angesagt.
(Siehe auch „Fest“)
Galerie
Psychologisch:
In der Gemäldegalerie wird sich der Träumer ein Bild davon machen, was für seinen Lebensweg ausgezeichnet ist. Kann man sich erinnern,
was für Bilder man gesehen hat, erleichtert dies die Deutung. Oft gibt die Galerie auch einen Hinweis auf die eigene Bildung oder auf den
Wunsch, sich weiterzubilden. Nur manchmal deutet das Wandern von Bild zu Bild die Umständlichkeit an, mit der man im Wachleben
vorgeht.
Volkstümlich:
(arab. ) : – eine entlang gehen: die erhoffte Antwort wird auf sich warten lassen;
– mit Bildern sehen: Neuigkeiten oder gewünschte Nachrichten erfahren;
auch: eine lange Reise unternehmen, auf der man enorme Eindrücke gewinnen wird;
– im Theater auf einer sitzen: man wird an einem Fest oder einer Zusammenkunft teilnehmen,
an der man keine Freude haben wird.
(europ.) : – im Theater oder großen Saal: zeigt an, daß man auf Erhofftes lange warten kann und mahnt zur Geduld;
– mit Bildern: bedeutet Freude, Überraschung, Fröhlichkeit; oder, man wird einen ermüdenden Besuch machen müssen;
auch: verheißt unglückliche Verb indungen in häuslichen Kreisen; man wird sein Bestes geben um glücklich zu wirken,
doch wird man sich nach anderen Beziehungen sehnen;
– auf einer im Theater sitzen: man bekommt eine Einladung von einem Menschen, mit dem man nicht gerne ausgeht;
– eine große mit Waren sehen: man wird gute Einkäufe machen.
(ind. ) : – du wirst zu hoher Stellung kommen.
(Siehe auch „Bild“, „Gemälde“)

532
Galgen
Allgemein:
Galgen kündigt nach der altindischen Traumlehre oft an, daß man „erhöht“ wird, also mehr Ansehen erringt. Er kann aber auch darauf
hinweisen, daß man eine unangenehme Lebensphase vor sich hat, für die man selbst verantwortlich ist; am Ende wird sich aber doch noch
alles zum Guten wenden, wenn man für das eigene Fehlverhalten gebüßt hat und die Hoffnungen nicht aufgibt. Zuweilen steht dahinter der
Wunsch, mit Gegnern und Konkurrenten kurzen Prozeß zu machen, was aber kaum gelingen wird.
Psychologisch:
Man hängt Lasten daran auf, an denen man schwer trägt. Das Zeichen des Galgens kann also als durchaus glückversprechend gedeutet
werden; denn wenn man im Traum selbst am Galgen hängt, hat man ja das Schlimmste überwunden. Falls man einen anderen am Galgen
hängen sieht, überzeugt man – einer alten Sichtweise zufolge – im Wachleben einen mißliebigen Zeitgenossen durch die eigene
Liebenswürdigkeit.
Volkstümlich:
(arab. ) : – sehen: unglückliche Verhältnisse werden dich beunruhigen;
Warnung vor falschen Freunden sowie List und Tücke in der eigenen Umgebung;
– selbst daran aufgeknüpft werden: Todesgefahr;
– sich selbst daran hängen sehen: man wird einer hinterhältigen Frau begegnen, die einem ur ausnutzen will;
– jemanden daran hängen sehen: schreckliche Dinge erfahren.
(europ.) : – Wunschtraum, alle Hindernisse und Gegner auf diese Art zu beseitigen. Vorsicht vor eigener Überschätzung.
– sehen: eine kühne mutige Tat vollbringen, große Ehren; auch: man ist von falschen Freunden umgeben;
– an einem stehen: unter der Bösartigkeit falscher Freunde leiden müssen;
– einen bauen: es steht eine unerwartet positive Veränderung im Leben bevor;
– sich an ihm hängen sehen: stolze Wünsche finden Erfüllung (symbolischer Gegensatz!);
– selbst daran hängen: verheißt Glück durch eine Veränderung im Leben;
– andere daran hängen sehen: ein Gegner wird kapitulieren müssen;
– jemanden davor retten können: verheißt wünschenswerte Errungenschaften;
– einen Feind hängen: bedeutet Sieg in allen Bereichen;
– einen Freund daran hängen sehen: Dringlichkeiten müssen mit Entschiedenheit gehandhabt werden, da man ansonsten in
einer Katastrophe landet;
– Erlebt eine Frau, wie ihr Geliebter am Galgen hingerichtet wird, heiratet sie einen skrupellosen und hinterhältigen Mann.
(ind. ) : – daran hängen: du wirst plötzlich zu hohen Ehren gelangen.
(Siehe auch „Aufhängen“)
Galläpfel
Allgemein:
Gallapfel kann Wohlstand (vielleicht durch eine Heirat) ankündigen; alte Traumbücher verstehen ihn als Warnung vor Streitigkeiten mit
Nachbarn.
Volkstümlich:
(europ.) : – bedeutet eine reiche Heirat.
(ind. ) : – finden: du machst unangenehme Erfahrungen mit deinen Nachbarn.
Galle
Artemidoros:
Die Galle steht für Zorn, das Geld und die Ehefrau. Auswurf von Galle oder Schleim verheißt jedem, der sich im Unglück, in einer
Bedrängnis oder Krankheit befindet, Befreiung von seinen gegenwärtigen Übeln; denn alle diese Stoffe verursachen keine Beschwerden
mehr, wenn man sie ausgeschieden hat. Einem, dem es ganz nach Wunsch ergeht, bringt es zuerst etwas Schlimmes, dann befreit es ihn
davon.
Allgemein:
Von Galle zu träumen bedeutet, daß der Träumende Beziehung aufnimmt zu Gefühlen der Bitterkeit, die er in Bezug auf sein Leben
möglicherweise hat. Gelangen solche Gefühle mittels Träumen an die Oberfläche, erhält der Träumende die Gelegenheit, sie auszudrücken
und durchzuarbeiten.
Psychologisch:
Handelt ein Traum von der Gallenblase oder einer Gallenblasenoperation, so drückt dies das Bedürfnis aus, alle Aktivitäten aufzugeben, die
dem Träumenden nicht guttun. Der Träumende muß sich von Bitterkeit, Schwierigkeiten und von Schuldgefühlen befreien.
Spirituell:
Wenn Aspekte eines Traums quälend sind, dann hat es keinen Sinn, sie beiseite zu schieben. In der Regel kehren sie in der einen oder
anderen Form so lange zurück, bis der Träumende sich mit ihnen auseinandersetzt.
Volkstümlich:
(arab. ) : – erbrechen: Ärger und Verdruß bekommen.
(europ.) : – Eifersucht, Ärger, Feindschaft.
(ind. ) : – häuslicher Unfriede.
Galopp
Volkstümlich:
(europ.) : – ein leichter Galopp auf gerader Strecke: verheißt Erfolg in den Planungen;
– auf steilem Pfad: eine Warnung für den Träumenden; man soll gut nachdenken bevor man handelt.
(Siehe auch „Pferd“, „Reiten“)
Galoschen
Allgemein:
Galoschen (Überschuhe) trägt man im Traum oft, wenn man Sorgen und Probleme erwartet.
Volkstümlich:
(europ.) : – tragen: es werden Regentage kommen.
(ind. ) : – anhaben: es werden schlechte Zeiten für dich kommen.

533
Gamaschen
Psychologisch:
Mit ihnen will man die Füße schützen, damit sie auch durch unwegsames Gelände voranschreiten können; übersetzt die Angst des Träumers
vor einem schwierigen Abschnitt auf dem Lebensweg oder auch vor mißgünstigen Menschen, die gleich mit Kübeln, Schlamm über einen
ausschütten wollen. Nur manchmal umschreiben die Gamaschen die eigene Pedanterie, die im Wachleben hemmend wirkt.
Volkstümlich:
(europ.) : – sehen: sagen Vergnügen und Rivalität vorher; auch: ein einflußreicher Mann fühlt sich von einem angezogen,
man sei jedoch auf der Hut; auch: ein glückverheißendes Omen für Liebesaffären;
– tragen : deutet darauf hin, daß man seine Stellung behaupten soll;
– kaufen: Reise.
Gammler
Assoziation: – Ablehnung sozialer Werte; Isolation.
Fragestellung: – Inwieweit bin ich bereit, ganz allein dazustehen?
(Siehe auch „Bettler“)
Gang
Psychologisch:
Wer in einem dunklen Gang nicht das Ende absehen kann, steckt in einer Lebenskrise, aus der er sich nur mit Mühe heraustasten kann. Der
Gang kann auch eine Station auf unserem Lebensweg bedeuten und die Ratlosigkeit umschreiben, die den Träumenden bei der Frage erfaßt,
welche Tür er öffnen soll, um aus einer unübersichtlichen Lage herauszukommen.
Volkstümlich:
(arab. ) : – dunkler: Sorgen.
(europ.) : – dunkler: verkündet nichts Gutes; erhellt er sich, so wird sich alles zum Besten wenden;
– durch einen hindurch gehen müssen: das Übel wird leicht überstanden werden.
(ind. ) : – dunkler: irgendeine Sache läßt dir keine Ruhe.
(Siehe auch „Dunkelheit“, „Enge“, „Flur“, „Tür“)
Gangster
Assoziation: – Verbrecher, Gesetz des Stärkeren.
Fragestellung: – Welche neuen Regeln will ich für mich selbst aufstellen?
Gangway
Volkstümlich:
(europ.) : – eine kreuzen: die Feindschaft eines Rivalen sich zugezogen haben; man sei auf der Hut, das Eigentum nicht durch
Vertrauensseligkeit zu verlieren.
Gans
Assoziation: – albern; aggressiv; wachsam.
Fragestellung: – Bin ich albern? Wo in meinem Leben könnte jederzeit meine Aggression zum Ausbruch kommen?
Medizinrad:
Schlüsselworte: Vorsichtig; respektvoll; traditionell; Gemeinschaft.
Beschreibung: Gänse sind große, langhalsige Vögel, deren Zehen mit Schwimmhäuten verbunden sind: Sie ähneln großen Enten und
kommen sowohl wild als auch gezähmt vor. Das männliche Tier heißt Ganter. Die Gans ist ein Vogel, der Tradition, Hierarchie und Autorität
respektiert, wie es sich an ihren Flugformationen und an ihrem sozialen Verhalten unschwer ablesen läßt.
Allgemeine Bedeutung: Eine Vergegenwärtigung deiner Einstellung zu Bürokratie; Hierarchie und Autorität; ein Einblick in deinen
Fähigkeiten, mit anderen zusammenzuarbeiten; deine Einstellung zur Gemeinschaft.
Assoziation: Ganz und gar; dumme Gans; bösartiges Zischen; schnattern wie die Gänse.
Transzendente Bedeutung: Inspiration; Richtung. Siehe auch: Schneegans.
Artemidoros:
Eine schwangere Frau träumte, eine Gans geboren zu haben. Dieses Gesicht ist dahin auszulegen, daß das Neugeborene am Leben bleiben
wird, wenn es sich um die Frau eines Priesters handelt; denn die Gänse, die man in Tempeln hält, sind heilig; ist es nicht die Frau eines
Priesters, wird das Kind, wenn es ein Mädchen ist, zwar am Leben bleiben, doch wegen der außerordentlichen Schönheit der Gänse das
Leben einer Hetäre führen; ist es ein Knabe, wird er nicht überleben, weil Gänse mit Schwimmhäuten ausgestattet sind, Menschen aber Füße
haben, die in Zehen gespalten sind. Was aber gattungs- oder artfremd ist, ist für das Aufziehen von Kindern ungünstig. Gänsefleisch ist
jedermann zuträglich. Es bringt Nutzen von Prahlern.
Allgemein:
Gans kann Einfalt versinnbildlichen, was sich oft auf eine Liebesangelegenheit bezieht, in der man nicht so leichtgläubig sein sollte. Obwohl
Gänse als dumme Vögel gelten, sind sie auch gute Wächter. Weitere Bedeutungen können sich aus folgenden Begleitumständen ergeben:
– Gans sehen, braten oder verspeisen verheißt immer Erfolge, oft auch in finanzieller Hinsicht.
– Fliegende Gans steht dagegen für eine enttäuschte Hoffnung oder einen Verlust.
– Rupfen der Gans kann vor vergeblicher Mühe warnen, der kein Erfolg beschieden sein wird.
– Hüten von Gänsen kündigt eine lästige, unangenehme Pflicht mit geringem Gewinn an.
– Schnatternde Gans kann darauf hinweisen, daß andere über einen klatschen, einem übel nachreden.
Psychologisch:
Schon im Märchen „Die goldene Gans“ war sie ein Symbol für das Wertvolle, und in der traditionellen Deutung gilt sie als Sinnbild des
„kleinen Glücks“, der gesicherten Lebensumstände eines wohlhabenden Kleinbürgertums. Tatsächlich kann auch eine „dumme Gans“ durch
unseren Traum, die auch auf sexuelle Unerfahrenheit oder Verklemmungen hinweisen kann, gehen. Eine gerupfte Gans ist unser Ebenbild,
wenn wir uns im Wachleben weiterhin ausnutzen lassen oder das Geld unnütz ausgeben. Schnatternde Gänse lassen auf unliebsame Gäste
schließen, die uns ausnehmen wollen. In diesem Fall kann ebenso üble Nachrede im Spiel sein, die uns schaden wird.
Spirituell:
Die Gans ist ein Symbol für Wachsamkeit und Unbestechlichkeit.

534
Volkstümlich:
(arab. ) : – Gänse bedeuten nützliche und gutmütige Sklaven.
– Findet einer im Traum viele Gänse, wird er viele Sklaven dieses Schlages erwerben.
– Stößt den Gänsen etwas zu oder gehen sie zugrunde, erfüllt sich das Entsprechende an den Sklaven.
– Gänsefleisch zu essen verheißt Gewinn und Freude von solchen Sklaven entsprechend der Fettheit der Gänse.
– Gänsefedern prophezeien dauerhaften Besitz, weil Gänsefedern dauerhaft sind.
– Schaut einer weibliche Gänse, wird er Sklavinnen erwerben, die nach seinem Sinn sind;
verliert er eine Gans, wird das Unglück seine Lieblingssklavin treffen.
– Im allgemeinen bedeuten Ganter und Gänse Sklaven und Sklavinnen;
alles, was einer im Traum an den Gänsen bemerkt, wird sich an den Sklaven erfüllen.
– sehen: ein Gewinn steht in Aussicht;
– einem Gänseschwarm begegnen: man geht frohe Zeiten entgegen;
– fliegen sehen: Verlust erleiden;
– schlachten: unüberlegte Schritte tun; selbstverschuldete Verluste;
– hüten: angenehme Beschäftigung erhalten;
– rupfen: der Geiz wird dich noch umbringen; eine Vertraulichkeit führt zur Enttäuschung;
– Gänsebraten essen: gib nicht zu viel für Leckerbissen aus.
(europ.) : – Symbol der sexuellen Einfalt; man wird ausgenutzt und wehrt sich nicht richtig;
– frisch Verliebte finden durch Gänse ihre Zuneigung bestätigt;
– sehen: bedeutet einen Gewinn;
– fliegen sehen auf einen zu: Gewinn; in die Ferne: Verluste;
– fette Gänse auf dem Wasser schwimmen sehen: das Vermögen wächst langsam aber stetig;
– auf der Wiese sehen: künden von sicheren Erfolg;
– hüten: man wird sich einer unangenehmen Beschäftigung unterziehen müssen;
– eine rufen: man sollte die Gesellschaft eines einfältigen Menschen meiden;
– Gänse schnattern hören: verkündet Klatschereien über einem in der Nachbarschaft;
auch: dies kann einem Todesfall in der Familie vorangehen;
– mästen: man bestärkt jemanden in einer törichten Ansicht oder Absicht;
– fette Gänse liegend: lassen auf Trägheit schließen;
– schlagen: große Erbschaft;
– tote daliegend sehen: mit Verlust und Unbilden rechnen müssen;
– kaufen: man hält dich zum Narren;
– schlachten: verkündet eine Erbschaft, auch Gewinn;
oder man wird sich von einem schwachköpfigen Menschen befreien;
– rupfen: deutet auf erfolgreiche Arbeit; auch: in Stand und Ehren es bringen;
oder man wird einem törichten Menschen den Kopf zurechtsetzen;
– braten: du bekommst Besuch; oder verspricht ein erfolgreiches Unternehmen;
– essen: verheißt einen vergnügten Tag; oder bedeutet glückliches Gelingen; Zeichen für eine Geldeinnahme;
auch: die eigenen Besitztümer werden Anlaß zu Streitigkeiten geben;
– andere essen sehen: man wird von anderen ausgenutzt werden;
– Gänsebraten: läßt auf Gäste schließen;
– Gänsebrust: kündet unwillkommene Gäste an;
– Gänseflaum: ist das Zeichen für eheliches Glück und geordneten Hausstand.
(ind. ) : – braten: du kannst auf einen Besuch rechnen;
– fliegend: dir steht Gewinn zu;
– rupfen: deine Mühe ist vergeblich, denn du hast an der falschen Stelle begonnen;
– dir steht eine Entscheidung bevor;
– schlagen: große Erbschaft;
– essen: viel Glück;
– kaufen: man hält dich zum Narren;
– hüten: du bekommst eine unangenehme Arbeit;
– mästen: bestärke andere nicht in ihrer Dummheit.
(Siehe auch „Tiere“, „Vögel“)
Gänseblumen
Allgemein:
Da Gänseblumen eng mit der Kindheit verbunden sind, stellen sie in der Regel Unschuld und Reinheit dar.
Psychologisch:
Die Blume der Umschuld und kindlichen Natürlichkeit – wer sie im Traum pflückt, muß diese Eigenschaften nicht unbedingt besitzen – eher
hat er es darauf abgesehen. Manchmal auch ein versteckter Aggressionstraum: Man fühlt sich von einem allzu „braven“, naiven Menschen
genervt. Besonders dann, wenn man die unschuldigen Blümchen geträumterweise ausreißt oder niedermäht. Im Traum kann das
Gänseblümchen auch für das psychologische Erwachen des Träumenden stehen.
Spirituell:
Das Gänseblümchen ist ein Symbol spiritueller Reinheit.
Volkstümlich:
(europ.) : – ist das Symbol der Unschuld und bedeutet treue Liebe;
– ein Strauß: verheißt Traurigkeit;
– sich auf einer Wiese mit blühenden Gänseblumen befinden, wobei die Sonne scheint
und die Vögel zwitschern: es werden sich Glück,
Gesundheit und Reichtum miteinander vereinen und einem ein Leben lang begleiten;
– außerhalb der passenden Jahreszeit sehen: das Böse wird über einem hereinbrechen.
(Siehe auch „Blumen“)
Gänsefeder
Volkstümlich:
(arab. ) : – du wirst einen Brief erhalten.
(Siehe auch „Federn“)

535
Garage
Assoziation: – Aufbewahrung; Schutz.
Fragestellung: – Wie sorgsam gehe ich mit meinen Kräften um?
Allgemein:
Hier kommt die Bewegung zur Ruhe. Nicht selten auch „Heimat“ oder „Hafen“ bezogen auf das Autofahren. Wie der Parkplatz eine Antwort
auf die Frage, wohin mit der eigenen Energie!
Psychologisch:
Wer im Traum sein Auto in die Garage fährt, hat nicht nur ein erhöhtes Sicherheitsbedürfnis – er stellt auch materielle Werte und
Prestigedenken über Emotionales und Ideelles.
Volkstümlich:
(arab. ) : – deinem Haus wird Ehre widerfahren.
(europ.) : – Schutz, Ruhe, Erfolg.
Garben
Allgemein:
Garbe kann die Ernte des bisherigen Lebens, also die Erfolge versinnbildlichen, aber auch für die enge Bindung an einem Menschen stehen.
Folgende weitere Bedeutungen sind je nach den Begleitumständen möglich:
– Garben zusammenbinden weist darauf hin, daß man das bisher Erreichte gut zusammenhalten soll.
– Garben vor sich liegen sehen verspricht eine sorgenfreie Zukunft.
– Garben einbringen zeigt an, daß man für seine Arbeit und Mühe den gerechten Lohn erhalten wird.
– Garben ausdreschen weist darauf hin, daß man aus einer Situation durch eigene Anstrengungen das Beste machen kann.
– Über ein abgeerntetes Feld gehen kann bedeuten, daß man sich nach einem einfachen und überschaubaren Leben sehnt.
Psychologisch:
Das Erworbene, das man festbinden sollte, damit man es nicht verliert. Wer Garben bindet, wünscht sich aber vielleicht auch einen neuen
Partner, den er an sich binden möchte.
Volkstümlich:
(arab. ) : – sehen: die Demütigung eines Feindes erleben;
– binden: neue Bekanntschaften machen.
(europ.) : – was man zusammengetragen hat, soll man zu halten versuchen; Symbol der Bindung an einen Menschen;
– sehen: Demütigung eines Feindes; schöne Zeiten stehen bevor; verkünden erfreuliche Anlässe;
– auf dem Feld stehen sehen: Sieg über deine Feinde;
– Garben binden: Reichtum, Ehre, Gewinn, Erfolg, Glück; oder bringt die Anknüpfung einer neuen Bekanntschaft;
– laden und heimfahren: deine Mühe wird belohnt;
– einsammeln: Wohlstand;
– aufbinden: bedeutet fruchtlose Arbeit;
– auseinanderfallen sehen: man wird einen Freund verlieren;
– selbst dreschen: du wirst eine Einladung erhalten;
– dreschen sehen: man wird aus einer Sache das Beste herausholen.
(ind. ) : – binden: du hast nicht nur Glück im Spiel, sondern auch in der Liebe;
– vor sich liegen sehen: viele angenehme Tage stehen dir bevor.
(Siehe auch „Getreidegarben“)
Garde
Volkstümlich:
(arab. ) : – (Gardist) sehen: große Veränderung erleiden;
– selbst sein: du hast etwas darzustellen, was du nicht bist.
Garderobe
Psychologisch:
Ein ganz typischer Frauenalptraum: Man wühlt hektisch und ratlos in einem vollen Kleiderschrank, und je mehr man vom Bügel reißt, desto
verwirrender und unpassender wird die Auswahl. Am Ende ist der ganze Raum voll von Kleidung, aber nichts davon entspricht dem
speziellen Anlaß. Ein sehr häufiger Ventiltraum in einer Situation der Überforderung durch den Partner – oder durch eine sehr hochgesteckte
Erwartungshaltung (eigene oder Umfeld), der man trotz aller Anstrengungen und Anpassung kaum noch entsprechen kann. Auch als Hinweis
aus dem Unterbewußtsein zu verstehen, daß man sich viel zu oft möglichst makellos und perfekt präsentiert, um nur ja nicht unbeliebt oder
abgewiesen zu werden. Man will die Schönste und Beste sein, bis zur totalen Erschöpfung soll damit verhindert werden, was man am
meisten fürchtet: Liebesentzug.
Gardinen
Allgemein:
Wer sie zuzieht oder sich hinter ihr verbergen möchte, zeigt seine Angst, daß irgend etwas aufgedeckt werden könnte, über das er lieber den
Mantel des Schweigens breiten möchte. Gardinen, die man zurückzieht oder die ins Freie schauen lassen, deuten an, daß der Träumer in einer
bestimmten Angelegenheit bald klarer sehen wird. Gardine bringt oft zum Ausdruck, daß man Teile der eigenen Persönlichkeit, Absichten
und Ziele vor sich selbst oder vor anderen verschleiern, aber nicht ganz unterdrücken will. Dann sollte man wieder lernen, offener zu sich
selbst zu stehen, weder sich selbst noch andere zu täuschen, auch wenn das nicht immer leicht fällt.
Psychologisch:
Symbol für „transparente Abgrenzung“ – man wünscht sich, selbst das zu durchschauen und zu „überblicken“ (kontrollieren), was andere
lieber für sich behalten bzw. verbergen würden. Andererseits ist man bemüht, den eigenen Bereich und die eigenen Interessen vor dem
„Durchblick“ seines Umfeldes zu schützen. Wer sich im Traum von Kopf bis Fuß hinter einem Vorhang versteckt, während andere nach ihm
suchen, empfindet den Einblick in seine momentanen Lebensumstände als akute Existenzbedrohung.
Volkstümlich:
(arab. ) : – sich selbst überschätzen;
– sich darunter verstecken: lasse dich nicht bevormunden.
(europ.) : – sehen: man hat etwas zu verbergen; warnen vor Täuschungen;
– weiße, saubere aufhängen: es kommen unbekannte Gäste;
– dunkle oder schmutzige am Fenster haben: bringt Sorgen im Haushalt.
(ind. ) : – du willst mehr scheinen als du bist.

536
Gardinenpredigt
Volkstümlich:
(arab. ) : – hören: seine eigenen Schandtaten vorgeworfen bekommen.
Garn
Assoziation: – Verbindung; Muster.
Fragestellung: – Was verbinde oder erschaffe ich?
Allgemein:
Garn steht für die Fähigkeit, aus dem Chaos heraus Ordnung zu schaffen. Früher war Garn untrennbar mit dem Spinnen verbunden, einem
archetypisches Symbol für das Leben. Dieses Bild taucht noch immer oft in Träumen auf. Der Mensch gestaltet sein Leben aus dem, was ihm
gegeben ist. Garn spinnen soll nach alten Traumquellen anzeigen, daß man eine glückliche Liebesbeziehung anbahnen kann. Sieht man das
Garn, stehen dahinter oft Sorgen und innere Unruhe.
Psychologisch:
Der Ausdruck „Seemannsgarn spinnen“ zeugt davon, daß Garn mit dem Erzählen verbunden ist. Der Träumende braucht Helden und
Heldinnen, mit denen er sich identifizieren kann, und vielleicht einen klugen Ratgeber. Spinnt man Garn, will man wohl jemanden von seiner
Aufrichtigkeit überzeugen.
Spirituell:
Auf der spirituellen Ebene gibt Garn im Traum einen Hinweis darauf, daß Mythen und Geschichten dem Träumenden auf seiner spirituellen
Reise weiterhelfen können.
Volkstümlich:
(arab. ) : – sehen oder besitzen: heimliche Liebe hegen;
– aufwinden: Geiz und Lügenhaftigkeit werden dir Schaden bringen;
– abwinden: hüte dich vor Verschwendung;
– verwirren: deine Lügen werden dich in Verwicklungen stürzen;
– verwirrtes ordnen und aufwickeln: Versuch, Liebende in Zank und Streit zu hetzen;
– spinnen: guter Laune sein;
– ein Garnknäuel in der Hand haben: deine Freunde werden dir gute Dienste leisten.
(europ.) : – deutet Geiz und Habsucht an; signalisiert Erfolg im Geschäft und einem fleißigen Lebensgefährten;
– selbst aufwickeln: bedeutet Wohlstand, der durch Sparsamkeit erworben wurde;
– zerreißen: verkündet harte Zeiten;
– verknotetes entwirren: bedeutet ein gelöstes Rätsel;
– Benutzt eine junge Frau Garn, wird ein ehrenwerter Mann sie stolz zu seiner Frau machen.
(ind. ) : – sehen: deine Sorgen sind sehr groß;
– spinnen: Glück beim anderen Geschlecht; Liebesglück;
– verwirren: du wirst Liebende entzweien;
– aufwinden: du wirst geizig;
– entwirren: du wirst Zweifel lösen;
– winden: du wirst einem Geheimnis auf die Spur kommen.
(Siehe auch „Faden“, „Nähen“)
Garnison
Volkstümlich:
(arab. ) : – (in ihr verweilen): Ehre und Ruhm.
(europ.) : – man wird den Wohnort wechseln.
(ind. ) : – sehen: Ehre und Ruhm werden dir zuteil.
Garnitur
Volkstümlich:
(arab. ) : – tragen: du wirst hochmütig.
(europ.) : – man wird große Ereignisse erleben.
Garnweber
Volkstümlich:
(arab. ) : – einen arbeiten sehen: dein Verdienst wird geschmälert werden.
Garstig
Volkstümlich:
(europ.) : – sich benehmen: bedeutet eine Reise.
Garten
Assoziation: – inneres Selbst; Wachstum oder Blüte.
Fragestellung: – Was nähre ich in mir?
Medizinrad:
Schlüsselworte: Verbindung mit der Erde; Manipulation; Schönheit; nährend (körperlich und geistig); Lebenserhalt; pflanzen; ernten.
Beschreibung: Der Garten ist ein Ort, an dem Menschen eine besondere Beziehung zur Mutter Erde, zu den Wesen des Mineral- und
Pflanzenreichs wie auch zu den Wassergeistern aufnehmen können. Im allgemeinen wird ein Garten zum Anbau von Gemüse und Kräutern
oder zur Zierde angelegt.
Allgemeine Bedeutung: Neue Verbindungsaufnahme mit der Erde, ohne jedoch zu tief in die Erdenergie einzutauchen; Nähe, ohne die
Verbindung zu manipulieren.
Assoziation: Garten Eden, Paradies; Vertreibung aus dem Paradies.
Transzendente Bedeutung: Verstehen eines tiefen Aspekts deiner Natur, der immer mit der Energie der Erde in Verbindung stand.
Artemidoros:
Alles was langsam wächst und langsam reift führt sowohl das Glück als auch das Unglück langsamer herbei. Alles aber was schnell wächst
und schnell reift, führt das Glück als auch das Unglück rasch herbei. Derselbe Gesichtspunkt kommt auch bei (Reife-) Terminen zur Geltung.
Ebenso setze alle Feldfrüchte zu den Gartengewächsen in Beziehung und den Bauer, den man im Traum schaut zum Gärtner. Im besonderen

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aber ist der Garten Bordellbesitzern von Nutzen, wegen der vielen Samen und der saisonbedingten Arbeit im Garten, dagegen bringt er
Frauen allesamt in den Ruf der Sittenlosigkeit und Hurerei (Kepos = Garten, heißt häufig auch das weibliche Geschlechtsteil.)
Allgemein:
Der Garten ist ein ähnliches Traumsymbol wie der Wald, nur ist er lieblicher und ein Stück domestizierter Natur. Dem Garten fehlt die wilde
Kraft des (ursprün glichen, traditionellen) Waldes, aber ist er der Ort der Liebe und der Verführung. In den traumhaften Geschichten aus
Tausendundeiner Nacht findet der sexuelle Genuß stets im Garten statt. Das einzige erotische Buch der Bibel, das erstaunlicherweise das
Konzil von Nicäa überlebte, nämlich das Hohelied, das etwa im vierten Jahrhundert vor unserer Zeitrechnung aufgeschrieben wurde, spielt
bezeichnenderweise in einem Garten. Wer heute vom Garten träumt, bei dem schwingt, zumindest im Hintergrund, sicherlich auch die
Sehnsucht nach Liebesgenuß, Verführung und nach Abenteuer mit. Allerdings ist das nicht die einzige Bedeutung dieses Traumsymbols – der
Garten ist auch Ort der Ruhe und Erholung. Daß es aber der Garten und nicht die wilde Natur ist, die der Träumende sieht, zeigt auch seine
„Verzagtheit“. Ein bißchen Natur ist erlaubt, zuviel Natur jedoch von Übel – nach dieser Devise läßt der Traum nur noch das Bild des
Gartens zu, um den großen Zensor in uns zu umgehen, der die Bilder der wilden Natur zu erschreckend findet. Im Garten drückt sich die
Angst vor dem gefährdeten Leben aus, in dem sich der Mensch den Kreisläufen der Natur ausgesetzt fühlt. So schafft man das Bild des
Gartens als ein Abbild des Paradieses. Anders sind da die klassischen Gärten der Mythologie, wie beispielsweise derjenige der Hesperiden
(„Hesperos“ ist der griechische Ausdruck für den Abendstern). Er ist ein Obstgarten, in dem wie im kältischen Avalon Apfelbäume mit
goldenen Äpfeln stehen. Diese Bäume wurden Hera als Hochzeitsgeschenk von der Mutter Erde gegeben, damit Braut und Bräutigam mit der
heiligen Hochzeit (hieros gamos) die Fruchtbarkeit der Erde erhalten. Hier ist auch im Symbol des Gartens die ursprüngliche Macht der
Natur zu spüren. Die moderne Tiefenpsychologie und besonders C. G. Jung sehen im relativ häufig auftretenden Traumsymbol des Gartens
ein Symbol der Individuation, das sich im Unbewußten des Menschen konstelliert, und den Träumenden auf die Aufgabe seiner
Individuation aufmerksam macht. Oftmals verbirgt sich hinter dem Traumsymbol Garten auch eine Weltflucht. Wenn Sie vom Garten
träumen, dann versuchen Sie, diesen Garten immer wilder werden zu lassen. Beleben Sie ihn in der Tagtraumtechnik mit wilden Tieren und
statten Sie ihn mit mächtigen Bäumen und Pflanzen aus: Spüren Sie die Kraft der Natur, die Sie dabei durchströmt. Öffnen Sie sich Ihr. Der
Garten im Traum ist ein positives Traumsymbol, denn es deutet Wachstum im Leben des Träumenden an oder seinen Wunsch, sich selbst zu
kultivieren. Er symbolisiert den inneren Zustand des Träumenden. Garten symbolisiert häufig das Innenleben, vor allem den Bereich der
Gefühle. Die genaue Bedeutung kann sich aus folgenden Begleitumständen ergeben:
– Schönen Garten sehen bringt den Wunsch nach Liebe und Zuneigung zum Ausdruck.
– Im Garten spazieren gehen steht für eine ausgeglichen-heitere Lebensgrundstimmung.
– Garten hegen und pflegen zeigt an, daß man sich bemüht, Gefühle und zwischenmenschliche Beziehungen zu pflegen; zuweilen verspricht
die Gartenarbeit auch Zufriedenheit mit dem Leben und sich selbst.
– Verwilderter Garten kann Enttäuschungen ankündigen, weil man sich vielleicht nicht genug um einen nahestehenden Menschen bemüht.
– Hohe Gartenmauer kann stilles Glück verheißen, aber auch vor Selbstgenügsamkeit, Zurückgezogenheit und Vereinsamung warnen.
Psychologisch:
Der Garten hat als Traumsymbol fast immer eine positive Bedeutung. Er steht im allgemeinen als Bild für eine partnerschaftliche oder
eheliche Beziehung und deutet Wachstum, Fruchtbarkeit, Lebensfreude und Erneuerung an. Der Traumbereich, in den man nur wenige
hereinläßt. Oft ist er mit einer Mauer oder einem Zaun umgeben, und sein Eingang ist eng – ein Hinweis darauf, daß man sich nicht in sein
Inneres schauen lassen möchte. Aus seinem Zustand – ob gepflegt oder verwildert – lassen sich Rückschlüsse auf den Zustand der Seele
ziehen. Steht alles in Blüte, herrschen Wachstum und Fruchtbarkeit, so zeigt das unsere Lebensfreude und meist auch ein intaktes Liebes-
und Familienleben an. Der Gärtner, der den Garten im Traum hegt und pflegt, hat wie der Garten selbst eine positive Bedeutung. Der Garten
im Traum kann für weibliche Wildheit stehen, die kultiviert und gezähmt werden muß, damit optimales Wachstum möglich ist. Träumt eine
Frau von einem auffallend blumenreichen Garten, kann entweder ein befriedigendes oder ein unbefriedigendes Liebesleben dahinterstecken.
Unbefriedigte Frauen träumen von einem umzäunten Garten, dessen schöne Blumen sie nicht erreichen können und können darüber hinaus
auch Jungfräulichkeit darstellen. In erotischen Männerträumen entspricht der Garten dem Leib der Frau, das Paradies, das es wiederzufinden
gilt. Altägyptische Traumforscher schlossen aus dem Spaziergang durch einen schönen Garten, daß man sein ganzes Leben gut gestalten
werde.
Spirituell:
Auf der spirituellen Ebene steht Garten im Traum für das Paradies und ist als Aufforderung an den Träumenden zu verstehen, Entspannung
zu suchen.
Volkstümlich:
(arab. ) : – ein verwilderter: man meide falsche Ratgeber;
– einen schön zurechtgemachten sehen oder sich darin aufhalten: du hegst trügerische Gedanken;
– darin arbeiten: sei vorsichtig im Verkehr; Bekannte suchen dir zu schaden;
– voller Blumen: Freude und Zufriedenheit;
– in seinem eigenen nahe der Umzäunung sein: es droht in naher Zukunft Ärger.
(europ.) : – entspricht dem Innenleben, je nachdem, ob der Traum ihn geordnet oder verwildert zeigt;
– verheißt Wohlhabenheit und glückliche Ehe;
– sehen: man wird eine neue Liebe finden;
– voll immergrüner Pflanzen und Bäume sehen: verheißt großen inneren Frieden und Wohlergehen;
– mit Gemüse sehen: sagt Trübsal oder den Verlust von Vermögen sowie Verleumdungen voraus;
– sich darin aufhalten: bedeutet große Freude;
– in einem blühenden spazieren gehen: Glückseligkeit; bringt Vergnügen und schöne Erlebnisse;
– in einem arbeiten: bringt Zufriedenheit durch Pflichterfüllung;
– einen mit hoher Umzäunung sehen: eine Bitte wird abgeschlagen werden;
– ein verfallender Garten: erinnert an die Vergänglichkeit alles Bestehenden und an die notwendige Arbeit,
die hierbei getan werden muß, um Wohlstand und Achtung zu ernten; man ist von falschen Ratgebern umgeben;
– Gartengeräte in den Händen: man muß aktiv mithelfen, innerlich wieder Ordnung zu schaffen;
– Frauen verkündet dieser Traum, daß sie berühmt oder im Privatleben sehr glücklich sein werden.
– Unglückliche und unbefriedigte Frauen träumen oft von einem umzäunten Garten, dessen schöne Blumen nicht erreichbar sind.
– Gehen Frauen mit Ihrem Liebhaber durch einen Garten voll blühender Büsche und Pflanzen,
deutet dies auf ungetrübtes Glück und finanzielle Unabhängigkeit hin.
(ind. ) : – darin spazieren gehen: du bist glücklich, aber du kannst mit niemandem dein Glück teilen;
– sehen: Vermögensbesserung;
– darin arbeiten: du wirst einen Erfolg erringen;
– schön, mit vielen Blumen: Zunahme des Vermögens;
– vernachlässigt: du bist von falschen Ratgebern umgeben;
– mit hoher Umzäunung: ein Gesuch wird dir abgeschlagen.
(Siehe auch „Acker“, „Baum“, „Blumen“, „Blüten“, „Farben“ und andere Gartengewächse)

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Gartenhaus
Volkstümlich:
(arab. ) : – sehen oder betreten: Wohnungswechsel.
(europ.) : – sehen: verheißt göttlichen Schutz;
– besitzen: häusliches Glück.
Gartenkürbis
(Squash)
Medizinrad:
Schlüsselworte: Frucht; Ernte; drei Schwestern.
Beschreibung: Der Gartenkürbis gehört zur Familie der Kurkubitazeen und ist in zahlreichen Arten vertreten. Manche ähneln eher dem
orangen Feldkürbis, andere wiederum mehr Gurken und Zucchini. Für die Ureinwohner Amerikas war der Gartenkürbis neben Mais und
Bohnen eine der drei Schwestern. Diese bildeten gemeinsam die Ernährungsgrundlagen der nordamerikanischen Indianer.
Allgemeine Bedeutung: Dankes- oder Erntefest; der Endpunkt eines Projekts; etwas, das fruchtbringend ist.
Assoziation: –
Transzendente Bedeutung: Verstehen dessen, was dich nähert (körperlich und geistig).
(Siehe auch „Feldkürbis“, „Flaschenkürbis“, „Mais“, „Bohnen“)
Gärtner(in)
Assoziation: – natürlicher Prozeß.
Fragestellung: – Was wächst in mir heran?
Allgemein:
Die Rolle eines Gärtners ist ähnlich der Rolle des Bauern. Hier aber handelt es sich mehr um einen Ordner, um den sorgfältigen Pfleger der
pflanzliche Natur. Der Mann mit der grünen Schürze ist bezogen auf seine Blumen, auf seine Fruchtbäume, auf seine Kulturpflanzungen. Im
Traum ist es der innere Gärtner, der den Garten der Seele nicht verwildern lassen darf. Deshalb erschrak jene Träumerin so sehr, als sie
heimkehrend erkennen mußte, daß ihr Garten voll Unkraut, die Bäumchen verwildert und die Büsche formlos geworden waren; Dornenzeug
wuchs über den Weg, und der Brunnen war ausgetrocknet. Man mag sich erinnern, daß die betrübten Frauen, welche an Ostern den toten
Jesus suchten, ihm als einem „Gärtner“ begegneten. Deshalb, und weil es sich um den Garten der Seele handelt, ist Christus oft als solcher
dargestellt worden. Traumgärten finden sich selbst in Kirchen, und der Gärtner ist dann ein Mönch, ein Geistlicher oder eine himmlische
Gestalt. Andererseits kann der Gärtner im Traume etwas sehr Erdhaftes an sich haben. Er verbindet sich dann mit der Realität eines im
Garten konzentrierten erdverbundenen Dasein. Wo der Gärtner im Traum auftaucht, da ist Seelisches in Ordnung zu bringen; wenn man
selbst symbolischerweise ein Gartengerät in den Händen trägt, hat auch das Bewußtsein an dieser Ordnung mitzuarbeiten.
Psychologisch:
Bei jeder Traumfigur, die im Traum eine bestimmte Rolle übernimmt, ist es wichtig, darauf zu achten, womit sie beschäftigt ist. Ein Gärtner
kann die Erkenntnis und Weisheit repräsentieren, die der Träumende durch seine Lebenserfahrung gesammelt hat. Häufig deutet ein Gärtner
im Traum auf einen Menschen hin, auf den sich der Träumende verlassen kann, der auf alles achtgibt, womit der Träumende glaubt, nicht
umgehen zu können. Ee ist Symbolgestalt für den Einklang und Austausch mit der Natur im Sinne von geben und nehmen, gestalten und sich
inspirieren lassen. Pflegt der Träumende selbst in seinem Traum einen Garten, heißt dies, daß er liebevoll für sich selbst sorgt. Alle Pflanzen
im Garten der Seele müssen gleichermaßen gepflegt werden und von Unkraut freigehalten werden, da sonst der Seelen-Garten zu verwildern
droht. Der Traum vom Gärtner weist oft darauf hin, daß in unserer Psyche irgend etwas in Unordnung geraten ist. Hilft der Träumer bei
Gartenarbeit, wird er schon bald seine Probleme ohne fremde Hilfe lösen können.
Spirituell:
Ein Gärtner im Traum unterstützt den Träumenden darin, den Weisen in sich zu erkennen und ihm mehr Vertrauen zu schenken.
Volkstümlich:
(arab. ) : – sehen oder sprechen: Hoffnung tragen.
(europ.) : – bedeutet Verdruß.
(Siehe auch „Bauer“, „Garten“)
Gärung
Allgemein:
Ein Traum von einer Gärung ist ein Hinweis auf Prozesse, die im Verborgenen ablaufen, dem Träumenden aber dennoch bewußt sind. Er
muß warten, bis sie deutlich sichtbar in den Vordergrund treten.
Psychologisch:
Ein Gärungsprozeß ermöglicht es dem Träumenden, gewöhnliche Aspekte seiner Persönlichkeit in neue, wundervolle Eigenschaften
umzuwandeln.
Spirituell:
Auf dieser Ebene steht die Gärung im Traum für spirituelle Transformation.
Gas
Allgemein:
Gas kann dieselbe Bedeutung haben wie Luft und Wind, aber in der Regel wird es als etwas gefährlicher empfunden, denn es kann
explodieren. Gas, welches in einem Traum vorkommt, beispielsweise als eine undichte Stelle in der Gasleitung, deutet an, daß es dem
Träumenden schwerfällt, seine Gedanken und Gefühle zu kontrollieren und die Angst vor ihnen zu verlieren. Gas weist oft auf negative
Gedanken, Erwartungen und Einstellungen hin, die sich unmerklich eingestellt haben und ungünstig beeinflussen, wenn man sie nicht
rechtzeitig „umpolt“. Auch der Hinweis auf eine Täuschung durch andere kann darin zum Vorschein kommen.
Psychologisch:
Symbol für eine unsichtbare Gefahr oder für Umstände, denen man ausgesetzt ist, ohne sie zu kennen. Als Hilfsmittel oder Werkzeug hat
Gas dieselbe Bedeutung wie der Atem.
Spirituell:
Der Geist als ungeformte Einheit kann durch Gas symbolisiert werden. Der Träumende sollte sich bewußt machen, daß der Geist die
Eigenschaften hat, in sein Leben hinein- und wieder aus ihm hinauszuströmen.
Volkstümlich:
(europ.) : – man ist unruhig und sucht eine Erklärung für einen Sachverhalt; man muß versuchen, sich nicht täuschen zu lassen;
auch: man hat eine schlechte Meinung von anderen und behandelt Sie deshalb ungerecht, was man später bereuen wird;
– riechen: man versucht, jemandem mit einer frommen Lüge etwas vorzutäuschen;
– daran drohen zu ersticken: man bekommt Probleme durch eigenes Verschulden oder Nachlässigkeit;
– damit kochen: eine Neigung wird erkalten;

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– einen damit gefüllten Ballon platzen sehen: jemand wird wütend auf einen sein;
– versuchen, eine Gasflamme auszublasen: man wird seine Widersacher nicht erkennen;
wenn man nicht aufpaßt, werden einem diese Feinde zerstören;
– das Gas abdrehen: das eigene Glück fahrlässig zerstören;
– entzünden: leicht einen Ausweg aus einer Pechsträhne finden.
Gasgeben / Gaspedal
Assoziation: – Arbeit an der Vollendung.
Fragestellung: – Was entgeht mir, wenn ich mich nicht langsamer bewege?
Psychologisch:
Aufwachen! Nun wird Gasgegeben, weil der Träumende zu weit zurückgeblieben ist. Es ist ein sehr aktiver Traum, der Optimismus anzeigt.
Oft aber kommen abenteuerlich rasende Kurvenfahrten im Traum vor. Die Seele wird gejagt, man hat Angst.
(Siehe auch „Auto“, „Fahren“)
Gaslicht
Allgemein:
Gaslicht wird oft als Symbol für wichtige Einsichten und Erkenntnisse gedeutet; das bezieht sich häufig auf die eigene Persönlichkeit, aber
auch auf Vorgänge und andere Menschen.
Volkstümlich:
(arab. ) : – du wirst Aufklärung erhalten.
(europ.) : – dieses betrifft Liebesaffären oder häusliches Glück;
– schlechtes Licht: man muß in seinen Interessen zurückstecken;
– erlöschendes Licht: eine Katastrophe erwarten.
(ind. ) : – sehen: man wird dich über verschiedene Dinge aufklären.
Gasse
Volkstümlich:
(arab. ) : – eine entlang sehen: deine Hoffnungen sind in weiter Ferne;
– darin wandeln: Langeweile erdulden.
– (sich auf der Gasse spazieren gehen sehen): du wirst enge Beziehungen anknüpfen.
(europ.) : – sehen: bedeutet Heiterkeit; auch: viele Sorgen kommen auf einem zu;
– eine kehren: bedeutet Trauer;
– Eine junge Frau, die im Traum durch eine Gasse geht, muß sich vor rufschädigenden Freunden hüten.
Gassenhauer
Volkstümlich:
(europ.) : – singen hören: Bekanntschaft mit heruntergekommenen Künstlern, Journalisten oder Schriftsteller;
– selbst singen: man wird die Möglichkeit haben, seine Talente zu entfalten.
Gassenjunge
Volkstümlich:
(europ.) : – man hüte sich vor zuviel Übermut.
Gast
Allgemein:
Die Analyse von Träumen, in denen man Gäste hatte, hängt eng mit den Gefühlen in bezug auf diese Gäste zusammen. Hieß man seine Gäste
mit offenen Armen willkommen, oder nahm man sie nur widerwillig auf, weil sie einem irgendwie Angst einjagten? Überschritten sie die
Türschwelle? Ein willkommener Gast stellt vielleicht den Beginn eines wichtigen neuen Projektes dar, das man finanziert; der Traum zeigt
die eigene Bereitschaft, die Arbeit daran jetzt aufzunehmen. Der unwillkommene Gast ist jemand oder etwas, dem man nicht ins Auge sehen
will. Wenn man entschieden hat, was die Traumgäste tatsächlich darstellen, sollte man überlegen, ob man diese unerwünschte
Verantwortung nicht doch übernehmen sollte. Vielleicht helfen einem schon bald andere Träume weiter.
Psychologisch:
Gast wird häufig im ähnlichen Sinn wie Fremder gedeutet. Waren Sie selbst eingeladen? Dann suchen oder brauchen Sie mehr Zuwendung
und Aufmerksamkeit. Ihre sozialen Kontakte dürften auf ein notwendiges Mindestmaß reduziert sein. Wer sich in der Rolle des Gastgebers
träumt, hat ein (derzeit vielleicht unterdrücktes) Bedürfnis, andere zu umsorgen, aber auch durch die eigene Großzügigkeit zu glänzen. Man
will „gebraucht werden“, um dafür Aufmerksamkeit und Zuneigung zu bekommen. Vielleicht tritt er aber auch auf, weil man tatsächlich
Gäste erwartet und sich mit den Vorbereitungen beschäftigt, oder er weist darauf hin, daß man sich nicht so stark von anderen isolieren
sollte. Ein häufiger Traum von Phasen der (unfreiwilligen) Zurückgezogenheit oder Isolation.
Volkstümlich:
(arab. ) : – einen beherbergen: hüte dich vor Enttäuschungen;
– einladen: Verleumder werden dich zu ärgern suchen;
– viele im eigenen Haus: man wird sich mit einer Frau verfeinden,
die einem sehr wichtig war oder noch immer von großer Bedeutung ist;
– selbst sein: es stehen unvermutete Geldausgaben bzw. herbe Enttäuschungen bevor.
(europ.) : – man fühlt sich einsam und getrennt von seinen Freunden; man sollte einmal verreisen;
– oder Gäste empfangen: zeigt einen erwarteten Besuch an;
– unerwartete Gäste: bedeutet Glück;
– übernachten lassen: Freundschaftsdienste bekommen;
– selbst einer sein: große Geldausgaben;
– verabschieden: Trennung von einem lieben Gegenstand.
(ind. ) : – im Haus: Haß verfolgt dich; dir droht Feindschaft;
– sein: hüte dich vor großen Geldausgaben;
– Gäste verabschieden: du wirst bald einen Besuch erhalten.
(Siehe auch „Fremder“)

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Gästebuch
Volkstümlich:
(europ.) : – trägt sich jemand mit Ihrem Namen ein: man wird eine Arbeit beginnen, die andere abschließen werden;
– man sich mit einem Phantasienamen einträgt: man wird sich an einem zwielichtigen Unternehmen
beteiligen, daß einem Gewissensbisse bereitet.
Gästehaus (Siehe „Gebäude“)
Gasthaus / Gaststätte
Allgemein:
Wenn sich der Träumende in seinem Traum in einem Gasthaus befindet und sich seines Verhaltens bewußt ist, zeigt dies, wie er sich
gegenüber Gruppen verhält und was er der Gesellschaft gegenüber empfindet. Vielleicht sucht der Träumende das Gasthaus auf, um neue
Beziehungen zu knüpfen oder seine Einsamkeitsgefühle zu bekämpfen. Ein öffentlicher Ort, an dem die Hemmungen des Menschen von ihm
abgleiten, erinnert an das heidnische Bedürfnis nach Festen und Ausgelassenheit.
Psychologisch:
Alle Menschen haben soziale Bedürfnisse, die durch Geselligkeit, wie eben zum Beispiel in einem Gasthaus, befriedigt werden können. Es
ist der Ort der Kommunikation und des Genießens – und wie bei vielen anderen Träumen, die einen speziellen Raum zeigen, kommt es auch
hier auf die Stimmung und das Aussehen der Umgebung (und der anderen Anwesenden) an. Daraus kann man folgern, unter welchen
Umständen man gern mit jemandem zusammen wäre bzw. welches Umfeld gerade „bekömmlich“ und sinnvoll für die eigenen Bedürfnisse
ist. Das Haus bezeichnet unseren eigenen Körper. Das Gasthaus könnte also umschreiben, daß wir in nächster Zeit unseren Körper etwas
geben müssen, damit er wieder leistungsfähiger wird. Jede Gruppe, die hier zusammenkommt, tut dies lediglich vorübergehend. Das Ziel
aller Beteiligten ist Entspannung und Ausruhen.
Spirituell:
Als öffentlicher Ort, an dem gemeinsame Werte wichtig sind, kann ein Gasthaus der Kreativität Raum bieten.
Volkstümlich:
(arab. ) : – ein fremdes sehen oder sich darin aufhalten: eine bevorstehende Reise;
– ein bekanntes sehen oder sich darin aufhalten: Geldausgaben durch Vergnügungssucht;
Ärger und Unzufriedenheit zu Hause.
(europ.) : – Geldverlust; Verliebte haben Enttäuschungen zu befürchten; oder ein Freudenfest oder eine große Reise
ist zu erwarten; auch: Wohlstand und Vergnügen, wenn es hübsch eingerichtet und geräumig ist;
– vor einem stehen und einkehren: man bedarf der Ruhe, deutet also auf Zufriedenheit und Bequemlichkeit;
– ein verkommenes: steht für geringen Erfolg, betrübliche Aufgaben oder unglückliche Reisen;
– in einer Gaststätte Getränke konsumieren: ist ein schlechtes Zeichen; bei Liebenden ist Betrug seitens der
geliebten Person angezeigt; für den Landwirt bedeutet dies eine schlechte Ernte;
– der Besitzer einer Gaststätte sein: hart zu arbeiten haben und sich letztendlich von den Verlusten und Schwierigkeiten erholen.
(Siehe auch „Gast“, „Haus“, „Hotel“)
Gastmahl
Allgemein:
Gastmahl soll nach alten Traumbüchern vor Krankheiten warnen, verspricht aber gleichzeitig, daß man diese rasch überwinden wird.
Manchmal kommt auch darin das Bedürfnis nach mehr Geselligkeit zum Ausdruck.
Volkstümlich:
(arab. ) : – geben: Ärger und Verdruß haben; vorübergehende Sorgen.
(europ.) : – ist ein Zeichen, daß ein Vergnügen in Aussicht steht, bei dem man jedoch auf seine Rechnung kommt.
(ind. ) : – daran teilnehmen: körperliche Leiden, aber nur vorübergehend.
Gaststube
Volkstümlich:
(europ.) : – ohne Gäste: verkündet eine Hochzeit;
– mit Gästen: warnt vor leichtsinnigen Lebenswandel.
Gastwirt
Artemidoros:
Ein Gastwirt bedeutet Kranken den Tod; er gleicht dem Tod, weil er jedermann aufnimmt. Allen übrigen Menschen zeigt er Drangsale,
Beklemmungen, Bewegungen und Reisen an. Der Grund liegt auf der Hand. Dasselbe wie ein Gastwirt bedeutet ein Gasthaus. (Gastwirte
und Gasthäuser hatten bei Griechen und Römer einen schlechten Ruf; die Wirte galten häufig als Betrüger und Weinpanscher, die Gasthäuser
als Stätten der Prostitution.)
Volkstümlich:
(arab. ) : – sehen oder mit ihm verkehren: eine unangenehme Überraschung steht dir bevor.
(europ.) : – bedeutet viel Geld.
(Siehe auch „Gasthaus“)
Gatter
Allgemein:
Steht Ihnen im Traum das Gatter als Hindernis im Wege, dann haben Sie sich mehr vorgenommen, als Sie bewältigen können. Halten Sie ein
und überdenken Sie Ihre Pläne. Wird ein Weg, den Sie gehen, an den Seiten von Zäunen begrenzt, dann haben Sie kaum die Möglichkeit,
anders zu handeln. Doch Ihr Lebensweg ist sicher und verspricht Erfolg.
Psychologisch:
Verwehrt es uns den Einlaß, zum Beispiel auf eine blühende Wiese (siehe dort), werden wir auf die Erfüllung eines Wunsches wohl noch
etwas warten und uns mit dem bescheiden müssen, was uns augenblicklich geboten wird. Das Gatter stellt immer ein Hemmnis auf dem
Lebensweg dar. Wer es öffnet, muß sehen, was ihn dahinter erwartet.
Volkstümlich:
(arab. ) : – (Hindernisse): man will dich hinters Licht führen;
– (Gattertor): dir wird ein übler Streich gespielt werden.
(ind. ) : – im Wildpark sehen: unerwartete Hindernisse stellen sich dir in den Weg.
Gattertor (Siehe „Gatter“)

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Gattin
Allgemein:
Gattin (Ehefrau) kann die Gefühle der Partner füreinander in der realen Ehe symbolisieren oder Erwartungen bewußt machen, die der
Ehemann an seine Partnerin hat. Trifft das nicht zu, wird die Gattin oft wie das Symbol der Frau gesehen und auch danach gedeutet.
(Siehe auch „Frau“)
GAU
Allgemein:
Ein GAU beziehungsweise größter anzunehmender Unfall in einem Atomkraftwerk kann sich durch eine Explosion oder aufgrund anderer
Ursachen ereignen. Ein solcher Unfall kann ungewollt sehr weitreichende Auswirkungen haben (etwa Tschernobyl). Wenn man von einem
GAU im Atomkraftwerk träumt, dann kann dies die Angst eines Menschen vor großen Veränderungen in seinem Leben verbildlichen. Der
Träumende weiß noch nicht, welche Auswirkungen diese Veränderungen haben werden, aber ihm ist klar, daß sie radikal sein werden, auch
wenn er einen stufenweisen Prozeß bevorzugt.
Psychologisch:
In dem man eine Reihe von unerwünschten Persönlichkeitsmerkmalen unterdrückt, statt sich mit ihnen auseinanderzusetzen, führt man eine
zerstörerische Energieansammlung herbei. Durch den Traum von einem GAU wird der Träumende möglicherweise auf diesen gefährlichen
Zustand aufmerksam gemacht.
Spirituell:
Auf der spirituellen Ebene verweist ein GAU in einem Atomkraftwerk darauf, daß sich die Freisetzung von Energie, die nicht richtig
gehandhabt wird, zerstörerisch auswirken könnte.
(Siehe auch „Atombombe“)
Gaukeltanz
Volkstümlich:
(arab. ) : – sehen: trügerische Vorspiegelungen.
Gaukler
Allgemein:
Gaukler kann vor Illusionen, Selbsttäuschung und Scheinerfolgen warnen, denen man nicht erliegen darf; weitere Bedeutungen entsprechen
denen der Symbole Clown und Fakir.
Volkstümlich:
(arab. ) : – sehen: lasse dich nicht täuschen.
(europ.) : – man hat Angst, sich wegzuwerfen, gehe aber ruhig weiter und überlege jeden Schritt;
– sehen: man wird mit Menschen zu tun haben, die einen ausnutzen wollen.
(ind. ) : – sehen: sei vorsichtig, man will dich täuschen.
(Siehe auch „Clown“, „Fakir“)
Gaumen
Allgemein:
Er verspricht Gaumenfreuden, die wir übrigens manchmal im Traum richtig schmecken können.
Gauner
Allgemein:
Gauner hat nach alten Traumbüchern nichts mit Betrug und Schwindel zu tun, sondern soll oft vor familiären Schwierigkeiten warnen.
Psychologisch:
Sie sind auch im Traum Menschen, die uns übervorteilen wollen. Wo ein Gauner auftaucht, sollten wir mißtrauisch werden. Sie hegen
unbewußt Zweifel an den Motiven Ihrer Freunde. Es scheint jemand nicht aufrichtig Ihnen gegenüber zu sein. Sie sollten sich Gedanken über
Ihre Beziehungen machen, vor allem geschäftliche, aber auch familiäre. Ist man es selbst, sollte man den Finger auf sich richten.
Volkstümlich:
(europ.) : – mit ihnen zu tun haben: läßt auf Ungemach schließen, man wird im Handel und Gewerbe Verluste erleben.
(europ.) : – (mit Gaunern zu tun haben): du wirst deinen Besitz verlieren;
– von einem hereingelegt werden: man wird sein Handel vergrößern und ein bequemes Einkommen haben.
(ind. ) : – sehen: Zwietracht im Haus.
Gavotte
(ein älterer Tanz)
Volkstümlich:
(europ.) : – tanzen: signalisiert eine ruhige und glückliche Zukunft.
Gaze
(durchsichtiges Gewebe)
Volkstümlich:
(europ.) : – sehen: verborgene Gefühle;
– in Gaze gekleidet sein: sagt ein ungewisses Schicksal voraus;
– Sieht ein Mann seine Liebste in Gaze gehüllt, wird er sie positiv beeinflussen.
(Siehe auch „Seide“)
Gazelle
Allgemein:
Das elegante Tier gilt in jeder Deutung als Symbol für eine schöne, begehrte Frau, die „nicht so leicht zu fassen“ ist.
Psychologisch:
Dieses elegante und schöne Tier ist bekannt für seine weiten und plötzlichen Sprünge. Das Bild hat eine starke Beziehung zu Sinnlichkeit
und Erotik. Die Gefühle scheinen aber sprunghaft zu sein und nicht von Dauer. Haben Sie den Wunsch nach oder Angst vor flüchtigen
Liebesbeziehungen?

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Volkstümlich:
(arab. ) : – sehen: rasche Erledigung;
– Schlachtet einer Gazellen, wird er mit Not und zeitlich begrenzten Sorgen zu kämpfen haben, bald aber davon befreit werden.
(europ.) : – Für eine junge Frau bedeutet dieser Traum von diesen sanftäugigen Tier einen stürmischen Liebhaber, jedoch treuen Ehemann.
(Siehe auch „Tiere“, „Rehe“)
Geächteter
Allgemein:
Die Traumfigur des Geächteten stellt einen Menschen dar, der sich gegen das Gesetz der Gesellschaft gestellt hat. Im Traum kann jener
Persönlichkeitsanteil des Träumenden, der sich außerhalb des Gesetzes stellt, als Geächteter auftreten. Tötet der Träumende in seinem Traum
den Geächteten, dann ist dies Ausdruck des Versuchs, die eigenen wilden Triebe zu kontrollieren oder zu unterdrücken.
Psychologisch:
Jeder Mensch besitzt eine anachistische Seite und wünscht sich, einmal im Leben Rebell zu sein. Gelegentlich kann dieser Wunsch sich als
gegengeschlechtliche Figur im Traum manifestieren. Trifft dies zu, dann ist der Träumende mit der Anima oder dem Animus beschäftigt.
Haben der Träumende und der Geächtete jedoch das gleiche Geschlecht, dann thematisiert der Traum den Schatten.
Spirituell:
Auf dieser Ebene steht der Geächtete für einen Menschen, der sich nicht an die gängigen Regeln der Spiritualität hält und daher ausgestoßen
wird. Er sollte sich jedoch davon nicht beirren lassen, wenn er das Gefühl hat, auf dem richtigen spirituellen Weg zu sein.
Gebäck
Assoziation: – Luxus; Nascherei; Süße.
Fragestellung: – Wonach sehne ich mich? Ist mein Leben süß genug?
Psychologisch:
Wünschen Sie sich mehr Geborgenheit und „kindliche Genüsse“? Sie möchten verwöhnt, umarmt, vielleicht liebevoll „bekocht“ werden –
und lassen es aber doch häufig nicht zu (bzw. Sie meiden die Gelegenheiten), weil Sie Angst um Ihre Unabhängigkeit haben? Ein häufiger
Männertraum von den (eher leiblichen) Genüssen der Zweisamkeit, auf die aber immer noch lieber als auf die „große Freiheit des Single-
Lebens“ verzichtet wird. Was aber auch für Frauen gilt: Wer heimlich aus fremden Keksdosen nascht, könnte sich an seinen
Beziehungsängsten „verschlucken“ – nicht nur im Traum!
Volkstümlich:
(arab. ) : – sehen: eine gute Vorbedeutung;
– essen: gewinnbringende Geschäfte;
– selbst bereiten: Arbeit ohne Nutzen, auch Verschwendung und andere ärgerliche Dinge.
(europ.) : – liegen sehen: deutet auf getäuschte Hoffnungen; auch: von einer listigen Person hintergangen werden;
– Gebäck kaufen, essen, bereiten oder tragen: stellt Gewinn in Aussicht; auch: innige Freundschaften;
– Eine junge Frau, die selbst bäckt, muß darauf gefaßt sein, daß sich ihre Hoffnungen nicht erfüllen.
Gebälk
Volkstümlich:
(arab. ) : – sehen: große Unternehmungen;
– darauf herumlaufen: begebe dich nicht in Geschäfte, die du nicht verstehst.
Gebärdensprache
Volkstümlich:
(arab. ) : – Lug und Trug wird dir vorgemacht werden.
(europ.) : – sehen: man soll Hilfe spenden;
– sich an Schmerzen anderer erfreuen, Hilfe versagen: verkündet Not, Schmerz und eigenes Leid;
– selbst gebärden: verheißt häusliches Glück.
Gebären
Volkstümlich:
(arab. ) : – du trägst dich mit neuen Plänen;
– sehen: Traurigkeit wegen eines Verlustes.
Gebärmutter
Psychologisch:
Ein Symbol für Fruchtbarkeit und den „inneren Reichtum“ – im Traum eher die Aufarbeitung einer seelischen „Altlast“ bezüglich der
eigenen Herkunft.
(Siehe auch „Körper“)
Gebärstuhl
Artemidoros:
Eine Frau, die sich sehnlichst Kinder wünschte, träumte, sie schaue sieben auf dem Meer einhertreibende Gebärstühle. Sie gebar zwar, wurde
aber nicht Mutter, sondern es starben die sieben Kinder, die sie zur Welt gebracht hatte, vorzeitig noch in den Windeln.
Gebäude
Achmet:
Eine Frau stellte an den Traumseher Sirin folgende Frage: „Mir träumte, der obere Türpfeiler meines Hauses stürze auf den unteren und von
den beiden Türflügeln fiele der eine nach innen, der andere nach außen.“ Sirin fragte die Frau: „Hast du Mann und Kinder?“ Sie antwortete:
„Ja, jedoch ist mein Mann mit meinem Sohn in der Fremde, meine Tochter ist bei mir.“ Sirin erwiderte: „Dein Mann ? auf ihn weist der
obere Türpfeiler ? wird bald zu dir zurückkommen, zusammen mit deinem Sohn und dessen Braut, weil der eine Türflügel nach innen fiel;
deine Tochter aber wird heiraten und in die Fremde ziehen, weil der andere Türflügel nach außen fiel.“ Und wie Sirin den Traum gedeutet
hatte, so kam es auch.

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Allgemein:
Gebäude repräsentieren die Lebenskonstruktionen des Träumenden. Dies sind Einstellungen und Glaubenshaltungen, die er aufgrund seiner
Erfahrungen, Sinneswahrnehmungen und oft aufgrund seiner familiären Gewohnheiten und Bräuche ausgebildet hat. Ebenso wie man über
einen Menschen viel erfahren kann, wenn man sein persönliches Umfeld kennenlernt, so spiegeln auch Gebäude in Träumen Charakter,
Hoffnungen und Sorgen des Träumenden wider: Der Zweck des Gebäudes steht oft für das zentrale Thema, mit dem sich der Träumende
beschäftigt. Hohe Gebäude zeigen das Streben nach Erfolg; niedrige deuten auf Mißerfolge und Unzufriedenheit mit der eigenen Bedeutung
im Leben. Die Kellerräume stehen für das Unbewußte und alle verdrängten Hoffnungen und Wünsche. Die Küche ist der Raum, in dem für
unser leibliches Wohl gesorgt wird, weist auf die Beziehung zur Mutter und zu Frauen im Allgemeinen. Ihr Zustand gibt auch Hinweise auf
unsere eigene Rolle als Mutter oder Vater. Wohn- und Arbeitszimmer zeigen an, wie unsere Seele mit den Anforderungen des Alltags und
des Arbeitslebens zurechtkommt. Das Schlafzimmer bezieht sich natürlich auf unsere Sexualität, vor allem die eheliche. Der Dachboden ist
schließlich auch im Traum die Abstellkammer für Erledigtes. Hier werden verdrängte Erinnerungen dargestellt.
Psychologisch:
Die Bedeutung eines Gebäudes für den Traum hat etwas mit seiner Bestimmung zu tun:
Burg/Festung/Zitadelle:
– Sie symbolisieren den verteidigten Raum und können daher für das Weibliche oder die Große Mutter stehen.
Gästehaus/Hotel:
– Beide sind ein Sinnbild der Gastfreundschaft und Kommunikation. In manchen Fällen kann es jedoch auch sein, daß sie die Unsicherheit
ausdrücken, die ein Träumender in bezug auf seine Lebensbedingung verspürt.
Haus:
– Wenn das Haus nicht leer steht, wenn sich also beispielsweise Möbel darin befinden, dann heißt dies, daß der Träumende seine positiven
Eigenschaften zu erkennen vermag.
– Fremde Menschen im Haus können ein Hinweis darauf sein, daß sich der Träumende durch einen Teil seiner Persönlichkeit bedroht fühlt.
– Finden dort unterschiedliche Aktivitäten statt, so deutet dies darauf hin, daß ein Konflikt zwischen zwei Anteilen der Persönlichkeit
herrscht, vielleicht zwischen der rationalen und der kreativen Seite des Träumenden.
– Die Vorderansicht des Hauses stellt dar, wie sich der Träumende seinen Mitmenschen zeigt.
– Der Eingang oder die Eingänge treffen die Aussage darüber, wie introvertiert oder extrovertiert der Träumende lebt.
– Ein beeindruckendes, ehrfurchteinflößendes Haus zeigt, daß der Träumende sein Selbst oder seine Seele kennt.
– Der Umzug in ein größeres Haus bedeutet, daß der Träumende sein Leben verändern, es vielleicht offener gestalten und mehr Raum
schaffen muß. Außerhalb des Hauses zu sein, symbolisiert die eher öffentliche Seite des Träumenden.
– Ein kleines Haus oder das Haus in dem der Träumende geboren wurde, stellt das Sicherheits- und Schutzbedürfnis des Träumenden dar
und seinen Wunsch, Verantwortung abzugeben.
– Wenn das Haus zu klein und einschränkend ist, fühlt sich der Träumende in der Falle seiner Verantwortung gefangen und spürt ein
Fluchtbedürfnis.
– Reparaturen am Haus zeigen, daß der Träumende an seinen Beziehungen arbeitet oder sich um seine Gesundheit kümmern sollte.
Vielleicht muß der Träumende auch die Beschädigung oder Verkümmerung seines Lebens zur Kenntnis nehmen.
– Der Bau oder Abbruch eines Hauses steht für die Fähigkeit, das Leben erfolgreich aufzubauen, aber auch für die Selbstzerstörung.
Ein Traum, der Aufbau oder Zerstörung hervorhebt, gewährt dem Träumenden Zugang zu diesen Fähigkeiten.
Hof:
– Er ist im Traum ein Ort der Sicherheit. Seine Form kann eine wichtige Rolle spielen (siehe „Geometrische Figuren“).
Iglu:
– Wegen seiner Bauweise steht das Iglu für Vollkommenheit und repräsentiert Heiligtum. Da es innen warm ist und außen kalt,
symbolisiert es den Unterschied zwischen Innen- und Außenwelt.
Kaufhaus:
– Weil ein Kaufhaus in erster Linie auch ein Lagerplatz ist, symbolisiert es eine Fundgrube für spirituelle Energie oder spirituellen „Schrott“.
Kirche/Tempel:
– Ein religiöses Bauwerk deutet auf Schutz und Zuflucht hin und ist ein Ort, an dem der Mensch über seinen Glauben nachdenken kann.
Auch wenn der Träumende vielleicht keiner Glaubensgemeinschaft angehört, so besitzt er doch, wie die meistens Menschen, moralische
Prinzipien, nach denen er lebt (siehe auch „Tempel“ und „Kirche“ unter „Religiöse Bilder“).
Pyramide:
– Dieses Gebäude wird im allgemeinen für ein Kraftzentrum gehalten.
Turm (Obelisk/Kirchturm/Leuchtturm):
– Jeder Turm stellt die Persönlichkeit und die Seele eines Menschen dar. Da Türme offensichtlich mit dem Männlichen in Verbindung stehen,
ist es naheliegend, sie als das Selbst in einem größeren Zusammenhang zu sehen. Für die richtige Deutung ist von Interesse, wo sich
beispielsweise Fenster, Türen und Treppen befinden und welche Eigenschaften sie haben. Dies führt zu tieferen Erkenntnissen über das
spirituelle Selbst.
Neben der Bestimmung von Gebäuden spielen auch ihre Bestandteile eine wichtige Rolle:
Balkon/Fenstersims:
– Der Balkon kann der Selbstdarstellung des Träumenden dienen und seine Eitelkeit ungünstig fördern.
Fahrstuhl:
– In der Regel symbolisiert ein Fahrstuhl den Umgang des Träumenden mit Informationen.
– Ein abwärtsfahrender Fahrstuhl beispielsweise deutet darauf hin, daß der Träumende in das Unbewußte hinuntersteigt.
– Ein aufwärtsfahrender Fahrstuhl wiederum trägt den Träumenden hinauf zur Spiritualität. Manche Menschen glauben,
daß man im Schlaf seinen Körper verläßt; eine Vorstellung, die sich ebenfalls im Fahrstuhl als Traumsymbol niederschlagen kann.
– Mit dem Fahrstuhl steckenbleiben versinnbildlicht, daß der Träumende in seiner spirituellen Entwicklung nicht weiterkommt.
Fenster:
– Ein Fenster stellt das Medium dar, durch welches der Mensch seine Lebenswelt beurteilt, und ist Symbol für die Art, wie er Realität
wahrnimmt.
– Handelt ein Traum davon, daß der Träumende durch ein Fenster nach draußen schaut, dann kann dies darauf hindeuten, daß er eine
extrovertiertere Sicht von sich selbst hat und sich eher mit äußeren Umständen beschäftigt.
– Durch ein Fenster nach innen zu schauen, symbolisiert, daß der Träumende nach innen blickt und sich introvertiert gibt.
– Das Öffnen eines Fensters bedeutet, daß der Träumende sich mit seinen Gefühlen oder mit seiner Einstellung zu den Meinungen
anderer Menschen beschäftigt.
– Ein Fenster (oder eine Glastür) zu durchbrechen, kann auf die erste sexuelle Erfahrung hindeuten.
– Bleiverglaste Fenster sind ein Hinweis auf Religiosität, weil sie häufig in Kirchen zu finden sind (siehe auch „Farben“).
Halle/Gang/Flur:
– Sie stehen in Beziehung zu Initiationsritualen oder aber weisen auf Körperöffnungen hin, wie beispielsweise auf Vagina oder Anus. Auf der
psychologischen Ebene bedeutet dies, daß der Träumende andere Menschen in seinen persönlichen Raum eindringen läßt.

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Treppe:
– Sie deutet oft auf die Schritte hin, die der Träumende unternehmen muß, um ein Ziel zu erreichen.
– Eine Treppe hinaufsteigen kann ein Hinweis auf die Anstrengung sein, die ihm bevorsteht, wenn er einen Zugang zu der eher mystischen,
spirituellen Seite seines Wesens erlangen will. Es kann sich aber auch einfach um eine Anstrengung im alltäglichen Leben handeln.
– Geht der Träumende eine Treppe hinunter und steigt in das Unbewußte hinab, sucht er Verbindung mit seiner verborgenen, unbewußten
Seite.
– Eine goldene Treppe stellt meist den Tod, aber nicht immer einen körperlichen dar. Sie steht für die Erkenntnis, daß der Träumende nicht
mehr im Materiellen gefangen ist, sondern sich auf ein erfülltes, spirituelles Leben zubewegt.
Tür:
– Sie verweist auf die Körperöffnungen und daher auf die Sexualität.
– Die Eingangstür symbolisiert die Vagina und die Hintertür den Anus.
– Das gewaltsame Aufbrechen einer Tür kann als Hinweis auf eine sexuelle Hemmung und die Weigerung, sich mit den Problemen zu
beschäftigen, gesehen werden; es kann jedoch auch auf die Vergewaltigung oder Mißbrauch schließen lassen.
– Eine Tür öffnen und schließen steht in der Regel für den Geschlechtsakt, kann aber auch allgemein die Einstellung des Träumenden zur
Sexualität widerspiegeln.
– Die Weigerung, eine Tür zu öffnen, symbolisiert einen unschuldigen Zugang zur Sexualität.
– Eine Tür zwischen äußeren und inneren Räumen deutet darauf hin, daß es zu einem Konflikt zwischen Bewußtem und Unbewußten
kommen kann.
– Eine verbarrikadierte Tür hebt das Bedürfnis des Träumenden nach Selbstschutz hervor.
– Die Flucht durch eine andere Tür deutet auf den Wunsch des Träumenden hin, seine Lösung für ein bestimmtes Problem durch eine andere
zu ersetzen.
– Damit, daß eine Person an eine Tür klopft, wird die Aufmerksamkeit des Träumenden auf eine äußere Situation gelenkt.
Wand:
– Sie repräsentiert eine Verhinderung des Fortschritts – Schwierigkeiten, welche der Träumende vielleicht hat oder auf die er stoßen wird.
Häufig geben uns die Eigenschaften der Wand näheren Aufschluß darüber, was blockiert wird.
– Eine Wand die alt aussieht, symbolisiert ein altes Problem, eine Wand aus Glas hingegen deutet auf Schwierigkeiten mit der Wahrnehmung
hin.
– Eine umschließende Wand könnte die Erinnerung des Träumenden an seine Gefühle während der Geburt symbolisieren oder aber dem
Eindruck Gestalt verleihen, daß sich der Träumende durch seine eigene Lebensweise eingesperrt fühlt.
– Ziegelwand, Schutzwall oder Trennwand symbolisieren den Unterschied zwischen der inneren und der äußeren Realität.
Zimmer:
– Ein Zimmer beschreibt die verschiedenen Anteile der Persönlichkeit oder Erkenntnisebenen.
– Häufiger allerdings wird es als Symbol für den Mutterschoß gesehen.
– Die Küche steht für den versorgenden Anteil des Träumenden,
– das Wohnzimmer für den entspannenden oder geselligen.
– Ein kleines Zimmer mit nur einer Tür oder ein Untergeschoß mit Wasser darin ist eine sehr direkte Darstellung des Mutterschoßes und
deutet vielleicht den Wunsch danach an, in die Gebärmutter zurückzukehren.
– Eine Reihe von Zimmern verweist auf die verschiedenen Aspekte der Weiblichkeit und häufig auf die ganzheitliche Seele.
– Zimmer in oberen Stockwerken symbolisieren normalerweise geistige oder spirituelle Eigenschaften.
– Der Keller kann die Seiten des Träumenden darstellen, die er absichtlich unterdrückt. Er symbolisiert möglicherweise aber auch
Familiensitten und Gewohnheiten, besonders wenn es sich im Traum um das Haus oder die Wohnung der Eltern handelt.
– Von einem in ein anderes Zimmer gehen stellt eine bewußte Veränderung der eigenen Situation dar, in welcher der Träumende etwas hinter
sich zurückläßt.
– Leere Zimmer symbolisieren einen Mangel im Leben, vielleicht den Mangel an Trost und Unterstützung.
Spirituell:
Auf der spirituellen Ebene stehen Gebäude in der Regel für einen geschützten Raum, in dem der Träumende an seiner Entwicklung arbeiten
kann.
Volkstümlich:
(arab. ) : – Träumt der Kaiser, er komme in ein fremdes, unbekanntes Haus, das prächtige Räume hat,
wird er Freude erleben und staunen entsprechend dem wundervollen Anblick der Räume;
dünkt es einen gemeinen Mann, als habe er Häuser erlost oder geerbt, wird er Vermögen
und eine bildhübsche Frau gewinnen entsprechend der Schönheit der Häuser.
– Dünkt es den Kaiser, er komme in eine neue Stadt, die er noch niemals gesehen, und schaue
ihre stattlichen Bauten, die ihm wohlgefallen, und ist die Stadt ihm untertan, wird er voller Stolz
sein und sich mit der schönsten seiner Frauen in Liebe vereinen. Ist die Stadt aber nicht seiner
Herrschaft oder Gewalt unterworfen, wird er an einem fremden Volk sein Gefallen finden und mit
einer landesfremden Frau der Liebe pflegen, weil die Stadt ihm fremd ist.
– Läßt der Kaiser einen neuen Palast für seine Zwecke bauen, wird er, falls der Bau vollendet wurde,
einen Sohn zeugen, der ihm auf den Thron folgen wird.
Sind die Fundamente zu dem Palast gelegt, weist das auf eine Schwangerschaft der Augusta.
Stürzt eine Wand des Palastes ein, wird die Kaiserin sterben.
Träumt ein einfacher Mann, er veräußere sein Haus und ziehe in ein anderes, schöneres, wird er
in allem, was er wünscht und plant, Glück haben, wenn in ein schlechteres, Unglück.
– Läßt der Kaiser die Säulen in den Heiligtümern höher richten, und man befolgt seine Weisung,
wird er die Großen seines Reiches in ihrer Würde erhöhen; befiehlt er, anstelle der alten Säulen
neue zu errichten, wird er neue Würdenträger anstelle der alten einsetzen.
Dünkt es ihn, er lasse eine Kirche höher bauen und ausschmücken, prophezeit das Erfolge, Erhöhung
und Krönung seines Kaisertums.
Schaut ein anderer, daß eine Kirche höher gebaut und ausgeschmückt wird, weist das, wie gesagt,
auf die Person des Kaisers.
– Stürzt die Hauptkirche des Ortes ein oder brennt sie nieder, droht dem Kaiser der Tod.
– Erleidet eine der Nebenkirchen Schaden und hat der Kaiser oder ein anderer diesen Traum,
wird der Kaiser in arge Bedrängnis kommen; denn alle Kirchen deuten auf ihn oder denjenigen,
der am Ort die höchste Gewalt inne hat; ebenso weist die Ausschmückung oder der Einsturz
einer Kirche auf den Kaiser.
– bauen sehen: angenehme Aussichten, glückliche Zukunft;
– selbst eines errichten: Unternehmungen werden zu einem guten Abschluß führen;

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– unvollendet im Rohzustand sehen: Mißmut und Verzweiflung;
in nächster Zeit steht viel Arbeit bevor, die viel Kraft erfordert.
– abbrennen sehen: Verluste und Mißerfolge in allen Dingen; eine Freude wird nicht von langer Dauer sein;
– einreißen sehen: du wirst manches Hindernis aus dem Weg zu schaffen haben, bevor du das Ziel erreichst.
(europ.) : – das Haus des Lebens muß sich jetzt selbst bauen; je höher es ist, um so erfolgreicher ist das Leben;
– aufführen sehen nacheinander (wie eine Besichtigung): Arbeitsamkeit;
– Prachtbauten: verheißen Glück und Wohlstand;
– ein amtliches sehen: bringt Unannehmlichkeiten und Geldverlust;
– im Rohbau sehen: verkündet Mut zwecks Vollendung einer begonnenen Arbeit;
– daran bauen sehen: man wird zu hohen Ansehen kommen;
– unvollendet sehen (wo nicht gearbeitet wurde seit langem): aufregende Tage;
– einen Neubau fertig sehen: Aussicht auf eine neue Verdienstquelle;
– in ein neues einziehen: du wirst in günstige Verhältnisse kommen;
– fertige Gebäude, schön und groß: zeigen große Unternehmungen an, bei denen man Erfolge erzielen wird;
– riesige und herrliche Gebäude mit grünen Rasen davor sehen: sagt ein langes Leben im Überfluß und
Reisen in entfernte Länder voraus;
– ein sehr hohes (Wolkenkratzer) sehen: man wird viel Geld besitzen;
– kleine neue Häuser sehen: deuten auf ein glückliches Zuhause und einträgliche Unternehmen hin;
– sich selbst ein Gebäude errichten: weist auf eine Veränderung hin, vielleicht Umzug;
– alte: dir wird noch vieles offenbart werden;
– alte, verkommene Häuser: es werden schlechte Gesundheit und Niedergang in Liebe und Geschäft folgen;
– einreißen sehen (durch Arbeit): du wirst viele Hindernisse beseitigen;
– einstürzen sehen (von allein): Hindernisse treten ein; unerfüllte Hoffnungen; ein Plan wird vereitelt werden;
– brennendes: getrübte Freude.
(ind. ) : – Träumt einer, er betrete ein unbekanntes Haus, das verschiedene Räume hat, dessen Ort,
Erdreich und Bewohner ihm unbekannt oder bekannt, letztere aber schon verstorben sind,
so wisse er, daß dieses Haus die andere Welt ist und bedeutet, daß er bald sterben wird;
betritt, beschaut und verläßt er das Haus am selben Tag, wird er sein Herz zur Umkehr wenden,
sich um die himmlischen Wohnungen sorgen und Heil und Rettung finden; sind ihm aber Haus,
Räume, Ort und Erdreich bekannt, verheißt es irdische Freude und Überfluß an materiellen Gütern
entsprechend dem Zustand und der Ausstattung der Räume.
– Ist das Haus aus Lehm, Luftziegeln und Holz gebaut, wird der Träumende Reichtum und Freude
auf lautere Weise erlangen; ist es aus Glanz oder schlichtem Stein, wird er lange leben und sein
Hab und Gut unangreifbar sein; sind Ziegelsteine und Zement das Baumaterial, werden dem
Träumer ebenso Freude und Reichtum winken, jedoch um den Preis von Mühe und Arbeit,
weil Ziegel im Feuer gebrannt werden.
– Zieht einer aus seiner Wohnung in eine andere, und ist die neue schöner, werden sein Ansehen
und seine Freude größer als zuvor sein; ist er in Elend oder Krankheit, wird er neuen Lebensmut
fassen und gesund werden; kommt er aber in eine Wohnung, die häßlich und kleiner ist,
wird er aus Freude in Trübsal, Armut und Bedrängnis geraten.
– Zieht einer um, weiß aber nicht, wohin, bedeutet es seinen Tod und den Übergang in die andere Welt.
– Träumt der Kaiser, daß seine Gemächer weiter, größer, heller und lichter geworden sind,
wird er Freude erleben und mehr Land in Besitz nehmen,
ein gemeiner Mann wird in seinem Gewerbe mehr Geld verdienen.
– Träumt einem, in seinem Haus sei eine Wand, eine Terrasse oder ein Bogen eingestürzt,
Balken gebrochen oder die Tür habe ihre Nägel verloren oder sei verbrannt, prophezeit all
das den Tod des Hausherrn oder seiner nächsten Verwandten; dabei weist das Bersten der Balken
auf die Mannspersonen, das der Türen und Wände auf die Frauen.
– neues: du wirst durch deine Klugheit die Falschheit deiner Geschäftsfreunde durchschauen.
– baufälliges: meide unüberlegte Handlungen.
(Siehe auch „Haus“ und unter einzelnen Bezeichnungen)
Geben
Allgemein:
Geben steht für die innere Beziehung des Träumenden zu sich selbst, zu seiner Umwelt und zu anderen Menschen. Wenn ein Traum davon
handelt, daß der Träumende einem anderen Menschen etwas gibt, dann verweist dies auf sein Bedürfnis, in einer Beziehung zu geben und zu
nehmen, mit einem anderen zu teilen, was er besitzt, und eine Umwelt zu schaffen, die Geben und Nehmen gleichermaßen ermöglicht.
Psychologisch:
Mit anderen Menschen etwas zu teilen, ist eines der fundamentalsten Bedürfnisse des Menschen. Dieses Traumbild steht daher für das
Entwickeln eines Zugehörigkeitsgefühl beim Träumenden selbst wie auch bei den anderen Personen in seinem Traum.
Spirituell:
Auf der spirituellen Ebene ist Geben eine Aufforderung an der Träumenden, erhaltene Gaben zu schätzen und richtig zu gebrauchen.
Gebet
Allgemein:
Gebet zeigt oft an, daß man demütig und schicksalsergeben auf Hilfe von außen hofft; ob das immer sinnvoll ist, ob man nicht besser das
Schicksal aktiv selbst in die Hand nimmt, läßt sich nur aus den Begleitumständen des Traums ableiten. Manchmal kann das Gebet auch
verheißen, daß Hoffnungen und Erwartungen sich erfüllen werden.
Psychologisch:
Der Glaube an eine höhere Macht hat im Leben des Menschen schon immer eine wichtige Rolle gespielt. Beten im Traum bedeutet, daß der
Träumende den Dialog mit dieser Macht sucht, an die er sich vertrauensvoll wendet.
Meist das hilfesuchende Unbewußte, das den Träumer aus einer Klemme führen kann.
Spirituell:
Auf der spirituellen Ebene bedeutet Beten im Traum, daß der Träumende die Existenz einer höheren Macht anerkennt und um ihre
Unterstützung nachsucht.
Volkstümlich:
(arab. ) : – (sich im Gebet sehen): du wirst eine tröstliche Nachricht erhalten.

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(europ.) : – Zeichen der Demut und der notwendigen Hilfe; auch: von Fehlschlägen bedroht sein;
um sie abzuwenden, wird die gesamte Kraft von Nöten sein;
– verrichten: Erhörung der Wünsche; Glück.
(ind. ) : – du wirst gute Nachrichten erhalten.
(Siehe auch „Religiöse Bilder“)
Gebetbuch
Allgemein:
Gebetbuch (Bibel) bedeutet oft, daß man aus sich selbst Trost und Hilfe finden wird, die man in einer schwierigen Situation benötigt. Wirft
man das Gebetbuch weg oder verliert es, wird man durch eigene Schuld in Not geraten.
Volkstümlich:
(arab. ) : – eine religiöse Stimmung wird dich beherrschen.
(europ.) : – besitzen: stilles Glück;
– sehen und darin lesen: gute Hoffnungen; bringt Trost im Leid;
– geschenkt erhalten: man wird mit guten Menschen zu tun haben;
– verlieren: man wird einen treuen Freund verlieren;
– wegwerfen: man wird durch eigene Schuld in Not geraten.
(ind. ) : – sehen oder darin lesen: du findest Tröster in deinem Leid.
Gebiet
Volkstümlich:
(arab. ) : – großes, vor sich sehen: Großtun und Überheblichkeit.
Gebirge
Allgemein:
Gebirge wird meist im gleichen Sinn wie der Berg interpretiert, vor allem als Hinweis auf Hindernisse und Probleme des weiteren
Lebenswegs. Manchmal kann es nach alter Traumdeutung auch mehr Ansehen und Ehrungen verheißen, sobald man die Schwierigkeiten erst
einmal bewältigt hat.
Psychologisch:
Türmt es sich im Traum furchterregend vor uns auf, haben wir jede Menge Schwierigkeiten und Hemmnisse auf dem Lebensweg zu
beseitigen. Sucht man dort einsame Pfade, die nach oben führen, will man aus eigener Kraft einen Neubeginn wagen. Manchmal umschreibt
das Gebirge auch die Sehnsucht nach einem naturgemäßen Leben ohne Rücksicht auf schwierige Umstellungen, die sich daraus ergeben
könnten.
Volkstümlich:
(arab. ) : – sehen: Beschwerlichkeiten aller Art erleben.
(europ.) : – vor sich sehen: verheißt Schwierigkeiten; bedeutet Unfrieden;
– in weiter Ferne: Erfüllung aller Wünsche.
(ind. ) : – sehen: Ehre wird dir zuteil;
– darin umherklettern: Schwierigkeiten und Hindernisse.
(Siehe auch „Berg“, „Bergführer“)
Gebiß
Psychologisch:
Wer es im Traum verliert, sollte es als Warnung wörtlich nehmen: Die Fähigkeit, sich „durchzubeißen“, die eigenen Interessen
wahrzunehmen und um wichtige Anliegen zu kämpfen, ist abhanden gekommen. Ein Auforderungs-Traum, der sagen will: Es ist wichtig,
aktiv zu werden – und nicht alles nur kritiklos zu „schlucken“, was man „vorgekaut“ bekommt.
Volkstümlich:
(arab. ) : – falsches, im Mund haben: deine Lügen werden nicht geglaubt werden;
– falsches verlieren: in schwere Krankheit fallen.
(Siehe auch „Zähne“)
Gebissen
Volkstümlich:
(arab. ) : – werden: Gram und Sorge.
(ind. ) : – werden: Eifersucht plagt dich.
Geblöke
Volkstümlich:
(arab. ) : – von Tieren hören: Hader mit fremden Menschen haben.
Gebote
Volkstümlich:
(ind. ) : – die zehn: man wird dir eine Bitte abschlagen.
(europ.) : – die zehn Gebote hören oder lesen: man wird Fehler begehen, die man nur
schlecht wieder gutmachen kann, auch nicht durch den Rat kluger Freunde.
Gebratenes
Volkstümlich:
(arab. ) : – essen: vorteilhafter Geschäftsabschluß.
(europ.) : – sehen: verheißt zukünftiges Glück;
– essen: du wirst dir noch mancherlei versagen müssen.
(ind. ) : – sehen: Erfüllung einer Hoffnung;
– essen: Lotteriegewinn.

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Gebrauchtwaren
Assoziation: – billig; brauchbar.
Fragestellung: – Wo in meinem Leben bin ich bereit, mit wenigem auszukommen, oder womit bin ich bereit mich zu begnügen?
Gebrechen
Volkstümlich:
(arab. ) : – an sich haben: einen Unfall erleiden.
(europ.) : – an sich sehen: deutet auf Unglück in der Liebe und bei Geschäften hin; man sollte seine Feinde nicht unterschätzen;
– an anderen sehen: man wird möglicherweise Ärger bekommen und geschäftliche Enttäuschungen erleben.
Gebrechliche
Volkstümlich:
(arab. ) : – sehen: Gram und Kummer;
– sein: Gesundheit.
(europ.) : – sein: kündet Kummer für die Zukunft an.
Gebrüll
Volkstümlich:
(arab. ) : – hören: von Gefahren bedroht werden.
(europ.) : – hören: verkündet Streitigkeiten.
Gebühr
Allgemein:
Der Traum vermittelt die Botschaft, daß alles bezahlt werden muß. Die Seele mahnt etwas an. Wem schulde ich was? Das muß nicht Geld
sein!
Psychologisch:
Gebühr verweist manchmal darauf, daß man für ein angestrebtes Ziel erst einmal eine Leistung erbringen oder etwas aufgeben muß. Oft
kommen darin aber auch zum Ausdruck, daß die Augenblickliche Lebenssituation, unter der man leidet, auf früheres Fehlverhalten
zurückzuführen ist; daraus sollte man für die Zukunft lernen.
Gebunden
Psychologisch:
Ist man an Händen und Füßen gebunden, fühlt man sich im Wachleben an irgend etwas gebunden, will aber die Fesseln (siehe dort)
sprengen. Das kann auch auf einen inneren Reifungsprozeß hinweisen, der vor seinem Abschluß steht.
Volkstümlich:
(arab. ) : – sein oder werden: du wirst zu einem Stelldichein aufgefordert.
(europ.) : – sein: Freiheit des Körpers sowie des Geistes; auch: mit Stricken gebunden sein: kommende Hindernisse.
(Siehe auch „Fessel“)
Geburt
Artemidoros:
Alle Traumerlebnisse, die die Geburt von Kindern oder eine Heirat bedeuten, führen sowohl die außer Landes befindlichen Kinder als auch
die geschiedene Gattin zurück. Wenn eine schwangere Frau träumt, sie gebär einen Fisch, so wird nach der Deutung der Alten das Kind, das
sie zur Welt bringt, stumm sein, nach meiner Erfahrung aber nur kurze Zeit leben. Viele gebaren auch tote Kinder; denn jeder Fisch
verendet, wenn er das ihn bergende Element verläßt. Eine Frau, die krank daniederlag, träumte, sie gehe schwanger, habe schon Wehen und
sei kurz vor der Niederkunft; da berühre sie ein Weib, welches nach ihrer Meinung in diesen Dingen wohl erfahren sei, und sage: „Jetzt wirst
du kein Kind zur Welt bringen, wohl aber nach sieben Monaten ein wunderschönes Knäblein.“ Sie erkrankte lebensgefährlich; daher glaubte
niemand mehr, daß sie davonkommen und wieder völlig genesen würde, selbst wenn es ihr besser gehen sollte. Wie zu erwarten war, starb
sie nach sieben Tagen; denn sie sollte sich der Bürde und der Wehen nach sieben Monaten entledigen. Das schöne Knäblein aber war der
Tod, der wegen seines süßen Friedens erstrebenswerter war als das Leben mit seinen Leiden und Kümmernissen. Es träumte jemand, er
werde von seiner Mutter ein zweites Mal geboren. Als er aus der Fremde in die Heimat zurückgekehrt war, fand er seine Mutter auf dem
Krankenlager und beerbte sie. Und das war es, was das Gesicht von der zweiten Geburt andeuten wollte, daß er durch die Mutter aus Armut
zu Reichtum gelangen werde; denn er lebte in großer Not und Armut. Eine schwangere Frau träumte, eine Gans geboren zu haben. Dieses
Gesicht ist dahin auszulegen, daß das Neugeborene am Leben bleiben wird, wenn es sich um die Frau eines Priesters handelt; denn die
Gänse, die man in Tempeln hält, sind heilig; ist es nicht die Frau eines Priesters, wird das Kind, wenn es ein Mädchen ist, zwar am Leben
bleiben, doch wegen der außerordentlichen Schönheit der Gänse das Leben einer Hetäre führen; ist es ein Knabe, wird er nicht überleben,
weil Gänse mit Schwimmhäuten ausgestattet sind, Menschen aber Füße haben, die in Zehen gespalten sind. Was aber gattungs- oder
artfremd ist, ist für das Aufziehen von Kindern ungünstig.
Allgemein:
Wenn der Mensch sein Leben ändert, eine neue Einstellung gewonnen, neue Fähigkeiten erlernt oder ein neues Vorhaben begonnen hat und
auch, wenn ihm klar wird, daß Altes stirbt, dann träumt er von einer Geburt. Geburt steht für einen Neubeginn. Das Symbol wird meist
positiv verstanden, verspricht also die Verwirklichung von Zielen. Im Einzelfall kann das Symbol auch konkret auf die eigene Geburt
hinweisen, die nicht selten ein seelisches Trauma darstellte, das Ängste und andere psychische Störungen hinterließ; oft wird man dann das
Geburtstrauma, das ins Unbewußte verdrängt wurde, im Rahmen einer Psychotherapie nachträglich verarbeiten müssen. Die Geburt ist ein
neuer Anfang, wo der Träumende noch einmal Gelegenheit, Schlüsse aus seinem bisherigen Leben zu ziehen, erhält.
Psychologisch:
Geburt im Traum stellt den Beginn einer neuen kreativen Lebensphase dar, die dem Träumenden Bereicherung und persönliches
Vorankommen verspricht. Selbst wenn der Geburtsvorgang im Traum sehr real abläuft und es sich um den Traum einer jungen Frau handelt,
sollte ein geheimer Wunsch in Erfüllung gehen, das muß aber keineswegs der Wunsch nach einem Kind sein, sondern eher wohl die
Sehnsucht, neue Möglichkeiten für sich zu erschließen. Der Mann der selbst ein Kind bekommt, kann wohl bald eine zündende Idee
verwirklichen oder auf neue Möglichkeiten im Beruf hoffen. Genaueres kann man aus der Art der Geburt und aus der gesamten
Traumhandlung erfahren.
Spirituell:
Auf dieser Ebene steht Geburt im Traum auf spirituelles Erwachen.

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Volkstümlich:
(arab. ) : – Glück, Familienfreuden.
(europ.) : – für Frau: Symbol einer neuen Einstellung zum Leben; für Mann: große Pläne nähern sich der Vollendung;
– sehen: bringt dem Mann die Trennung von seiner Frau: für Arme gute, für Geschäftsleute
und Reiche schlimme Bedeutung; Reisende verheißt dies die Rückkehr in die Heimat;
– die eigene sehen: man sollte vom Alten loslassen, denn die neuen Pläne brauchen neue Wege;
– selbst gebären: neue Existenzmöglichkeiten;
– eine glückliche Entbindung: ein langgehegter Wunsch wird sich bald erfüllen; man wird von vielen Sorgen entlastet;
– eine schwere Entbindung erleben: man wird sich von etwas Liebgewordenen trennen müssen; auch: Symbol für eine Erkrankung;
– eines Tieres: bringt eine sehr günstige Epoche mit vielen neuen Chancen;
– Die Niederkunft einer verheirateten Frau bedeutet große Freude und eine stattliche Erbschaft.
– Eine unverheiratete Frau verliert die Unschuld und den Geliebten.
(ind. ) : – werden: gute Zeiten werden sich endlich wieder für dich zeigen.
(Siehe auch „Baby“, „Drache“, „Entbindung“, „Hebamme“, „Kind“, „Tod“)
Geburtstag
Assoziation: – feiern eines Neubeginns.
Fragestellung: – Was wird in mir geboren?
Allgemein:
Geburtstag deuten alte Traumbücher als günstiges Vorzeichen für die Zukunft, insbesondere auch für ein hohe sorgenfreies Alter. Er kann
aber auch einen Wendepunkt im Leben markieren, an dem etwas Neues beginnt.
Psychologisch:
In der traditionellen Deutung stets ein Glückstraum, man hat Wünsche frei, die erfüllt werden. Den eigenen Geburtstag feiern, beweist die
gute Konstitution des Träumers, die ihm noch viele Geburtstage, das heißt ein langes Leben, bescheren wird. Wer den Geburtstag anderer
mitfeiert, gönnt auch seinen Mitmenschen Vorteile. Die geträumten Geschenke symbolisieren oft Eigenschaften oder Chancen, die
entwickelt bzw. verwirklicht werden sollten. Menschen, die unter den Geburtstagsgästen zu erkennen waren, könnten dabei hilfreich (oder
gute Partner) sein. Wer aber im Traum zum Geburtstag Geschenke fordert, sollte seinen Egoismus etwas abbauen.
Volkstümlich:
(arab. ) : – den eigenen feiern: auf ein langes und gesundes Leben hoffen können;
– eines anderen: dieser wird viel, man selbst wenig glück in naher Zukunft haben.
(europ.) : – den eigenen feiern und viele Geschenke erhalten: verkündet eine Verlobung bzw. Verheiratung; sonst verkündet er frohe Stunden,
Heiterkeit und Freude; eine angenehme Überraschung;
– eines Freundes oder Verwandten: diese werden in Kürze Nutzen haben, wahrscheinlich in Verbindung mit einem selbst;
auch: es wird sich eine gute berufliche Gelegenheit durch Begegnung mit anderen Menschen sich bieten;
– Addieren Sie die Quersumme Ihres Geburtstages und sehen Sie im Kapitel „Zahlen“ nach, welche Bedeutung dies hat.
Beispiel: geb. 20.11.1936 = 2+0+1+1+1+9+3+6 = 23 2+3 = 5 Sie sind ein „Fünfer“.
(ind. ) : – eigenen feiern: du wirst ein hohes Alter erreichen;
– fremden, feiern: viel Freude.
Geburtstagsgeschenke
Volkstümlich:
(europ.) : – schöne Überraschungen verheißen große Erfolge und der arbeitenden Bevölkerung gute Geschäfte;
– während eines Festes oder Empfangs überreichen: versprechen kleine Gunstbezeugungen.
Geburtswehen
Volkstümlich:
(europ.) : – bedeuten Sorgen und Schmerz.
Gebüsch
Allgemein:
Gebüsch steht allgemein für etwas Verborgenes; dabei kann es sich um Risiken auf dem weiteren Lebensweg handeln, die man noch nicht
wahrgenommen hat, oft aber auch um wichtige Einsichten in einen Sachverhalt oder in die eigene Persönlichkeit. Das brennende Gebüsch
wird in Anlehnung an die Bibel häufig als wichtige Erkenntnis interpretiert, die spontan wie eine Offenbarung über einen kommt.
Psychologisch:
Symbol für einen (unsicheren) Zufluchtsort, ein Versteck in einer bedrohlichen Situation. Auch: Man hat sich im Gestrüpp (Gebüsch) seiner
eigenen Empfindungen verirrt, steckt in einer „dornigen“ Gemütslage. Ein häufiger Traum in Lebensphasen, die eine erfüllte Sexualität
unmöglich erscheinen lassen, wie z.B. schwere Krankheit des Partners, Trennung – oder auch die Reaktion auf eine sexuelle Beziehung
außerhalb der Partnerschaft.
Volkstümlich:
(arab. ) : – sehen oder sich darin verstecken: einer Gefahr entgegengehen;
– sich darin verirren: trete sehr vorsichtig auf, denn man sucht dir zu schaden.
(europ.) : – Warntraum! Vorsicht und Vermeidung jeglicher Gefahr am nächsten Tag.
– sich in einem verstecken: man wird in Gefahr kommen;
– jemanden darin versteckt sehen: man wird ein Geheimnis entdecken;
– ein brennendes sehen: kündet ein wichtiges Ereignis an.
(ind. ) : – du wirst in Gefahr kommen.
(Siehe auch „Busch“)
Geck
Volkstümlich:
(europ.) : – ein Geck bedeutet geringe Intelligenz; man sollte sich um seine Bildung kümmern;
– Von einem geckhaften Mann zu träumen, bedeutet für ein Mädchen einen Liebhaber in untergeordneter Position.

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Gedächtnisverlust
Allgemein:
Im Traum an Gedächtnisverlust zu leiden zeigt, daß der Träumende versucht, etwas Unangenehmes in der näheren oder ferneren
Vergangenheit auszulöschen, oder aber Angst vor Veränderungen hat.
Psychologisch:
Ein Traum, in dem der Träumende unter Gedächtnisverlust leidet, spiegelt eine extreme Verunsicherung wider. In der Regel verbergen sich
hinter einem solchen Traumsymbol verdrängte Traumata, deren Aufarbeitung ansteht, wozu dem Träumenden aber noch der Mut fehlt. Die
Unterstützung durch einen anderen Menschen kann hierbei von großem Wert sein.
Spirituell:
Auf der spirituellen Ebene kann Gedächtnisverlust im Traum ein Hinweis auf den Tod im Sinne einer einschneidenden Veränderung sein.
Volkstümlich:
(europ.) : – haben: sagt einen Aufstieg in der Welt voraus.
Gedärme
Volkstümlich:
(arab. ) : – du wirst Widerwärtiges erleben.
(europ.) : – meist Reaktion auf direkte Eingeweidestörungen; sonst starke Beunruhigung auf Grund innerer Probleme;
– zeigen Krankheiten und Spannungen an.
(Siehe auch „Därme“)
Gedicht
Allgemein:
Gedicht bringt oft in komprimierter Kurzform verdrängte psychische Inhalte des Unbewußten zum Vorschein; dabei tauchen meist weitere
Symbole auf, die man individuell deuten muß. Zuweilen handelt es sich auch um einen trivialen Trauminhalt, der nur etwas wiederholt, was
man im Alltag nebenbei aufgeschnappt hat.
Volkstümlich:
(arab. ) : – lesen: du wirst dich durch deine Phantastereien lächerlich machen;
– machen (dichten): schwierige, aber erfolglose Kopfarbeiten.
(europ.) : – man wird einen abschlägigen Bescheid erhalten.
(ind. ) : – lesen: du wirst sehr angenehme Nachrichten hören.
Gedränge
Allgemein:
Erlebt man in einem Traum Gedränge oder befindet sich darin, so bedeutet dies, daß einem der Beruf und der Alltag auffressen. Man
benötigt dringend etwas Abstand von dieser Hektik.
Psychologisch:
Sie sind ins Gedränge geraten und haben kaum Bewegungsfreiheit? Ein Traumhinweis, den Sie wörtlich nehmen sollten: Auch wenn Sie es
vielleicht nicht wahrhaben wollen oder sich auch gelegentlich mit etwas „Ellenbogentechnik“ dagegen wehren – jemand versucht, Sie zu
„steuern“ und in eine Richtung zu drängen, die mehr die seine als die Ihre ist. Eine Beziehung ist zu eng geworden, jemand versucht, Ihre
„Schritte“ zu manipulieren. Sie brauchen mehr Freiraum und Durchsetzungskraft!
Volkstümlich:
(arab. ) : – erblicken: großer Gewinn;
– sich darin befinden: Streit, Ärger, Hindernisse.
(europ.) : – von Menschen: bedeutet Gewinn.
Geduld
Volkstümlich:
(arab. ) : – üben: übereile dich nicht!
Gefahr
Assoziation: – bedrohlich erscheinende Veränderung.
Fragestellung: – Was habe ich Angst zu verlieren, wenn ich mich ändere?
Allgemein:
Gefahrenträume weisen auf Gefährdung hin. Aber man vergesse nie, daß das Gleichnis des Gefährlichen benutzt wird, um eine
Lebenssituation, die besonders viel Einsicht erfordert, eindrücklich darzustellen. Darum darf man Gefahrenträume nicht wörtlich nehmen. Es
ist seltener, als man denkt, daß solche Träume prognostisch sind, also ein Geschehnis vorausnahmen. Höchstens können sie sagen: „So ist es
schon im Unbewußten, und so könnte es dir bewußt ergehen!“ Es scheint der Seele wichtig zu sein, sich und damit uns vorzubilden, in
welcher Gefahr wir nach ihrer Auffassung stehen, um hinzuzufügen, wie diese Bedrängnis im besonderen aussieht. Zu dem, was von der
inneren Führung vor allem als Gefahr betrachtet wird, gehören das erneute Unbewußtwerden des Erwachsenen, sein mangelnder
Lebensraum, der die eigene Entfaltung nicht ermöglicht, Energieverluste durch verzehrende Bindungen, seelische Inflationen, die Bildung
von starren Komplexen, welche auf Kosten der seelischen Totalität gehen. Das Bewußtwerden der Menschheit wie des Einzelnen ist eine so
bedeutsame Leistung, daß sie nicht verloren gehen darf. Droht solches, dann träumen wir, im Wasser zu versinken, in einem finsteren Wald
zu geraten, im Nebel den Weg nicht mehr zu finden. Wir suchen angstvoll nach dem Lichte des Leuchtfeuers, nach dem Scheine eines hellen
Fensters. Angst bereitet es, nicht auf der uns zukommenden Bewußtseinstufe stehen zu dürfen. Darum beunruhigt es uns, wieder ein Kind,
ein Junge oder ein unerwachsenes Schulmädchen zu sein. Auf gefährlichen Wegen, vor einer bedrohlichen Begegnung muß man sich noch
einmal im Spiegel sehen, man wird beim Namen gerufen, damit man mit seinem Ich identisch bleibt. Beispiele dafür, daß Triebkräfte, weil
ohne richtigen Raum, in uns zu Gefahren werden sind Tierträume, Träume vom Krieg, von Situationen, da wir vom Zug oder einer Maschine
überfahren, in sie hineingezogen werden, sind sehr häufig. Man kann sich auch in Gefahr bringen, indem man sich in Lebenssituationen
hineinwagt, denen man nicht gewachsen ist. So versucht man vergeblich, einen schweren Wagen zu ziehen, ihn am Abhang zu bremsen, oder
man ist auf einem Dache, spürt in den Felsen des Hochgebirges das Gestein unter sich wanken. Es bricht die Sprosse einer Leiter, man hängt
in der Luft. Schlimm ist es in jeder Beziehung, den Boden unter den Füßen zu verlieren. Zu den Gefahrenträumen gehören neben den
beängstigenden Erlebnissen im Naturbezirk die Einbrecherträume. Ein Dieb ist in unser Traumhaus eingebrochen. Noch beängstigender: Es
ist jemand da, gefährlich, man weiß im Traum nur um seine Anwesenheit, noch sieht oder findet man diesen Unheimlichen. Es ist meistens
„einer“ aus unserer eigenen inneren Welt. Er ist aufgestiegen aus unkontrollierter Seelentiefe und bricht in unsere bewußte Welt ein, bedroht
deren Ordnung und Besitz. Sehr oft ist ein vermummtes Triebbegehren, gelegentlich auch ein mörderischer Gedanke. Im Traum weiß man,

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daß ein Verbrechen geschehen ist, und man sucht den Mörder. Man sieht ihn deutlich als Schatten. Da ist offenbar beim Träumer „gemordet“
worden – ein Gefühl, eine Gewißheit, eine Entwicklungsmöglichkeit. Gefahren kommen auch aus fixen Ideen, komplexhaften Gedanken,
unbesehen hingenommenen Einfällen und minderwertigen Gedankengängen, die die Ordnung unseres seelisch- geistigen Wesens bedrohen.
Solche Gefahren aus und im Gedankenraum werden vor allem durch den Brand im Estrich, durch Bombardierung aus der Luft, sowie durch
den Vogel, der sich dem Träumer auf den Kopf setzt, symbolisiert. Solange der Träumer im ganzen psychisch gesund ist, wird die Deutung
auf das hinweisen, was diese geistige Gesundheit gefährden könnte. Der Kampf mit den Nachtvögeln der zerstörerischen Gedanken kann
ergreifend sein und lange dauern. Zu den Gefahrenträumen gehört auch der Traum vom schweren Winter. Es ist ein Traum von Kälte und
Einsamkeit. Es ist nicht zu vergessen, daß der Mensch erst in neuerer Zeit auch zum Winter ein positives Verhältnis hat, ja ihn als
besonderen Freudenbringer begrüßen kann. Der Winter ist in unseren Breiten ein einbrechendes Übererlebnis. Jahrtausende der Winternot
stehen ein paar Jahrzehnte der Hausheizung und noch weniger des Wintersports gegenüber. Die menschliche Seele weiß von Jahrtausenden
her, daß Winter Kälte, Einsamkeit, Bedrohung des Lebens, daß er Hunger und Tod bedeuten kann. Der Wintersport ist, vom Erleben der
Menschheit aus gesehen, eine Errungenschaft von gestern. Nur wo er im Traume im persönlichen Erlebnismaterial sich heiter erzählt, ist der
Traum positiv zu deuten. Die kühne Fahrt des Skiläufers wie der vom Einbrechen bedrohte Eislauf können auch im Sporttraum noch eine
Lebenssituation andeuten. Sonst aber ist es in der Seele kalt, wenn man von Eis und Schnee träumt. Die Winterlandschaft hat etwas Großes
und Erschreckendes. Es wären noch viele Gefahrenträume anzuführen. Denn aus jedem Bezirk des inneren sowie des äußeren Lebens kann
Gefahr aufsteigen. Sie kündet der Traum an, von ihr spricht er zum oft ahnungslosen Träumer. Manchmal wird die Gefahr uns als
Zeitungsbericht, als Radionachricht, warnend in Leuchtschrift oder rotem Stopzeichen, hie und da als Telephonanruf mitgeteilt. Die richtige
Antwort auf die Mitteilung der Gefährdung, eine Antwort, die mehr in Taten als Worten besteht, kann den Menschen aus der Zone der
Gefahr hinausführen. „Wo aber Gefahr ist, wächst das Rettende auch“, sagt Hölderlin.
Psychologisch:
Gefährliche Situationen im Traum sind ein Hinweis darauf, daß sich der Träumende Gedanken über die Ängste, Risiken und Schwierigkeiten
des alltäglichen Lebens macht. Dies kann sich auf den privaten wie den beruflichen Lebensbereich gleichermaßen beziehen. Solche Träume
können prägkognitiv sein und auf eine tatsächliche Gefahr in der nahen Zukunft hinweisen oder aber im übertragenen Sinne innere Konflikte
oder äußere Auseinandersetzungen des Träumenden thematisieren. Sie können auch im positiven Sinn als Hinweis auf eine nötige
Lebensumstellung verstanden werden. Ebenso können damit Komplexe, falsche Bindungen oder sexuelle Notstände gemeint sein; all diese
Probleme sind aber lösbar. Gefahr verspricht nach alten Traumbüchern, daß man bald mehr innere Ruhe und Gelassenheit finden wird.
Spirituell:
Auf dieser Ebene bedeutet Gefahr im Traum spirituelle Unsicherheit. Andererseits kann in dem Traum aber auch ein Hinweis verborgen sein,
daß der Träumende dem falschen Meister folgt.
Volkstümlich:
(arab. ) : – sich darin sehen: hüte dich vor einer Krankheit;
– sich darin befinden: langes Leben.
(europ.) : – bestehen: ist ein Anzeichen von Unruhe; sobald körperliche und geistige Beruhigung eingetreten ist,
tritt der Mut wieder ein; auch: aus Todesgefahr: aus dem Nichts in Rang und Ehren emporsteigen;
– nicht bestehen: geschäftliche Verluste erleiden; bei Verliebten sinkt die Chance;
– in eine kommen: sagt Ruhe und Erfolg voraus;
– die Gefahr umgehen: Schwierigkeiten werden kommen.
(ind. ) : – du wirst bald zur Ruhe kommen.
Gefährte
Volkstümlich:
(europ.) : – sich in angenehmer Gesellschaft befinden: zeigt sofortigen Erfolg.
Gefallen
Volkstümlich:
(europ.) : – jemand einem ein Gefallen tut: Traum des Gegenteils; zeigt Geldverlust im Geschäft an.
Gefallsüchtig
Volkstümlich:
(arab. ) : – sein: Spott und Hohn ernten.
Gefangennahme (Siehe „Gefangener“)
Gefangener
Allgemein:
Gefangenschaft deutet meist an, daß man sich eingeengt fühlt, sich nicht frei entfalten kann, vielleicht zu stark von der Mitwelt isoliert ist.
Das kann zahlreiche Ursachen haben, die nur aus den individuellen Lebensumständen erkennbar sind; zu denken ist vor allem an Pflichten,
Hemmungen, Moralvorstellungen, Gefühle und Leidenschaften. Stets sollte man versuchen, diese Situation zu ändern.
Psychologisch:
Wer sich als Gefangener sieht, fühlt sich an Umstände oder Menschen gebunden, von denen er sich frei machen sollte.
Volkstümlich:
(arab. ) : – sein (eingefangen werden): du wirst in Mißhelligkeiten geraten.
(europ.) : – werden: man wird eine gute Stellung bekommen;
– sein: man wird keine Nahrungssorgen haben; glückliche Ehe; auch: mit Verrat zu kämpfen haben,
dem man sich nicht entziehen kann; Verletzungen und Unglück werden einem heimsuchen;
– jemanden gefangennehmen: sich Zielen von Menschen geringeren Standes anschließen;
– Wird eine Frau gefangengenommen, bedeutet dies, daß sie einen Ehemann bekommt, der auf ihr Vertrauen zu anderen Menschen
eifersüchtig ist; oder sie erhält die Strafe für eine Indiskretion.
(ind. ) : – sein: du wirst keine Nahrungssorgen haben.

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Gefängnis
Assoziation: – Bestrafung; Freiheitsentzug.
Fragestellung: – Wo habe ich einen Fehler begangen?
Allgemein:
Träume, in denen die Bewegungsfreiheit beschränkt ist, müssen keine direkte Analogie zum physischen Eingesperrt sein in der Realität
darstellen. Wer eingesperrt ist, träumt ganz im Gegenteil von der Freiheit, wenn auch die Umstände zu Alpträumen führen können. Träume
vom Gefängnis können psychische Beengtheit bedeuten. Man kann sich in einer persönlichen Beziehung „gefesselt“/“eingesperrt“ fühlen,
oder auch in einer Verantwortung, die schwer auf einem lastet. Die näheren Umstände des Gefängnisaufenthalts sollte man einer genauen
Betrachtung unterziehen, speziell, ob es Erleichterungen gab – die Aussicht aus dem Fenster ins Freie, einen freundlichen Wärter (und wem
im Wachleben verkörpert dieser?). Weil man ins Gefängnis immer „geschickt“ wird, muß also jemand für die Beeinträchtigung der
Bewegungsfreiheit in der Wirklichkeit verantwortlich sein. Das Gefängnis selbst steht also im Traum für die Fallen, die sich der Träumende
selbst stellt. Nicht äußere Umstände erschweren ihm das Leben auf der emotionalen, materiellen oder spirituellen Ebene, sondern er sich
selbst. Gefängnis hat ähnliche Bedeutung wie Gefangenschaft. Im Einzelfall kann dahinter auch einmal konkret Furcht vor Strafe stehen,
wenn man sich falsch verhalten hat. Alte Traumbücher deuten das Symbol auch als Aufforderung, nicht auf den schlechten Rat anderer zu
hören.
Psychologisch:
In ihm sind unsere Gefühle und Vorstellungen gefangen, Geist oder Körper eingeschränkt, und man ist nicht mehr Herr seiner freien
Entscheidungen. Wir sehen uns irgendwie in unseren Möglichkeiten eingeschränkt und haben eventuell völlig falsche Vorstellungen von der
Lebenswirklichkeit. Das Unbewußte mahnt uns zu realistischerem Denken. Oft erschafft sich der Mensch durch Pflicht- oder Schuldgefühle
selbst ein Gefängnis, welches dann im Traum symbolisch dargestellt wird. Schloß und Riegel der Gefängniszelle geben dem Träumenden
möglicherweise Aufschluß darüber, auf welche Weise er sich selbst „verhaftet“. Ein vergittertes Fenster zeigt, daß sich der Träumende daran
gehindert fühlt, äußere Hilfsquellen zu nutzen.
Spirituell:
Auf der spirituellen Ebene kann das Gefängnis im Traum auch die Ablehnung des Träumenden ausdrücken, für sein eigenes Dasein die
Verantwortung zu übernehmen. Pflicht- und Schuldgefühle sind dabei kein Antrieb zur Veränderun g, sondern lediglich eine Verschleierung
der Inaktivität.
Volkstümlich:
(arab. ) : – sehen: unerwartete Überraschung zuteil; du wirst eine gesicherte Stellung erlangen;
– nur von außen sehen: schwierige Aufgaben werden sehr gut voranschreiten, denn der eingeschlagene Weg ist richtig;
– in eines geführt werden: man hat Bedenken gegenüber einem Vorhaben und muß sorgfältig prüfen,
bevor man sich zu einer Entscheidung entschließt;
– eingesperrt sein: man ist von seinen Verpflichtungen beeinträchtigt.
(europ.) : – man ist an Umstände, Dinge und Menschen gebunden, von denen man frei sein sollte;
– sehen: verheißt Zank und Streit, Verleumdung etc., weshalb man vorsichtig sein soll,
selbst gegenüber Freunden; es wird einem etwas angeboten das wenig verlockend ist;
– unschuldig in eines kommen: man wird auf Mißtrauen stoßen;
– eingesperrt werden: bedeutet Freiheit und Vorteil;
– sich selbst oder Freunde darin sind: es wird Pech in allen Bereichen vorausgesagt;
– jemandem in einem besuchen: schlechtes Gewissen plagt einem oder man bereut eine frühere Handlung;
– aus einem Gefängnis fliehen: man kann sich aus aller Sorge befreien;
– selbst aus einem entlassen werden: es beginnt eine neue Lebensepoche;
– andere, die entlassen werden, sehen: man wird das Unglück überwinden.
(ind. ) : – darin sitzen: du hast falsche Ratgeber, trenne dich von ihnen;
– sehen: führe dein Unternehmen aus, es wird dir alles gelingen.
(Siehe auch „Einschließen“, „Fessel“, „Gericht“, „Gitter“, „Schloß“, „Schlüssel“, „Zuchthaus“)
Gefängniswärter
Artemidoros:
Von jemand gewaltsam festgehalten und bewacht zu werden zeigt Geschäftverwicklungen, Hindernisse und Aufschübe in den Terminen an,
und in Krankheiten Verschlimmerung derselben, Rettung aber denjenigen, die in äußerster Gefahr sind. Denn wir nennen das Leben ein
Behüten, ein Beobachter und ein Beharren des Seienden, das Gegenteil davon aber Auflösung und Vergehen, das heißt Tod. Betritt man
freiwillig einen Kerker oder ein Gewahrsam oder wird man gewaltsam von Leuten hineingeworfen, so prophezeit das schwere Krankheit
oder große Betrübnis. Scharfrichter und Gefängniswärter bedeutet Freiheitsentzug und Kümmernis. Verbrecher legen sie in Fesseln und
bringen Verborgenes ans Licht. Denn sie legen an Übeltäter, die überführt und auf frischer Tat ertappt sind, Hand an.
Allgemein:
Wenn ein Traum von einem Gefängniswärter handelt, dann verweist dies darauf, daß der Träumende sich vielleicht durch seine eigenen
Gefühle oder durch die Persönlichkeit oder das Verhalten eines anderen Menschen eingeschränkt fühlt. Selbstkritik und Entfremdung
machen es dem Träumenden schwer, seine alltäglichen Aufgaben zu erfüllen.
Psychologisch:
Wenn sich der Träumende in seinem Traum in einer Situation befindet, aus der er nicht entfliehen kann, gibt ihm die Figur des
Gefängniswärters oft einen Hinweis darauf, wie er sich selbst in diese Situation gebracht haben könnte. Darüber hinaus könnte der
Gefängniswärter auch Projektionsfläche für die sadistischen oder masochistischen Neigungen des Träumenden sein.
Spirituell:
Auf dieser Ebene ist dem Träumenden bewußt geworden, daß er in spirituellen Schwierigkeiten geraten ist.
Volkstümlich:
(europ.) : – einen sehen: Betrug vereitelt die eigenen Interessen; bösartige Frauen werden einen bezaubern;
– versucht eine Horde, ein Gefängnis aufzubrechen: es kündigt sich Schreckliches an;
mit verzweifelten Mitteln wird versucht, Geld von einem zu erpressen.
Gefangenschaft
Allgemein:
Im Traum eingesperrt zu sein bedeutet, daß der Träumende sich in die Enge getrieben fühlt – oft hat der Träumende die Voraussetzung für
seine „Gefangenschaft“ durch Ängste und Unwissenheit selbst geschaffen. In den seltensten Fällen sind tatsächlich andere Menschen für die
Unfreiheit des Träumenden verantwortlich.

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Psychologisch:
Gefangenschaft im Traum kann bedeuten, daß dem Träumenden alte Vorurteile und Glaubensvorstellungen bewußt werden. Oder aber der
Träumende wird durch den Traum gezwungen, innezuhalten, damit er nicht mehr länger vor einer Aufgabe davonlaufen kann. Wird man im
Traum gefangengenommen, ist das wie beim Traumsymbol Erstickung als Freiheitsverlust zu deuten. Allerdings ist in diesem Fall die Angst
vor dem Verlust nicht derart stark wie beim Traumsymbol Erstickung. Der Gefangennahme kann man noch eventuell entkommen.
Spirituell:
Auf der spirituellen Ebene kann Gefangenschaft darauf hinweisen, daß der Träumende zu introvertiert oder zu sehr mit sich selbst beschäftigt
ist. Er muß sich für neue Einflüsse öffnen und sich zu diesem Zweck Unterstützung suchen, wenn er sie benötigt.
Gefäß
Artemidoros:
Von den Gefäßen bedeutet jedes einzelne entweder das Handwerk oder das, was es in sich birgt. Ferner soll man von den Gefäßen und
Werkzeugen nicht nur auf das Handwerk und die Einkünfte aus ihnen schließen, sondern auch auf die Handwerker selbst oder auf diejenigen,
welche mit den Gefäßen umgehen. Es träumte einem, sein Becher sei plötzlich zersprungen. Es starb sein Mundschenk. Dieselbe Regel mußt
du bei allen Gefäßen und Werkzeugen anwenden. Sodann gehen manche Dinge, die Gefäße betreffen, auf unterschiedliche Weise in
Erfüllung. So bringt z.B. Milch in einem Melkkübel Gewinn, in einem Wasserbecken dagegen ist sie das Symbol von Schaden (Gedanke der
Sympathie; So nimmt im Volksglauben eine Kuh Schaden, wenn eine ungeeignete Person, z.B. eine menstruierende Frau, von deren Milch
trinkt; denn Milch bleibt auch nach dem Abmelken noch in sympathetischer Beziehung zum Tier; so muß man darauf achten, daß die Milch
nur in bestimmte Gefäße kommt); denn niemand würde sich dann noch an ihr laben. Das Gegenteil aber von Gebrauchen ist das
Nichtgebrauchen, woraus Schaden entsteht.
Allgemein:
Gefäß kann die Persönlichkeit mit all ihren Möglichkeiten darstellen und wird dann ähnlich wie Flasche interpretiert. Das volle Gefäß steht
allgemein für Erfolg und Wohlstand, das leere für Mißerfolg und Verlust.
Psychologisch:
Wie hat es ausgesehen, und erinnern Sie sich an seinen Inhalt? An die Flüssigkeit, Farbe, Geruch? Hier liegt die eigentliche Symbolaussage
eines solchen Traumes. Und lassen wir Dr. Freuds Theorie (nach der alle, aber auch wirklich alle Gefäße ausschließlich sexuell zu
interpretieren sind und wobei die leeren Potenzschwierigkeiten signalisieren können) dort gelten, wo sie hingehört: im vergangenen
Jahrhundert. Wer denkt denn heute beim Gläserfüllen oder beim Entkorken einer Flasche an Sex- und beim Blumengießen an eine
Ejakulation? Eben.
Volkstümlich:
(ind. ) : – leer: du wirst Mangel an Brot leiden, die Not kehrt in dein Haus;
– voll: du hast von allem im Überfluß, gedenke der Armen.
(europ.) : – Erfolg oder Nichterfolg des Lebens; man macht sich Sorgen, sollte aber zuversichtlicher sein;
– leere Gefäße sehen: verheißt Armut und Leid; Mißerfolge;
– volle Gefäße sehen: bedeuten Erfolg;
– kaufen: der Erfolg ist gefährdet und die Last wiegt schwer;
– zerbrochene: kündigen ernste Krankheiten oder tiefgehende Enttäuschungen an.
(Siehe auch „Eimer“, „Flasche“, „Glas“, „Kelch“, „Krug“)
Gefecht
Volkstümlich:
(arab. ) : – mitmachen: gewagte Unternehmungen;
– darin fallen: ein Unternehmen wird scheitern;
– sehen: du wirst in Streit geraten.
(europ.) : – beiwohnen: zeigt Verwirklichung etc. an;
– mitkämpfen und siegen: Wünsche und Hoffnungen werden sich erfüllen, in der Liebe tritt keine Enttäuschung ein;
– mitkämpfen und verlieren: verkündet das Gegenteil;
– mit Tieren kämpfen und dabei siegen: Rettung aus drohender Gefahr.
Gefiedel
Volkstümlich:
(arab. ) : – (erbärmliches Geigenspiel) hören: widerwärtige Erlebnisse in Aussicht.
Gefieder (Siehe „Federn“)
Geflügel
Artemidoros:
Geflügel ist jedermann zuträglich. Es bringt Nutzen von Frauen oder von Rechtsanwälten.
Allgemein:
„Auch Kleinvieh macht Mist“, sagt der Volksmund, und wer von flatternden und gackernden Hühnern träumt, denkt auch im Wachzustand
über „nützliche Kleinigkeiten“ und Alltägliches nach. In der traditionellen Deutung hat das Federvieh als Symbol für Flatterhaftigkeit und
triebgesteuertes Vergnügen gegolten.
Psychologisch:
Geflügel deuten alte Traumbücher als Zeichen innerer Unruhe und Anspannung, die zur Überreizung des Nervensystems führt; oft stehen
dahinter Ängste, ungelöste Konflikte, Sorgen und zu hoher Dauerstreß.
Volkstümlich:
(arab. ) : – dein Einkommen wird sich erhöhen;
– von flatterndem umgeben sein: es wird sich in nächster Zeit eine oder mehrere Frauen als nützlich erweisen;
– füttern: Lärm und Streit im Hause.
(europ.) : – lebendiges sehen: bedeutet kurzzeitige Sorgen oder eine Krankheit;
– Einer Frau kündet ein Traum von lebendigen Geflügel eine kurze Erkrankung oder das Zerwürfnis mit Freunden an.
– Träumt eine junge Frau, lebenden Hühnern nachzujagen, wird sie wertvolle Zeit mit frivolen Sinnesfreuden vergeuden.
– Zubereitetes sehen: die eigenen extravaganten Neigungen, werden die finanziellen Reserven angreifen;
(Siehe auch „Federvieh“)

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Gefrorenes
Assoziation: – Konservierung, Zurückhaltung?
Fragestellung: – Welche starren Gefühle bin ich aufzulösen bereit?
Psychologisch:
Wer Gefrorenes ißt, wünscht wohl, daß in einem Verhältnis endlich das Eis auftaut, daß es zu einem herzlichen Einvernehmen kommt.
Volkstümlich:
(arab. ) : – essen: hüte dich vor deinen Freunden.
(europ.) : – essen: bringt den Gesunden Glück, Kranken den Tod.
(ind. ) : – essen: glaube deinen Freunden nicht alles.
(Siehe auch „Eis“)
Gefühle
Allgemein:
Die Gefühle des Träumenden im Traumzustand können sich stark von jenen im Wachzustand unterscheiden. Vor allem extremeren
Regungen kann der Mensch im Traum offenbar freieren Lauf lassen. Vielleicht erkennt der Träumende auch, daß er seltsamen
Stimmungsumschwüngen unterworfen ist.
Psychologisch:
Gelegentlich ist es leichter und sinnvoller, Traumsymbole zu übergehen und sich gleich mit den leichter zugänglichen Stimmungen und
Gefühlen des Traums zu beschäftigen.
Spirituell:
Auf dieser Ebene ist die bewußte Wahrnehmung von Gefühlen die Voraussetzung für den spirituellen Entwicklungsprozeß.
Gefühllosigkeit
Assoziation: – Arbeit an der Verleugnung von Emotionen.
Fragestellung: – Wo in meinem Leben bin ich bereit, weniger sensibel zu sein?
Gegend
Volkstümlich:
(arab. ) : – schöne und fruchtbare sehen: freudige Ereignisse in nächster Zeit;
– öde und unheimliche sehen: Gram, Kummer, Not und Verzweiflung suchen dich heim.
(Siehe auch „Landschaft“)
Gegensätze
Allgemein:
Das Unbewußte scheint Informationen zu sortieren, in dem es Vergleiche anstellt und Gegensätze herausarbeitet. Insbesondere wenn der
Träumende unter inneren Konflikten leidet, träumt er in Gegensätzen (etwa männlich/weiblich, alt/jung, klug/dumm). Die Wirkung ähnelt
jener eines inneren Pendels, welches die Gegensätze in ein vereinigtes Ganzes sortiert.
Psychologisch:
Dieses Jonglieren mit Gegensätzen kann sich eine ganze Zeitlang hinziehen. Auf einen Traum, in dem die männliche Seite des Träumenden
geklärt wird, kann ein anderer Traum folgen, in dem er an seiner weiblichen Seite arbeitet. Bei der Deutung von Träumen wird größere
Einsicht in die geistigen Prozesse möglich, wenn der Träumende das jeweilige Gegenteil von Traumfiguren, -situationen und Stimmungen
betrachtet.
Spirituell:
Auf dieser Ebene stehen Gegensätze im Traum für den Versuch, ein spirituelles Gleichgewicht zu erlangen.
Gegenstände
Volkstümlich:
(europ.) : – über sich hängen sehen: weist auf eine Gefahr hin;
– gut über einen befestigte Gegenstände: die eigene Lage wird sich nach einem bedrohlichen Verlust bessern;
– auf einem herabstürzen: kann den Ruin bedeuten;
– herabstürzen und knapp einem verfehlen: einem Geldverlust nur knapp entgehen.
Gegenüber (Siehe „Positionen“)
Gegner
Allgemein:
Gegner wird meist als Traumsymbol positiv gedeutet; man wird neue Freundschaften schließen oder hat zumindest das Bedürfnis danach.
Psychologisch:
Wenn Sie im Traum mit einem listigen, raffinierten Gegner kämpfen, haben Sie sich in Wirklichkeit mit Ihren eigenen „wesensfremden“
Aspekten und Ihren widersprüchlichen Meinungen herumgeschlagen.
Volkstümlich:
(arab. ) : – mit einem zusammentreffen: Freundschaft.
(ind. ) : – neue Freundschaft wird angeknüpft.
(Siehe auch „Feind“)
Gegrüßt
Volkstümlich:
(arab. ) : – werden: Unannehmlichkeiten.
(ind. ) : – werden: man haßt dich und will dich ins Unglück stürzen, sei auf der Hut.

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Gehacktes
Volkstümlich:
(europ.) : – essen: Ärger und Verdruß wird vorhergesagt; man wird möglicherweise mit Eifersüchteleien und
Streitereien über Bagatellen konfrontiert; die Gesundheit ist wegen Sorgen in Gefahr;
– Wenn eine Frau Gehacktes kocht, wird sie auf ihren Mann eifersüchtig sein, und ihre Kinder sind
ihr bei ihren erotischen Abenteuern im Weg.
Gehalt
Allgemein:
Wird es ausgezahlt, ist dies ein gutes Zeichen und steht für eine Belohnung. Wenn es nicht gezahlt wird, kann die Seele sich ungerecht
behandelt fühlen, oder sie ist „verschuldet“.
Psychologisch:
Gehalt ist im Traum wie Geld ein Energiesymbol. Es fließt einem Energie zu, weil man etwas bestimmtes geleistet hat.
(Siehe auch „Lohn“)
Geheimbund
Volkstümlich:
(europ.) : – sehen: man besitzt einen empfindlichen Organismus; man sollte nach praktischen und
selbstlosen Idealen streben; bald Freuden erleben und literarische Auszeichnungen ernten;
– einen beitreten: man besitzt den Hang zu berechnenden Freundschaften;
– ist der Vorsitzende tot: schwere Belastungen und Gerichtsverfahren werden vergleichsweise gut ausgehen.
– Junge Frauen sollten den Rat erfahrender Personen beherzigen, oder sie legen sich schlechte und abstoßende Gewohnheiten zu.
Trifft eine junge Frau den Vorsitzenden des Bundes, sollte sie energisch den Versuchungen widerstehen, die sich ihr verlockend
darbieten. Glaubt sie, ihre Mutter habe sich dem Orden angeschlossen, und bemüht sie sich nach besten Kräften, diese zur
Zurücknahme des Gelöbnisses zu überreden, bedeutet dies, daß sie ihren Eltern sehr viel Liebe entgegenbringt und ihnen dennoch
durch Zorn und Ungehorsam Kummer bereiten wird.
Geheimnis
Assoziation: – Arbeit an etwas, das im Verborgenen liegt?
Fragestellung: – Was bin ich bereit, bloßzustellen oder aufzudecken?
Allgemein:
Von einem Geheimnis träumen, das man mit jemandem teilt, verweist auf persönlichste Gedanken und Verhaltensweisen, von denen man
ahnt, daß man sie sorgsam im Auge behalten sollte. Oft verbergen wir ja Dinge vor uns selbst und tun so, als existierten sie gar nicht. Der
Traum signalisiert deshalb, daß man einen bestimmten Zug des Charakters im Auge behalten sollte, den man sonst verbirgt, und daß man
mehr Geheimniskrämerei betreibt, als einem guttut.
Psychologisch:
Geheimnis steht allgemein für eine wichtige Einsicht, die man noch nicht voll bewußt wahrgenommen hat; dabei kann es sich um das
Verständnis von Sachverhalten oder anderen Menschen, aber auch um Einblicke in die eigene Persönlichkeit handeln. Wer davon träumt,
sehnt sich vielleicht nach geheimnisvollen Erlebnissen – ihm ist das Leben zu nüchtern und überschaubar geworden. Die Phantasie möchte
gefordert sein.
Volkstümlich:
(arab. ) : – verraten: deine Geschwätzigkeit verwickelt dich in Unannehmlichkeiten.
(europ.) : – erfahren: bedeutet Freundschaft;
– ins Ohr geflüstert bekommen: öffentliche Ehrung wird einem zuteil;
– verraten: läßt Schimpf und Schande erwarten; Schaden;
– sich über ein geheimnisvolles Ereignis wundern: Fremde werden einem mit ihren Sorgen belasten und Hilfe fordern;
auch: vor der Vernachlässigung von Pflichten gewarnt werden; durch den Beruf wird man in unangenehme Komplikationen
verwickelt werden.
– das Geheimnis der Schöpfung untersuchen: eine Veränderung im Leben wird einem in höhere Sphären des Wissens und
somit näher zu wahrer Freude und Glück bringen.
Geheimschrift
Volkstümlich:
(europ.) : – lesen: spricht für ein besonderes Interesse für an der Literaturwissenschaft;
durch deren Studium wird man ein Experte für die Sitten und Gebräuche des Altertum.
Gehen
Assoziation: – natürliche Bewegung; körperliche Betätigung.
Fragestellung: – Wohin bin ich unterwegs? Bewege ich mich schnell genug?
Allgemein:
Gehen im Traum zeigt dem Träumenden, in welche Richtung er sich bewegen soll. Gehen (Gang) kann die augenblicklichen Absichten,
Pläne und Ziele versinnbildlichen; die genaue Bedeutung ergibt sich zum Beispiel aus folgenden Begleitumständen:
– Mit Entschlossenheit zu gehen, zeigt, daß er sein Ziel kennt.
– Orientierungsloses gehen hingegen bedeutet, daß er sich seine Ziele erst suchen muß.
– Freude am Gehen versinnbildlicht die Rückkehr zur Unschuld des Kindes.
– Der Gebrauch eines Spazierstocks zeigt das Wissen des Träumenden, daß er Hilfe und Unterstützung braucht.
– Vorwärts gehen weist in die Zukunft, wobei man zur individuellen Deutung weitere Symbole (zum Beispiel die Umgebung,
andere Personen und Ereignisse) mit berücksichtigen muß.
– Bergauf gehen zeigt viel Mühe an, ehe man zum Ziel gelangt.
– Bergab gehen deutet oft an, daß man sich mehr Erholung gönnen muß, oder kann vor einer Verschlechterung der
Lebensverhältnisse warnen.
– Rückwärts gehen ermahnt, sich nicht so stark von der Vergangenheit beeinflussen zu lassen.
– Langsam gehen verspricht oft gute Erfolge, wenn man das Vorhaben gründlich plant und Schritt für Schritt verwirklicht.
– Schnell gehen bedeutet eine Warnung vor unüberlegten, überstürztem Handeln.
– Stolpernd od er schlurfend gehen weist auf Hindernisse und Probleme oder auf mangelnde Energie und Eigeninitiative hin.

555
Psychologisch:
Gehen ist der Schrittzähler auf dem Lebensweg. Wie der Träumende sich in der Traumhandlung fortbewegt, weist auf den Zustand hin, in
dem er sich momentan befindet.
– Man geht und geht und geht… der Weg scheint kein Ende zu nehmen – es ist kein Ziel ist zu erkennen.
– Bei schneller Gangart wird ein anstehendes Vorhaben rasch erledigt.
– Geht man selbst oder ein anderer beschwingt und ohne Anstrengung, bedeutet dies, daß man optimistisch ist oder es zumindest sein
möchte.
– Sieht man sich selbst oder einen anderen langsam gehen, sollte man mit Bedacht vorgehen.
– Ist sein Gang aber mühevoll und schleppend, ist dies ein Zeichen für Probleme und Schwierigkeiten, die die Persönlichkeitsentwicklung
betreffen.
– Ein Spaziergang bedeutet immer Glück und Zufriedenheit, steht also für eine optimistische Grundeinstellung und kann Entspannung
darstellen, und diese Bedeutung nimmt es häufig im Traum an.
– Ist der Träumende auf seinem Spaziergang im Traum allein, kann dieser still und kontemplativ sein.
– Erfolgt er in der Gesellschaft einer oder mehrerer Personen, ist die Gelegenheit zu tiefen Gesprächen geboten.
Spirituell:
Ein spiritueller Spaziergang ist ein Erkundungsgang in dem Träumenden unbekannte Bereiche seines Selbst.
Volkstümlich:
(arab. ) : – in ebener Gegend: deine Angelegenheiten werden sich leicht und schnell erledigen;
– in gebirgiger Gegend: Schwierigkeiten zu überwinden haben;
– langsam: du wirst das Beste versäumen;
– schnell: erledige deine Angelegenheiten rasch, es tut Not.
(europ.) : – kleinere Sorgen, die verschwinden, wenn sie tapfer angegangen werden;
– schwerfällig: bringt Sorgen und Mühe, die eine Weile haften bleiben werden;
– rasch: man wird Irrtümer begehen;
– mutigen Schrittes: die innere Zuversicht und gute Vitalität machen große Fortschritte möglich;
– selbst rückwärts gehen: frühere Erfahrungen und vergangene Erlebnisse hemmen den jetzigen Fortgang im Leben.
(ind. ) : – auf einem Rasen: dein Freund hat dich verraten;
– im Schmutz: dein Geiz wird dir böse Tage bringen;
– in schnellen Schritten: Hindernisse;
– mit einem hölzernen Beine: Standesveränderung;
– rückwärts: schlechter Geschäftsgang.
(Siehe auch „Bein“, „Fallen“, „Himmelsrichtung“, „Reise“, „Spazierengehen“, „Steigen“, „Straße“, „Weg“)
Geheul
Volkstümlich:
(arab. ) : – von Hunden hören: du wirst beschimpft werden;
– von Menschen (Kindern): häusliches Mißgeschick.
(europ.) : – hören: ein Unglück sagt sich an.
Gehilfe
Volkstümlich:
(europ.) : – sehen: man wird in starke finanzielle Abhängigkeit kommen;
– sein: man wird ausgenutzt werden;
– einen haben: man muß sich vorsehen;
– von einem bedient werden: man ist ermüdet.
Gehirn
Assoziation: – Intellekt; Geist; Verstand.
Fragestellung: – Was bin ich zu verstehen bereit?
Allgemein:
– Gehirn symbolisiert die geistigen Fähigkeiten des Träumers; es kann zu mehr Überlegung auffordern, aber auch vor zu viel „Kopflastigkeit“
durch Überbetonung des Verstandes zu Lasten seelischer Kräfte (zum Beispiel Gefühle) warnen.
– Handelt der Traum von einem konservativen Gehirn, dann muß sich der Träumende um seine geistigen Angelegenheiten kümmern.
Möglicherweise stellt er in diesem Fall zu hohe Anforderungen an sich selbst.
Psychologisch:
Da das Lernen vor allem im Gehirn verankert ist, wird der Träumende durch das Traumsymbol dazu aufgefordert, seine Überzeugungen und
Ideale im Licht seiner Erfahrungen eingehend zu betrachten.
Spirituell:
Auf dieser Ebene symbolisiert das Gehirn im Traum das Schaltzentrum spiritueller Macht.
Volkstümlich:
(arab. ) : – (von Tieren) essen: bedeutet Glück in allen Beschlüssen und Unternehmungen.
(europ.) : – sehen oder essen: verkündet Glück bei allen Unternehmungen; Erbschaft;
– das eigene sehen: von einem aufdringlichen Begleiter geärgert und erniedrigt werden;
– Gehirne von Tieren: man wird unter Geistesstörungen leiden;
– Gehirne von Tieren essen: das Wissen erhöht sich und man wird davon profitieren.
(ind. ) : – sehen oder essen: du wirst eine Erbschaft antreten;
– Träumt einer, er esse das Gehirn aus dem Kopf eines bekannten Menschen, wird er ihn beerben
und dessen gesamtes Gut und Geld übernehmen;
ist aber der Betreffende unbekannt, wird er ohne Mühe von einem großen Herrn Reichtum und Geld
in Fülle erlangen.
(Siehe auch „Kopf“, „Körper“, „Schädel“)
Gehöft
Volkstümlich:
(arab. ) : – du wirst zu Wohlstand gelangen.

556
Gehölz
Allgemein:
Gehölz ist oft ein gutes Omen im Traum. Die Unternehmungen gedeihen, und der Träumende wird innerlich wachsen. Manchmal aber droht
eine Verstrickung.
Volkstümlich:
(europ.) : – je nach Art des Gehölzes erwartet einem eine natürlich persönliche Änderung;
– grünes: bringt Glück;
– mit abgefallenen Laub: es wird sich bald eine Katastrophe einstellen;
– brennendes: die Pläne werden sich zufriedenstellend entwickeln; das Glück wird einem wohlgesonnen sein;
– mit Brennholz handeln: ein Vermögen durch entschlossenen Kampf machen.
(Siehe auch „Holz“, „Wald“)
Gehör
Allgemein:
Gehör (Hören) steht für die Erfahrungen des Lebens und für die Wahrnehmung der Mitwelt. Das Symbol kann zu mehr Rücksicht und
Beachtung der Umwelt ermahnen oder auffordern, aus Erfahrungen zu lernen.
Volkstümlich:
(arab. ) : – verlieren: wende Vorsicht an, du gerätst sonst durch deine Unachtsamkeit in ärgerliche Dinge.
(europ.) : – verlieren: du bist unachtsam; bedeutet Trübsinn;
– ein gutes haben: man wird Erfahrungen sammeln.
(Siehe auch „Taub“)
Gehorsam
Allgemein:
Wenn der Träumende einem Menschen, den er kennt, in einer unerwarteten Situation Gehorsam leistet, dann ist dies ein Hinweis dafür, daß
seine Beziehung zu diesem Menschen in Zukunft unproblematischer sein wird, da die Rangordnung geklärt ist. Es verweist darauf, daß ihm
sowohl dessen Autorität als auch sein größeres Wissen bewußt ist; der Träumende spürt in dieser Situation seine Machtlosigkeit. Wenn der
Träumende in seinem Traum Gehorsam von einem anderen Menschen verlangt, dann weiß er um seine Autorität und Macht über andere.
Psychologisch:
Traumszenen, in denen willkürlich Gehorsam und Unterwerfung verlangt werden, verweisen auf sinnlose Disziplinierungen in der
Vergangenheit (meistens: Kindheit), unter deren psychischen Verletzungen man noch immer leidet – auch dann, wenn sie bewältigt scheinen.
Spirituell:
Wer im Traum gehorcht, unterwirft sich auf der spirituellen Ebene seinem Gott und läßt sich völlig von seiner Spiritualität führen.
Volkstümlich:
(arab. ) : – sein: sei vorsichtig in deinen Unternehmungen.
(europ.) : – jemandem gehorchen: es wird einem eine belanglose, angenehme und ereignislose Zeit im Leben angekündigt;
– wenn einem andere gehorchen: man hat das Glück auf seiner Seite und steht in hohem Ansehen;
– Bei Frauen sagt dies, daß sie einen Bewunderer hat, der sich ernstlich angezogen fühlt. Sie sollte sich nicht von
traurigen Nachrichten aus der Entfernung deprimieren lassen, denn hellere Tage werden kommen.
Gehstock
Assoziation: – Einschränkung; Begrenzung.
Fragestellung: – Was behindert mich in meiner Bewegungsfreiheit?
(Siehe auch „Krücken“)
Geier
Assoziation: – Aasfresser.
Fragestellung: – Inwiefern nähre ich mich von den Erfahrungen der Vergangenheit?
Medizinrad:
Schlüsselworte: Anpassungsfähig; Dienst; reinigend; geduldig; Wachsamkeit.
Beschreibung: Geier sind sehr große Vögel mit einer Flügelspannweite von bis zu vier Metern und mit luftakrobatischen Fähigkeiten. Im
Flug werden sie leicht mit Habichten oder Adlern verwechselt; beim näheren Hinblicken kann man den Geier jedoch an seinem kleineren
Kopf und an seiner Schwanzform erkennen. Geier haben zudem die Angewohnheit, in kleinen Gruppen zu fliegen. Sie sind sehr nützliche
Tiere, denn sie beseitigen Aas und Kadaver, deren Zersetzung sonst viel länger dauern würde. In den Vereinigten Staaten nennen manche
Stämme den Geier auch Friedensadler, weil er niemals tötet, um sich zu ernähren.
Allgemeine Bedeutung: Etwas, das aufgeräumt werden muß; ein Blick aus größerer Distanz auf solche Situationen und das Wissen darum,
wie du sie angehen und verbessern kannst.
Assoziation: Ein Mensch, der beharrlich auf eine gute Gelegenheit wartet, um skrupellos über einen anderen herzufallen.
Transzendente Bedeutung: Ein tiefes Verstehen von Tod, Wiedergeburt und des unaufhaltbaren Lebenskreises.
Artemidoros:
Geier sind für Leichenbestatter, Töpfer und Gerber von guter Vorbedeutung, weil sie außerhalb der Stadt hausen und mit Kadavern in
Berührung kommen; Ärzten und Kranken bringen sie Unheil, denn sie weiden sich an Aas. Sie bezeichnen auch fluchbeladene und
blutbefleckte Feinde, die nicht in der Stadt wohnen. Auch in jeder anderen Beziehung sind sie Unglücksvögel.
Allgemein:
Geier symbolisiert intellektuelle Schärfe, die aber meist mit Gefühlsarmut verbunden ist und andere ausbeutet, ihre Schwächen rücksichtslos
ausnutzt. Je nach den individuellen Lebensumständen wird man vor anderen gewarnt, die sich so verhalten, oder aufgefordert, das eigene
Verhalten zu ändern.
Psychologisch:
Geier ist ein archetypisches Bild der Gefahr, die aus einer krankhaften Ichbezogenheit resultiert und muß als Warnsignal der Psyche
verstanden werden. Es bedeutet einen Autismus, d. h. eine allzu starke Verstricktheit in sich selbst, die aus der Unfähigkeit herrührt, zur
Umwelt Kontakt aufzunehmen. Autismus darf nicht mit Egoismus verwechselt werden, auch wenn sich ersterer auch in übertriebenen
Forderungen ausdrückt. Der Geier symbolisiert im Traum aber oft eine ausbeutende Einstellung des Träumenden. Hier wird der Aasgeier
geschildert, der sein Opfer sucht. Seelische Einsamkeit ist die Folge.

557
Volkstümlich:
(arab. ) : – sehen: eine ansteckende länger dauernde Krankheit fürchten müssen, die unter Umständen zum Tode führen kann;
– einen schießen: seine Feinde besiegen; auch Glück, Reichtum und Gesundheit.
(europ.) : – sehen: bedeutet eine bösartige Krankheit; auch: eine intrigante Person hat es darauf abgesehen, einem zu schaden;
– fressen sehen: verkündet Unwohlsein, Übelbefinden;
– fliegen sehen: es wird einem ein tatsächlich Unrecht zugefügt werden;
– hoch in den Lüften fliegen sehen: man hat Aussicht, der Günstling einer hochgestellten Person zu werden;
– über seiner Beute sehen: Schwierigkeiten werden enden und das Glück wieder lachen;
– einen erlegen: Sieg über einen Feind; das Mißgeschick besiegen;
– Träumt eine Frau von einem Geier, wird sie ein Opfer von Verleumdung und bösartigen Klatsch.
(ind. ) : – sehen: eine hochgestellte Person will dich sprechen.
(Siehe auch „Aas“, „Adler“, „Vögel“)
Geifern
Assoziation: – Kontrollverlust; Lächerlichkeit.
Fragestellung: – Was nehme ich zu ernst?
Geige
Allgemein:
Geige deutet man im allgemeinen wie Fiedel. Wer sie im Traum virtuos spielt, möchte auch im wirklichen Leben durch brillante Leistungen
auffallen und am liebsten überall „die erste Geige spielen“. Außerdem ist die Geige ein Symbol für Harmonie durch den Ausgleich von
Spannung und Entspannung.
Psychologisch:
Sie wird wie das Cello (siehe dort) mit den rundlichen Formen einer Frau verglichen und soll deren erotischen Ausstrahlung und das
Drängen dessen offenbaren, der den Bogen führt und nach glückhafter Vereinigung verlangt. Die Bewegung des Geigenbogens weist darauf
hin, wie Ihr sexuelles Miteinander gestaltet ist. Achten Sie darauf, ob er sich schnell oder langsam, zärtlich oder heftig bewegt usw. Der
Klang der Geigen läßt auf das harmonische Zusammenspiel von Liebesleuten schließen. Durch das Mittel der Musik wurden jedoch von
jeher Gefühle übermittelt. Die Geige und das Cello sind daher auch im Traum Träger von Botschaften aus dem Gefühlsbereich.
Spirituell:
In Männerträumen oft sexuell als Potenzsymbol zu verstehen.
Volkstümlich:
(arab. ) : – sehen oder spielen hören: Beruhigung und Frohsinn;
– selbst spielen: Geduld und Ausdauer besitzen.
(europ.) : – Sexualtraum, der ein Potenzsymbol sein kann; auch: spornt zur Ausdauer an und verkündet Lob;
– eine sehen: man wird in netter Gesellschaft eine angenehme Unterhaltung pflegen;
– viele Geigen verheißen: daß man sich in gute Lagen bringen wird;
– spielen hören: man wird sich durch sein Benehmen beliebt machen; auch: ein wenig neidisch auf den Erfolg anderer sein;
– selbst spielen: man geht fröhlichen Tagen entgegen; durch seine romantischen Ansichten über das Leben und die Liebe,
ist man bei anderen beliebt;
– eine beschädigen oder beschädigt sehen: man wird sich selbst ein Glück zerstören;
– kaufen: man kann etwas Gutes erwarten.
(ind. ) : – andere darauf spielen sehen: Neid;
– selbst spielen: häusliches Glück.
(Siehe auch „Cello“, „Fiedel“, „Saiteninstrumente“)
Geisel
Assoziation: – als Faustpfand festgehalten werden.
Fragestellung: – Was habe ich davon, mich selbst oder andere zurückzuhalten?
Geiß
Volkstümlich:
(europ.) : – soviel wie Ziege: warnt vor Übermut und ausgelassener Fröhlichkeit; es folgt leicht ein Zerwürfnis.
(Siehe auch „Ziegen“)
Geißblatt
Allgemein:
Kletterpflanzen, insbesondere das Geißblatt, könnten ein Symbol für verschiedene Arten von Ehrgeiz sein.
Volkstümlich:
(europ.) : – verheißt soviel wie: Vertrauen erwirbt Vertrauen;
– sehen oder pflücken: man wird zufrieden und glücklich sein und eine außergewöhnlich harmonische Ehe führen;
– in Blüte: man wird bald seinen Wohnort verändern und in eine schönere Gegend ziehen.
(Siehe auch „Blumen“)
Geißbock
Allgemein:
Geißbock kann nach alten Traumbüchern vor Geiz warnen; manchmal symbolisiert er auch übertrieben ausgelebte sexuelle Bedürfnisse.
Volkstümlich:
(arab. ) : – sehen: angenehme Nachricht erhalten;
– springen sehen: tolle Streiche ausführen;
– von einem gestoßen werden: mit einem ungebildeten Menschen zusammengeraten.
(europ.) : – wechselndes Geschick;
– von ihm gestoßen werden: Streit.
(ind. ) : – sehen: du wirst sehr reich und geizig werden;
– springend: du wirst deine Familie vermehren.
(Siehe auch „Ziegen“)

558
Geißel
Volkstümlich:
(arab. ) : – schwingen: deine große Aufrichtigkeit schafft dir Feinde.
Geister
Assoziation: – spiritueller – manchmal gefürchteter – Aspekt des Selbst; Erinnerung.
Fragestellung: – Was holt mich immer wieder ein?
Allgemein:
Ganz tief im Inneren haben alle Menschen Angst vor dem Tod. Im Traum können die Geister von Verstorbenen dem Träumenden dabei
helfen, sich mit dem Unvermeidbaren abzufinden. Ob dies geschieht, hängt stark davon ab, ob Geister in der Vorstellung des Träumenden
Raum haben. Geist kann das Bewußtsein, die Antriebe, Neigungen und Ziele eines Menschen verkörpern. Zum Teil steht er auch für eine
Entwicklung, die bereits in Gang gekommen, aber noch nicht voll bewußt geworden ist. Zuweilen ermahnt das Symbol jedoch, keinen
Hirngespinsten, falschen Hoffnungen und unrealistischen Erwartungen anzuhängen.
Psychologisch:
Nur kleine Kinder haben eine Chance im Traum einen Geist bzw. ein Gespenst zu sehen; manchmal ist ein Schreckerlebnis der Auslöser
solcher Träume (obwohl sich selbst bei Kindern das Gespenst oft als Schatten einer tatsächlich existierenden, aber unbeliebten Person
entpuppt – z.B. eines Lehrers, eines bösen Nachbarn usw.). Erwachsene sehen meist die Schatten Verstorbener Freunde, Verwandter oder
Feinde. Die Analyse zeigt meist, daß die Geister nicht die betreffenden Personen darstellen, sondern den Schatten von deren Eigenschaften.
Wenn man so einen Traum hat, erkennt man vielleicht einige dieser Eigenschaften, die man für tot hielt, jedoch zurückzukommen drohen, in
sich selbst wieder. Umgekehrt könnten die guten Eigenschaften des Geistes, der einem besucht; in einem gestorben sein und verdienen,
auferweckt zu werden. Träume von Geistern werden oft eher beruhigend als beängstigend empfunden. Die Geister die im Traum eine Rolle
spielen, haben vielleicht die Funktion, dem Träumenden durch ein Übergangsstadium zu helfen. Geisterhafte Spukgestalten zeigen meist eine
Verwirrung in unserem Innenleben an. Vielleicht weisen sie auch darauf hin, daß wir leicht in Versuchung zu führen sind und
möglicherweise einen etwas labilen Charakter haben.
Spirituell:
Während der spirituellen Entwicklung dehnt sich das Wahrnehmungsvermögen über die alltäglichen Dinge hinaus, auch auf andere
Dimensionen des Wissens hin aus. Ob es sich dabei nun um Aspekte der eigenen Persönlichkeit handelt oder nicht, ist unerheblich, da ihre
Funktion letztlich darin besteht, die Weiterentwicklung des Träumenden zu unterstützen. Das spirituelle Selbst hat zum gesamten kollektiven
Unbewußten Zugang.
Volkstümlich:
(arab. ) : – sehen: Ankündigung, für etwas Unglaubliches zu erleben;
jemand aus deinem Bekannten- oder Verwandtenkreis benötigt dringend Hilfe;
auch: eine traurige Nachricht erhalten;
– ein schwarzer: eine Hiobsbotschaft erhalten;
– ein weißer: die Nachricht ist nicht ganz so schlimm, wie sie auf den ersten Blick sich anhört.
(europ.) : – Symbol für das nachjagen eines Phantoms;
– sehen: man wird Unangenehmes erfahren; ist ein Vorzeichen für Feindschaft und Kämpfe, diese werden überwunden,
wenn man bei dem Sehen nicht erschrickt;
– den Geist eines Elternteils sehen: bedeutet Gefahr; man sollte beim Aufbau einer Partnerschaft mit Fremden vorsichtig sein;
– den Geist eines lieben Freundes sehen: eine weite Reise mit einem unangenehmen Begleiter machen und Enttäuschungen erleben;
– mit einem sprechen: man wird gute Eindrücke gewinnen; man wird Feinde in eine Falle locken; einer Frau wird Witwenschaft
und Täuschung vorhergesagt;
– einen Engel oder Geist am Himmel erblicken: weist auf den Verlust von Verwandtschaft und auf Unglück hin;
– erscheint am Himmel ein weiblicher Geist zur Rechten und ein männlicher zu Linken, beide gutaussehend: prophezeit einen
schnellen Aufstieg aus dem Nichts zum Ruhm; dies dauert aber nur kurze Zeit, da der Tod einem heimsuchen und dahinraffen
wird;
– ein weiblicher Geist in langen Gewänder, der ruhig durch den Himmel schwebt: man wird bei wissenschaftlichen Studien
Fortschritte machen und mühelos Reichtum ansammeln; es wird aber ein Unterton von Traurigkeit im Leben herrschen;
– den Geist eines lebenden Verwandten oder Freundes sehen: es wird von einem Freund Böses drohen; man wird gewarnt,
die Vorhaben selbst zu überwachen; wenn der Geist ausgezehrt erscheint, kann dies ein Zeichen für den frühen Tod dieses
Freundes sein;
– schwebt der Geist eines Freundes durch den Raum: steht für Enttäuschung und Unsicherheit;
– musizierende Geister: es wird unvorteilhafte Veränderungen und Traurigkeit zu Hause geben;
– an die Wände und Türen klopfen hören: Schwierigkeiten werden auftauchen;
– hinter den Vorhängen sehen: man sollte seine Gefühle unter Kontrolle halten, da man sonst eine Indiskretion begehen wird.
(ind. ) : – lasse dich nicht mit Gaunern ein;
– sehen: Versuchung zur Sünde.
(Siehe auch „Gespenst“, „Religiöse Bilder“)
Geisterbeschwörer
Volkstümlich:
(europ.) : – ein Geisterbeschwörer und seine Kunst: signalisiert, daß man durch schlechte Bekanntschaften gefährdet ist,
die einem zum Bösen verleiten werden.
(Siehe auch „Hexen“, „Zauberer“)
Geisterhaus
Assoziation: – Kindheitsängste; Verbot; Jenseits von Begrenzungen.
Fragestellung: – Welchen Teil meiner Vergangenheit bin ich zu läutern bereit? Inwieweit bin ich bereit, die Geister zu vertreiben?
Geisteskranker
Volkstümlich:
(europ.) : – sehen: signalisieren Streit und Verlust; man sollte das Leben bald in geordnete Bahnen lenken um Schaden zu vermeiden;
– sich selbst als solchen sehen: man wird wegen des Mißlingen von Plänen gedemütigt und niedergeschlagen sein;
– geisteskranke Kinder sehen: dies bedeutet Niedergeschlagenheit und unglückliche Wechselfälle.
(Siehe auch „Irre“, „Irrenhaus“)

559
Geistliche
Psychologisch:
In Frauenträumen oft eine männliche Figur, die das Gefühl vertieft, manchmal auch eine Gardinenpredigt hält. Sonst die Erinnerung an einen
Seelsorger oder einen fürsorglichen Menschen, dessen Rat wir gerade im Augenblick gebrauchen könnten.
Volkstümlich:
(europ.) : – sehen: warnt vor Unaufrichtigkeit und Heuchelei;
– nach einem rufen, der eine Bestattung durchführen soll: vergeblich darum kämpfen,
Krankheit und schlechte Einflüsse abzuwehren;
– mit einem sprechen: verheißt Trost;
– Heiratet eine Frau einen Geistlichen, dann wird sie viel seelischen Kummer erleiden
und die eigenwillige Hand des Schicksals wird sie in den Abgrund der Not führen.
(ind. ) : – du hast Mühe und Verdruß.
(Siehe auch „Gottesdienst“, „Kirche“, „Pastor“)
Geizig / Geizhals / Geizkragen
Allgemein:
Geiz (Geiziger) bringt oft unbewußte Ängste zum Ausdruck; sie können sich auf den Verlust von Geld, aber auch von Potenz, Einfluß und
Macht beziehen.
Psychologisch:
Meist geht es nicht um Geld. Man ist selbst mit seinem Gefühl sehr geizig und zeigt keine Emotionen. Sie ärgern sich im Traum über den
Geiz anderer? Kein Symbol, eher ein Verarbeitungstraum: Sie tun es tatsächlich, wünschen sich von einem bestimmten Menschen mehr
Großzügigkeit und hassen es, sich von anderen „kleinkarierte Situationen“ aufdrängen zu lassen. Sie genießen gern aus dem vollen und
schätzen das Motto: Leben und leben lassen. Geiz stört Sie zutiefst in Ihrem Lebensgefühl.
Volkstümlich:
(arab. ) : – sein: spare deinen Verdienst, damit du in der Not hast.
(europ.) : – Geizhals: Geldverlust; auch: durch Selbstsüchtigkeit das wahre Glück nicht finden; in der Liebe wird man zutiefst enttäuscht;
– selbst sein: anderen gegenüber durch eingebildetes Auftreten unangenehm auffallen;
– sind die eigenen Freunde geizig: durch die unverschämten Bitten anderer verärgert sein;
– Ist eine Frau mit einem Geizkragen befreundet, wird sie Liebe und Wohlstand durch ihre Intelligenz und ihr taktvolles Benehmen
erlangen.
(ind. ) : – Geizigen sehen: du wirst einen Geldverlust erleiden.
Geköpft (Siehe „Enthauptung“)
Gekrönt
Volkstümlich:
(arab. ) : – sich sehen: in Trauer geraten;
– gekrönte Häupter sehen: unbeständiges Glück.
(europ.) : – werden: ist ein Zeichen für Hochmut und kann üble Folgen nach sich ziehen.
(ind. ) : – werden: du wirst Trauer haben;
– sich sehen: Hochmut kommt vor dem Fall.
Gelächter
Volkstümlich:
(arab. ) : – Verdruß, Spott.
Gelähmt
Volkstümlich:
(arab. ) : – am Körper sein: Mißmut und Trägheit.
Geländer
Volkstümlich:
(europ.) : – bedeuten, daß sich jemand in die persönlichen Pläne von Liebe und Geschäft in den Weg stellt;
– sich an einem festhalten: man wird verzweifelt versuchen, etwas zu erlangen, an dem das Herz hängt;
es könnte sich dabei um Liebe aber auch um materielle Angelegenheiten handeln.
(Siehe auch „Ballustrade“)
Geländewagen
Assoziation: – Robustheit, Zweckmäßigkeit; Effizienz.
Fragestellung: – Wo in meinem Leben muß ich ausdauernd sein, um mein Ziel zu erreichen?
(Siehe auch „Fahrzeuge“)
Geläute
Volkstümlich:
(arab. ) : – von Glocken aus der Ferne hören: traurige Nachrichten empfangen;
– in der Nähe hören: in gehobene Stimmun g geraten.
(europ.) : – träumen Geschäftsleute und Bauern vom Weihnachtsgeläut: es bestehen günstige Aussichten; jungen Menschen
stehen frohe Ereignisse bevor;
– normales Geläut: Ärgernisse durch Nachrichten von Freunden aus der Fremde, werden schnell vergessen sein.
(Siehe auch „Glocken“)

560
Gelb
Assoziation: – Vitalität; Intellekt; Klarheit.
Fragestellung: – Was versuche ich zu verstehen?
Medizinrad:
Schlüsselworte: Wärme; Sonne; Vertrauen; sonnige Natur; Glück; Ermutigung; Spaß; geistige Wirklichkeit; Verstand; Shawnodese,
südlicher Hüter des Geistes; Mond der knospenden Bäume; Stärke; westlicher Seelenpfad.
Beschreibung: Gelb wird zusammen mit Grün im Medizinrad dem Süden und Shawnodese, dem südlichen Hüter des Geistes, zugeordnet.
Gelb ist auch verbunden mit dem Mond der knospenden Bäume (21. März bis 19. April) und mit der Qualität Stärke und der inneren Position
des westlichen Seelenpfads, allerdings in einer eher goldgelben Ausprägung. Die Farbe Gelb wird oft mit der hoch am Himmel stehenden
Sonne assoziiert. Sie ruft neues und schnelles Wachstum hervor und ist ein Garant für Wärme. Die Farbe ist von durchdringender Qualität
und bringt oft Gefühle von Fröhlichkeit und Humor mit sich.
Allgemeine Bedeutung: Ein Teil deiner Welt, die schnelles Wachstum erfährt.
Assoziation: Gelb vor Neid sein; Gelb als die Farbe negativer Gefühle wie Eifersucht, Neid, Gier.
Transzendente Bedeutung: Unterstützung darin, in neue Reiche vorzudringen.
Allgemein:
Ist die goldglänzende Farbe der Sonne, die das Leben erhellt und erleuchtet. Gelb steht im Traum für Reife und geistige Aktivität. Goldgelb
steht für die Weisheit und die Großherzigkeit, Mittelgelb für Egoismus und Blaßgelb für Enttäuschungen, die das Leben beschert.
Psychologisch:
Die Farbe der Bewegung und der Kommunikation (z.B. Post) – und die Farbe des Sonnenlichtes ist Symbol für Energie, für die Fülle des
Lebens und für „reiche Ernte“ – auch im geistigen Bereich.
Volkstümlich:
(arab. ) : – Farbe: Ärger.
(europ.) : – Farbe der Weiblichkeit, durch die man schicksalhaft zu Gutem wie zu Ärger kommt.
(Siehe auch „Farben“, „Sonne“)
Gelbe Rübe
Allgemein:
(Möhre, Karotte) wird häufig als Phallussymbol gedeutet, das sexuelle Bedürfnisse aufzeigt.
Gelbsucht
Allgemein:
Gelbsucht eines anderen soll nach alten Traumbüchern auf Glück und Erfolge hinweisen; hat man sie selbst, bahnt sich vielleicht eine
Krankheit an, die noch keine Symptome verursacht.
Psychologisch:
Meist liegt hier eine psychosomatische Krankheit, ausgelöst durch Neid und Mißgunst, vor. Der Träumende sollte sich nach diesen
Eigenschaften selbst befragen.
Volkstümlich:
(arab. ) : – plötzlicher Glücksfall.
(europ.) : – meist Warnung in gesundheitlicher Hinsicht;
– selbst haben: man hat nach anfänglichen Schwierigkeiten Glück in seinen Unternehmungen;
– bei anderen sehen: unangenehme Kollegen und entmutigende Zukunftsaussichten, werden einem zu schaffen machen.
Gelbwurz
Medizinrad:
Schlüsselworte: Antiseptikum; Antibiotikum; Heilung; Revitalisierung.
Beschreibung: Die Gelbwurz oder Kanadische Orangewurzel (Hgdrastis canadensis) wächst im östlichen Teil Nordamerikas. Aus der gelben
Wurzel wird ein grünlich-gelbes Pulver gewonnen, das schon die Ureinwohner Amerikas bei Wunden und Geschwüren anwendeten. Heute
macht man sich die antiseptischen und tonisierenden Eigenschaften der Gelbwurz wieder zunutze, und es werden ihr sogar
antibiotikumähnliche Wirkungen nachgesagt.
Allgemeine Bedeutung: Ein Teil von dir, der Heilung braucht; ein Teil von dir, der Heilung schenken kann; eine Hilfe gegen alte Wunden.
Assoziation: –
Transzendente Bedeutung: Eine Gabe von großer Heilkraft.
Geld
Assoziation: – Sicherheit; Reichtümer.
Fragestellung: – Was ist mir etwas wert?
Artemidoros:
Es behaupten einige, daß Geld und Münzen insgesamt Unglück bedeuten; nach meiner Beobachtung verursachen kleine, kupferne Münzen
Mißstimmungen und kränkende Worte, Silbermünzen dagegen bezeichnen Absprachen bei Verträgen über wichtige Angelegenheiten,
Goldmünzen über noch wichtigere. Immer ist es besser, wenig Gut und Geld als zu viel zu besitzen, denn großer Reichtum bedeutet Sorgen
und Kummer, weil er ebenso wie ein Schatz schwer zu verwalten ist. Träumt jemand, der jetzt mittellos oder arm ist, er verfüge wieder über
Geld und Gut, das er ehemals besessen, oder über Leute, die er in Tagen des Wohlstandes hatte, so winkt ihm Glück; es bedeutet ihm die
Wiederkehr der einstigen glänzenden Verhältnisse. Träumt jemand, der jetzt reich ist, er verfüge wieder über das Geld und Gut, das er
ehemals besessen, oder über die Leute, die er in Tagen der Mittellosigkeit oder Armut hatte, so zeigt ihm das viele Widerwertigkeiten und
Armut an. Der Kaiser, ein Tempel, ein Soldat, ein kaiserliches Schreiben, ein Silberstück und ähnliches mehr sind Zeichen, die wechselweise
füreinander stehen. Stratonikos träumte, er trete den Kaiser mit Füßen. Beim Verlassen des Hauses fand er ein Goldstück, auf das er zufällig
getreten war; es machte keinen Unterschied, ob er den Kaiser oder dessen Bild mit Füßen bearbeitete oder trat. Unser Landsmann Kratinos
nahm im Traum Geld in Empfang; er wurde Verwalter der Einkünfte des kaiserlichen Tempels. Zoilos träumte, Oberaufseher öffentlicher
Arbeiten zu sein; er wurde Schatzmeister des kaiserlichen Fiskus. Es träumte jemand, er habe kein Geld und sei darüber niedergeschlagen. Er
erlitt einen Schlaganfall und starb. Der Ausgang war zu erwarten, denn er hatte keine Mittel zum Leben mehr.
Allgemein:
Im Traum stellt Geld nicht unbedingt eine harte Währung dar, sondern symbolisiert eher die Art, wie sich der Träumende selbst bewertet.
Wenn dieses Symbol im Traum erscheint, kann es darauf verweisen, daß der Träumende seinen Wert sorgfältiger beurteilen muß. Dem
Träumenden wird außerdem bewußt, welchen Preis er für sein Verhalten und seine Wünsche zu „zahlen“ hat. Geld wird auch als Symbol
sexueller Potenz, sowie Macht und Einfluß interpretiert. Die genaue Bedeutung ergibt sich zum Beispiel aus folgenden Begleitumständen im
Traum:

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– Geld besitzen kann vor leichtsinnigen Ausgaben warnen, aber auch ankündigen, daß man Ansehen und Einfluß einbüßen wird;
manchmal kommt auch Stolz darin zum Vorschein.
– Geld ausgeben verheißt Erfolge und finanzielle Gewinne.
– Geld finden zeigt, daß man einen Verlust oder anderen Schaden noch verhindern kann.
– Geld verlieren bedeutet oft einen Mißerfolg, der aber nicht so schwerwiegend ist.
– Geld gewinnen warnt ebenfalls vor Mißerfolgen und Verlusten.
– Geld wechseln kündigt oft eine unsichere Zukunft an.
– Geld zählen kann einen Gewinn verkünden, den man für gute Arbeit erhalten wird.
Psychologisch:
Reichtum oder Armut. Wichtig sind die Herkunft des Geldes, der Ort, wo man es erhält, findet oder verliert, seine Farben und seine Zahlen
(siehe dort). Unter bestimmten Bedingungen kann ein Traum, in dem es um Geld geht, mit der Machteinschätzung und der Sexualität des
Träumenden in Verbindung stehen. Einige Psychoanalytiker glauben, daß das Geld, besonders Goldmünzen, bei Männern ein Zeichen ihrer
Leistungsfähigkeit in der Liebe und im Leben seien, während Silbermünzen die Hinwendung zum Weiblichen umschreiben; bei Frauen
handle es sich beim Geld fast immer um erotische Spekulationen. Wer Geld hat, hat Macht; mächtige Männer sind nun einmal das Ideal der
Frauen. Die Frau sehnt sich nach einem Mann, der ihr aufgrund seiner Kraft und Macht Geborgenheit und Befriedigung vermitteln kann.
Geld kann die persönlichen Ressourcen in materieller oder spiritueller Hinsicht repräsentieren, aber auch das Erfolgspotential des
Träumenden. Papiergeld oder Münzen versinnbildlichen mehr oder weniger seelische, psychische Energie, wobei es sich um seelische
Werte, um Potenz oder Impotenz, Gewinn oder Verlust handelt.
– Es ist ein positives Zeichen, wenn der Träumende unerwartet Geld findet, dessen innerer Akku soll aufgeladen werden, jedoch muß der
Traumzusammenhang berücksichtigt werden, denn dieser verweist auf den entsprechenden seelischen Wert.
– Verliert der Träumende dagegen Geld, ist dies ein Bild dafür, daß ihm tatsächlich bestimmte Eigenschaften und Fähigkeiten abhanden
kommen oder einige seiner emotionalen Antriebskräfte, die er nicht nutzt.
– Das Mondlicht wird oft als silbern bezeichnet, deshalb symbolisieren Silbermünzen im Traum wie der Mond selbst, einen weiblichen
Aspekt.
Spirituell:
Auf dieser Ebene steht Geld im Traum für den Austausch spirituellen Wissens oder aber, in Form von Kapital, für das Ergebnis vergangener
Unternehmungen.
Volkstümlich:
(arab. ) : – sehen: in Versuchung geraten;
– einnehmen: durch äußere Umstände seine Ruhe verlieren;
– finden: Schaden erleiden;
– verlieren: Ärger und Widerwärtigkeiten erleben;
– verspielen oder nicht gewinnen: vergebliche Liebe;
– im Spiel gewinnen: Glück in der Liebe haben.
(europ.) : – beim Mann Symbol für Leistungsfähigkeit in der Liebe und im Leben, bei der Frau fast immer Symbol für erotische Spekulation;
– sehen: bedeutet zu bestehende Versuchungen, die man überwinden muß; plötzliche Ausgaben;
– viel Geld sehen: Sehnsucht nach Verbesserung der Lebensverhältnisse;
– auf eine Geldmenge schauen: Glück und Reichtum sind in Reichweite;
– ausländisches sehen: man wird ein sehr riskantes Unternehmen beginnen;
– aus hellglänzendem Gold bringt es Wohlstand;
– aus Silber: verheißt es gute Geschäfte;
– aus Kupfer: so bringt es Sorgen;
– Papiergeld: bedeutet Haß und Rache;
– besitzen: läßt auf Hochmut schließen;
– auf der Straße finden: zu viele Schulden belasten das ruhige Gewissen;
– finden: kennzeichnet eine große Verlegenheit; auch: man wird vor einem empfindlichen Schaden bewahrt werden; auch: verheißt
kleine Sorgen, doch großes Glück; Veränderungen werden folgen; auch: plötzlicher Erfolg, der sich aber als Enttäuschung
erweist;
– findet man ein Bündel Geld und eine junge Frau gibt vor, es sei ihres: man wird in einer Angelegenheit Verluste erleiden, da eine
Freundin sich einmischt; man wird erkennen, daß man sein Geld unüberlegt ausgegeben und über seine Verhältnisse lebt; dieser
Traum warnt zur Vorsicht, damit man nicht sein gesamtes Geld vor dem Zahltag ausgibt;
– verdienen: bringt Glück in der Liebe;
– einnehmen: warnt vor Freigebigkeit;
– erhalten: Erfolg ist angesagt, aber durch harte Arbeit;
– einen Geldbriefträger sehen: man sollte sich nicht dauernd auf andere verlassen und darauf warten, daß andere einem helfen;
– borgen: ein sehr schlechtes Zeichen;
– ausgeben: bringt unerwarteten Dank;
– verlieren: bedeutet Tränen; kündet Mißgeschick an, das aber schnell vorübergehen wird; auch: unglückliche Stunden verleben;
die Angelegenheiten sehen finster aus;
– einem Bettler geben: verspricht großen Gewinn;
– gewinnen: bedeutet nichts Gutes;
– wechseln lassen: Unbeständigkeit im Handel; auch: Schwierigkeiten aufgrund eigener Fehler;
– auszahlen: man wird einen Lohn einheimsen; auch: bedeutet Unglück; erhält man Gold, erwartet einem Reichtum
und ungetrübtes Vergnügen;
– zählen: man wird guten Verdienst haben;
– zählen und ein Defizit feststellen: anstehende Zahlungen werden einem Sorgen bereiten;
– selbst Geld stehlen: man ist in Gefahr und sollte mit mehr Bedacht handeln;
– sparen: der Wohlstand wird sich vergrößern;
– verschlucken: man wird wahrscheinlich geldgierig;
– Falschgeld sehen: mit einer unwürdigen und ruppigen Person Streit haben; diese Träume verheißen immer Schlechtes,
gleich ob man Falschgeld erhält oder in Umlauf bringt; auch: von jemanden um Hilfe ersucht werden, der sich dann als
guter Freund erweisen wird;
– Träumt eine Frau des öfteren von Geld, so sehnt Sie sich nach einem Mann, der ihr durch seine Macht und Kraft
Geborgenheit und Glück vermitteln kann. Das Geld hat auch erotische Bedeutung und stellt den „Vorrat an weiblicher
erotischer Anziehungskraft“ dar.

562
(ind. ) : – ausgeben: du wirst gute Einnahmen haben;
– falsches: du wirst um eine Erbschaft betrogen;
– finden: du hast Glück auf Reisen; Glück im Spiel;
– geschenkt bekommen: hüte dich vor großen Ausgaben;
– zählen: du mußt einer zudringlichen Person den Laufpaß geben;
– sehr viel Geld sehen: unerwarteter Reichtum;
– zählen: du wirst sehr viel verdienen;
– verlieren: eine Arbeit mißlingt dir;
– ausleihen: Sorgen, Verlegenheit.
(Siehe auch „Bank“, „Devisen“, „Geiz“, „Mond“, „Sparkasse“)
Geldanlage
Psychologisch:
Bei der Geldanlage im Traum ist der Energiefluß in Stocken geraten. Man könnte Sie, um im Bild zu bleiben, mit einem Damm vergleichen.
Die Energie fließt nicht mehr, sondern wird konzentriert und gestoppt. Auf der anderen Seite kann das Traumsymbol Geldanlage auch als ein
Symbol für Reichtum gedeutet werden.
Geldbörse / Geldbeutel
Allgemein:
Eine Börse dient gewöhnlich zur Aufbewahrung von Geld oder Dingen, die dem Menschen wertvoll erscheinen. Im Traum wird die
Geldbörse daher zu einem Gegenstand, der an sich von Wert ist. Geldbeutel kann ähnlich wie Geld für Potenz, Macht und Einfluß stehen.
– Das Finden einer Geldbörse legt nahe, daß der Träumende etwas Wertvolles gefunden hat,
– der Verlust einer Geldbörse läßt vermuten, daß er nachlässig war.
– Der leere Geldbeutel verspricht meist Erfolge, findet man ihn leer und ist enttäuscht, gehen Erwartungen aber wahrscheinlich nicht in
Erfüllung.
– Der gefüllte Geldbeutel dagegen kann vor zu viel Hochmut und Verlusten warnen.
Psychologisch:
Große Bedeutung kann das Material haben, aus dem die Börse besteht. Der Traum spielt dem Träumenden oft einen Streich und präsentiert
ihm ein scheinbar unpassendes Bild, mit dem er sich auseinandersetzen muß. Hier geht es um die seelischen Inhalte, die unter dem Symbol
„Geld“ zusammengefaßt sind. Eine leere Geldbörse, ein leerer Geldschrank oder Safe deuten zum Beispiel auf Gefühlsverlust oder auf
Willensschwäche hin.
Spirituell:
Auf der spirituellen Ebene steht die Börse für den Versuch, Energie zu bewahren. Sie kann auch Ausdruck des weiblichen Prinzips sein.
Volkstümlich:
(arab. ) : – leerer: Verlust;
– voller: erfreuliche Geschäfte;
– verlieren: böse Zufälligkeiten erleben;
– finden: angenehme Erlebnisse.
(europ.) : – eine volle finden: in Versuchung und Verlegenheit geraten; auch : gutes Omen; glückverheißend für Liebende; Gewinn;
– eine leere finden: man erhält ein Versprechen, das aber nicht gehalten wird;
– verlieren: man wird durch eine Unvorsichtigkeit einen großen Verlust haben; auch: mit Schwierigkeiten und Krankheit
rechnen müssen, aufgrund eigener Unachtsamkeit;
– leere sehen: verheißt guten Verdienst; bringt Frohsinn und Zufriedenheit;
– volle sehen: bringt Verluste; Elend und Ungemach;
– eine geschenkt bekommen: man kann mit einer angenehmen Überraschung rechnen;
(ind. ) : – Geldbeutel, leer: du hast eine Erbschaft in Aussicht;
– voll: eine Erbschaft entgeht dir.
(Siehe auch „Geld“)
Geldbrief
Volkstümlich:
(europ.) : – einen erhalten: man wird eine Mahnung bekommen;
– einen versenden: man wird Geld erhalten;
– Geldbriefträger sehen: bedeutet eine unerwartete Geldausgabe; man sollte sich nicht nur auf andere verlassen.
Geldgeschäfte
Volkstümlich:
(arab. ) : – machen: Familienzuwachs.
Geldkassette
Volkstümlich:
(europ.) : – Geld und Wertsachen darin: symbolisieren Erfolg; die Liebesangelegenheiten werden günstig Verlaufen;
– eine leere: verheißt enttäuschte Erwartungen.
Geldschein (Siehe „Banknote“)
Geldsäcke
Volkstümlich:
(arab. ) : – voll: sehr schöne Zukunft;
– leer: Sorgen.
Geldschrank
Volkstümlich:
(europ.) : – einen leeren sehen: Verluste und geschäftliche Mißerfolge;
– einen gefüllten sehen: verspricht viel Erfolg.

563
Geldstrafe
Volkstümlich:
(arab. ) : – bezahlen: Vorteil.
(europ.) : – auferlegt bekommen: ärgerliche und leidliche Pflichten übernehmen müssen;
– der Zahlung entgehen: ein guter Traum, der Gewinn und Erfolg verspricht;
– zahlen: verheißt Krankheit und finanziellen Verlust.
Gelee
Volkstümlich:
(arab. ) : – essen oder bereiten: Neuigkeiten.
(europ.) : – essen: Ärger steht vor der Tür;
– Denkt eine junge Frau ans Geleekochen, kann sie sich auf ein angenehmes Wiedersehen mit Freunden freuen.
Gelehrte
Allgemein:
Bei uns haben sie ein zwiespältiges Ansehen. Alles scheinen sie besser zu wissen und sie zweifeln an scheinbar Selbstverständlichem. Fühlen
Sie sich durch gute Argumente, durch „Geschwätz“ in die Enge getrieben? Prüfen Sie genau, ob Sie jemand zu eigenem Vorteil überreden
will oder Sie sich aus Sturheit gegen die Stimme der Vernunft wehren.
Volkstümlich:
(arab. ) : – du wirst hintergangen.
(europ.) : – sehen: die eigenen Freunde werden interessante und berühmte Persönlichkeiten sein;
– Hat eine Frau mit gelehrten Menschen zu tun, ist sie ehrgeizig und setzt alles daran, berühmt zu werden.
Gelehrtheit
Volkstümlich:
(europ.) : – davon träumen: man möchte Wissen erlangen; und wenn man sich die Zeit gut einteilt,
wird man in die literarische Welt vordringen;
– eine Bildungsstätte betreten: signalisiert einen Aufstieg aus der Finsternis; Geld wird dabei kein Problem sein.
(Siehe auch „Universität“)
Geleise (Siehe „Eisenbahn“, „Gleise“)
Geleit
Volkstümlich:
(arab. ) : – jemandem geben: du machst dir durch Bevormundung Feinde.
Gelenk
Assoziation: – Verbindung; Anschlußstelle.
Fragestellung: – Was fügt sich für mich zu einem Bild zusammen?
(Siehe auch „Körper“)
Geliebte
Allgemein:
Geliebte verkörpern die Idealvorstellungen des Träumers von einer Frau. Oft deutet sie auf Frustration in einer Liebesbeziehung hin, die sich
aus falschen Erwartungen ergeben. Zuweilen warnt die Geliebte auch vor illegalen Absichten.
Psychologisch:
Wer von einer neuen Liebe mit sexueller Erfüllung träumt, ist im Wachleben möglicherweise allzusehr von einem anderen Menschen
abhängig, ihm vielleicht sogar hörig. Das Unbewußte möchte mit dem drastischen Bild der verbotenen Liebe auf diesen Umstand
aufmerksam machen. Bei Verheirateten spiegelt solch ein Traum oft die mangelnde Befriedigung im Ehe- und Sexualleben wider.
Volkstümlich:
(arab. ) : – oder Geliebten sehen: du wirst wiedergeliebt.
(europ.) : – Verkehr zwischen Geliebten: verkündet Verdrießlichkeiten.
(ind. ) : – sehen: lasse dich nicht zu ungesetzlichen Dingen verleiten.
(Siehe auch „Freund“, „Geschlechtsverkehr“, „Kuß“, „Vater“)
Gelispel
Volkstümlich:
(arab. ) : – hören, ohne es zu verstehen: du wirst schwerlich die Wahrheit erfahren.
Gelöbnis / Gelübde
Artemidoros:
Es gelobte einer dem Asklepios, er werde ihm einen Hahn opfern, falls er ohne Krankheit durch das Jahr käme. Einen Tag später gelobte er
wiederum dem Asklepios, er werde ihm einen zweiten Hahn opfern, falls er keine Triefaugen bekäme. Und in der Nacht träumte er,
Asklepios sage ihm: „Ein Hahn genügt mir.“ Der Mann blieb zwar von sonstigen Krankheiten verschont, wurde aber schwer triefäugig; denn
der Gott hatte an einem Gelübde genug und versagte ihm die andere Bitte.
Allgemein:
Ein Gelöbnis ist ein Pakt oder ein Versprechen zwischen zwei Menschen oder zwischen Gott und einem Menschen. Im Traum ein Gelöbnis
abzulegen heißt, die Verantwortung für das eigene Leben zu übernehmen. Das Gelöbnis ist feierlicher als ein einfaches Versprechen, und die
Auswirkungen können weitreichender sein.
Psychologisch:
Da ein Gelöbnis vor einem Zeugen abgelegt wird, muß sich der Träumende der Wirkung bewußt sein, die es auf andere Menschen haben
kann. Im Traum setzt der Träumende die Erwartungen in andere Menschen, daß sie ihm dabei helfen, sein Versprechen zu halten. Ein
Ehegelübde abzulegen oder zu hören, deutet darauf hin, daß sich der Träumende weitreichend verpflichtet.
Spirituell:
Auf dieser Ebene ist ein Gelöbnis ein feierliches spirituelles Versprechen des Träumenden gegenüber dem Universum.

564
Volkstümlich:
(arab. ) : – ablegen: du wirst zu deinen Pflichten zurückkehren.
(europ.) : – bedeutet im Leben meist das Gegenteil; man muß versuchen, in seinem Tun ausgeglichener zu sein;
– ein gebrochenes: ist ein schlechtes Zeichen für alle.
Gemahl
Volkstümlich:
(arab. ) : – erfüllte Hoffnungen.
Gemälde
Allgemein:
Gemälde deutet man wie Bild oder Fotografie. Man „macht sich ein Bild“ – von sich selbst oder von einer bestimmten Person. Häufig sind
solche Träume als Hinweis zu verstehen, daß man sich jemanden „schöndenkt“ und daß er in der Realität dieser Idealvorstellung nur bedingt
entspricht – oder gar nicht entsprechen möchte. Außerdem: Bilder die ein entsprechendes Ambiente darstellen, spiegeln häufig das Weltbild
(die persönliche Sicht) des Träumenden wider.
Psychologisch:
Alle Gemälde, die im Traum vorkommen, sind, egal ob es sich um Porträts oder Ahnenbilder handelt, immer Selbstbildnisse des
Träumenden, auch wenn er sie nicht als solche erkennt. Solche Bilder weisen stets auf die Persönlichkeit des Träumenden hin, sie zeigen,
wie er sich gerne sehen möchte. Erkennt er sich nicht oder sind die Bilder entstellt, so weist dies auf Minderwertigkeitskomplexe oder
Schuldgefühle hin. Im Traum kommen auch Bilder vor, die keine Personen darstellen. Auch sie sind Hinweise auf den Zustand des
Träumenden. Seine Vergangenheit oder längst vergessen geglaubte Erlebnisse kann der Träumende vor allem im Traum vorkommenden
Photographien entnehmen. Weiteres malen sie unsere seelische Verfassung in mehr oder weniger leuchtenden Farben, wobei es darauf
ankommt, welche Farbe vorherrscht.
Volkstümlich:
(arab. ) : – allgemein ein schönes, wertvolles Gemälde: bevorstehende Freude;
– geschmackloses, häßliches: man hat mit Ärger und Verdrießlichkeiten zu rechnen;
– von Personen sehen: langes Leben;
– von Gegenden mit Staffage: Reisen machen;
– von kriegerischen Darstellungen: Zank und Streit;
– von Früchten etc.: Nahrung ohne Mühe.
(europ.) : – man ist auf der Suche nach einem klaren Bild von sich oder von anderen;
– sehen: bedeutet, daß ein falscher Freund dir Verlust bringt, dich betrügen wird;
du wirst einen Freund verlieren, wenn nicht gar deinen Liebhaber;
– schöne Bilder sehen oder besitzen: jemand wird dich betrüben;
– schönes Gemälde sehen: es steht einem eine große Freude bevor;
– große, schlechte Bilder sehen: du wirst neue, gute Freunde gewinnen;
– gemaltes Zimmer: deine Mühe wird belohnt;
– von Landschaften: du wirst bald eine Reise antreten;
– kaufen: bedeutet Verdruß;
– verkaufen: guter Handel.
(ind. ) : – sehen: deine Geliebte wird dich betrügen.
(Siehe auch „Bild“, „Ebenbild“, „Farben“, „Fotografieren“, „Galerie“, „Verwandte“)
Gemäuer
Volkstümlich:
(arab. ) : – verfallenes sehen: ärgerlicher Zufall.
Gemeinde
Volkstümlich:
(arab. ) : – (Gemeindeversammlung): du wirst in Streit geraten.
Gemeindediener / Gemeinderat
Volkstümlich:
(europ.) : – man wird Ordnung machen.
Gemeindeversammlung
Psychologisch:
Im Traum bei einer religiösen Gemeindeversammlung (zum Gebet oder Gottesdienst) zu sein, kann die Zustimmung zu einer moralischen
Position bedeuten. Auf jeden Fall hängt es mit Ihrer moralischen bzw. mit dem gegenwärtigen spirituellen / religiösen Standort zusammen.
Stimmung, Verhaltens und Reaktion auf den Gottesdienst sind wesentliche Elemente für die Traumdeutung.
(Siehe auch „Gottesdienst“)
Gemetzel
Volkstümlich:
(arab. ) : – zwischen Menschengruppen mit ansehen: du wirst Wunderbares erleben;
– sich daran beteiligen: bewahre deinen Mut.
Gemse
Allgemein:
Dieses wendig- bewegliche und genügsame Tier gilt als Symbol für ebendiese Eigenschaften: genügsame Geschicklichkeit.
Volkstümlich:
(arab. ) : – sehen: sei vorsichtiger! Ein Vorhaben wird höchstwahrscheinlich mit etlichen Schwierigkeiten und Gefahren verbundne sein.
(europ.) : – sehen: zeigt den Wunsch nach persönlicher Freiheit an; man sollte eine aufkommende Chance beim Schopfe packen.
(ind. ) : – sehen: sei vorsichtig beim Baden.

565
Gemüse
Assoziation: – gesundes Essen; natürliche Nahrung.
Fragestellung: – Wonach hungere ich?
Artemidoros:
Alles Gemüse, das einen übelriechenden Atem verursacht, wenn man es gegessen hat, bringt Verborgenes zutage und weckt Haß gegen die
Hausbewohner; dazu zählen z.B. der Rettich, die Endivie und der Schnittlauch. Dasjenige Gemüse, das geschält und roh gegessen wird, zeigt
wegen des Abfalls an Schalen Schaden an, wie z.B. der Lattich und anderes dieser Art. Artischocken bedeuten wegen ihrer Stacheln und
Schärfe Schmerzen, ferner Verdienstausfälle; denn die Pflanze hat keinen Nährwert. Mangold, Malven, Ampfer, Sauerampfer und Melde
sind nur für Schuldner gut, weil sie den Magen reizen und den Stuhlgang fördern; es gleichen nämlich speziell der Magen und die
Eingeweide einem Gläubiger. Knollengewächse, Mohrüben und andere nahrhafte Pflanzenkost bringen materielle Vorteile; einzig Leuten,
die um Grund und Boden prozessieren, sind sie ungünstig; denn diese Gewächse werden mitsamt den Wurzeln ausgerissen. Kohl ist zu
nichts nütze und zeigt besonders Schankwirten, Winzern und allen Theaterleuten Unheil an, weil die Weinrebe sich nie um den Kohl
schlingt. (Es war ein allgemein verbreiteter Aberglaube, daß Weinreben die Nähe des Kohls nicht vertragen. Aus dieser Antipathie erklärt es
sich, daß diejenigen gegen Rausch und Betrunkenheit gefeit sein sollten, die vorher rohen Kohl gegessen hatten.) Von den sogenannten
weißen Gemüse bedeutet Kohlrüben, Futterrüben und Kürbis eitle Hoffnungen, weil sie samt und sonders den Magen beschweren und keinen
Nährwert haben. Kranken und Reisenden prophezeien sie chirurgische Eingriffe und Wunden, hervorgerufen durch Eisen, weil man diese
Gemüsearten zerhackt. Geschälte Gurken sind für Kranke gut, weil sie Säfte ausscheiden; Wassermelonen fördern Freundschaften und
Gemeinschaften; denn pepon nennen die Dichter das, was einem besonders lieb und teuer ist; geschäftliche Unternehmungen dagegen
vereiteln sie; denn pepon bedeutet auch Schlaffheit. Zwiebel und Knoblauch essen bringt Unglück, ihr Besitz aber Glück. Nur für Kranke
geht der Traum von Zwiebeln anders aus. Träumt einer, der krank ist, er esse viele Zwiebeln, so wird er zwar wieder auf die Beine kommen,
aber den Tod eines anderen beklagen. Ißt er nur wenige, wird er sterben. Denn die Sterbenden vergießen nur wenige Tränen, die Trauernden
dagegen viele, weil sie ja lange Zeit weinen. Hülsenfrüchte sind samt und sondern von schlimmer Vorbedeutung, ausgenommen Erbsen
wegen des Namens (Wortspiel: pison = Erbse und peitho (gesprochen piso) = Überredung); denn diese sind das Symbol der Überredung,
besonders für Steuermänner und Anwälte. Den einen wird das Steuerruder, den anderen werden die Richter gehorchen. Geschrotete
Hülsenfrüchte und Bohnen sind Vorboten von Zwist und Streit, die ersteren, weil sie unanständige Winde verursachen; aber nicht nur
deswegen, sondern weil sie von jeder kultischen Feier und jeder heiligen Stätte verbannt sind. Linsen zeigen Trauer an (die Linsen waren
Speise der Totenmahlzeiten), Gerstengraupe Anstrengungen, weil sie schwer zu zerreiben sind. Kolbenhirse, Rispenhirse und Dinkel
bedeuten Armut und Bedürftigkeit, Glück bringen sie nur Leuten, die von der großen Menge leben. Weiße Graupen und Spelt zeigen,
insoweit sie nahrhaft sind, materiellen Gewinn an, insofern sie unter großer Mühe angebaut werden, übermäßig Strapazen, einem Armen
aber Krankheit. Sesam, Leinsamen und Senf sind nur Ärzten nützlich, allen übrigen Menschen verursachen sie heftige Schmerzen und
bringen Verborgenes zutage.
Allgemein:
Allgemein wird es wie Frucht gedeutet. Vordergründig hat Gemüse etwas mit gesunder Ernährung zu tun. Wie halten Sie es damit?
Tiefergehende Bedeutungen lauten so: Gemüse, nach deren Genuß der Atem riecht, also vor allem Knoblauch und Zwiebeln, zeigen Streit
an. Etwas wird offenbar werden, ohne daß der Träumende es möchte, und ein Bekannter oder Freund wird sich dadurch verletzt fühlen.
Gemüse wie Erbsen, Bohnen, Karotten deuten Einnahmen an.
Psychologisch:
Seit alter Zeit wurden Gemüse und die Pflanzenwelt überhaupt nicht nur als Symbole für Lebenskraft, Nahrung, Fülle, Fruchtbarkeit und
Auferstehung gesehen, sondern auch für ein langweiliges Dahinvegetieren. Im Traum können Gemüse als Sinnbilder für elementarste
Gefühle vorkommen. Nicht ganz von der Hand weisen darf man die Möglichkeit einer sexuellen Anspielung, die sich oft aus der Form der
jeweiligen Gemüsesorte ergibt. Einige Gemüsesorten weisen wie manche Früchte auf weibliche oder männliche Geschlechtsorgane hin.
Der Anbau von Gemüsesorten, die an bestimmte Körpergegenden erinnern, läßt auf sexuelle Freuden hoffen. Gemüse das bläht, kann eine
körperliche oder seelische Verstimmung umschreiben. Selbst der Anbau von solchem Gemüse deutet in diese negative Richtung. Es gibt aber
auch andere Deutungsmöglichkeiten: z.B. eine Anspielung auf die Eßgewohnheiten – vielleicht ißt man nicht genug Ballaststoffe,
Getreideprodukte und grünes Blattgemüse. Falls man im Traum Gemüse allzu lange kocht, könnte das bedeuten, daß man sich zu lange und
zu sehr auf ein Problem konzentrieren oder eine Beziehung überstrapaziert, in dem Sinn, daß sie zu beengend wird. Die symbolische
Bedeutung einzelner Gemüsesorten war nie so stark ausgeprägt wie die Assoziationen zu bestimmten Früchten. Daher muß man alle
möglichen Bezüge genau überdenken, bevor man Bohnen, Kartoffeln oder Kohl im Traum für sich abschließend deutet. Kohl z.B. ist in
manchen Ländern Europas eine Anspielung auf Geburt, weil man Kindern dort erzählt, die Babys kämen in Kohlköpfen zur Welt. Die Art
und Weise, wie sich Bohnen und Erbsen zum Himmel emporranken, oder die Tatsache, daß Wurzelgemüse unter der Erde wächst, kann
bedeutsam sein, eventuell eine Anspielung auf Strebsamkeit und Ehrgeiz oder auf mühselige Gründlichkeit. Gekochtes oder zubereitetes
Gemüse bedeutet unter Umständen etwas anderes als rohes, daß vielleicht neue Ideen darstellt, die sich entwickeln oder sich nur einfach
einem anbieten, noch wachsen und gepflegt werden müssen?
Volkstümlich:
(arab. ) : – Träumt einer, er esse Kraut und Salat, der mit Essig angerichtet ist, wird er sehr übel daran sein entsprechend der Menge,
die er gegessen, und der Schärfe des Essigs;
besitzt jemand einen Kräuter- und Gemüsegarten, werden ihn nach der Menge der Gewächse Sorgen drücken;
reißt er die Pflanzen samt Wurzeln heraus und säubert er seinen Garten, wird er seine Plage mit Mühe und Arbeit
sich vom Halse schaffen.
– Ißt einer Knoblauch, Zwiebeln oder Lauch, wird er Trübsal und Jammer leiden entsprechend der Schärfe der Zwiebelgewächse
und in schlechten Geruch kommen, weil diese Gewächse einen übelriechenden Atem verursachen;
dünkt es ihn, er esse nicht davon, sondern trage sie nur bei sich, wird das Unheil schwächer sein;
schenkt er einem Bekannten Zwiebelgewächse, wird der Empfänger durch den Geber so viele böse Tage erleben,
wie er Zwiebeln bekommen hat; ißt einer derlei gekocht, wird er von der Obrigkeit eine milde Strafe bekommen,
weil die Zwiebeln auf Feuer gekocht wurden.
– Träumt einer, er esse Sellerie oder Petersilie, wird er genesen, falls er krank ist, wenn nicht, ein bescheidenes Glück finden.
– Bohnen, Linsen, Kichererbsen, Feigbohnen oder dergleichen bedeuten Not und Sorgen entsprechend deren Menge;
dabei sind die Feigbohnen von üblerer Vorbedeutung als alle anderen Hülsenfrüchte, weil sie bitter sind;
– schaut einer Hülsenfrüchte ausgestreut in seinem Haus, wird er Streit und Zank daheim bekommen,
zumal wenn deren Menge groß ist;
gekochte Hülsenfrüchte zu essen bedeutet, man werde entsprechend dem Verzehr in Krankheit und Trübsal fallen.
– Hirse und Sesam verheißen Reichtum und Geld, noch günstiger aber ist Sesam wegen seines Ölgehalts.
– Bekommt, besitzt oder lagert jemand Hirse und Sesam in seinem Haus oder ißt er davon, wird er geprägtes Gold,
Vermögen und Ansehen erlangen, gemessen an deren Menge, und das eine wie das andere wird ihm Geltung verschaffen.
– sehen: gilt für eine gute Vorbedeutung;
– essen: gilt für Ärger im Privatleben;
– kochen: man wird ein Geheimnis lüften.

566
(europ.) : – Gurken, Mais, Möhren, Spargel sind erotisch- sexuelle Symbole in Frauenträumen (männliche Traumsymbole);
– pflanzen: Herzensfreuden erwarten einen;
– grünes Gemüse: harte Arbeit für geringen Ertrag;
– frisches im Garten sehen: Entdeckung eines traurigen Geheimnisses;
– damit handeln: kündet Streit mit der Nachbarschaft an;
– kaufen: Verdrießlichkeiten;
– essen: Krankheit; auch: Zeichen für seltsame Schicksalsfügungen; zeitweilig wird man erfolgreich sein, doch dann die leidvolle
Erfahrung machen, daß man getäuscht wurde; man sollte auch sein Verhalten anderen gegenüber kritisch überprüfen;
– verwelktes oder verrottetes: bringt grenzenlosen Kummer und schlimme Sorgen;
– Wenn eine junge Frau im Traum Gemüse zubereitet, verliert sie nach Kränkungen den von ihr begehrten Mann, doch wird
sie einen großmütigen und treuen Ehemann bekommen. Ihre Anstellungen werden ziemlich wenig erfolgreich sein.
(ind. ) : – kochen: du hast Verdruß in deiner Familie;
– pflanzen: deine Herzenswünsche werden erfüllt;
– rohes: achte auf dein Haus, Feuer bedroht es.
(Siehe auch „Frucht“, „Nahrungsmittel“ und unter den verschiedenen Gemüsesorten)
Gemüseladen
Psychologisch:
Das Traumsymbol Gemüseladen wird oft wegen seiner Buntheit mit Freude und mit sinnlichem Genuß verbunden. Ferner deutet dieses
Traumsymbol auf eine gesunde Ernährung hin. Achten Sie darauf, welches Gemüse speziell Ihre Aufmerksamkeit anzieht.
(Siehe auch unter einzelne Bezeichnungen)
Gendarm
Allgemein:
Die Begegnung mit einem Gendarmen im Traum ist kein gutes Vorzeichen, da dadurch Ärger angezeigt ist. Manchmal kann dieses
Traumbild aber auch anzeigen, daß man sich für einen anderen Menschen einsetzen muß, der sich in einer Notlage befindet.
Volkstümlich:
(arab. ) : – sehen: man verdächtigt dich;
– sprechen: Prozesse.
(ind. ) : – sehen: du wirst in einen Prozeß verwickelt.
(Siehe auch „Polizist“)
General
Psychologisch:
Der ältere Herr in Uniform ist als Symbolgestalt für autoritär-aggressive Herrschaftsansprüche zu verstehen.
Volkstümlich:
(arab. ) : – sehen: hohen Besuch erhalten.
(europ.) : – betrifft meist innere „Befehlsfragen“, unter Umständen auch Konflikte in der Ehe;
– sehen: große Ehrung; auch: Warnung vor zuviel Hochmut, Arroganz und Befehlston;
– selbst sein: man wird eine sehr verantwortungsvolle Aufgabe erhalten;
– mit einem verkehren: man wird die Unterstützung einer hochstehenden Persönlichkeit finden.
(ind. ) : – hoher Besuch, Ehre, Ansehen.
Generaldirektor
Allgemein:
Generaldirektor kann ähnlich wie Chef verstanden werden; oft kommt darin die Erfahrung zum Ausdruck, daß man für gute Arbeit im Beruf
belohnt wird.
Volkstümlich:
(europ.) : – sehen: verspricht eine sehr rasche Beförderung;
– selbst sein: bedeutet guten Verdienst;
– mit einem geschäftlich zu tun haben: man wird an einer wichtigen Konferenz teilnehmen.
(Siehe auch „Chef“)
Generalversammlung
Volkstümlich:
(arab. ) : – du hast viele Neider.
Genesung
Allgemein:
Wer von der eigenen träumt, darf sich freuen: man „gesundet an Körper und Seele“ – was nichts anderes heißt, als daß man demnächst in
optimaler Form größeren Herausforderungen gewachsen sein wird – meist geistiger bzw. emotionaler Art.
Psychologisch:
Bedeutet, daß allmählich eine schwere Zeit zu Ende geht, die manche Prüfungen mit sich brachte. Die Genesung im Traum weist nicht
immer auf die körperliche oder seelische Gesundung eines Menschen hin. Mit diesem Bild rät das Unbewußte uns auch, daß wir in Zukunft
etwas kürzer treten, uns in mancherlei Hinsicht nicht mehr überanstrengen sollten.
Volkstümlich:
(arab. ) : – vertraue auf die Zukunft.
(europ.) : – man hat schwere Zeiten hinter sich, doch sollte man noch eine kleine Weile warten, bis das Neue endgültig herangereift ist.
(Siehe auch „Krankenhaus“)
Genick
Allgemein:
Genick kann darauf hinweisen, daß man sich zu viel aufbürdet und überfordert ist. Der Genickbruch warnt oft vor Leichtsinn, durch den man
zu Schaden kommt.

567
Volkstümlich:
(europ.) : – brechen: man lasse sich in keine Waghalsigkeiten ein.
Genitalien
Allgemein:
Handelt der Traum von den eigenen Genitalien, dann hat dies eine direkte Verbindung zur eigenen Sexualität. Sind die Genitalien des
Träumenden in seinem Traum verstümmelt, dann könnte dies ein Hinweis auf Mißbrauch in der Vergangenheit oder in der Gegenwart sein.
Ein Traum von Genitalien bei Männern kann, wenn es kein eindeutig sexueller Traum ist, einen Bezug auf generelle Leistungsfähigkeit
haben, bei Frauen auf die Menstruation oder den Wunsch nach Empfängnis.
Psychologisch:
Wenn im Traum die Genitalien eines anderen Menschen eine Rolle spielen, so deutet dies auf eine sexuelle Beziehung zu diesen Menschen
hin. Träumt eine Frau von den Genitalien eines Mannes (oder umgekehrt ein Mann von den Genitalien einer Frau), dann kann dies auch eine
Aufforderung an den Träumenden sein, sich mit seiner gegengeschlechtlichen Seite zu befassen. Er begegnet seiner Anima oder seinem
Animus. Weiteres symbolisieren die Genitalien weniger das Werkzeug sexueller Handlungen, als vielmehr die Vitalität eines Menschen. Ob
es sich dabei um ein Zuviel oder ein Zuwenig handelt, können andere Symbole aussagen.
Volkstümlich:
(europ.) : – männliche oder weibliche sehen, insbesondere kranke oder deformierte: bald in Versuchung kommen, in eine skandalöse und
ehebrecherische Affäre zu geraten; geht man diese Beziehung ein, wird sie stürmisch, zerstörerisch und chaotisch sein;
– die eigenen zur Schau stellen: der eigene Ruf wird bald beschmutzt sein.
(Siehe auch „Kastration“, „Körper“, „Phallus“, „Vagina“)
Geographie
Volkstümlich:
(europ.) : – studieren: häufig reisen und berühmte Orte besuchen.
(Siehe auch „Atlas“, „Karten“)
Geometrische Figuren
Allgemein:
Die Seitenanzahl einer Figur ist ebenso von Bedeutung wie ihre Farbe (siehe „Farben“, „Zahlen“). In einem bestimmten Stadium der
Entwicklung treten geometrische Figuren, die dem Menschen ein größeres Verständnis für die abstrakte Welt ermöglichen, im Traum auf. Es
ist, als ob die alte Wahrnehmung der Form eine neue Bedeutung anzunehmen beginnt. Der Träumende akzeptiert die Natur der Dinge und
betrachtet damit die grundlegende Struktur seines Wesens. Er kann die Grundform, die sein Leben hat, wertschätzen, ohne sich emotionale
Hindernisse in den Weg zu legen. Geometrische Formen sind wie Zahlen im Traum stets symbolisch zu deuten. Im Unterschied zu früheren
Auffassungen haben Zahlen spätestens seit dem Anfang des 20 Jhr. keine bestimmten Inhalte von allgemeingültiger Bedeutung mehr. Die
Symbolik einer Zahl muß aus ihrem Kontext im Traum aufgefaßt werden. Was nun die Formen angeht, so kommt es selten vor, daß Sie eine
reine geometrische Form im Traum sehen. Aber schauen Sie zum Beispiel die Form der Plätze im Traum an. Gärten, Straßenzüge, Muster
und Gegenständen weisen häufig geometrische Formen, die auf die drei Grundformen Kreis, Quadrat und Dreieck zurückzuführen sind. C.
G. Jung betrachtete intensiv die Mandalasymbolik im Traum. (Allerdings behaupten viele Traumforscher/innen, die Präsenz des Mandalas
im Traum und gar in langen Traumreihen sei, zumindest für die europäischen Traumbilder, vorwiegend eine von Jung erfundene Sache. Ein
Mandala ist eine symmetrische geometrische Figur, die die kosmischen Kräfte und die innere Ordnung des Träumers oder der Träumerin
verdeutlicht. Richtet man seine Aufmerksamkeit auf das Erkennen solcher Mandalas im Traum, wird man sie im zunehmenden Maße immer
häufiger in seinen Träumen entdecken. Bei den anderen geometrischen Grundformen verhält es sich ähnlich.
– Dreieck: Das Dreieck verweist als Traumsymbol auf den Geist. Das leitet sich aus der Linienführung des Dreiecks ab. Zwei Dreiecksseiten
münden jeweils in einem Punkt. Man bringt also etwas auf den Punkt. Außerdem symbolisiert das Dreieck auch die Dialektik, eine Form
des Denkens in These, Antithese und Synthese. Das nach unten spitz zulaufende Dreieck symbolisiert in fast allen Kulturen das Weibliche,
was sich aus der Form der Schambeharrung ergibt. Das nach oben spitz zulaufende Dreieck symbolisiert in fast allen Kulturen den
männlichen Archetyp. Sehen Sie beispielsweise eine Pyramide im Traum, so deutet dieses Traumsymbol unter anderem auf Ihre geistige
Ausrichtung hin.
– Fünfeck (Pentagramm): Das Fünfeck deutet im Traum auf die menschliche Harmonie hin. Im Pentagramm schneiden sich alle Linien im
goldenen Schnitt und verweisen so auf eine innere Harmonie. Der goldene Schnitt macht das Teilungsverhältnis einer Strecke aus, das der
Mensch als harmonisch und gefällig ansieht, da es die Maßverhältnisse seines Körpers wiedergibt.
– Kreis: Der Kreis stellt das archetypische Traumsymbol des Weiblichen dar. Der aus „Tausendundeine Nacht“ bekannte Abbassiden-
Herrscher, der Kalif Harun al Raschid war sich schon dessen bewußt, als er Bagdad im Kreis anlegen ließ mit der Begründung, daß diese
Stadt die Mutter aller Städte werden solle, indem sie wie keine andere durch ihre Kreisform mütterliche Geborgenheit vermittelt. Daß das
Runde und Kreisförmige das Weibliche symbolisiert, ist von der Körperform der Frau abgeleitet. Freud war der Ansicht, daß sich alle
Symbolik letztendlich auf die anatomischen Verhältnisse des menschlichen Körpers zurückführen lassen. Ferner symbolisiert seit alten
Zeiten bis hin zu der Künstlergruppe des Bauhausses (Dessau/Berlin/Leipzig) der Kreis die Seele und das Gefühl. Das ist schon von daher
verständlich, da der Kreis weder Anfang noch Ende besitzt. Somit deutet er auch auf die Unendlichkeit hin und damit auf den ewigen Fluß
des Lebens. Sehen Sie zum Beispiel im Traum einen runden Platz, so sind alle Vorgänge, die sich dort abspielen, und alle Symbole, die
Sie dort im Traum sehen und des Flusses der Lebensenergie zu betrachten.
– Kreuz: Richtungs- und Ordnungssymbol. Einheit der vier Himmelsrichtungen, Temperamente, Elemente usw. Der Schnittpunkt in der
Mitte des Kreuzes gilt in vielen Überlieferungen auch als Quintessenz, als die wesentliche fünfte Kraft.
– Mandala: Als Mandala kann im Traum jede klappsymetrische Figur angesehen werden. Im Traum treten Mandalas häufig in der Form von
Plätzen oder von Gärten auf. C. G. Jung wertete das Erscheinen des Traumbilds Mandala stets als äußerst günstiges Zeichen. Es verweist
darauf, daß der Träumer oder die Träumerin einen Fortschritt auf seinen Weg der Individuation gemacht hat. Man ist also vollständiger
geworden und die inneren Kräfte haben sich harmonisch geordnet.
– Punkt: Das Besondere, das Einmalige.
– Quadrat: Das Quadrat tritt relativ häufig im Traum auf, allerdings übersehen wir es häufig, da wir normalerweise nicht gewohnt sind, auf
geometrische Formen im Traum zu achten. Seit dem griechischen Philosophen Platon symbolisiert das Quadrat die Erde und somit auch
den Körper. Die vier rechten Winkel des Quadrats geben das Statische und Feste der Erde wieder.
– Rechteck: Ebenfalls Symbol der Materie und der irdischen Realitäten mit ihren Ecken und Winkeln.
– Sechseck: Allgemein weist das Sechseck im Traum auf Harmonie und Verbindung hin. Das soll auch das sogenannte Siegel Salomons
(auch Davidstern genannt) verdeutlichen, das von den Alchimisten als die Verbindung aller Elemente angesehen wurde. Das Traumsymbol
Sechseck symbolisiert bisweilen auch die Verbindung des Männlichen mit dem Weiblichen, da es aus zwei übereinanderliegenden
Dreiecken besteht, deren eine Seite nach oben, der des anderen nach unten zeigt.

568
Psychologisch:
Im einzelnen können die folgenden geometrischen Figuren im Traum eine Rolle spielen:
Dreieck:
– Das Dreieck symbolisiert den Menschen mit seinen drei Hauptbestandteilen: Körper, Geist und Seele. Bewußtsein und Liebe werden durch
seine Körperlichkeit manifestiert.
– Wenn das Dreieck nach oben weist, bewegt sich die menschliche Natur dem Göttlichen entgegen.
– Zeigt es nach unten, ist es der Geist, der Ausdruck mittels des Physischen sucht.
– Das Dreieck kann auch als Symbol für familiäre Beziehungen zum Beispiel zwischen Vater, Mutter und Kind stehen.
Hackenkreuz:
– Ein Hackenkreuz, dessen Arme im Uhrzeigersinn angeordnet sind, zeigt den idealen Menschen und seine Kraft, Gutes zu tun. In der
östlichen Symbolik steht die Figur für die Bewegung der Sonne.
– Sind die Arme gegen den Uhrzeigersinn angeordnet, ist das Hackenkreuz als Symbol des Faschismus Sinnbild für alles Böse und Falsche.
Halbmond:
– Er symbolisiert die weibliche, geheimnisvolle Kraft, die intuitiv und nicht rational ist.
Hexagramm:
– Das Sechseck steht für die harmonische Entwicklung der physischen, sozialen und spirituellen Elemente im menschlichen Leben und ihre
Integration in ein vollkommenes Ganzes. Es symbolisiert die Vereinigung von Männlich und Weiblich, von Materie und Geist zu einem
vollkommenen Ganzen.
Kreis:
– Er verkörpert das innere Wesen oder das Selbst des Menschen. Ein runder Gegenstand, wie zum Beispiel ein Ring, symbolisiert Einheit,
Perfektion und die vollkommene Seele.
Kreuz:
– Jedes Kreuz steht für die Manifestation des Geistes in der Materie. Während die Seele sich vom Symbol des Schwertes zu dem
gleicharmigen Kreuz, weiter zum Kreuz des Leidens, zur Kreuzigung und schließlich zum Tao der Perfektion bewegt, lernt sie durch
Erfahrung, die Hindernisse auf dem Weg der spirituellen Entwicklung zu überwinden. Die vier in die entgegengesetzten Richtungen
weisenden Arme symbolisieren Konflikt, Schmerz und Leid, doch wer sie durchlebt, erreicht Vollkommenheit.
– Das hängende Kreuz mit der Gestalt des Christus verbildlicht die Opferung des Selbst für andere Menschen.
– Der Kreuzungspunkt repräsentiert die Versöhnung von Gegensätzen.
– Die drei oberen Arme des christlichen Kreuzes stehen für Gottvater, Sohn und Heiligen Geist (siehe auch „Religiöse Bilder“).
Kugel:
– Sie wird mit Vollkommenheit und Vollendung aller Möglichkeiten in Verbindung gebracht.
Mittelpunkt:
– Er ist der Punkt, an dem alles beginnt, von dem aus sich auch die Form entwickelt.
Muster:
– Im Traum kann das Muster eines Kleidungsstückes, einer Tapete oder ein Mosaik ein Hinweis darauf sein, daß sich die Verhaltensweisen
des Träumenden auf eine bestimmte Weise wiederholen und ihn zur Nachdenklichkeit anregen.
Oval:
– Es symbolisiert die Gebärmutter und allgemein das weibliche Prinzip. Als Mandorla ist es der Heiligenschein, der Christus oder Maria
vollkommen umgibt.
Quadrat/Würfel:
– Beide stehen für die irdische Sphäre als Gegensatz zum Himmel: Ein Quadrat innerhalb eines Kreises steht für das Werden, dafür,
daß etwas Form annimmt. Die Figur in einem Quadrat ist das Selbst oder der vollkommene Mensch. Jeder quadratische Gegenstand ist
ein Symbol für das umfassende, weibliche Prinzip.
Raute:
– Als Traumbild ist sie ein Hinweis darauf, daß der Träumende die Wahl zwischen größ erem und kleineren Möglichkeiten hat.
Spirale:
– Die Spirale ist der vollkommene Pfad für die Evolution. Alles befindet sich ohne Unterlaß in Bewegung und steigt zugleich ständig an
oder erhöht seine Schwingung.
– Verjüngt sich die Spirale zur Mitte hin, nähert sich der Träumende seiner Mitte auf indirektem Weg.
– Eine im Uhrzeigersinn nach außen drehende Spirale steht für eine Entwicklung hin zu Bewußtheit und Erleuchtung.
– Im Gegenuhrzeigersinn zielt sie auf das Unbewußte und wahrscheinlich auf alte Verhaltensmuster.
– Der Nabel oder Solarplexus wird als Zentrum der Kraft in der menschlichen Lebensspirale begriffen (siehe auch „Labyrinth“).
Stern:
– In der Regel verkörpert jede Art von Stern die Hoffnungen, das Sehnen und die Ideale des Menschen.
– Der fünfzackige Stern, dessen eine Spitze nach oben weisen muß, beschwört persönliche Magie und alle Materie in Harmonie.
Im Traum symbolisiert er die Beherrschung von magischen Fähigkeiten und geistigen Bestrebungen durch den Träumenden.
– Auf dem Kopf stehend ist der Stern Symbol für Böses und Hexerei.
– Der sechszackige Stern oder Davidsstern besteht aus zwei zusammengesetzten Dreiecken. Das Physikalische und das Spirituelle sind in
Harmonie verbunden, um Weisheit zu schaffen. Es gibt ein Spiel mit geometrischen Figuren, bei dem man ein Quadrat, einen Kreis und
ein Dreieck zeichnet. Eine andere Person fügt diese geometrischen Grundformen zu einer Zeichnung zusammen. Was er aus dem Quadrat
macht, soll mit seiner Sichtweise der Welt in Verbindung stehen, der Kreis mit seinem inneren Wesen und das Dreieck mit seinem
Geschlechtsleben.
Spirituell:
Auf der spirituellen Ebene stehen geometrische Figuren im Traum für das Abstraktionsvermögen des Träumenden; sie repräsentieren in der
Regel das männliche Prinzip.
(Siehe auch „Farben“, „Muster“)
Gepäck
Assoziation: – Meinungen; Einstellungen; Glaubenshaltung; Besitztümer; Materielle Güter und Verantwortlichkeiten.
Fragestellung: – Was schleppe ich mit mir herum? Wie fühlt sich die Last für mich an? Was bin ich zurückzulassen bereit?
Allgemein:
Zum Reisenden gehört sein Gepäck; unsere Kraft, unsere Fähigkeiten, Lebensinhalte und Pläne – und, um beim Gleichnis des Gepäckes zu
bleiben – was als Kleid unser entsprechendes Auftreten ermöglicht. Das Gepäck ist die erweiterte Persönlichkeit des Träumers. Auf dessen
Verlust stehen nun hohe Strafen, denn man darf nicht verlieren, was noch zu einem gehört, was die nächsten Bedürfnisse unseres Lebens
enthält, was Reserve ist, was eben einen Teil unserer Persönlichkeitspotenz in jedem Sinne ausmacht. Wenn man im Traum ungewöhnliches
Gepäck bei sich hat, trägt man vielleicht eine besondere Last, sei sie emotionaler oder anderer Art. Möglicherweise erwartet der Träumende
zuviel von sich oder anderen. Er trägt eine vergangene Verletzung oder ein Trauma der Vergangenheit mit sich herum.

569
Psychologisch:
Die erweiterte Persönlichkeit des Träumers, seine Kraft und seine Fähigkeit, die Lebensreise gut zu überstehen. Der Träumende steht
möglicherweise psychisch unter Streß und muß sich vielleicht entschließen, im Wachzustand Vorhaben oder Gefühle auf sich beruhen zu
lassen. Kommt ihn das eine oder andere Gepäckstück abhanden, kann das Energieverlust bedeuten, vielleicht sogar auch eine Krankheit,
gegen die er im Wachleben ankämpfen muß.
Spirituell:
Im Traum kann Kummer als Gepäck dargestellt sein. Es ist gut, wenn der Träumende sich klarmacht, daß man Gepäck ebenso schnell
abstellen kann, wie man es aufnimmt.
Volkstümlich:
(arab. ) : – tragen sehen oder selbst tragen: Beschwerlichkeiten aller Art erdulden müssen.
(europ.) : – Gefahr, Mühe, Plage; auch: Schwierigkeiten, die abhängen von den mitgeführten Gepäckstücken und deren Handhabung;
für Geliebte sind je nach den Umständen leichtere oder schwerere Streitigkeiten angezeigt; auch: unangenehme Angelegenheiten;
man wird von geschmacklosen Leuten bedrängt;
– schweres schleppen: viel seelischer Ballast und unnötige Schwierigkeiten die man sich selbst bereitet hat;
– sein eigenes tragen: man ist so voll mit Sorgen, daß man den Blick für die Sorgen der anderen verliert;
– sein eigenes verlieren: steht für unglückliche Spekulationen oder Familienstreit; für die Unverheirateten bedeutet dies Trennung.
(Siehe auch „Koffer“, „Reise“)
Gepäckträger
Psychologisch:
Es kommt darauf an, wie die Rollen im Traum verteilt waren. Hatten Sie selbst die Last der anderen zu tragen? Dann nehmen Sie es
wörtlich: Sie laden sich viel zuviel auf und gehen für die Bequemlichkeit anderer Menschen immer wieder über Ihre eigene
Belastbarkeitsgrenze. Sie sollten dringend „nein“ sagen lernen. Oder waren Sie es, der den Gepäckträger brauchte? Vielleicht machen Sie es
sich gern ein bißchen zu leicht im Leben und muten – unter dem Motto: Irgend jemand muß es ja tun – stets den anderen zu, worauf Sie selbst
keine besondere Lust haben.
Volkstümlich:
(europ.) : – Verleumdungen und Belästigungen; Pech und ereignisreiche Zeiten;
– selbst einer sein: armselige Lebensumstände;
– einen rufen: man wird sein Leben voll genießen;
– ihn fortschicken: unangenehme Forderungen werden auf einen zukommen.
Gepolter
Volkstümlich:
(europ.) : – zeigt ein Unglück an.
Geradeaus (Siehe „Positionen“)
Geranie (Siehe „Blumen“)
Geräusch
Volkstümlich:
(europ.) : – ein lautes hören: Zeichen für Streitigkeiten zwischen Freunden und Angehörigen; je lauter das Geräusch,
desto ernsthafter das Resultat;
– ein sonderbares hören: unangenehme Nachrichten erwarten;
– durch eines erwachen: es ergibt sich eine Veränderung.
Gerberei
Artemidoros:
Das Gerben bringt jedermann Unsegen; denn der Gerber kommt mit Kadavern in Berührung und wohnt außerhalb der Stadt; ferner deckt es
wegen des Geruchs Verborgenes auf. Für Ärzte ist es am allerschlimmsten.
Volkstümlich:
(europ.) : – prophezeit ansteckende Krankheiten und andere Beschwerden; geschäftliche Verluste werden vorausgesagt;
– selbst ein Gerber sein: sich an einer Arbeit beteiligen müssen, die nicht dem Geschmack entspricht;
doch werden andere von einem abhängig sein;
– von einem Gerber Leder kaufen: Erfolg in Unternehmungen; aber nicht viele Freunde besitzen.
(Siehe auch „Leder“)
Gerechtigkeit
Allgemein:
Im Traum von der Gerechtigkeit verleiht der Träumende seinem Recht Ausdruck, gehört zu werden und jene Dinge offen auszusprechen, die
er für richtig hält. Im Traum versucht das Unbewußte auf einer persönlichen Ebene, Richtiges von Falschem zu trennen.
Psychologisch:
Wenn der Träumende versucht, zwei unterschiedliche Zustände miteinander ins Gleichgewicht zu bringen, kann dies im Traum als
Gerechtigkeit symbolisiert werden. Der Träumende wird durch den Traum aufgefordert, beide Seiten seiner Persönlichkeit erfolgreich zu
nutzen. Wenn der Träumende in seinem Traum vor Gericht gestellt wird, kann dies bedeuten, daß er über sein Verhalten und über seine
Einstellungen zur Autorität nachdenken muß.
Spirituell:
Im Prozeß spiritueller Entwicklung muß es ein Gleichgewicht geben zwischen dem spirituellen und dem materiellen Selbst. Es kann
schwierig sein, dieses Gleichgewicht zu erlangen und aufrechtzuerhalten.
Volkstümlich:
(europ.) : – von einer Person fordern: durch die falschen Aussagen übelgesinnter Personen in Bedrängnis kommen;
– von einem gefordert wird: das Verhalten und der Ruf werden angegriffen werden; es wird äußerst
zweifelhaft sein, daß man die Anklagen zufriedenstellend wiederlegen können wird.

570
Gericht
Assoziation: – Lösung von Problemen.
Fragestellung: – Welches Problem bin ich zu lösen bereit? Wo fürchte ich mich vor Verurteilung?
Artemidoros:
Gerichtshäuser, Richter, Rechtsanwälte und Rechtslehrer prophezeien jedermann Aufregungen, Ärger und ungelegene Ausgaben; sie bringen
Verborgenes zutage und kündigen Kranken kritische Tage an, in deren Verlauf dieselben, falls sie im Traum den Prozeß gewinnen, eine
Wendung zum Besseren erfahren, falls sie ihn verlieren, sterben werden. Dünkt es einem Prozessierenden, er sitze auf dem Richterstuhl, so
wird er nicht den kürzeren ziehen; denn der Richter spricht nicht über sich selbst das Urteil, sondern über andere. Für alle Prozessierenden
haben Ärzte, die man im Traum schaut, die gleiche Bedeutung wie Verteidiger.
Allgemein:
Es gibt keinen strengeren Herrn als die Seele. Sie verlangt von uns, daß wir das tun, was zu ihrem und damit zu unserem Heile ist. Da jenes
innere Zentrum, das Selbst, unsere Ganzheit im Dienste des großen Lebens zusammenbringen will, hat sie immer wieder auf das
hinzuweisen, was innere Notwendigkeit ist, was im Raume des uns gesetzten Schicksals zu erfüllen bleibt. Kein Mensch lebt ein volles
Leben, ohne durch Schuld, anderen und sich gegenüber, hindurch zu gehen. Das Gefühl der Schuld kann im Erleben des tapferen und
verantwortungsvollen Menschen zu einem großen Bildner des Charakters werden. Der Traum lebt in der großen ethischen Haltung einer
echten Verantwortlichkeit gegen Umwelt und Innenwelt. Vergeht sich der Mensch am Rechten, am Richtigen, das er zu erfüllen hätte, dann
wird er im Traume häufig vor das innere Gericht geladen. Dessen Strafen sind außerordentlich hart. Sie müssen dem Träumer seine Schuld
und Aufgabe bewußt machen. Die Strafen können darin bestehen, daß man vor sich selbst und der inneren Traumöffentlichkeit an den
Pranger gestellt wird. Schlecht bekleidet, verschmutzt, oft in seltsam lächerlichem Aufzuge findet man sich zur größten eigenen Pein auf
öffentlichem Platze. Man wird verspottet, von uns, in uns verspottet, mit häßlichen Schimpfnamen belegt. Besonders augenscheinlich
geschieht auch ein solches Urteil, wenn uns ein minderwertiger Mensch sozusagen als Aushängeschild, beigestellt wird. Es braucht viel, bis
der Mensch zum Bewußtwerden seines Selbst kommt. Er muß oft erst hingerichtet werden, gerichtet auf das, was sein Selbst mit ihm vorhat.
Träume der Menschen um vierzig wissen von solchem Vollzug eines inneren Urteils zu berichten. Man ist zum Tode verurteilt, nämlich zum
Tode der bisherigen Lebenseinstellung. Man muß sterben, einen Tod durchleiden, damit man gereinigt und reifer wieder leben kann. Hi und
da steht der Träumer selbst als Offizier Wache, damit die Hinrichtung seiner selbst nicht durch Kräfte, die solche bittre Wandlung nicht
erkennen wollen, verhindert wird. Die Seele ist ernst und sachlich, ist ohne Mitleid und doch gütig. Manchmal bedarf ihr Mensch, für den sie
verantwortlich ist, nur einer größeren Einsamkeit, eines Eingeschlossenseins mit sich selbst. Dann wird er zu Gefängnis verurteilt, er ist aber
bereits im Gefängnis. So ist man auch etwa der Gefangene seiner Gefühle, gebunden an Dinge oder Menschen, an die man nicht gebunden
sein sollte. Auch das wird im Traum realistisch dargestellt.
Psychologisch:
Befindet sich der Träumende in einem Gericht, wohnt einer Verhandlung bei oder tritt als Zeuge, Richter, Anwalt, Schöffe, Angeklagter oder
in einer anderen Form bei Gericht auf, ist dies immer ein Zeichen dafür, daß er über sich selbst zu Gericht sitzt. Diese Traumsymbole können
ausdrücken, daß er sich zu kritisch betrachtet, sich selbst gegenüber, oder im Umgang mit anderen zu wenig Toleranz aufbringt oder mehr zu
bestimmten Emotionen oder Verhaltensweisen und Handlungen stehen soll. Sie drücken aber auch aus, daß er sich darum bereits bemüht.
Zuweilen steht auch der Wunsch nach Rache dahinter. Wird man vor Gericht geladen, kann das vor den Ansprüchen anderer warnen, gegen
die man sich rechtzeitig wehren muß. Vor Gericht stehen und angeklagt sein übersetzt vielleicht auch die Angst, daß wir im Alltagsleben
Freunde verlieren könnten. Wird man verurteilt, liegt irgend ein dunkler Punkt auf unserer Seele oder es kündigt Undank und Enttäuschung
an. Sieht man nur das Gerichtsgebäude, so macht man sich nur unnötig Sorgen um sein Privatleben.
Volkstümlich:
(arab. ) : – vor einem im Saal stehen: üble Nachreden und Unrecht zu erleiden haben;
– Gerichtsgebäude von außen sehen: man macht sich größere Sorgen als notwendig;
es besteht die Gefahr einer Verleumdung, wenn man sich gegen Ungerechtigkeiten nicht zur Wehr setzt;
– (mit ihm zu tun haben): du mußt auf deinem Recht bestehen;
– verurteilt werden: Verluste an Gut und Ehre.
(europ.) : – Abrechnung mit sich oder der Umwelt;
– sehen: man wird sein Recht suchen müssen;
– Zuschauer im Gerichtssaal sein: unbewußte Erinnerungen tauchen auf in Verbindung mit einem schlechten Gewissen
über einem früheren Fehler oder eine Tat;
– vor einem stehen: man ist ständig bemüht, gegen alle negativen Eigenschaften anzukämpfen;
– sich vor einem befinden: verheißt dem Träumenden, daß er sein Recht finden wird;
– (mit ihm zu tun haben): du mußt auf deinem Recht bestehen;
– eine Vorladung bekommen: man wird unter Nachstellungen leiden; man versucht einem eine Schuld aufzubürden;
– selbst vor eines ziehen: beinhaltet einen geschäftlichen Verlust;
– verurteilt werden: Verluste; man wird Undank für eine Tat erhalten, für die man Dank erwarten durfte;
– Zeuge vor einem sein: man wird jemandem in einer schwierigen Lage helfen müssen;
– an einer gerichtlichen Untersuchung teilnehmen: bedeutet Wohlstand;
– selbst über einen Menschen Gericht halten: man fühlt sich von einer Person verletzt und geht einer offenen Aussprache
aus dem Weg;
– Für eine Frau bedeutet eine Gerichtsverhandlung einen Verehrer, dessen Vorzüge sie bislang nicht zu schätzen wußte.
Es wäre klug von ihr, der Sache nachzugehen und diese Freundschaft zu entwickeln.
(ind. ) : – durch deine Unvernunft wirst du in Sorge geraten.
(Siehe auch „Anklage“, „Richter“, „Vater“)
Gerichtsbank
Volkstümlich:
(europ.) : – darauf sitzen: bedeutet, daß dein Leben friedlich und ruhig verlaufen wird.
Gerichtsbeamter
(Gerichtsdiener)
Allgemein:
Gerichtsbeamter kann nach alter Traumdeutung vor Unvernunft warnen, die zu Mißerfolgen und Verlusten führt.
Volkstümlich:
(arab. ) : – sehen oder sprechen: hüte dich vor unüberlegten Schritten.
(europ.) : – oder Gerichtsbeamter sehen: Geldverluste; Warnung vor schlechten Menschen;
– mit einem Streiten: mahnt zu größerer Distanz gegenüber Menschen, von denen man nichts Gutes zu erwarten hat;
– selbst sein: man wird eine undankbare Beschäftigung bekommen.
(ind. ) : – schlechte Menschen wollen dir schaden.

571
Gerichtssaal
Volkstümlich:
(europ.) : – sehen: bedeutet Unglück;
– verlassen: bringt eine gute Entscheidung in einer Angelegenheit, die schon viel Ärger verursacht hat.
Gerichtsvollzieher
Allgemein:
Ein Gerichtsvollzieher im Traum symbolisiert die Zweifel des Träumenden an seiner Fähigkeit, seine Ressourcen zu handhaben. Er ist sich
dessen bewußt, daß er auf irgend eine Art die Grenze überschritten hat und nun von einer Autorität zur Rechenschaft gezogen werden kann.
Psychologisch:
Der Träumende hat sich einem Risiko ausgesetzt und seine Verpflichtungen nicht eingehalten. Solange er die Verantwortung für das, was er
getan hat nicht übernimmt, kann er durch materielle Einbußen oder Statusverlust „bestraft“ werden. Er pfändet im Traum das, was uns
seelisch belastet, ist also eine positive Traumfigur.
Spirituell:
Ein Gerichtsvollzieher im Traum symbolisiert Vergeltung oder ein Karma unbestimmter Art.
Volkstümlich:
(arab. ) : – sehen: gute Einnahmen erlangen; bei der Verwirklichung seiner Pläne Erfolg haben.
(europ.) : – Glück in Geschäften und Unternehmungen; auch: symbolisiert das Streben nach einer höheren Stellung
und einen Mangel an Intellekt;
– von einem gepfändet werden: bringt gute Nachrichten;
– selbst sein: man wird einen Plan durchführen können;
– von einem verhaftet werden oder gar flirtend: hinterhältige Freunde versuchen, an Ihr Geld zu kommen;
– mit ihm Schwierigkeiten haben: eine unerwartete Erbschaft wird einem bald in den Schoß fallen.
(Siehe auch „Kuckuck“, „Pfand“)
Gerichtstube
Volkstümlich:
(arab. ) : – Unglück.
Gerippe
Allgemein:
Gerippe (Skelett) symbolisiert oft den Wunsch, den Dingen auf den Grund zu kommen, sie genauer zu verstehen. Nicht selten symbolisiert es
aber auch verdrängte Angst vor dem Tod, manchmal Todessehnsucht mit Selbstmordgedanken; dann kann Psychotherapie erforderlich
werden.
Volkstümlich:
(arab. ) : – erblicken: meide die wilden Vergnügungen, sie bringen dir nur Schaden.
(europ.) : – sehen: verkündet schlechte Zeiten, man sei auf der Hut vor Ausgaben und leichtem Lebenswandel; zeigt Unglück an.
(ind. ) : – sehen: Krankheit.
Gerissenheit
Volkstümlich:
(europ.) : – gerissen sein: man wird gute Laune vortäuschen, um die Freundschaft wohlhabend er und froher Menschen zu erringen;
– mit falschen Menschen befreundet sein: man wird davor gewarnt, von diesen getäuscht und das die eigenen Mittel zu
deren Vorteil benutzt werden.
Gerste
Artemidoros:
Das Bestellen des Ackers ist für Heiratslustige und für Kinderlose von guter Vorbedeutung; das Ackerland bedeutet ja nichts anderes als die
Frau, die Samen und die Pflanzen die Kinder und zwar Weizen die Söhne und Gerste die Töchter, Hülsenfrüchte aber Fehlgeburten; allen
übrigen Menschen zeigt es Anstrengung und Drangsal an.
Allgemein:
Gerste hat die gleiche Bedeutung wie Getreide, meist kündigt sie gesicherten Wohlstand an.
Spirituell:
Die Gerste ist das Symbol der geistigen und körperlichen Kraft und Zuversicht.
Volkstümlich:
(arab. ) : – sehen: Gesundheit erlangen;
– ernten: Geburt einer Tochter, sowie Wohlstand und ein erfülltes Leben bevor;
– essen: es ist einem eine unverwüstliche Gesundheit beschieden.
(europ.) : – (Graupen) essen: zeigt gute Gesundheit an;
– sehen: du kommst zu Wohlstand;
– verdorbene: bedeutet Verlust.
(ind. ) : – sehen: du wirst durch die Hilfe von Verwandten zu Wohlstand kommen;
– essen: Gesundheit.
(Siehe auch „Acker“, „Getreide“, „Korn“)
Gerstenbrot
Volkstümlich:
(arab. ) : – essen: Tage voll Glück und Gesundheit erleben.
Gerstenfeld
Volkstümlich:
(europ.) : – durch ein solches gehen: warnt vor Üppigkeit;
– Gerstenfeld sehen: es werden sich die größten Wünsche erfüllen und sämtliche Bemühungen werden mit Erfolg gekrönt.

572
Geruch
Assoziation: – Intuition aufgrund von Sinneswahrnehmungen.
Fragestellung: – Was riecht in dieser Situation gut oder schlecht?
Allgemein:
Wenn der Träumende in seinem Traum einen Geruch wahrnimmt, bedeutet dies meist, daß er versucht, einen Gegenstand oder eine
Erfahrung einzuordnen oder herauszufinden, woher der Geruch kommt. Die sinnliche Wahrnehmung ist im Traum allgemein sehr scharf,
doch der Geruchssinn tritt nur dann hervor, wenn eine besondere Deutung notwendig ist. Geruch kann Erinnerungen und Erfahrungen
verdeutlichen, die man nur aus der Vergangenheit verstehen kann. Gute oder schlechte Gerüche im Traum verweisen im Allgemeinen meist
auf eine erfreuliche oder unerfreuliche Entdeckung – in der Regel eines intimen Geheimnisses – bei uns selbst oder bei anderen.
Psychologisch:
Die Kindheit ist eine Zeit, in der Gerüche eine große Rolle spielen. Viele von ihnen sind für immer mit bestimmten Ereignissen oder
Situationen verbunden, etwa der Duft frisch gebackenen Brotes oder von Blumen oder der Geruch von Schulmahlzeiten. Ein angenehmer
Geruch kann glückliche Zeiten repräsentieren, ein schlechter für Erinnerungen an besonders schlimme Zeiten stehen oder vor Gefahren
warnen.
Spirituell:
Wenn sich die spirituelle Wahrnehmung entwickelt, kann die Fähigkeit, Gerüche aus der Vergangenheit auf einer hellseherischen Ebene
wahrzunehmen und zu erkennen, etwas beängstigend sein. Wird diese Fähigkeit nur als Mittel verstanden, um ein Ereignis, einen Ort oder
eine Person richtig einzuordnen, dann muß sie nicht zu einem Problem werden.
Volkstümlich:
(arab. ) : – schlechte Gerüche wahrnehmen: rechne auf nichts Gutes; Falschheit und Treulosigkeit werden dich belästigen;
man wird sich gegen seine Gegner erfolgreich zur Wehr setzen;
– gute Gerüche wahrnehmen: Befriedigung deiner Wünsche und Gewinn wahrer, treuer Freunde;
auch: man soll sich vor Menschen hüten, die in Wahrheit einem nicht wohlgesonnen sind.
(europ.) : – selbst Parfüm tragen: Luxus und Hochmut;
– von jemanden mit Parfüm besprengt werden: Achtung und Freundschaft von dessen Seite;
– angenehmer: bedeutet Erfreuliches;
– unangenehmer: es wird Ärger geben; unerfreuliche Auseinandersetzungen und unzuverlässige Hilfskräfte;
– verlieren: Feinde stellen einem nach;
– süße Düfte einatmen: eine schöne Frau versüßt einem das tägliche Leben; auch: erfolgreiche Finanzierungsgeschäfte tätigen;
(ind. ) : – achte auf deine Feinde.
(Siehe auch „Duft“, „Parfum“)
Gerücht
Volkstümlich:
(europ.) : – Interesse an Gerüchten haben: man wird wegen zu großem Vertrauen in oberflächlichen Freundschaften
einige erniedrigende Niederlagen einstecken müssen;
– selbst die Zielscheibe von Gerüchten sein: man wird eine angenehme Überraschung erleben.
Gerümpel
Volkstümlich:
(europ.) : – verkündet Bedrängnis und Unheil.
Gerüst
Allgemein:
Gerüst stellt eine Hilfe bei Plänen dar, die man aus eigener Kraft nicht verwirklichen kann. Ist der Träumende im Begriff, ein Werk (neues
Gebäude) aufzubauen, so wird es ihm gelingen, wenn ihm dieses Symbol erscheint. Beobachtet man jedoch ein Gerüst, das einstürzt, sollte
man sich vor gewagten Unternehmungen hüten. Arbeitet man darauf, wird man zum Ziel gelangen, beim Absturz drohen Mißerfolge, weil
man zu große Risiken eingeht.
Psychologisch:
Weist auf einen Neuanfang oder Wiederaufbau hin, bei dem auf Altem, vielleicht morsch Gewordenem aufgebaut werden soll. Mit dem
eingerüsteten Haus will uns das Unbewußte raten, wir sollten mehr an unsere Gesundheit denken. Gerüste, die nur mit großer Mühe zu
besteigen sind, geben uns zu verstehen, daß wir es schwer haben werden, nach oben zu kommen, erfolgreich zu sein. Wer aber auf einen
Gerüst schwindelfrei arbeitet, dessen Angelegenheiten können zu einem guten Ende gebracht werden.
Volkstümlich:
(arab. ) : – aufbauen sehen: du mußt fest auftreten, um dir Respekt zu verschaffen und ans Ziel zu gelangen;
– einstürzen sehen: wenn du dir nicht selbst hilfst, so wirst du nirgends Beistand finden.
(europ.) : – sehen: deutet auf ein gefährliches Unternehmen;
– eines aufbauen: man hat extreme Tendenzveranlagung sich abzusichern;
– auf einem stehen: man überprüfe seine soziale Absicherung und sei sparsamer;
– auf einem Gerüst arbeiten: man wird einer Gefahr mutig begegnen;
– von einem stürzen: der Verwirklichung eines Planes werden sich unerwartete Hindernisse entgegenstellen;
– umfallen sehen: Tapferkeit ist nötig, aber Tollkühnheit schadet;
– unter einem stehen: man macht zuviel Kompromisse, oder man benutzt zu viele Ausreden.
(ind. ) : – bauen sehen: sei in Geschäften vorsichtig;
– einstürzen sehen: verlasse dich nur auf deine eigene Kraft.
(Siehe auch „Haus“)
Gesandte
Volkstümlich:
(arab. ) : – sehen: eine hohe Auszeichnung erlangen.

573
Gesang
Allgemein:
Wer sich im Traum singen hört, hat gerade eine seelische Belastung hinter sich und stimmt nun „ein Lied der Erleichterung“ an – meint die
traditionelle Deutung. Gesang kann oft innere Harmonie und Ausgeglichenheit anzeigen; vielleicht weist er aber auch darauf hin, daß man
sich selbst Mut machen und negative Erfahrungen der Vergangenheit überwinden soll.
Psychologisch:
Musikträume sind äußerst selten und eher eine real gehörte Wahrnehmung (vielleicht aus der Nachbarwohnung?), die dann möglicherweise
einer Traumhandlung „die Tonspur unterlegt“.
Volkstümlich:
(arab. ) : – von Menschen hören: Frohsinn; man soll sich nicht von einem Mitmenschen zurückziehen, der seine Unterstützung benötigt;
– selber singen: man wird sich gegen eine schlechte Nachricht wappnen müssen;
– von Vögeln hören: angenehme Belustigung.
(europ.) : – Versuch, sich etwas von der Seele zu wälzen; man muß versuchen, sich etwas zu erleichtern;
– heiteren Gesang hören: verspricht Freunde; bedeutet Frohsinn;
– selbst singen: Herzleid; Traurigkeit;
– Gesang oder Gezwitscher der Vögel hören: Heiterkeit und gute Laune.
(ind. ) : – (ertönen hören, sich an ihm beteiligen): Frohsinn, Vergnügen, Sorglosigkeit.
Gesäß
Psychologisch:
Nach Freud Symbol des Infantil-Sexuellen, wobei man sich meist an seine Jugend erinnert fühlt und dort die Wurzeln allen Übels sucht. Wer
das Gesäß im Traum entblößt, gibt sich im Wachleben eine Blöße, die auf eigene Minderwertigkeitskomplexe schließen lassen könnte. Wer
träumt, die Hose plötzlich zu verlieren und „vor aller Augen“ mit nacktem Hinterteil dazustehen, hat „einiges zu verbergen“ – und deswegen
auch Angst, „sich eine Blöße zu geben“.
Volkstümlich:
(europ.) : – das eigene sehen: bedeutet Schmach;
– das eines Mannes sehen: bedeutet Ungemach;
– das einer Frau sehen: man wird Neuigkeiten erfahren;
– das eines Kindes sehen: bringt Befreiung von Übeln aller Art.
Geschäft
Assoziation: – Ressourcen; Vielfalt; Auswahl.
Fragestellung: – Nach welchen neuen Dingen suche ich?
Allgemein:
Wenn wir in einem Geschäft oder Laden einkaufen, müssen wir die gekauften Gegenstände mit Geld bezahlen. Ein Traum von Einkäufen
handelt daher oft von etwas, das wir haben möchten oder brauchen, in Verbindung mit dem, was wir dafür bezahlen oder geben. Oft stellt ein
solcher Traum Emotionen dar: Wenn ein Mann oder eine Frau für Dessous zuviel Geld bezahlt, spürt er/sie vielleicht, daß es ihn/sie –
emotional oder körperlich – teuer zu stehen kommt, die Partnerin/den Partner oder die/den Geliebte(n) zu beeindrucken. Natürlich ist auch
das Gekaufte wichtig – betrachtet man es als eigenständiges Symbol. Man sollte sich auch die Art des Geschäftes ansehen, in dem die
Traumszene sich abspielte.
Psychologisch:
Ein Geschäft symbolisiert im Traum etwas, das der Träumende haben möchte oder zu brauchen glaubt. Kennt er das Geschäft gut, dann heißt
dies, daß er weiß, was er vom Leben will. Handelt es sich um ein ihm unbekanntes Geschäft, dann muß er möglicherweise in seinem
Gedächtnis nach Erinnerungen suchen. Einkaufen heißt, einen fairen Tauschhandel mit dem Ziel abzuschließen, seine Wünsche zu
befriedigen. Der Träumende besitzt das richtige Mittel (das Geld) und kann es gegen das eintauschen, was er möchte. Auch der eingekaufte
Gegenstand selbst kann von Bedeutung sein. Ein Supermark weist darauf hin, daß der Träumende eine Wahl treffen muß. Wenn der
Träumende Lebensmittel einkauft, benötigt er Nahrung, wählt er Kleidungsstücke aus, stehen diese vielleicht für Schutz. Im Traum handelt
es sich meist um Gegengeschäfte, die uns die Seele anbietet, damit wir die Ratschläge des Unbewußten befolgen. Junge Leute träumen kaum
von Geschäften, die sie machen, weil sie ja noch am Anfang des Lebenskampfes stehen. Ältere Menschen ziehen schon eher einmal im
Traum Bilanz, wobei es aber kaum um finanzielle Dinge geht.
Spirituell:
Auf dieser Ebene ist ein Geschäft ein Ort spirituellen Austauschs.
Volkstümlich:
(arab. ) : – dein Fleiß bringt dich vorwärts.
(europ.) : – Symbol für seelische Exhibition (Zurschaustellung), allzu freiwillige Anbietung;
– sehen: durchtriebene und eifersüchtige Freunde werden sich einem beim Vorankommen in den Weg stellen;
– haben: es gibt Mühe und Plage.
(Siehe auch „Laden“, „Mark „, „Warenhaus“)
Geschäftsbücher
Volkstümlich:
(europ.) : – sehen oder handhaben: ungünstiges Omen.
(Siehe auch „Buchstaben“)
Geschäftspapier
(Übereinkunft)
Volkstümlich:
(europ.) : – ist eine Warnung vor einem Fehler in den Plänen, den man möglicherweise übersehen hat;
Kalkulationen und Hoffnungen könnten über den Haufen geworfen werden; wenn man den
Vertrag nicht unterzeichnet, sondern lediglich sich durchliest, wird man gut durchkommen.
Geschäftspartner
Volkstümlich:
(europ.) : – mit einem Korb voller Geschirr auf seinem Rücken sehen und läßt er diesen dann fallen,
so daß sich das Geschirr mit anderem vermischt: Ihr Geschäft wird einen Verlust durch
unüberlegte Handlungen des Partners erleiden; wenn man ihn dafür tadelt, wird man den
Verlust teilweise wieder ausgleichen können.

574
Geschäftszeit
Psychologisch:
Man rennt gehetzt los und möchte noch unbedingt etwas ganz Wichtiges einkaufen – aber wo immer man gerade die Ladentür öffnen will, ist
schon geschlossen. Die Ladenschlußzeit als kleiner Alltag-Alpstraum ist Symbol für emotionales „Ausgesperrtsein“ – man leidet unter dem
Eindruck, daß alle anderen mehr Glück haben, eher einen Wunschpartner (die schönere Wohnung, die besseren Beziehungen, die besseren
Berufschancen usw.) und auch sonst viel mehr von der Sonnenseite des Lebens abbekommen. Ein sehr häufiger Frauentraum (besonders in
Trennungssituationen), wenn die eigene Durchsetzungskraft und das Selbstwertgefühl einen Tiefpunkt erreicht haben. Solche Träume sollten
als Hinweis verstanden werden, daß man „rechtzeitig etwas tun“ (aktiv werden) muß, um eine positive Veränderung einzuleiten.
Geschenk
Assoziation: – Anerkennung; Würdigung.
Fragestellung: – Welchem Teil meiner Selbst möchte ich huldigen? Was weiß ich zu schätzen?
Allgemein:
Geschenk interpretiert man meist als Wende im Leben hin zu günstigeren Verhältnissen.
– Vielleicht erhält man auch mehr Anerkennung oder geht eine neue Liebesbeziehung ein.
– Ein Geschenk kann auf eine Begabung hinweisen. Erhält der Träumende in seinem Traum ein Geschenk, zeigt dies, daß er geliebt
und anerkannt wird und von einer Beziehung zu profitieren vermag.
– Macht er ein Geschenk, dann ist ihm bewußt, daß er Eigenschaften besitzt, die anderen Menschen zugute kommen können.
– Ein Berg von Geschenken in einem Traum kann bisher unerkannt Talente und Fertigkeiten symbolisieren.
– Geben die Geschenke – wie etwa Geburtstagsgeschenke – einen Hinweis auf einen Zeitpunkt, kündigt dieser möglicherweise einen
Erfolg an.
– Ein Geschenk heißt manchmal auch Präsent und kann daher ein Wortspiel sein. Der Träumende wird daran erinnert, präsent zu sein,
im Augenblick oder im Hier und Jetzt, und nicht in der Vergangenheit oder Zukunft zu leben.
Die Traumforscher im alten Ägypten glaubten, daß Geschenke, die man bekommt, auf eine spürbare Besserung der Verhältnisse hinweisen.
Psychologisch:
Jeder Mensch hat unbewußtes Wissen gespeichert, das ihn von Zeit zu Zeit zugänglich wird; es kann im Traum durch ein Geschenk
symbolisiert werden. Wenn der Träumende in seinem Traum etwas „präsentiert“, bedeutet dies, daß er die Arbeit, die er geleistet hat,
vorzeigt, um Bestätigungen zu erhalten. Geschenke lassen sich nicht immer eindeutig einordnen. Meist sind sie mit einer Umwandlung des
bisherigen Lebensstils verbunden, da uns bisher vielleicht nichts geschenkt wurde. Hat man ein Geschenk bekommen, kann es auch ein
Zufriedenheitstraum sein, denn man hat was man sich wünschte, oder ein entsprechendes Erlebnis steht unmittelbar bevor. Wer selbst im
Traum Geschenke für andere besorgt, möchte seine Beziehung (meist zur beschenkten Person) verbessern oder eventuell auch den eigenen
Stellenwert innerhalb einer Gruppe anheben.
Spirituell:
Auf der spirituellen Ebene weist ein Geschenk im Traum auf kreative Talente hin, die dem Träumenden vielleicht bisher noch nicht bewußt
waren. Für eine spirituelle Entwicklung ist es notwendig, präsent zu sein und in der Gegenwart zu leben. Der Träumende muß dazu in der
Lage sein, alles was das Leben ihm präsentiert, gut für sich zu nutzen, aber gleichzeitig auch erkennen, daß dies auch für andere Menschen
von Belang sein und Auswirkungen auf ihr Leben haben kann.
Volkstümlich:
(arab. ) : – erhalten: hüte dich vor Spekulationen;
auch: seine Verhältnisse durch einen finanziellen Gewinn verbessern können;
– geben: Undank ernten; auch: selbst in eine sorgenfreie Zukunft blicken.
(europ.) : – Abtastung und Abschätzung der Beziehungen zu anderen;
– überreicht bekommen: bedeutet, daß man gegen Verlust und Leid zu kämpfen haben wird;
– annehmen: bedeutet Verlust;
– zugeschickt bekommen: man wird Feindseligkeit spüren; Bemühungen werden vom Pech verfolgt;
– eines machen: du wirst gute und treue Freunde gewinnen; bringt Gewinn;
auch: in seinen Zahlungen nicht zurückliegen und ungewöhnlich viel Glück in Spekulationen
und Liebesangelegenheiten haben;
auch: man sollte sich vor übereilten Handlungen und Entschlüssen hüten.
(ind. ) : – erhalten: deine schlechten Verhältnisse werden sich bald bessern;
– machen: hüte dich vor übereilten Handlungen.
(Siehe auch „Geburtstag“, „Schenken“ und unter einzelne Geschenke)
Geschenkkorb
Volkstümlich:
(europ.) : – ein angenehmer Besuch ist zu machen; seien sie auf der Hut, wenn Sie zu später Stunde reisen.
Geschichte
Allgemein:
Jeder Mensch befaßt sich sowohl mit der eigenen als auch mit der historischen Vergangenheit. Geschichten bieten vielleicht die objektive
Beurteilung einer subjektiven Art zu existieren. Wenn der Träumende einen historischen Traum hat, der etwa im Mittelalter oder in der Zeit
der Weltkriege angesiedelt ist, dann stellt er durch diesen Traum eine Verbindung zu Gefühlen und Persönlichkeitsanteilen der
Vergangenheit her. Er nimmt Verbindung mit der Person auf, die er früher einmal war. Vielleicht führt ihn dies auch zu altmodischen
Glaubensvorstellungen und Lebensweisen.
Psychologisch:
Im Traum erzählte Geschichten sollte man sich möglichst merken können – sie handeln meist von wesentlichen Ereignissen oder
entscheidenden Situationen des eigenen Lebens, deren besonderen Stellenwert man aber leider erst später (zu spät?) erkennen kann. Tip:
Auch wenn die ganze Geschichte am nächsten Morgen nicht mehr restlos erinnert werden kann – was immer davon „noch da“ ist, bitte
notieren. Mit größter Wahrscheinlichkeit wird diese Traumnotiz später einen wichtigen Hinweis geben oder ein fehlendes Gedanken-
„Puzzle“ darstellen. Das gilt ganz besonders für Geschichten, die man wiederholt oder gar in Fortsetzungen (wie eine Filmserie) träumt.
Spirituell:
Auf der spirituellen Ebene kann ein Traum, in dem der Träumende sich in verschiedenen geschichtlichen Epochen wiederfindet, ein Hinweis
auf eine frühere Inkarnation sein.

575
Geschicklichkeit
Allgemein:
Im allgemeinen spiegeln Träume, in denen körperliche Geschicklichkeit eine Rolle spielt, einen Bedarf an Fertigkeiten im Wachleben wider,
doch in der Regel auf einer anderen als der rein physischen Ebene (außer wenn der Beruf Rechtshändigkeit erfordert oder man z.B. ein
begeisterter Heimwerker ist.) Wenn es im Traum um Geschicklichkeit ging, war man vielleicht ein trauriger Versager oder kam mit der
Aufgabe nur schwer zurecht. Das könnte eine Warnung sein, daß man die Dinge zu leicht nimmt, oder das man sich auf seine derzeitige
Aufgabe konzentrieren sollte. Der Traum kann natürlich auch einfach bewußte oder unbewußte Ängste widerspiegeln. Ballettänzer träumen
oft, daß sie einen schwierigen Schritt nicht exakt ausführen konnten. Die meisten Menschen haben Angstträume in Bezug auf ihre Arbeit,
und in der Regel steckt auch nicht mehr dahinter.
Psychologisch:
Vielleicht träumen Sie manchmal von irgendeinem handwerklichen oder kunstgewerblichen Talent, das Sie geschickt und erfolgreich
ausüben? Es könnte durchaus ein Hinweis auf eine bislang ignorierte – oder unterschätzte – Begabung sein. Wie wäre es mit einem Versuch?
Geschirr
Assoziation: – Gefäße für Nährendes.
Fragestellung: – Womit will ich mich nähren?
Allgemein:
Eß- Geschirr symbolisiert meist das Verhältnis zu anderen Menschen und bringt dann oft zum Ausdruck, daß man sich unbeholfen,
ungeschickt, schüchtern oder plump verhält. Zerbrochenes Geschirr wird traditionell als Glückssymbol verstanden, warnt vielleicht aber auch
vor Streit.
Psychologisch:
Alle Arten des Geschirrs tragen Speisen und sind zunächst in bezug auf die betreffende Speise zu deuten. Die Form – ob eckig oder rund,
offen oder geschlossen – ist von Bedeutung. Und wieder ist darauf zu achten, aus welchem Material dieses Geschirr im Traum besteht.
Porzellan und Glas ist leicht zerbrechlich, bei Glas kommt seine Durchsichtigkeit hinzu. Steingut ist schwer und eher stabil. Achten Sie auch
darauf, ob das Geschirr eher edel oder einfach ist. Was symbolisiert seine Verzierung oder seine Farbe? Wäscht man im Traum Geschirr ab,
ist man in einer unklaren Lage, bei der einem manches aus der Hand rutschen kann. Glückhafte Änderungen im familiären Bereich sollen
sich ergeben, wenn wir neues Geschirr kaufen, weil wir vielleicht das alte zerbrochen haben; hier gilt also: Scherben bringen Glück!
Glas: Das Glas hält wie die Tasse und der Krug Flüssigkeiten, nur das es durchsichtig ist. Das deutet meistens daraufhin, daß man seine
Gefühlsinhalte durchsichtig machen sollte – in seltenen Fällen kann es auch das Gegenteil bedeuten, daß man nämlich seine
Gefühlsinhalte zu deutlich zeigt.
Krug: Der Krug hält Flüssigkeiten und deutet damit auf das Gefühl. Er gibt wie die Tasse und das Glas dem Gefühl eine Form. Es geht
bei diesem Traumsymbol um die Gestaltung des eigenen Gefühls und besonders darum, die seelischen Bedürfnisse in die Hand zu
nehmen, das heißt, zu erfassen und mit ihnen etwas anzufangen.
Schüssel: Die Schüssel ist unter anderem ein verbreitetes weibliches Symbol durch ihre Rundheit. Hier kommt es darauf an, womit die
Schüssel Ihrer Vorstellung nach gefü llt werden kann. Sehen Sie das als Hinweis auf Ihre Aufnahmefähigkeit.
Tasse: Die Tasse umfaßt meistens eine heiße Flüssigkeit wie Kaffee oder Tee. Hier finden wir die Leidenschaft, das heiße Gefühl
angesprochen.
Teller: Die Bedeutung des Tellers ist dadurch bestimmt, was er trägt, wie er verziert ist und aus welchem Material er besteht. Ist er
schmutzig oder sauber? Haben Sie Ihren Teller leer-gegessen? Das heißt, verinnerlichen Sie das, was Ihnen vorgesetzt wird?
Essen Sie das, was auf den Tisch kommt?
Volkstümlich:
(arab. ) : – (Küchengeräte) sehen: Zwist im Hause;
überraschender Besuch eines alten Bekannten, der jedoch Verdruß bringen wird;
– für Ledige sehen: auf eine baldige Hochzeit hoffen dürfen;
– aus Blech: man wird eine gute Partie machen;
– zerbrechen sehen: Glück in allen Lebenslagen;
– zerbrochenes sehen: Streitigkeiten mit unbekannten Personen;
– selbst zerbrechen: unglücklicher Zufall;
– abwaschen: die Erfüllung seiner Pflichten bereitet einem Probleme.
(europ.) : – (zum Anschirren der Tiere): verspricht gute Geschäfte bei einigem Fleiß;
– (Kochgeschirr): im allgemeinen Klatscherein;
– man geht mit anderen Menschen vorsichtig oder leichtsinnig um und zerbricht dabei manches leicht;
– sehen: häuslicher Zwist;
– für Ledige, viel Geschirr sehen: es steht bald eine Hochzeit bevor;
– neues kaufen: Vergrößerung der Familie;
– schmutziges sehen: man wird Sorgen im Haushalt haben;
– abwaschen: Harmonie in der Liebe und Freundschaft;
– mutwillig zerschlagen: Familienzwist und Streit; sich wie der „Elefant im Porzellanladen“ verhalten;
– selbst zerbrechen: bedeutet Glück;
– zerbrechen sehen: kündigt Streit in der Familie oder viel Unannehmlichkeiten an;
– zerbrochenes sehen: du wirst Freunde verlieren;
– aus Metall haben: gute Verhältnisse, auch reiche Heirat;
– goldenes (sowohl Eßgeschirr, wie Geschirr an Wagen, Equipage und dergl.): Reichtum.
(ind. ) : – metallenes: du wirst eine reiche Heirat machen;
– zerbrechen: weiche dem Streit aus.
(Siehe auch „Glas“, „Porzellan“)
Geschirrspülmaschine
Psychologisch:
Die Geschirrspülmaschine besitzt von allen Haushaltsgegenständen die männlichste Ausprägung. Sie wurde nämlich in der Zeit erfunden, als
Frauen begannen, auch von ihren Männern die Mitarbeit im Haushalt zu fordern. Sie symbolisiert die männliche Rationalität im Haushalt.
Ferner verweist sie, was nahe liegt, auf die Reinigung und auf die Ordnung im Alltagsleben.

576
Geschlagen werden
Volkstümlich:
(arab. ) : – einem Akt boshaften Neides preisgegeben werden; du wirst eine Kränkung erleiden.
(europ.) : – bedeutet, daß man seine Feinde überwinden wird.
(ind. ) : – du hast Glück auf einer Geschäftsreise.
Geschlechtskrankheiten (Siehe „Sexualität“)
Geschlechtsorgane / Geschlechtsteile
Artemidoros:
Es träumte jemand, seine Frau ziehe ihr Kleid hoch und zeige ihm ihr Geschlechtsteil. Die Frau beschwor ihm viel Unheil herauf; denn sie
hatte vor ihm zum Zeichen ihrer Verachtung das Kleid in die Höhe gezogen. Eine Frau träumte, sie halte das vom übrigen Körper losgelöste
Geschlechtsglied ihres Mannes in den Händen, pflege es und sei sehr darauf bedacht, daß ihm nichts geschehe. Sie bekam vom Mann einen
Sohn, den sie großzog; das Glied des Mannes war das Symbol des Sohnes, weil dieser mit dessen Hilfe gezeugt war. Da aber das Glied vom
übrigen Körper getrennt worden war, ließ sie sich von ihrem Mann scheiden, nachdem sie den Sohn großgezogen hatte. Es träumte jemand,
er habe ein eisernes Geschlechtsglied. Es wurde ihm ein Sohn geboren, der ihn umbrachte; denn das Eisen wird durch den Rost zunichte, der
aus ihm entsteht. Es träumte jemand, er füttere sein Geschlechtsglied wie ein Tier mit Brot und Käse. Er nahm ein schlimmes Ende; denn
anstatt die Nahrung dem Mund zuzuführen, verabreichte er sie dem Glied, als ob er damit andeuten wollte, er habe weder Gesicht noch
Mund. Es träumte jemand, sein Geschlechtsglied sei bis zur Eichelkrone voller Haare und infolge des plötzlichen eintretenden Sprießens
ganz zottig. Er wurde ein ausgesprochener Wollüstling, der sich jeder Art der Ausschweifung hingab, nur gebrauchte er sein
Geschlechtsglied nicht nach Art, wie es Männer zu tun pflegen. Kein Wunder also, wenn dieser Körperteil so träge wurde, daß wegen der
fehlenden Reibung an einem anderen Körper Haare darauf wachsen konnten. Jemand träumte, er habe drei Geschlechtsglieder. Er war
Sklave, wurde freigelassen und erwarb statt eines Namens drei, indem er die zwei anderen vom Freilasser hinzunahm. Ein Athlet träumte, er
habe, nachdem er sich das Geschlechtsglied abgeschnitten und mit einem Ölzweig den Kopf umwunden hätte, den Siegeskranz erhalten. Er
wurde Sieger in den heiligen Spielen und berühmt; und solange er jungfräulich lebte, errang er als Athlet glänzende Erfolge und Ruhm; als er
sich aber den Freuden der Liebe ergeben hatte, mußte er ruhmlos seinen Beruf aufgeben.
Allgemein:
Entlastungstraum, der Entspannung bringt; Auslösung von Verdrängungen, unterdrückten Wünschen usw.
Psychologisch:
Wenn jemand „anschaulich“ davon träumt, hat es vermutlich mehr mit Lust als mit Symbolik zu tun. Trotzdem – es gibt sie, die symbolische
Doppeldeutigkeit solcher nur scheinbar sexuellen Träume: Nicht selten hat ein riesiger geträumter Phallus vor allem die „Macht“ (oder die
Angst davor) der in vielen Lebensbereichen immer noch präsenten „männlichen Überlegenheit“. Andererseits geht es in vielen psychischen
Vorgängen und Wahrnehmungen (wozu sicher auch Träume gehören) nach S. Freud um „die Loslösung der Sexualität von den Genitalien“.
Das heißt: Auch wenn es (ganz besonders eindeutig) danach aussieht, daß ein Mensch „immer nur das eine will“, sucht er doch eigentlich das
ideale sinnlich-erotische Gesamterlebnis, die Liebe.
Geschlechtsverkehr
Artemidoros:
Das Kapitel über den Geschlechtsverkehr gliedert man am besten in der Weise, daß man zuerst denjenigen bespricht, der im Einklang mit
Natur, Gesetz und Sitte steht, dann den gesetzwidrigen und schließlich den widernatürlichen. Hinsichtlich des nach dem Gesetz erlaubten
Geschlechtsverkehrs gilt folgendes: Seiner eigenen Frau beizuwohnen, wenn sie einwilligt, dazu Lust hat und sich gegen den Verkehr nicht
sträubt, ist für alle ohne Ausnahme gut; denn die Gattin bedeutet das Handwerk des Träumenden oder sein Geschäft, aus dem er Lust und
Freude schöpft, dem er wie seiner Frau vorsteht und das er leitet. Das Traumgesicht bezeichnet also den materiellen Nutzen, den man aus
seinen Tätigkeiten zieht; denn ebenso wie der Liebesgenuß bereitet auch materiellen Gewinn den Menschen Freude. Sträubt sich aber die
Gattin oder ist sie nicht zu Willen, bedeutet es das Gegenteil. Dasselbe gilt von der Geliebten. Der Verkehr mit Hetären in Bordellen bedeutet
einerseits einen kleinen Skandal und geringfügige Ausgaben; denn Männer, die sich mit diesen Personen einlassen, schämen sich und zahlen
obendrein. Andererseits sind Hetären im Hinblick auf jedes Vorhaben von guter Vorbedeutung; sie werden ja von einigen die
„Geschäftstüchtigen“ genannt, und sie geben sich ohne Widerstreben preis. Wähnt man, eine unbekannte Frauensperson zu beschlafen, und
ist diese wohlgewachsen, anmutig, kostbar und fein gekleidet, mit goldenen Halsketten behängt und bietet sie sich selbst an; so ist das für
den Träumenden ein gutes Zeichen und kündigt ihm einen großen Erfolg in seinen Unternehmungen an; ist es aber ein altes, häßliches,
mißgestaltetes und in Lumpen gehülltes Weibsbild, das sich übel aufführt und sich nicht hergeben will, so bedeutet es das Gegenteil von
dem, was die vorige bedeutet. Unbekannte Frauenspersonen haben nämlich als Abbilder von Unternehmungen zu gelten, die für den
Träumenden einen Ausgang nehmen werden. Je nachdem das Frauenzimmer geartet ist und sich gibt, dementsprechend wird die
Unternehmung des Träumenden sich abwickeln. Gut ist es ferner, seiner eigenen Sklavin oder seinem eigenen Sklaven beizuwohnen; denn
die Sklaven machen das Vermögen des Träumenden aus. Deshalb bedeuten sie ihm ganz natürlich Befriedigung in seinem Vermögen, das
größer und ansehnlicher wird. Übel dagegen ist es, von einem Haussklaven gebraucht zu werden, weil man Verachtung und Schaden von
ihm zu gewärtigen hat. Dasselbe gilt, wenn einem solches von seinem Bruder widerfährt, gleichgültig, ob er jünger oder älter ist, oder von
einem persönlichen Feind. Träumt man, mit einer gut bekannten und befreundeten Frau zu verkehren, in die man verliebt ist und die man
begehrt, so hat das Traumerlebnis infolge der entfachten Leidenschaft keine Bedeutung. Hat der Träumende aber kein Verlangen nach der
Frau, beschert es ihm etwas Gutes, falls die Betreffende vermögend ist; denn in jedem Fall wird der Mann von der Frau, die er im Traum
erblickte, unmittelbar oder mittelbar einen Nutzen haben. Ganz natürlich ist eine, die sich selbst anbietet, auch mit ihrer Habe freigebig.
Häufig bringt dieses Traumgesicht dem Träumenden, weil er in die Geheimnisse der Frau eingedrungen ist, Vorteil; denn solch eine
Frauensperson gibt die Möglichkeit, auch das Geheimste zu berühren (Ta aporreta = das Geheimnis ist gleichbedeutend mit ta aidoia = die
Schamteile). Nichts Gutes bringt es, wegen des Gesetzes, eine gesetzlich Verheiratete zu beschlafen. Dieselben Strafen, die das Gesetz über
den beim Ehebruch Ertappten verhängt, zieht auch das Traumgesicht nach sich. Dagegen ist es für eine Frau von Nutzen, von einem
Bekannten, sei er wer er sei, in Anspruch genommen zu werden. Einem Mann wiederum bringt es Vorteil, von einem reichen und älteren
gebraucht zu werden; denn von solchen Personen bekommt man gewöhnlich etwas; übel dagegen ist es, wenn einem solches von einem
jüngeren oder bettelarmen widerfährt; denn solchen Leuten pflegt man noch etwas dazugeben. Dasselbe bedeutet es, wenn der, welcher in
Anspruch nimmt, zwar älter, aber ein Bettler ist. Träumt einer, sein Glied mit den Händen zu erigieren, wird er einen Sklaven oder eine
Sklavin gebrauchen, weil die Hände, die dabei betätigt werden, Hilfsdienste leisten. Besitzt er keine Sklaven, wird er Schaden erleiden,
wegen der nutzlosen Ausscheidung des Samens. Ich kenne einen Sklaven, dem es träumte, er masturbiere seinen Herrn; er wurde Betreuer
und Erzieher von dessen Kinder; denn er hatte das Glied seines Herrn, das dessen Kinder bezeichnet, in die Hand genommen. Ein anderer
wiederum ist mir bekannt, der träumte, dasselbe widerfahre ihm von seitens seines Herrn. Er wurde an eine Säule gebunden, erhielt eine
Tracht Prügel und wurde auf diese Weise von seinem Herrn gestreckt. Hinsichtlich des gesetzwidrigen Geschlechtsverkehrs hat man
folgendermaßen zu entscheiden: Seinen noch nicht fünfjährigen Sohn zu gebrauchen bedeutet diesem den Tod, wie ich häufig festgestellt
habe; diese Auslegung ist ganz folgerichtig, weil das Kind verdorben wird; „Verderben“ nennen wir aber den Tod. Ist der Junge älter als fünf

577
Jahre, aber noch nicht zehn, wird er erkranken, während der Träumende sich unbedacht in Geschäfte einlassen und dadurch ruinieren wird.
Denn der vor der reife mißbrauchte Knabe wird infolge seines zarten Alters Schmerzen leiden und dadurch erkranken, der Vater aber sich
wegen seiner Unvernunft ruinieren; denn niemand, der gesunden Menschenverstand besitzt, denkt daran, seinen Sohn zu gebrauchen oder
überhaupt einen Knaben dieses Alters zu gebrauchen. Ist der Sohn aber über die Kinderjahre hinaus, wird der Vater, falls er arm ist, ihn in
die Schule schicken, den Unterricht sich etwas kosten lassen und sich so für ihn verausgaben (die Ausdrücke apokriseis poieisthai =
absondern, ausscheiden und apousias poieisthai = Verluste erleiden werden im griech. auch in sexueller Bedeutung gebraucht). Hat ein
Richter dieses Traumerlebnis, wird er seinen Sohn viel zuwenden und vererben und ihm auf diese Weise von seiner Fülle abgeben. Glück
bringt es, wenn der Träumende sich mit seinem schon erwachsenen Sohn, falls dieser in der Fremde lebt, einzulassen glaubt; denn der Traum
bedeutet, daß beide zusammenkommen und miteinander verkehren werden, wegen der Bedeutung des Ausdruckes „Verkehr“. Übel dagegen
ist es, wenn der Sohn daheim ist und mit dem Vater zusammenlebt; Vater und Sohn werden sich zwangsläufig trennen, weil der
Geschlechtsverkehr unter Männern meistenteils abwendig erfolgt. Wird man von seinem eigenen Sohn gebraucht, wird man empfindlichen
Schaden durch ihn erleiden; freilich wird ihn auch der Sohn zu spüren bekommen. Träumt jemand, sich mit seinem eigenen Vater
einzulassen, wird er seine Heimat als Verbannter verlassen oder sich mit seinem Vater überwerfen; entweder wird der Vater selbst sich von
ihm abwenden, oder seine Mitbürger, die das selbe bedeuten wie der Vater. Sein ganz kleines, noch nicht fünfjähriges Töchterchen…, ist es
aber jünger als zehn, bedeutet es dasselbe wie beim Sohn. Ist das Mädchen heiratsfähig, wird es einen Mann ehelichen, und der Träumende
wird es aussteuern und auf diese Weise der Tochter von seiner Fülle mitteilen. Ich kenne jemand, der diesem Traumerlebnis zufolge seine
Gattin verlor, wobei das Traumgesicht sich ganz folgerichtig erfüllte. Denn von da ab führte die Tochter ihm den Haushalt und nahm damit
die Pflichten von Gattin und Tochter wahr. Wähnt jemand, mit seiner verheirateten Tochter zu verkehren, so wird diese sich von ihrem Mann
trennen und zum Vater zurückkehren, so daß sie nunmehr mit ihm zusammenlebt und mit ihm verkehrt. Gut ist es für einen Armen, der eine
reiche Tochter hat, wenn er diese beschläft; er wird große Zuwendungen von ihr erhalten und so seine Lust an ihr haben. Häufig machten
reiche Väter nach diesem Traumgesicht auch gegen ihren Willen größere Ausgaben für die Aussteuer ihrer Töchter, und kranke Väter starben
und ließen ihre Töchter als Erben zurück. Von der Schwester zu sprechen erübrigt sich; sie bedeutet dasselbe wie die Tochter. Günstig ist es
für den Träumenden, wenn er seinen Bruder, sei er älter oder jünger, gebraucht; er wird ihn überflügeln und geringschätzig behandeln. Wer
sich mit einem Freund einläßt, wird sich mit ihm verfeinden, zuvor aber Schaden durch ihn erleiden. Über den widernatürlichen
Geschlechtsverkehr kann man folgendes sagen. Träumt ein Richter, er verkehre mit sich selbst, so prophezeit es ihm den Verlust seines
Vermögens, bitterste Not und Hunger, weil kein Partner für ihn da ist, einem Armen dagegen stehen schwere Krankheit oder übermäßige
Qualen bevor; denn ohne große Qual kann niemand mit sich selbst verkehren. Träumt ein Kinderloser, er küsse sein Glied, so werden ihm
Kinder geschenkt werden; hat er Kinder in der Fremde, wird er sie in der Heimat wiedersehen und herzlich küssen; viele Unverheiratete
gingen nach diesem Traumerlebnis eine Ehe ein. Wenn eine Frau eine andere gebraucht, wird sie ihre Geheimnisse der Beischläferin
mitteilen. Kennt sie diese aber nicht, wird sie nutzlose Handlungen in Angriff nehmen. Wird eine Frau von einer anderen in Anspruch
genommen, wird sie sich von ihrem Ehemann trennen oder verwitwen; nichtsdestoweniger wird sie die Geheimnisse der Beischläferin
kennenlernen. Sich mit einem Gott oder einer Göttin zu vereinigen oder von Gott gebraucht zu werden bedeutet einem Kranken den Tod;
denn dann weissagt die Seele die innigste Verbindung mit den Göttern, wenn sie im Begriff ist, ihre Behausung, den Körper, zu verlassen.
Allen anderen kündigt es, wenn sie Lust am Verkehr haben materiellen Nutzen von seiten Bessergestellter an, empfindet sie aber Unmut
dabei, Ängste und Aufregungen. In keinem Fall ist es günstig; Artemis, Athena, Hestia, Rhea, Hera oder Hekate beizuwohnen. Das
Traumgesicht prophezeit dem Träumenden binnen kurzem den Tod; denn diese Göttinen sind ehrwürdig, und diejenigen, welche sie
anzutasten wagen, müssen, wie wir glauben, mit schlimmer Strafe rechnen. Mit Selene zu verkehren prophezeit Reedern, Steuerleuten,
Großkaufleuten, Astronomen, Reiselustigen und Ladstreichern großen Nutzen, allen anderen dagegen Wassersucht; den einen hilft sie wegen
der Bewegung, den anderen, weil es ohne sie keine Himmelsbeobachtung geben kann, die letzteren rafft sie hinweg, weil sie von Natur
feucht ist. Ganz unheilvoll ist es, sich mit einem Toten, Mann oder Frau, zu vereinigen, ausgenommen, es handle sich um die Mutter, die
Schwester, die Ehefrau oder Geliebte, und von einem Toten gebraucht zu werden; denn die Toten werden zu Erde; sie gebrauchen ist also
nichts anderes als in die Erde zu stoßen, und von ihnen gebraucht zu werden, Erde in den Körper aufzunehmen. Beides bedeutet den Tod,
ausgenommen für Leute, die in der Fremde leben und nicht dort, wo die Toten begraben sind; diesen prophezeit das Traumerlebnis die
Heimkehr in das betreffende Land. Und diejenigen, die ihre Heimat verlassen wollen, hindert es daran. Träumt jemand, Sodomie mit einem
Tier zu betreiben, wird er, falls er selbst sich begattet, von einer Person vorteile haben, deren Symbol das betreffende Tier ist. Wird er aber
begattet, wird der Betreffende Zwang und Gewalt zu ertragen haben. Viele starben nach diesem Gesicht. Soviel sei über den
Geschlechtsverkehr gesagt. Scheue keine Mühe, jede Einzelheit des Traumerlebnisses gewissenhaft zu erfragen, denn bisweilen ändern sich
schon bei einem geringfügigen Zusatz oder einer unbedeutenden Auslassung die Traumausgänge. So träumte jemand, der einen kranken
Sohn hatte, er gebrauche ihn und empfinde Lust dabei. Der Knabe blieb am Leben; denn sowohl für „gebrauchen“ als auch für „besitzen“
sagen wir „haben“. In diesem Fall ging die Deutung von dem Lustgefühl aus. Ein anderer, der einen kranken Sohn hatte, träumte, er
gebrauche ihn, sei aber darüber bedrückt. Der Knabe starb; denn „verdorben werden“ ist gleichbedeutend mit „mißbraucht werden“ und mit
„sterben“. In diesem Fall ging die Deutung von dem Bedrücktsein aus. Es träume jemand, er verkehre mit einem Stück Eisen, wie man mit
einer Frau verkehrt. Er wurde zur Sklavenarbeit verurteilt und mußte mit Eisen umgehen, das heißt in Ketten leben, ein anderer, der dieses
Gesicht hatte, wurde das Geschlechtsglied abgenommen. Ein Mann träumte, er werde von Ares gebraucht. Er bekam ein Leiden am Gesäß
und Hintern, und da er auf andere Weise nicht geheilt werden konnte, unterzog er sich einem chirurgischen Eingriff und wurde geheilt. Ares
bedeutet das Eisen des Messers, wie man auch in der Umgangssprache statt Eisen bildlich Ares sagt; das Lustgefühl am Geschlechtsverkehr
deutete an, daß der Eingriff glücklich verlaufen werde.
Psychologisch:
Der Geschlechtsverkehr im Traum ist viel häufiger als Integrationssymbol zu deuten, als der Wunsch nach Sexualität. Man möchte etwas
anderes integrieren. Achten Sie speziell darauf, wie Sie die Partner charakterisieren würden. Wie ist die Stimmung beim
Geschlechtsverkehr?
(Siehe auch „Bordell“, „Fellatio“, „Koitus“, „Mutter“, „Sexualität“)
Geschmack
Allgemein:
Geschmack umfaßt alles, was uns interessiert, weil es unseren Neigungen entspricht. Wenn im Traum etwas nicht nach dem Geschmack des
Träumenden ist, stimmt es nicht mit seinen Idealen und Wertvorstellungen überein.
– Bemerkt der Träumende in seinem Traum, daß seine Umgebung einen „guten Geschmack“ hat,
dann verweist dies auf die Wertschätzung schöner Dinge.
– Angenehmer Geschmack weist oft auf die Fülle der Lebensmöglichkeiten hin, die man mehr nutzen sollte.
– Unangenehmer Geschmack kann anzeigen, daß man falschen Bedürfnissen folgt und verweist darauf,
daß die Nahrung – die alles mögliche symbolisieren kann – den Träumenden nicht nährt.
Psychologisch:
Im Wachzustand weiß der Mensch in der Regel, was ihm gefällt und welches seine persönlichen Maßstäbe sind. In Träumen können diese
Maßstäbe durcheinandergeraten , um eine Veränderung hervorzuheben. Wenn der Träumende beispielsweise feststellt, daß er im Traum eine
Farbe schön findet, die ihm normalerweise im Wachzustand nicht gefällt, dann kann dies eine Aufforderung sein, die neue Farbe genauer zu
erforschen und herauszufinden, was sie dem Träumenden zu bieten hat.

578
Spirituell:
Mit großer Sensibilität und Bewußtheit kommt auch eine Verfeinerung des Geschmacks. Dies ist auch im spirituellen Bereich so; der
Träumende lernt, feinere, schönere Dinge zu schätzen.
(Siehe auch „Farben“)
Geschmeide
Allgemein:
Geschmeide deutet man wie Schmuck.
Volkstümlich:
(arab. ) : – du bist habsüchtig.
(europ.) : – weist auf eine nahe Hochzeit hin und bedeutet Reichtum, Ehre;
– von Männern getragen: deutet auf Täuschung.
(Siehe auch „Schmuck“)
Geschmeidig
Allgemein:
Geschmeidig (zum Beispiel ein Gegenstand) bringt die Anpassungsfähigkeit des Träumers zum Ausdruck; die genaue Bedeutung ergibt sich
erst aus den weiteren Symbolen des Traumes.
Geschosse
Allgemein:
Wenn in einem Traum ein Geschoß, wie etwa eine Gewehrkugel, vorkommt, dann ist sich der Träumende seiner Aggressionen und des
Wunsches bewußt, einen anderen Menschen zu verletzen.
– Wenn auf den Träumenden geschossen wird, kann dies als Warnung vor Gefahr aufgefaßt werden.
– Schießt jedoch der Träumende, dann stellt dies sein Wissen um seine Verletzbarkeit dar.
Psychologisch:
Der Träumende muß herausfinden, über wieviel Munition er verfügt, und er sollte sie im Sinne von Ressourcen, auf die er bei Bedarf
zurückgreifen kann, wahrnehmen.
Spirituell:
Auf der spirituellen Ebene kann ein Geschoß im Traum als Bedürfnis nach sexueller Erfüllung und nach der Kontrolle über sie gesehen
werden.
Volkstümlich:
(arab. ) : – an der Erde herumliegen sehen: Hilfe suchen, aber nicht finden;
– in der Luft herumfliegen sehen: von Gefahren bedroht werden.
(europ.) : – man wird von Gefahr befreit werden.
Geschrei
Allgemein:
Schreit man selbst im Traum, empfindet man Aggressionen gegenüber eine bestehenden Lebenssituation.
Volkstümlich:
(arab. ) : – unangenehmes von Mensch oder Tier vernehmen: du bist Verleumdungen ausgesetzt.
(europ.) : – man soll seinem Freund helfen, sobald er um Hilfe bittet;
– ein schrilles Geschrei oder Geräusch hören: Friede ist nach einigem Ärger eingekehrt; eine Bekanntschaft wird die Pläne ändern.
Geschütz
Volkstümlich:
(arab. ) : – auffahren sehen: du wirst einen feindlichen Anschlag zunichte machen;
– in Ruhe sehen: du wirst dich grundlos ängstigen;
– feuern sehen: auffällige Erlebnisse werden dich beunruhigen.
(europ.) : – sehen: bringt Angst und Unglück;
– mit einem schießen: zeigt Ehre und die Geburt eines hervorragenden Menschen an;
– Geschützdonner hören: man wird eine frohe Nachricht erhalten.
(Siehe auch „Kanone“)
Geschwätz
Volkstümlich:
(arab. ) : – mit anhören, aber nicht verstehen: unverständliche und verwickelte Dinge werden dich beunruhigen.
(europ.) : – es ist am Besten als Warnung aufzufassen;
– eine überstürzte Heirat verursacht viel Klatsch.
Geschwindigkeit
Allgemein:
Geschwindigkeit steht in Träumen auch für intensive Gefühle, die im Wachzustand meist nicht empfunden werden. Da alles zu schnell geht,
erzeugt dies im Träumenden Angst, die zu Problemen führen kann.
Psychologisch:
Ein typisches Streßsymbol in Lebensphasen voll Termindruck und Zeitnot. Man kann sich im Traum nicht mehr bremsen und leidet darunter,
daß vieles nicht noch rascher zu bewältigen ist. Ein Traum, der in Erinnerung bringen will, daß ein Tag nur 24 Stunden hat! Überhöhte
Geschwindigkeit – wie etwa bei einem Verkehrsdelikt – ist ein Zeichen dafür, daß der Träumende zu stark auf das Endresultat fixiert ist und
die Bedeutung des Weges mißachtet.
Spirituell:
In der spirituellen Entwicklung gibt es einen Punkt, an dem der Mensch sein Zeitgefühl verliert.

579
Geschwister
Allgemein:
Geschwister können im Traum manchmal vor Streit mit Verwandten warnen. Oft deutet man sie aber einzeln.
Psychologisch:
Im Traum Menschen, die unterschiedlicher Meinung sind und sich doch vertragen.
– Beim Mann sind es die Ich-Schatten der Seele, die in der Gestalt des Bruder das Schwache, aber auch das unbewußt wertvoll
Gebliebene darstellen.
– Bei der Frau ist die Schwester der Schatten des eigenen Ich, der Bruder ist Vertreter der inneren männlichen Gefühlswelt.
– Streit mit Geschwistern wird als Verdruß in den Alltag übersetzt, als eine Verschlechterung der augenblicklichen Lage.
– Spricht man von oder mit Geschwistern, sollte man das als Warnung nehmen, sich nicht in Mißverständnisse zu verstricken.
– Verliert man im Traum Geschwister, kann man über kurz oder lang in eine Zwangslage kommen.
Volkstümlich:
(arab. ) : – sehen oder sprechen: Unannehmlichkeiten mit Verwandten;
– sterben sehen: Unglück und Todesfall.
(europ.) : – sehen: bedeutet Glück; bringt eine Überraschung; langes Leben;
– mit ihnen sprechen: Verlust derselben;
– verstorbene sehen: bringt langes, gesundes Leben;
– mit ihnen streiten: zeigt widersprüchliche Gefühle zur eigenen Persönlichkeit an.
(ind. ) : – sehen: Unannehmlichkeiten mit Verwandten;
– verstorbene sehen: du mußt vorsichtig sein, denn der Tod lauert auf dich.
(Siehe auch „Bruder“, „Schwester“)
Geschworener
Allgemein:
Geschworener appelliert als Traumsymbol an den Gerechtigkeitssinn, was sich auf eine konkrete Lebenssituation beziehen kann. Vielleicht
wird man aber auch ermahnt, endlich eine Entscheidung zu treffen, die man bisher immer wieder verschoben hat.
Volkstümlich:
(europ.) : – sein: bedeutet Zeitverlust; auch: mit der Anstellung unzufrieden sein; man wird eine besser bezahlte Stellung suchen;
– sehen: Schwierigkeiten wird man überwinden;
– von diesen freigesprochen werden: das Geschäft wird erfolgreich sein;
– verurteilt werden: Feinde werden einem überwältigen und maßlos schikanieren.
(Siehe auch „Gericht“)
Geschwür
Artemidoros:
Träumt man von einem Geschwür oder Leiden am Hals oder an der Oberlippe, so zeigt das allen ohne Unterschied Krankheit an; denn
irgendwie hängt vom Kopf und vom Hals das Wohlbefinden des ganzen Menschen ab; sind diese gesund, ist es auch der betreffende Mensch,
sind sie es nicht, ist er krank und schwach.
Allgemein:
Ein Geschwür ist ein Leiden, das sich nur schwer kurieren läßt. Wenn ein Traum davon handelt, zeigt dies, daß der Träumende an der
Heilung einer großen Verletzung arbeiten muß. Wahrscheinlich befindet sich diese Verletzung dort, wo im Traum auch das Geschwür
auftritt. So verweist ein Magengeschwür auf ein emotionales Problem, während ein Mundgeschwür bedeuten könnte, daß der Träumende mit
Kommunikationsschwierigkeiten ringt. Alte Traumbücher verstehen es auch als Warnung vor geschäftlichem Mißerfolg, den man sich selbst
zuzuschreiben hat, oder allgemein als Hinweis auf bevorstehende Sorgen und Probleme.
Psychologisch:
Das Ausufernde Überbordende des eigenen Charakters soll damit dargestellt werden; man sollte es möglichst rasch beseitigen, um wieder
mit sich ins reine zu kommen. Hat im Traum eine andere Person ein Geschwür, dann kann dies bedeuten, daß der Träumende seine Probleme
auf diese projiziert. Unter die Sparte „Geschwüre“ fallen auch Ausschläge, Abszesse, Entzündungen, Pickel, Furunkel und ähnliches. Diese
Traumbilder sind Hinweise auf Streß, Spannungen, Probleme, seelische Konflikte oder Minderwertigkeitsgefühle des Träumenden. Tritt in
der Traumhandlung bereits eine Linderung oder sogar Heilung auf, bedeutet das, daß der Träumende genug Kraft besitzt,
um mit seinen Problemen fertig zu werden. Die seelische Situation des Träumenden ist an der Schwere der Erkrankung in der
Traumhandlung abzulesen.
Spirituell:
Auf der spirituellen Ebene steht ein Geschwür im Traum für seelischen Schmerz oder auch für einen Konflikt.
Volkstümlich:
(arab. ) : – Träumt einer, sein Leib sei von Geschwüren angeschwollen, bedeutet es allgemein Reichtum entsprechend der Deutung,
die hinsichtlich der geschwürigen Körperteile gilt; denn der Kopf bezeichnet den Vorgesetzten, der Hals den Träumenden selber,
die Schlüsselbeine die Konkubinen, die Arme den Bruder oder liebsten Angehörigen, die Schulterblätter und Rippen die Ehefrau
des Träumers, die Hände den Oberknecht, die Oberschenkel die Blutsverwandten; die Beine und Füße bedeuten einem Armen
seinen Lebensunterhalt, dem Kaiser seinen obersten Geheimsekretär.
– sehen oder haben: deutet auf lästige und unliebsame Freunde;
– am Hals oder Kopf: schlimme Krankheit;
– an den Füßen: leidvolle Stunden erleben;
– durch ziehende Mittel auf der Haut verursacht (auch Brandblasen): Gesundheit.
(europ.) : – sehen: es steht der Verlust von Freunden und die Trennung von einer geliebten Person ins Haus;
die Liebschaften werden einem nicht befriedigen;
– aus dem Eiter und Blut fließt: es stehen bald unerfreuliche Dinge bevor; möglicherweise wird die
Unaufrichtigkeit von Freunden einem großen Ärger bereiten;
– haben: Schaden oder Verluste; Trauer über trübe Zeiten; auch: wegen der zahllosen lächerlichen
Affären bei Freunden sich unbeliebt machen;
– auf der Stirn: deutet auf Krankheit eines Nahestehenden hin;
– an den Beinen: gelten als Zeichen für Angst, Kummer und unnütze Arbeit;
– an den Armen: Belästigung, Verlust von Zeit oder Geld;
– auf dem Rücken: deine Feinde werden über dich triumphieren;
– bei anderen sehen: man wird viele Hindernisse zu überwinden haben.

580
(ind. ) : – Hat ein Geschwür ihn besudelt, wird er nur mühsam zu Geld kommen; denn nur mühsam und unter
Schmerzen wird das Blut zu einem Geschwür.
– Schaut einer an einem Körperteil einen Abszeß, wird er nach dessen Größe Reichtum erlangen.
– haben: dein Geschäft ist im Rückgang, durch deine eigene Schuld;
– an Beinen und Füßen: Rückgang des Geschäfts;
– am Rücken: Sieg über deine Feinde;
– an den Armen: Trauer.
(Siehe auch „Abszeß“, „Krankheiten“, „Operation“)
Gesegnet
Volkstümlich:
(arab. ) : – werden: goldene Zukunft.
(europ.) : – werden: verkündet Freude und Glück, das bald eintreten wird.
(ind. ) : – werden: du hast einen treuen Freund; treue Freundschaft.
Geselle
Volkstümlich:
(europ.) : – sehen: man wird Geld durch überflüssige Reisen verlieren;
– sein: bedeutet Freude und Heiterkeit;
– Einer Frau verheißt der Traum vergnügliche, wenn auch unerwartete Reisen.
Gesellschaft
(Firmengesellschaft)
Allgemein:
Gesellschaft, in der man sich befindet, zeigt oft das Bedürfnis nach mehr sozialen Kontakten bei vereinsamten Menschen an. Eine große
Gesellschaft, in der man sich verloren fühlt, kann darauf hinweisen, daß die eigenen Lebensverhältnisse im Augenblick verworren sind und
bald wieder geordnet werden müssen.
Psychologisch:
Wer sie besucht, will vielleicht im Wachleben nicht mehr so einsam sein, möchte sich anderen Menschen mitteilen, um seelisch
erdrückendes zu überwinden. Altägyptische Traumforscher deuteten das freilich anders: Wer sich als Gast auf einer Gesellschaft sehe,
komme in verworrene Verhältnisse.
Volkstümlich:
(arab. ) : – veranstalten: durch dich wird viel Uneinigkeit unter deinen Freunden entstehen; verwirrte Verhältnisse;
– besuchen: interessante Bekanntschaften;
– mit einer Gesellschaft reiten oder fahren: du hast Hang zur Verschwendung.
(europ.) : – einer beiwohnen: verwirrte Verhältnisse;
– in der man sich wohl fühlt: verheißt die Erfüllung eines sehnlichen Wunsches;
– eine ungemütliche Gesellschaft: Verleumdung;
– geben: man wird Bekanntschaften schließen;
– mit einem Mann gründen: bedeutet unsichere und schwankende Geldangelegenheiten;
– mit einer Frau gründen: man wird sich an einer Sache beteiligen, die man vor seinen Freunden zu verheimlichen sucht;
– eine ineffektive auflösen: Angelegenheiten werden sich ganz von selbst nach den eigenen Wünschen erledigen;
– eine erfolgreiche auflösen: es erwarten einem beunruhigende Neuigkeiten.
(Siehe auch „Gast“)
Gesetz
Psychologisch:
Träumt man von Gesetzen und Paragraphen, bringt man seine Wahrheitsliebe und sein Verantwortungsbewußtsein für schwächere Personen
oder Dinge zum Ausdruck; wird der Traum als negativ empfunden, hat man Zweifel oder Gewissensbisse in bezug auf eine bestimmte
berufliche oder private Situation.
(Siehe auch „Gericht“)
Gesetzloser
Assoziation: – Rebellion; Abenteuer.
Fragestellung: – Nach welcher Freiheit suche ich?
(Siehe auch „Gericht“, „Richter“)
Gesicht
Assoziation: – Identität; Ego; Selbstbild.
Fragestellung: – Wie erscheine ich?
Allgemein:
Gesicht repräsentiert meist die Art, wie man sich selbst nach außen darstellt, und wird dann wie Fassade gedeutet. Ältere Traumforscher
glaubten auch an folgende Interpretationsmöglichkeit:
– Ein blasses Gesicht kündigt schlechte Nachrichten an, ein frisches gebe freie Fahrt für die Liebe;
– ein schönes verspreche Freuden, Glück und Erfolg, ein häßliches Leiden, Sorgen und Mißerfolg.
– Wer das Gesicht im Traum schminkt, will möglicherweise eine Charakterschwäche überdecken oder hat die Absicht zu betrügen
und zu täuschen.
– Maskenhaft erstarrte Gesichter bedeuten oft blockierte bzw. verleugnete Gefühle und das man sich anders gibt, als man eigentlich
ist. Man maskiert sich für andere und zeigt ihnen nur das, was für sie bestimmt ist – eben nicht das wahre Gesicht.
– Wer es wäscht, will sich möglicherweise von einer Schuld reinwaschen.
– Wenn sich der Träumende in seinem Traum auf das Gesicht eines Menschen konzentriert, dann versucht er, diese Person zu
verstehen.
– Von verschiedenen, undeutlich verschwommenen Gesichtern zu träumen, kann als Hinweis verstanden werden, daß man auf der
Suche nach der eigenen Identität ist.
– Betrachtet der Träumende sein eigenes Gesicht, so bemüht er sich vielleicht, mit der Art ins reine zu kommen, wie er sich im
normalen Alltag zum Ausdruck bringt.
– Ist das Gesicht im Traum verhüllt, steht es für verborgene Kräfte oder für die Weigerung, die eigenen Fähigkeiten anzuerkennen.

581
– Ein geschwollenes Gesicht steht für Wichtigtuerei und ein verunstaltetes für ein Charakterfehler, von dem wir befürchten, daß
andere ihn bemerken.
Psychologisch:
Am meisten kann man über andere Menschen erfahren, wenn man ihr Gesicht betrachtet. Auf der spirituellen Ebene kann daher ein Gesicht
im Traum den Versuch darstellen, Kenntnisse und Informationen zu erlangen, die auf anderem Wege nicht zu bekommen sind. Auch im
Traum kann man sein Gesicht verlieren – ein Warnzeichen für das Wachleben, daß irgend etwas in unserer Psyche in Unordnung geriet,
vielleicht jedoch auch ein Hinweis darauf, daß wir uns und unsere Leistung mehr in den Vordergrund rücken und uns profilieren sollten. Oft
hält uns das Traumbild einen Spiegel vors Gesicht, damit wir Schwächen unseres Ich daraus ablesen können.
Spirituell:
Auf der spirituellen Ebene steht das Gesicht im Traum für die Elementarkräfte.
Volkstümlich:
(arab. ) : – ein schönes sehen: bald eine angenehme Nachricht erhalten;
– ein häßliches sehen: man wird in Zu kunft allerlei Ärger haben;
– eines Kindes: es steht eine erfolgreiche Zeit bevor.
(europ.) : – man muß versuchen, die Person zu finden, auf die das Gesicht im Traum Bezug nimmt;
– eines befreundeten Mannes sehen: verheißt Unannehmlichkeiten;
– einer Freundin: Glück und Frauengunst;
– ein schönes im Wasser sehen: Symbol für ein langes, harmonisches Leben;
– ein hübsches im Spiegel sehen: deine Wünsche werden erfüllt werden; Ehre und Liebe;
– ein schönes sehen: bedeutet Freude; Hoffnungen die sich erfüllen;
– eins mit aufrichtigen Gesichtsausdruck sehen: verheißt eine glückliche Zukunft;
– leuchtende Gesichter: weisen auf unerledigte Dinge im privaten wie geschäftlichen Bereich hin;
– überglückliche und strahlende Gesichter sehen: verheißt Gutes;
– entstellte oder häßliche sehen: Konflikte mit anderen Menschen bringen Sorgen mit sich;
– seltsames und grausiges sehen: von Feinden und Unglück umgeben sein;
– ein verhärmtes sehen: Unglück und Enttäuschungen stehen bevor;
– das eigene als verhärmt und sorgenvoll empfinden: Frauengeschichten können einem an der
vernünftigen Führung der Geschäfte hindern;
– sein eigenes sehen: verheißt Unglück; bei Verheiratete sind Scheidungsdrohungen die Folge;
– das eigene im Spiegel erblicken: mit sich selbst unzufrieden sein, weil man seine Aufstiegspläne
nicht verwirklichen kann; die Achtung der Freunde einbüßen, weil man sich zu wichtig nimmt;
– sein eigenes malen: ist als guter, erfolgbringender Traum zu betrachten;
– ein blasses sehen: Vorzeichen einer Krankheit in der Umgebung oder einer Todesnachricht;
– ein hübsches haben: Geschäfte und Unternehmungen gehen gut; eine Hoffnung wird sich erfüllen;
– ein häßliches haben: viel Kummer und Kämpfe; bedeutet Sorgen;
– ein geschminktes: deutet auf falsche Freunde;
– sich das Gesicht waschen: Reue wegen gewisser Handlungen oder Gedanken;
– bei jungen Menschen prophezeit ein häßliches Gesicht Streitigkeiten unter Liebenden;
– das Gesicht der Geliebten alt sehen: eine Trennung steht bevor.
(Siehe auch „Angesicht“, „Fassade“, „Spiegel“)
Gesindel
Allgemein:
Gesindel kündigt Ärger und Probleme mit falschen Freunden an.
Volkstümlich:
(europ.) : – bedeutet Verdruß.
(ind. ) : – Ärger, Verdruß; hüte dich vor falschen Freunden.
Gespann
Artemidoros:
Alle üblichen Arten von Wagen, z.B. Pferde-, Esel- und Maultiergespanne, verheißen den einen Segen, den anderen Unsegen.
Ungewöhnliche Gespanne aber, .B. mit Wölfen, Panthern, Hyänen und sonstigen wilden Tieren, sind nur Leuten von Nutzen, die mächtige
Feinde fürchten, weil die Gespanntiere dem Lenker folgsam sind. Mit einem Menschengespann zu fahren, bringt nur denen Vorteil, die
herrschen wollen, ferner Sophisten, Lehrern, Turnlehrer und Sklavenhändlern, während es die übrigen Menschen in üble Nachreden und ins
verderben stürzt.
Allgemein:
Gespann symbolisiert, wie man im Leben vorankommt und seine Ziele erreicht. Dabei sind folgende Bedeutungen möglich:
– Eselsgespann kann Probleme und durch Unüberlegtheit selbst verschuldete Hindernisse ankündigen.
– Ochsengespann zeigt an, daß man mit viel Energie beharrlich und unbeirrt auf Ziele zusteuert.
– Pferdegespann verheißt schnelles Vorwärtskommen ohne größere Hindernisse.
Volkstümlich:
(europ.) : – mit Pferden: bedeutet Glück; auch: Schwierigkeiten durch Eifersucht;
– mit Rindern: Freude;
– mit Eseln: weist auf dumme Geschichten hin.
(Siehe auch „Wagen“ und unter den Tierbezeichnungen)
Gespenster
Allgemein:
Der Traum von einem Gespenst stellt die Verbindung zu alten Gewohnheitsmustern her. Es kann den Träumenden jedoch auch an begrabene
Hoffnungen und Sehnsüchte erinnern, die etwas Substanzloses haben – vielleicht, weil er nicht genügend Energie in sie investiert hat.
Gespenst wird oft als die innere Stimme (Intuition) gedeutet, auf die man in einer konkreten Situation mehr hören sollte. Zum Teil zeigt es
auch Ängste oder Schuldgefühle an, die verdrängt wurden, aber das Leben weiterhin beeinflussen; oft kann man sie nur durch
Psychotherapie wieder aufdecken und endgültig verarbeiten.
Psychologisch:
Vielleicht belebt der Träumende alte Erinnerungen oder Gefühle, damit er seine Handlungen besser verstehen kann. Wenn sich der
Träumende mit vergangenen und toten Aspekten in Verbindung setzt, kann er im Hier und Jetzt angemessen handeln.

582
Spirituell:
Taucht ein Gespenst im Traum auf, soll dies den Träumenden möglicherweise auf seine vergangenen Seinszustände aufmerksam machen; in
diesem Fall sollte der Träumende dazu in der Lage sein, seine Entwicklungsfortschritte zu erkennen.
Volkstümlich:
(arab. ) : – sehen: von undankbaren und falschen Menschen umgeben werden.
(europ.) : – Störung der natürlichen inneren Ordnung, wobei die innere Stimme zu intervenieren versucht;
– verkünden Krankheiten, Neuigkeiten oder Sorgen;
– sehen: man wird Unangenehmes erfahren;
– mit einem sprechen: man wird gute Eindrücke gewinnen.
(ind. ) : – Elend, Not.
(Siehe auch „Geister“)
Gespött
Psychologisch:
Es kann schon ein Alptraum sein, wenn man „zum Gespött der Leute wird“. Genau das will aber um jeden Preis vermeiden, wer sich ständig
um mehr Ansehen (und seinen Stellenwert in den Augen anderer) kümmert, indem er sie stets auf seine Vorzüge und Möglichkeiten
verweist, um sich überall so beliebt wie nur möglich zu machen. Dieser Kampf um Anerkennung und Zuwendung bedeutet für die Psyche
enormen Streß, der durch die „Schocktherapie“ des peinlichen Traumes radikal abgebaut werden soll. Man bekommt vorgespielt, wie es
einem „im schlimmsten Fall“ ergehen könnte – unter dem Motto: Wer nichts zu verlieren hat, hat auch nichts zu befürchten – er ist (innerlich)
frei.
Volkstümlich:
(europ.) : – warnt vor Betrug; man wird gebeten, anderen behilflich zu sein; dabei sollte man seine eigene Angelegenheiten nicht
vernachlässigen.
Gespräche / Gerede
Psychologisch:
Kommt ganz darauf an, in welcher Atmosphäre es verlief. Hitzige Streitgespräche sind Hinweis auf einen inneren Konflikt, über dessen
Thematik der Träumende mit sich selbst zu keiner befriedigenden Einigung gelangen kann: Er schwankt zwischen zwei konträren
Meinungen (oder Wunschvorstellungen) und kann sich nicht entscheiden. Träume von ruhigen, harmonischen Gesprächen gelten als Signal
für besonders gute Chancen durch Kommunikation (oder durch die Mitteilung von Gefühlen) – Stimmung und „Handlungsort“ des Traumes
beschreiben näher, ob es um berufliche oder private Gesprächserfolge geht.
Volkstümlich:
(europ.) : – familiäre Schwierigkeiten; wenn man lautes hört, ernsthafter Art.
(Siehe auch „Stimmen“)
Geständnis
Volkstümlich:
(europ.) : – Wahre das Vertrauen, das Dir entgegengebracht wurde, denn man wird in Kürze stark versucht sein, ein Geheimnis preiszugeben.
Gestank
Psychologisch:
Der Gestank zeigt an, daß etwas zum Himmel stinkt. Mit diesem Traumsymbol wird in drastischer Weise auf einen Mißstand aufmerksam
gemacht.
(Siehe auch „Geruch“)
Geste
Allgemein:
Gesten im Traum haben genau die gleiche Bedeutung wie im Wachzustand. Sie sollten als Hilfsmittel gesehen werden, um die Aussage des
Traumes zu unterstützen.
Gestirne
Allgemein:
Gestirn kann für etwas Geheimnisvolles, Rätselhaftes, weit Entferntes stehen, das man genauer analysieren muß; das bezieht sich auf die
eigene Persönlichkeit oder auf andere Menschen und Sachverhalte. Das helle Gestirn soll eine unerwartete freudige Nachricht ankündigen.
Volkstümlich:
(arab. ) : – Die Sonne bedeutet ohne jeden Zweifel die Person des Kaisers, der Mond den nach ihm mächtigsten Mann,
die Venus die Augusta, die übrigen großen Gestirne die Würdenträger des Kaisers und die anderen Sterne
die Welt insgesamt.
– Träumt einer, er komme der Sonnenscheibe nahe oder ergreife sie, wird ihm der Kaiser so viel Gunst schenken,
wie er der Sonne nahegekommen ist; eine Frau wird nach diesem Gesicht Kaiserin werden;
hat der Kaiser diesen Traum, wird er einen anderen Herrscher unterwerfen.
– Kämpft oder streitet jemand mit der strahlenden Sonne, wird er sich wider den Kaiser erheben;
ein gemeiner Mann wird von diesem gestraft werden.
– Scheint es einem, er sende wie die Sonne Strahlen aus, wird er entsprechend dem Lichtglanz die Kaiserkrone erringen;
der Kaiser wird sich noch ruhmvoller in seiner Majestät erweisen; bei einer Frau gilt dieselbe Deutung.
– Träumt eine Frau, sie gebäre eine Sonne, wird sie, sei sie, wer sie wolle, einen Kaiser zur Welt bringen.
– Scheint es einem im Traum, als gingen Strahlen von ihm aus, so daß die Leute ihn nicht anschauen können,
wird auch er Kaiser werden.
– Wenn jemand die Sonnenkugel in Händen hält, diese aber keine Strahlen sendet, wird er gesunden und froh werden,
falls er krank ist oder in Trübsal lebt; ein Mächtiger wird den Kaiser mißachten, dieser einen mächtigen König oder
Fürsten gefangen halten.
– Dünkt es einen, die Sonne erhelle ganz ungewöhnlich sein Haus mit ihren Strahlen, wird ihm der Kaiser,
dem Sonnenlicht gleich, Freude und Reichtum spenden;
sieht der Kaiser die Sonne oder die Sonnenscheibe in seinen Palast kommen, wird er einen Thronfolger zeugen,
ein großer Herr oder ein geringer Mann wird erhöht werden.
– schöne und ruhig strahlende sehen: deine Wünsche gehen über deinen Horizont hinaus;

583
– helle sehen: sich über positive Nachricht freuen;
– die Gestirne beobachten: auf eine leidenschaftliche Liebesaffäre folgt Ernüchterung;
– flackernde: dein ganzes Tun und Treiben wird der Bestimmtheit entbehren;
– schwach schimmernde: deine Verzagtheit führt zu nichts;
– dunkel: es wird bald zu rätselhaften Ereignissen kommen.
(europ.) : – helle sehen: eine gute Botschaft;
– dunkle: rätselhafte Dinge künden sich an.
(ind. ) : – sehen: rätselhafte Dinge ereignen sich;
– dunkle: es stehen rätselhafte Dinge bevor;
– helle: freudige Botschaft aus weiter Ferne.
(Siehe auch „Geometrische Figuren“, „Götter“, „Mond“, „Sonne“, „Stern“, usw.)
Gestohlenes
Volkstümlich:
(europ.) : – sehen: gute Zeiten;
– selbst besitzen: man wird Rückschläge erleiden.
Gestorben
Volkstümlich:
(arab. ) : – sich sehen: Familienleiden.
(europ.) : – sein: verheißt ein langes, gesundes Dasein sowie Lotterieglück.
(ind. ) : – Gestorbene sehen: du hast eine unglückliche Verheiratung;
– sich sehen: Glück in Herzenssachen.
Gestrüpp
Psychologisch:
Erscheint dem Träumende das Traumbild des Gestrüpps, zeigt dies seine eigene Ungeordnetheit an. Er ist voller Ideen und sprunghafter
Gedanken, auch seine Gefühle sind ungeordnet und unbeständig, seine Leidenschaft und sein Verhalten meist unkontrolliert. Wird im Traum
ein Weg durchs Gebüsch gebahnt oder wird es lichter, so ist dies ein Zeichen dafür, daß der Träumende versucht, Ordnung in seinen etwas
chaotischen Charakter zu bekommen. Die gesamte Traumhandlung und auch die im Traum dargestellt Bodenbeschaffenheit läßt eine
genauere Deutung zu.
(Siehe auch „Blumen“, „Blüten“, „Dorn“)
Gesundheit
Psychologisch:
Träume, in denen allgemeines Wohlbefinden und Gesundheit wichtige Themen sind, sagen nicht nur etwas über unser körperliches Befinden,
sondern auch über unsere Gemütsfassung aus. Solche Träume bringen unsere derzeitige Verfassung auf den Punkt und tragen zu einer
ausgeglicheneren Persönlichkeit bei.
Gethsemane (Siehe „Christus“)
Getöse
Volkstümlich:
(arab. ) : – hören: Unruhe im Hause.
(europ.) : – vernehmen: Ärger durch Unachtsamkeit, evtl. Verlust der Stellung; bringt Unruhe ins Haus.
Getränke
Psychologisch:
Fast nie ein Traumsymbol – fast immer ein Bedürfnis: Sie haben während des Schlafens einfach Durst bekommen.
Volkstümlich:
(arab. ) : – (Getränke zu sich nehmen): Feindschaft.
(europ.) : – Einladung erhalten.
(Siehe auch einzelne Sorten)
Getreide
Artemidoros:
Das Bestellen des Ackers ist für Heiratslustige und für Kinderlose von guter Vorbedeutung; das Ackerland bedeutet ja nichts anderes als die
Frau, die Samen und die Pflanzen die Kinder und zwar Weizen die Söhne und Gerste die Töchter, Hülsenfrüchte aber Fehlgeburten; allen
übrigen Menschen zeigt es Anstrengung und Drangsal an. Korngarben, Ährenbündel und Garbenhaufen zeigen Verzögerungen in den
Geschäften und Mühsal an; denn sie sind noch nicht für die Nahrung verarbeitet.
Allgemein:
Getreide hat ähnlich wie Frucht mit Wohlstand, materieller Sicherheit und Lohn für die Arbeit zu tun. Ein Traum, in dem Getreide, also
beispielsweise Weizen, Hafer, Roggen, Dinkel oder Gerste, eine Rolle spielt, kann auf eine Ernte verweisen. Der Träumende hat sich in der
Vergangenheit Möglichkeiten geschaffen, die nun Früchte tragen. Vorausgesetzt, er sucht nach dem Ergebnis dieser Möglichkeiten, dann
wird es ihm möglich sein, seine Erfolge voranzutreiben und noch mehr Überfluß zu schaffen. Darüber hinaus symbolisiert Getreide meist
Fruchtbarkeit und kann neues Leben darstellen – sei es eine Schwangerschaft oder neue Entwicklungen in anderer Hinsicht. Folgende
Begleitumstände sind dabei zu beachten:
– Getreide sehen kann auf zukünftigen Wohlstand und Sicherheit durch harte Arbeit hinweisen, sowie auf das gelingen all seiner Vorhaben.
– Getreide; die Frucht, die der Acker trägt, wird eingefahren, um unser Ich zu stärken.
– Das Getreide weist darauf hin, daß vor dem Vergnügen harte Arbeit steht, wenn wir es zu etwas bringen wollen. Ein wogendes Getreidefeld
mit schwerer Frucht verdeutlicht das ebenso.
– Wenn aber Gewitter und Sturm die Ernte vernichten, sollten wir der verlorenen Zeit nicht nachtrauern, sondern unsere Anstrengungen im
Wachleben auf ein anderes Gebiet verlagern.
– Üppige Getreidefelder zeigen, daß der Träumende seelische ausgeglichen ist und in Zufriedenheit lebt.
– Vertrocknetes oder verwüstetes Getreide dagegen verweist auf ein erschüttertes Selbstvertrauen.

584
– Getreide mähen, einbringen oder dreschen kündigt oft an, daß die materiellen Sorgen bald zu Ende sind und durch Fleiß seine Einnahmen
erheblich gesteigert werden können.
– Getreide kaufen zeigt dagegen an, daß die eigene Arbeit nicht ausreicht, um Sorgen und Not abzuwenden.
Psychologisch:
Alle Getreidearten gelten als Symbol für geistige und körperliche Vorgänge, Bedürfnisse usw. – es geht um die Saat (Idee und Einsatz), um
das Wachstum (Anstrengung und Entwicklung) und letztlich um das Erlebnis (Ernte und Wert). Nach solchen Träumen stellt sich die Frage,
in welchem Lebensbereich etwas begonnen bzw. investiert werden soll – und was man ganz persönlich dann als „reiche Ernte“ empfinden
würde. Sieht der Träumende in seinem Traum ein reifes Getreidefeld, dann bedeutet dies vielleicht, daß er sich auf dem Gipfel des Erfolgs
befindet, daß er in seinem Leben bisher genug Mühe investiert und daher optimales Wachstum erreicht hat. In der traditionellen Deutung galt
Getreide als Symbol für Erfolg (die sprichwörtliche „reiche Ernte“) nach harter Anstrengung.
Spirituell:
Auf der spirituellen Ebene kann Getreide den Keim des Lebens und das Bedürfnis des Träumenden, die verborgene Wahrheit zu entdecken,
symbolisieren. Es ist darüber hinaus ein Symbol der großen Mutter.
Volkstümlich:
(arab. ) : – sehen: Aussicht auf gute Einnahmen;
– mähen: eine gute Anstellung erhalten;
– ernten (Heimfahren): Glück in der Lotterie haben.
(europ.) : – verkündet Vorteil und Gewinn, bei einiger Sparsamkeit und harter Arbeit;
– sehen: bedeutet Überfluß, wenn große Menge, Armut und Mangel bei kleiner Menge;
– Getreidefelder: verheißen Ehre und eine sichere Stellung;
– mähen oder einbringen: die Sorgen nehmen ein Ende;
– kaufen: Sorgen ziehen auf, den die eigenen „Vorräte“ gehen zur Neige;
– viel besitzen: der eigene Wohlstand wird noch weiter wachsen;
– wenig besitzen: es drohen materielle und auch gefühlsmäßige Verluste in der nächsten Zeit;
– Getreidekorn sehen: äußerst positiv; deuten Reichtum und Glück an;
– Einer jungen Frau verkündet der Traum vom Getreidekorn Vermögen. Sie wird reiche Männer treffen, die sie anbeten.
(ind. ) : – mähen: deine lange Not hat endlich ein Ende;
– in Ähren sehen: Glück, Gewinn;
– in großer Menge: Reichtum, Überfluß;
– in kleinen Mengen: Armut.
(Siehe auch „Acker“, „Ernte“, „Felder“, „Frucht“, „Gerste“, „Weizen“)
Getreidegarbe
Allgemein:
Früher war eine Getreidegarbe ein Symbol für gutes Wirtschaften. Heute kann sie, ganz allgemein betrachtet, ein Hinweis auf altmodische
Methoden sein.
Psychologisch:
Die Getreidegarbe ist ein Symbol für den Herbst. Oft stellt sie jedoch auch Festigung und Bindung dar. Vielleicht sollte der Träumende
darüber nachdenken, was er sammeln und zu einem einheitlichen Ganzen bündeln muß.
Spirituell:
Als Symbol der Demeter repräsentiert die Getreidegarbe im Traum die nährende Mutter.
(Siehe auch „Garben“)
Getreidekammern
Artemidoros:
Getreidegruben, Getreidekammern und alle Arten von Scheuern, in denen man Samen aufspeichert und aufbewahrt, bedeutet die Ehefrau, die
Lebensverhältnisse und das Vermögen des Träumenden; deswegen besagt es nach allgemeiner Auffassung nichts Gutes, wenn sie
niedergerissen werden oder einstürzen.
Getreidemäher
Volkstümlich:
(europ.) : – bei der Arbeit sehen: bedeutet Wohlstand und Zufriedenheit;
– durch vertrocknete Stoppeln fahren: es wird keine gute Ernte und demnächst Geschäftseinbußen geben;
– stillstehen: mitten im Glück wird ein entmutigendes Ereignis stattfinden;
– kaputte: kündigt den Verlust des Arbeitsplatzes oder Enttäuschung im Handel an.
Getriebe
Volkstümlich:
(europ.) : – System von Wellen und Zahnrädern sehen: Vorsicht.
(ind. ) : – sehen: du gelangst zum Ziel.
(Siehe auch „Fabrik“)
Gevatter(-in)
(Taufzeuge)
Volkstümlich:
(europ.) : – sein: bedeutet Ehre.
(arab. ) : – sein: für Ledige baldige Verheiratung, für Verheiratete Kindersegen.
Gewächshaus
Psychologisch:
Naheliegendes Symbol für einen besonders geschützten, abgeschirmten Lebensraum – oder für eine kontrollierte, isolierte Lebensform. Bei
Akzeptanz dieser gegebenen Einschränkung ist aber auch „sicheres Gedeihen“ garantiert. Ein Traumsymbol, das Wertigkeiten wie Freiheit
und Risiko gegen Kontrolle und Schutz zur Diskussion stellt. Außerdem eine Warnung vor Aggression und eine Mahnung zur (momentanen)
Anpassung an vorgegebene Rahmenbedingungen: „Wer im Glashaus sitzt, darf nicht mit Steinen werfen.“

585
Volkstümlich:
(arab. ) : – du wirst rasch vorwärts kommen.
(europ.) : – sehen: man soll die Hoffnungen keineswegs aufgeben;
– sich in einem befinden: die Hoffnungen werden sich erfüllen, jedoch nicht immer so, wie man es sich vorstellt.
(Siehe unter den einzelnen Pflanzen)
Gewährsmänner
Artemidoros:
Unter die sogenannten glaubwürdigen Gewährsmänner, deren Worten man Glauben schenken und folgen soll, zähle ich an erster Stelle die
Götter; denn das Lügen ist einem Gott fremd. An zweiter Stelle die Priester; sie genießen auf Erden die selbe Verehrung wie die Götter.
Drittens die Herrscher und die Regierenden; denn Herrschaft hat Gottes Macht. Viertens die Eltern und die Lehrer; denn sie sind den Göttern
gleich, die einen, indem sie uns das Leben schenken, die anderen, indem sie uns die rechte Lebensweise lehren. Ferner die Weissager, aber
nur diejenigen, die keine Betrüger oder Lügenpropheten sind. Denn alles, was Pythagoreer und Leute, die aus Gesichtszügen
(Physiognomiker = Versuch aus der Gestalt, der Bewegung und den Gesichtszügen des Menschen Schlüsse auf die Wesensart und den
Charakter derselben zu ziehen), aus Würfeln, Käse, Sieben, aus Gestalt und Händen, aus Wasserbecken und mittels Geisterzitieren
weissagen, muß man samt und sondern für Lügen und Hirngespinste halten; denn ihre Machenschaften sind dementsprechend, und von der
eigentlichen Kunst des Weissagens haben sie nicht die geringste Ahnung, wohl aber nehmen sie mit ihren Gaukeleien und Betrügerein jeden,
der ihnen in den Weg kommt, tüchtig aus. Als einzig wahr erweist sich das, was von Opferpriestern, Vogelschauern, Sternkundigen, von
Wunderzeichen- und Traumdeutern sowie von Eingeweideschauern im Traum ausgesagt wird. Den Astrologen, die Horoskope ausstellen,
sollte man Beachtung schenken. Sodann gehören zu den glaubwürdigen Gewährsmännern die Toten (mantische Kraft der Toten; denn die
befreite Totenseele eignet besonders die Schau des Zukünftigen), weil sie auf jeden Fall die Wahrheit sagen. Lügner täuschen für gewöhnlich
aus zwei Gründen, entweder weil sie hoffen, oder weil sie fürchten. Diejenigen aber, die weder hoffen noch fürchten, sprechen natürlich die
Wahrheit, und das sind am ehesten die Toten. Ebenso sagen die Kinder die Wahrheit; sie verstehen noch nichts von Lug und Trug. Dann die
ganz alten Leute; denn die Glaubwürdigkeit kommt schon durch ihr Alter zum Ausdruck. Auch Tiere sprechen auf jeden Fall die Wahrheit,
weil sie nicht die Macht des Wortes besitzen. Die übrigen Menschen aber, um mich nicht in Einzelheiten zu verlieren, lügen, was sie auch
sagen, diejenigen ausgenommen, deren Zuverlässigkeit auf der Hand liegt, und Leute von lauterem Charakter. Schauspieler und
Bühnenkünstler sind gerade wegen ihrer leeren Deklamationen für jedermann unglaubwürdig, ferner Sophisten, arme Leute, Priester der
großen Göttermutter (Galloi, Kybele = (Magna Mater)), Verschnittene und Eunuchen; diese zeigen, auch wenn sie gar nichts reden,
trügerische Hoffnungen an, weil sie aufgrund ihrer Natur weder zu den Männern noch zu den Frauen zählen. Da aber die Menschen sich
häufig betrogen fühlen, wenn ihnen bestimmte Weissagungen gegeben wurden und diese sich nicht wie erwartet erfüllten, so halte an dem
Grundsatz fest, daß die Götter und alle zuverlässigen Gewährsmänner in jedem Fall die Wahrheit sagen, doch sprechen sie mitunter einfach
und verständlich, mitunter mit verhüllten Anspielungen. Wenn sie einfach und verständlich sprechen, bereiten sie keine Schwierigkeiten,
noch machen sie wegen der Klarheit der Aussage viele Worte; sprechen sie aber mit verhüllten Anspielungen und dunkel, mußt du die
Anspielungen zu deuten suchen. Denn es ist ganz begreiflich, daß die Götter die meisten Hinweise verschlüsselt geben, weil sie, weiser als
wir, nicht wollen, daß wir etwas ungeprüft hinnehmen. So träumte jemand, Pan sage ihm: „Deine Frau wird dir Gift reichen durch den X, der
dein Bekannter und enger Freund ist.“ Nun gab ihm zwar seine Ehehälfte kein Gift ein, doch ließ sie sich gerade von jenem Mann verführen,
durch dessen Zutun sie nach dem Spruch ihren Ehemann vergiften würde; denn Ehebruch und Giftmischerei erfolgen im geheimen, und
beide bezeichnet man als Anschläge, und weder die Ehebrecherin noch die Giftmischerin liebt ihren Mann. Infolgedessen trennte sich bald
die Frau von ihrem Mann; denn der Tod löst alle Bindungen auf, das Gift aber hat dieselbe Bedeutung wie der Tod. Hier noch folgendes:
Tragen die Götter nicht die ihnen entsprechende Kleidung, befinden sie sich nicht an dem ihnen zukommenden Platz oder zeigen sie nicht
die gebührende Haltung, so ist alles, was sie sagen, Lug und Trug (Negation der Aussage). Es gilt also, auf alles zugleich sein Augenmerk zu
lenken: auf den Sprecher, das Gesprochene, den Ort, die äußere Haltung und die Kleidung des Sprechenden. Der Leierspieler Chrysampelos,
der einen Prozeß um einen als Sklaven verschleppten Bedienten führte, träumte, er sehe Pan auf dem Marktplatz in römischer Gewandung
und Fußbekleidung sitzen. Auf seine Frage, wie es um den Prozeß stünde, antwortete der Gott: „Du wirst ihn gewinnen.“ Er verlor ihn aber,
wobei die Sache ganz natürlich ausging; denn der Gott, der die Einsamkeit liebt und Prozessen abgeneigt ist, der nur ein Hirschkalbfell,
einen Hirtenstab und eine Hirtenflöte führt, saß auf dem Marktplatz, angetan mit einem Staatskleid. Daher beurteile die im Traum
zuteilgewordenen Auslegungen der Gesichte, wenn sie einfach und verständlich sind, als selbstgedeutet und als Fälle, die die Lösung in sich
selbst enthalten, und deute nicht weiter an den Auslegungen herum. Sind sie aber dunkel, so versuche, die Deutungen selbst zu entschlüsseln
und eine Lösung zu finden. So träumte z.B. Plutarch, er steige, von Hermes geführt, zum Himmel empor und genieße die höchste Seligkeit,
und in der folgenden Nacht legte ihm jemand im Traum das Gesicht aus und sagte, er werde glückselig werden, und das bedeute der Aufstieg
in den Himmel und das übermäßige Glücksgefühl. Nun lag er krank danieder, und sein Zustand war bedenklich. Bald darauf starb er, und das
war es, was ihm das Traumgesicht und dessen Deutung ankündigten. Denn für einen Kranken ist der Aufstieg zum Himmel ein unheilvolles
Zeichen, und das Empfinden großen Glücks kündigt ihm den Tod an; denn glückselig ist nur der, welcher vom Unsegen unberührt ist; in
dieser Lage aber ist nur der Tote.
(Siehe auch „Götter“)
Gewalt
Allgemein:
Träume von Gewalttätigkeiten sind sehr häufig ein psychischer Protest gegen eine Situation, in der man sich eben nicht „wehren kann“, in
der man einstecken muß – obwohl man viel lieber „austeilen“ und „zurückschlagen“ möchte. Jeder Traum von Gewalt spiegelt die eigenen
Gefühle wider, ob in bezug auf den Träumenden selbst oder auf die Situation in seiner Umgebung. Die Form, welche die Gewalt annimmt,
kann Aufschlüsse für ein umfassenderes Verständnis des eigenen Selbst liefern.
Psychologisch:
Wann immer im Traum eine Gewalthandlung geschieht, steht sie als Warnung, die Disziplin nicht zu vergessen. Wenn sich der Träumende,
bedingt durch gesellschaftlichen Druck oder die Umstände, nicht angemessen ausdrücken kann, greift er im Traum mitunter zu Gewalt.
– Ist der Träumende der Gewalt anderer Personen ausgesetzt, muß er eventuell darauf achten, andere Menschen nicht zu verletzen.
– Wird uns Gewalt angetan und erdulden wir sie, ohne uns zu wehren, sagt das etwas über unsere Minderwertigkeitsgefühle
im Wachleben aus.
– Üben wir selbst Gewalt aus, zeigt uns das Unbewußte das Sinnlose unseres Tuns auf, mit aller Gewalt ans Ziel der Wünsche
gelangen zu wollen.
– Gewalt kann aber auch ein Hinweis auf sadomasochistische Neigungen des Träumenden sein, allerdings nur dann, wenn die
Traumhandlung eindeutig erotisch ist.
Spirituell:
Ein Gefühl spiritueller Ungerechtigkeit kann sich im Traum etwa in Gewaltszenen oder -handlungen Bahn brechen. Der Träumende sollte
dies mit Ereignissen, die sich in jüngster Zeit auf spiritueller Ebene zugetragen haben, in Verbindung bringen.

586
Volkstümlich:
(europ.) : – tut jemand einem Gewalt an: Feinde werden einen besiegen;
– selbst jemanden antun: durch unangebrachte Vorgehensweisen bei Unternehmungen Vermögen und Gunst verlieren;
– an andere begangene Gewaltakte sehen: bedeutet Festlichkeiten mit fröhlichen Freunden.
(Siehe auch „Messer“, „Vampir“)
Gewand
Allgemein:
Der Traum von einem Gewand kann bedeuten, daß der Träumende seine Blöße bedecken oder etwas zu verbergen sucht. Es kann auch ein
Ausdruck von Entspannung und Gelöstheit sein. Was zutrifft, hängt vom Kontext des Traums ab. Hüllt der Träumende einen anderen
Menschen in ein Gewand, dann bietet er ihm Schutz. Gewand (Kleidung), das man trägt, soll nach alten Traumbüchern für Sicherheit,
Geborgenheit und Zufriedenheit stehen.
Psychologisch:
Ein Gewand kann ein Hinweis auf die Haltung des Träumenden in bezug auf Sexualität und Beziehungen sein. Ist es sauber, hat der
Träumende ein gesundes Selbstbild, ist es schmutzig, ist das Gegenteil der Fall. Ein schmutziges Gewand kann auch Niedergeschlagenheit
bedeuten.
Spirituell:
Auf der spirituellen Ebene symbolisiert ein weißes Gewand Unschuld und ein saumloses Gewand Heiligkeit.
Volkstümlich:
(arab. ) : – Die gestreiften Chitone bedeuten adlige Personen und hohes Ansehen. Träumt einer, er lege gegen seine Gewohnheit
ein gestreiftes Gewand an, wird er Adel, Freude und hohes Ansehen gewinnen.
– Ist das Gewand purpurn, wird ihm noch größere Freude, wenn blau, größerer Reichtum, wenn gelb,
eine zweifache Krankheit bevorstehen;
ein Kleid teils von weißer, teils von schwarzer Farbe zeigt wegen der zweifachen Bedeutung Eleganz und Trübsal an.
– Gestreifte Gewänder aus Seide prophezeien dauerhafteren Reichtum, die anderen geringeren;
solche aus der Wolle des Bibers oder sonstiger Pelztiere, nämlich gestreifte Chasdia, verheißen mehr
und größeren Reichtum als die obigen.
– Die sogenannten fußlangen Gewänder bedeuten allergrößten Reichtum.
– Träumt jemand, er trage ein solches Kleid, wird er ein Vermögen erwerben, das viele zusammengetragen haben,
weil die Arbeit an diesem Kleid viele Nadelstiche erfordert.
– Hat letzteres rote Punkte, wird ihm entsprechend deren Zahl klingende Münze winken,
sofern er das Kleid nicht zu tragen pflegt, trägt er es aber gewöhnlich, nur geringer Gewinn.
– Trägt jemand ein langes, golddurchwirktes Gewand, wird er entsprechend der Menge Goldfäden in Trübsal
und schlechtem Ruf leben,
ist es blaufarbig oder wasserblau, entsprechend der Farbfülle Silbermünzen scheffeln;
wenn das Kleid gelb oder von verschiedenen Farben ist, wird ihm nach deren Zahl eine Prügelstrafe drohen.
(europ.) : – Ärger, Täuschung;
– feines Gewand sehen: Erfolg oder Mißerfolg wird sich einstellen, je nachdem, ob hübsch und sauber oder schmutzig;
– feines, aber altmodisches sehen: Vorbote von Glück, man verachtet jedoch den Fortschritt;
– ein altmodisches wegwerfen: man wird aus seiner angenehmen Umgebung herauswachsen und einen Neuanfang in
punkto Beziehungen, Liebschaften und persönlicher Unternehmungslust machen;
– sich oder andere im weißen Gewand sehen: deutet auf Veränderungen hin; auch: man kann seine Traurigkeit fast immer
gut ertragen;
– mit einer Person, die ein weißes Gewand trägt, gehen: prophezeit dieser Person Schmerz und Krankheit, außer es ist eine
junge Frau oder ein Kind; dann ist dies ein schönes Umfeld, das mindestens eine Jahreszeit lang bestehen bleibt;
– selbst oder andere schwarz gekleidet sehen: Streit und Enttäuschungen mit Bekannten; Geschäfte bleiben hinter den
Erwartungen zurück;
– gelbes Gewand: steht für Fröhlichkeit und finanziellen Aufschwung; Glück steht einem ins Haus; huscht es nur vorbei,
könnte das Gegenteil eintreten;
– blaues Gewand: Zeichen dafür, daß man seine Ziele durch beharrlichen Einsatz und Anstrengung erreichen wird;
Freunde unterstützen einem in seinen Bemühungen;
– purpurrotes Gewand: man wird schrecklichen Feinden entgehen; indem man kurzzeitig die erklärten Absichten ändern wird;
– grünes Gewand: ist ein Zeichen für Wohlstand und Glück;
– Gewänder mit bunten Farben: steht für schnellen Wechsel, wobei sich gute und schlechte Einflüsse vermischen werden;
– schlechtsitzendes Gewand: vertraute Menschen lehnen die von einen entgegengebrachte Zuneigung ab; auch: man wird in
so manchem Vorhaben einen Fehler machen;
– alte oder junge Menschen in altersgemäßen Gewand sehen: weist auf ein Engagement hin, mit dem man sich keine Freunde
machen wird und das Anlaß zu großer Sorge gibt;
– kaufen: bringt Glück;
– ein Kleidungsstück verlieren: signalisiert Ärger in der Arbeit und in Liebesangelegenheiten;
– Sich in ihrer Kleidung nicht wohl zu fühlen bedeutet für eine Frau, daß sie sich auf ihrer Suche nach gesellschaftlicher
Anerkennung, mit Rivalinnen herumschlagen muß.
– Bewundert eine junge Frau das Gewand anderer, wird sie mit Eifersucht zu kämpfen haben.
– Träumt eine junge Frau davon, daß sie ein haudünnes schwarzes Kostüm trägt, stehen Trauer und Enttäuschung ins Haus.
– Wenn eine junge Frau eine andere mit einem purpurroten Gewand und einem Trauerschleier trifft, sagt das voraus, daß sie
von einer anderen ausgestochen wird, außerdem wird sie durch Enttäuschungen zur Frauenhasserin. (Wer diese Träume
deuten möchte, sollte darauf achten, ob die Gegenstände natürlich aussehen. Sind die Gesichter entstellt und ist das Licht
unheimlich, obwohl die Farben hell sind, ist Vorsicht angebracht: Das Mißlingen eines bedeutenden Planes wird einem
Schaden zufügen.)
(ind. ) : – weißes: Zufriedenheit kehrt in dein Haus.
– kaufen: Glück;
– schwarzes tragen: Trauer (naheliegende Symbolik).
(Siehe auch „Kleidung“)

587
Gewappnet sein
Volkstümlich:
(arab. ) : – sei auf der Hut, ein rachsüchtiger Mensch stellt dir nach.
(ind. ) : – Ehezwistigkeiten wegen der Kinder.
(ind. ) : – eheliche Streitigkeiten.
Gewaschen werden
Volkstümlich:
(arab. ) : – deine Traurigkeit soll in Freude verwandelt werden.
(europ.) : – kündet eine Verleumdung an, die Schaden bringen kann.
(ind. ) : – deine Traurigkeit wird in Freude verwandelt.
Gewebe
Psychologisch:
Ein Symbol für das „Verwobensein“ mit anderen Menschen und dem gesamten eigenen Umfeld. Die Art des Gewebes, seine Farbe und
Beschaffenheit kann darüber Auskunft geben, wie man seine momentanen Lebensbedingungen empfindet – und wie man sich „darunter
fühlt“: kratzig wie Jute oder „von Seide umschmeichelt“?
Volkstümlich:
(europ.) : – erblicken: betrügerische Freunde werden einem Verlust und Ärger einhandeln;
– nicht elastisches: Angriffe neidischer Mitmenschen, die sich von einem Vorteile erhoffen, abwehren können.
Gewehr
Assoziation: – Gewalt; Aggression; Bedrohung.
Fragestellung: – Was bedroht mich? Wo in meinem Leben will ich beschützt werden?
Allgemein:
Das Gewehr ist ein unbedingt männliches Instrument. Der Träumer will mit Kraft, Stärke und Macht imponieren. Gewehr kann als
Phallussymbol aggressive sexuelle Bedürfnisse versinnbildlichen, die man mehr unter Kontrolle halten muß. Oft deutet es auch auf eine zur
Aggressivität neigende, tatsächliche aber schwache, unter Hemmungen und Minderwertigkeitsgefühle leidende Persönlichkeit hin, die sich
um Weiterentwicklung und Reifung bemühen muß.
Psychologisch:
Gewehre, Maschinenpistolen und andere Schußwaffen stehen im Traum als Symbole für Neigung zu starker Aggression. Manche
Psychoanalytiker halten das Gewehr für ein reines Sexsymbol. Wenn ein Mann es trägt oder schußbereit macht, hat er ihrer Meinung nach
eindeutige Absichten, die er aus Schüchternheit oder einem anderen Grund nicht erfüllen kann. Allerdings ist auch noch eine andere Deutung
möglich. In den TV-Western ist der Held meist allmächtig, hat immer den letzten Schuß und verfehlt natürlich nie sein Ziel. Im Traum
weisen diese Bilder auf Allmachtsgefühle des Träumenden hin. Des Weiteren können wir mit ihm über unser Ziel hinausschießen; übersetzt:
Wir sollen kühl auf unsere Gelegenheit warten, um im richtigen Augenblick das Richtige zu tun. Wer im Traum mehr oder weniger
treffsicher auf eine Person schießt, will im Wachleben vielleicht einen Nebenbuhler oder einen Konkurrenten treffen. Träumt man sich in der
Opferrolle und ist ein Gewehr auf einem gerichtet, fühlt man sich bedroht und „in die Enge getrieben“ – sehr häufig spiegelt sich in einem
solchen Alptraum eine emotionale Zwangslage wider: Man fühlt sich genötigt, zu einer Beziehung, einer persönlichen Entscheidung usw. ja
zu sagen – „mit dem Gewehrlauf an der Brust“, also nicht gerade freiwillig.
Volkstümlich:
(arab. ) : – sehen: tue recht und scheue niemanden;
– tragen: halte dich von Gewalttaten fern, sie würden dich ins Verderben stürzen;
– damit auf die Jagd gehen: Untreue in der Liebe erfahren;
– losschießen: in Verlegenheit geraten; kann auch bedeuten, daß du krank wirst.
(europ.) : – Flinte oder Jägerbüchse: verkündet baldige Einberufung zum Militär; sonst auch Einladung zur Jagd; auch: verheißt Leid;
– das Geräusch einer Pistole hören: man wird seine Arbeitsstelle verlieren;
– mit einer Pistole einen Menschen erschießen: man wird in Ungnade fallen;
– abschießen: du wirst bestohlen; man wird in große Verlegenheit kommen; man versucht ein Ziel mit Gewalt zu erlangen;
– selbst erschossen werden: von schlechten Menschen verärgert werden und vielleicht eine akute Krankheit erleiden;
– tragen: du wirst Schutz und Hilfe finden; man ist hinter jemandem her;
– andere tragen sehen: man fühlt sich anderen Menschen weit unterlegen;
– schönes: du wirst dich verlieben;
– damit auf die Jagd gehen: Untreue;
– Träumt eine Frau vom Schießen, dann wird ihr im Zusammenhang mit Skandalen ein streitbarer Ruf vorhergesagt.
Eine verheiratete Frau wird durch andere Frauen unglücklich.
– Träumt eine Frau von einem Gewehr, fürchtet sie sich vor aggressiver Sexualität und sollte mehr Mut im Leben entwickeln.
(Siehe auch „Flinte“, „Maschinenpistole“)
Geweih
Allgemein:
Der Hirsch ist ein majestätisches Tier, das sein Geweih wie eine Krone trägt. Es ist jedoch als Waffe gemeint und kann Angriff und
Aggression ausdrücken. Geweih kann im Traum Mißtrauen und Eifersucht in einer Liebesbeziehung verkörpern; in erster Linie sind es
Männer, die Befürchten, von einer Frau „gehörnt“ zu werden, was allerdings oft auf Minderwertigkeitsgefühle zurückzuführen ist.
Altindische Traumquellen deuten das Geweih auch als Symbol für geschäftliches und finanzielles Wachstum; je größer das Geweih, desto
größer der Erfolg in dieser Hinsicht.
Psychologisch:
Auf der psychologischen Ebene stellt das Geweih im Traum die Bewußtheit für das Konfliktpotential zwischen dem edleren Selbst und den
niederen Trieben dar. Man setzt es denen auf, mit denen man nichts mehr gemein haben will. Tiergeweihe und -hörner bergen stets die
Gefahr der Trennung von liebenswerten Menschen oder Gegenständen in sich.
Spirituell:
Auf der spirituellen Ebene stellt das Geweih im Traum übernatürliche Kräfte, Fruchtbarkeit und die Vornehmheit des Geistes dar.

588
Volkstümlich:
(arab. ) : – sehen: deutet auf Streitigkeiten, namentlich für Verheiratete.
(europ.) : – Angst des sich selbst unterbewertenden Ehemannes oder Liebhabers;
– sehen: Enttäuschungen in Liebe und Ehe;
– mehrere sehen: stehen für unerwiderte Liebe bzw. einen Laufpaß.
(ind. ) : – großes: Reichtum kann den Gatten oder die Gattin zum Treuebruch verleiten.
(Siehe auch „Hörner“)
Gewerbe
Volkstümlich:
(europ.) : – prophezeit Erfolg in den Angelegenheiten;
– erfolglos im Gewerbe sein: Schwierigkeiten und Ärgernisse stehen bevor.
Gewerkschaft
Psychologisch:
Wird die Gewerkschaft in irgendeiner Weise im Traum angesprochen, sehen Sie das als Hinweis darauf, für Ihre eigenen Rechte einzustehen.
Gewichte
Allgemein:
Im Traum ein Gewicht zu spüren heißt, daß der Träumende sich seiner Verantwortung bewußt ist. Es könnte auch ein Hinweis sein, daß der
Träumende die Bedeutung und Ernsthaftigkeit seines Tuns bewerten sollte. Waage-Gewicht versinnbildlicht oft gute Geschäfte und
Gewinne. Mehrere Waage-Gewichte sind ein Symbol für eine Situation, in der es nötig wird, zwei unterschiedliche Wertigkeiten
„gegeneinander abzuwägen“. Hat man im Traum Gewichte gestemmt, muß man womöglich ab- oder zunehmen. In jedem Fall sollte man den
Traumratschlag ernst nehmen.
Psychologisch:
– Ein Waage-Gewicht als Traumbild kann den Träumenden darauf aufmerksam machen, daß er nüchtern und praktisch handeln soll.
Er muß mit den Füßen auf dem Teppich bleiben. Tiefenpsychologisch kann es auf Selbstwertgefühl und Einfluß eines Menschen hinweisen,
also auf das Gewicht seiner Persönlichkeit.
– Mehrere Waage-Gewichte symbolisieren im Traum die Belastungen und Schwierigkeiten, wie auch Bedrückungen (drückende Pflichten),
denen der Träumende in Bezug auf seine Persönlichkeitsentwicklung ausgesetzt ist. Häufig mahnt das Traumbewußtsein den Träumenden
mit diesem Bild, Probleme ernster zu nehmen. Auf der anderen Seite kann dieses Bild auch eine Aufforderung sein, doch nichts schwerer
zu nehmen als es tatsächlich ist und Belastungen des Alltags abzubauen. Die gesamte Traumhandlung und die Dinge, die mit den
Gewichten in Verbindung stehen, geben mehr Aufschluß.
– Nimmt er im Traum stark an Körper-Gewicht zu, erkennt er, daß er die Bandbreite seiner Aktivität auf irgendeine Weise vergrößern muß.
– Ist der Träumende unzufrieden mit seinem Körper-Gewicht, könnte dies auf eine Angst vor zuviel Verantwortung hinweisen oder darauf,
daß er sich für eine bestimmte Aufgabe nicht ausreichend gewappnet fühlt.
Spirituell:
Auf der spirituellen Ebene ist das Gewicht im Traum ein Sinnbild für Ernst und Würde.
Volkstümlich:
(arab. ) : – (mit ihnen hantieren): guter Fortgang des Geschäftes.
(europ.) : – verheißen Gewinn, Verdienst und gute Geschäfte; auch: neue Arbeit in neuer Umgebung,
viele Diskussionen und Pläne schmieden.
(ind. ) : – sehen: du hast einen guten Fortgang deines Geschäftes zu verzeichnen.
(Siehe auch „Waage“)
Gewichtheben
Assoziation: – durch Anstrengung entwickelte Stärke; Lasten auf die leichte Schulter nehmen.
Fragestellung: – Inwieweit stärkt mich die Verantwortung, die ich trage?
Gewinn
Allgemein:
Gewinn im Traum steht meist als Warnung vor Verlusten; das kann sich auf finanzielle Angelegenheiten, aber auch auf
zwischenmenschliche Kontakte beziehen, in denen man vielleicht zu viel aufgeben muß.
Psychologisch:
Auch wenn er ausdrücklich als Geldgewinn oder etwa als Lottoglück deklariert ist, hat er kaum etwas mit finanziellen Erfolg zu tun, sondern
er steht fast immer für ideelle Güter wie eine neue Freundschaft, eine sich verzehrende Liebe oder Glück in der Familie.
Volkstümlich:
(arab. ) : – in der Lotterie: du wirst dein Glück vergeblich suchen;
– im geschäftlichen Leben: keine Nahrungssorgen.
(europ.) : – im Handel: man wird sein gutes Auskommen haben;
– im Spiel: deutet auf finanzielle Verluste hin; verspricht gute Freundschaften;
– in der Lotterie: man soll seine Hoffnungen nicht begraben.
(ind. ) : – haben: du wirst Unangenehmes erfahren.
Gewissensbisse
Volkstümlich:
(arab. ) : – sich machen: eine leichtsinnige Stimmung haben.
(europ.) : – je selbstzufriedener man sich fühlt, desto geringer ist die Aussicht auf Wohlstand;
– hält das Gewissen einem ab, jemanden zu betrügen: man wird in Versuchung kommen, Schlechtes zu tun;
man sollte ständig auf der Hut sein;
– ein ruhiges Gewissen bedeutet, in hohem Ansehen zu stehen.
(ind. ) : – du mußt deine Gesundheit schonen.

589
Gewitter
Allgemein:
Im Traum stellt ein Gewitter unerwartete Veränderungen dar, die bereits ablaufen oder demnächst stattfinden werden und die man bewußt
überhaupt noch nicht überschauen kann; sie ergeben sich oft aus der spontanen Entladung innerer Spannungen, die bei lange verdrängten
Konflikten auftreten können und zum Beispiel zu einem heftigen Streit führen, der die Atmosphäre wieder bereinigt. Sie vollziehen sich
vielleicht auch aufgrund einer Erkenntnis oder einer Offenbarung. Häufig bewirkt eine solche Offenbarung eine Zerstörung der Strukturen,
die der Träumende zu seinem
Schutz in seinem Leben eingebaut hat. Vielleicht verlangt das Traumsymbol vom Träumenden auch, Alltagsstrukturen und Beziehungen so
zu belassen, wie sie sind, und statt dessen die Denkweise zu verändern. Ein Gewitter kann auch auf eine starke Leidenschaft, beispielsweise
auf Liebe, hinweisen, die den Träumenden plötzlich „überfällt“.
Psychologisch:
Das Zerstörerische im Traum weist auf die reinigende Kraft unserer Seele hin. Wenn ein Traum von einem Gewitter handelt, kennzeichnet
der Träumende damit in gewisser Weise eine Spannungsentladungen. Vielleicht existiert eine Situation im Alltagsleben des Träumenden, die
gesprengt werden muß, damit etwas Neues hervorbricht und sich die Bedingungen verändern. Dies mag auf den ersten Blick destruktiv
wirken, aber es ist ein notwendiger Akt. Wenn der Träumende alle bekannten Fakten in Betracht zieht, wird er die richtige Handlungsweise
erkennen.
Spirituell:
Auf der spirituellen Ebene stellt ein Gewitter eine Form der spirituellen Erleuchtung dar. Dies kann ein plötzliches Erkennen der
persönlichen Wahrheit sein oder eine universellere Bewußtheit.
Volkstümlich:
(arab. ) : – mit schweren Blitzen und Niederschlägen sehen: frohe Erlebnisse;
– in eines geraten: man wird bevorstehenden Auseinandersetzungen nicht aus dem Wege gehen können.
(europ.) : – rät zur Gottesfurcht und verheißt Gutes; dir stehen Lebenskämpfe bevor, die aber glücklich enden;
man wird fürchterlichen Ärger haben; und Freunde werden sich einem gegenüber gleichgültig verhalten;
– auf freiem Feld erleben: kündet größere Ereignisse allgemeinpolitischer, sozialer oder ähnlicher Art an,
und zwar Verschlimmerung;
– an einem finsteren Himmel: bringt Unruhen im Lande; im eigenem Leben ziehen Unruhen auf;
– dabei an einem geschützten Ort sein: man wird eine Gefahr vermeiden; es folgt eine Entladung
und dann folgt eine positive Entwicklung;
– von einem überrascht werden: drohendes Unheil;
– ein schweres erleben: guter Fortgang der Geschäfte.
(ind. ) : – hören: du bist nicht immer treu.
(Siehe auch „Blitz“, „Donner“)
Gewölbe
Allgemein:
Jeder dunkle, verborgene Ort symbolisiert in Träumen sexuelle Potenz oder das Unbewußte und die dorthin verdrängten Inhalte. Ebenso
kann er auch für die persönlichen Ressourcen des Träumenden stehen, für all das, was er im Laufe des Erwachsenwerdens und Reifens
gelernt hat. Wenn der Träumende in seinem Traum in ein Gewölbe hinabsteigt, treten dabei oft Ängste oder Gefahren auf. Darin kommt sein
Bedürfnis zum Ausdruck, jene Bereiche seines Selbst zu ergründen, die bislang verschüttet waren, um unbewußte Inhalte anzunehmen und
verarbeiten zu können. Vielleicht muß sich der Träumende auch mit seiner Einstellung zum Tod auseinandersetzen. Die individuelle
Deutung hängt vor allem davon ab, wie man sich darin fühlt und was geschieht. Zum Teil wird Gewölbe auch mit guten Geschäften und
finanziellen Erfolgen erklärt, während ein finsteres oder einstürzendes Gewölbe auf Mißerfolge und Gefahren hinweist.
Psychologisch:
In der psychologischen Deutung symbolisiert ein Gewölbetraum den Mutterleib oder das Geborgenheitsgefühl in einer Höhle. Zwar kann ein
Gewölbe auch ein Grab repräsentieren, aber ebenso steht es auch für die „Archive des Wissens“, zu denen alle Menschen Zugang haben. Das
kollektive Unbewußte bleibt oft verborgen, bis sich der Träumende wirklich bemüht, dieses verfügbare Wissen zu entdecken.
Spirituell:
Auf der spirituellen Ebene repräsentiert das Gewölbe im Traum einen Ort der Begegnungen zwischen Geist und Körper – und somit auch den
Tod.
Volkstümlich:
(arab. ) : – sehen oder betreten: sei vorsichtig, es droht in nächster Zukunft Gefahr.
(europ.) : – sehen: bedeutet, daß Verluste eintreten werden, wenn man nicht entsprechend vorgesorgt hat;
auch: prophezeit einen Trauerfall und anderes Unglück;
– durchschreiten: man hat eine schwierige Aufgabe vor sich;
– eine überwölbte Schatzkammer sehen: der eigene Reichtum wird andere überraschen;
– geöffnete Türen eines Gewölbes sehen: verheißt Verlust und Betrug von Menschen, denen man vertraut;
– sich in einem befinden: kündet Verluste an;
– in einem dunklen: große Verluste;
– in einem unterirdisch, finsteren sein: man hat einen Angriff auf seine Person zu erwarten;
– in einem hell werdenden: kleine Verluste;
– als Laden: guter Geschäftsgang;
– als Keller: man wird Ersparnisse machen;
– einstürzen sehen: bringt Unglück;
– mit vielen Leuten zusammen darin sein: kündet eine Verschwörung gegen den Staat an.
(ind. ) : – (sich in einem Gewölbe sehen): du wirst dein Vermögen durch Klugheit vermehren.
Gewürm
Volkstümlich:
(arab. ) : – aller Art sehen: Verdruß, Angst, Entsetzen.
(europ.) : – oder Ungeziefer: verkündet Krankheit;
– essen: bringt Not und Elend;
– davon gebissen oder gestochen werden: verheißt gute Gesundheit.

590
Gewürz
Allgemein:
Gewürz deutet meist an, daß man mehr Abwechslung und Freude ins Leben bringen soll, die Alltagsroutine durchbrechen muß. Manchmal
warnt das Symbol auch vor Abenteuern. Außerdem: Alles geschmacklich Scharfe symbolisiert Überreizung, Extravaganz, exzessive Genüsse
und heftige Leidenschaft – alles, was „scharf macht“.
Psychologisch:
Wenn sie nicht auf geschmackliche Reize zurückzuführen sind, deutet ihre Schärfe auf psychische Reizbarkeit oder auf die Angriffslust
dessen hin, der sie im Traum schmeckt. Sie können auch Hinweise darauf geben, daß man einem bestimmten Menschen oder einer gerade
anstehenden Angelegenheit mehr Aufmerksamkeit schenken sollte.
Volkstümlich:
(arab. ) : – Annehmlichkeiten.
(europ.) : – sehen: bedeutet Gewinn und Freude;
– ein Gewürz sehen: möglicherweise wird man aus Vergnügungssucht seinen Ruf ruinieren;
– Wenn eine junge Frau im Traum Gewürz ißt, läßt sie sich von Äußerlichkeiten blenden.
(ind. ) : – man wird dich in Verlegenheit bringen.
(Siehe auch „Salz“)
Gezeiten
Allgemein:
Der Traum von den Gezeiten steht für den Versuch, in Ebbe und Flut des Lebens voranzukommen, beziehungsweise Gefühlen und
Empfindungen nachzugeben. So wie die Flut Schutt und Geröll fortschafft, so ist auch mit dem Traumbild eine Reinigung und Klärung
gemeint. Die Flut steht für den Aufbau gewaltiger Energien, wohingegen die Ebbe das Abfließen von Kraft und Fähigkeiten verkörpert.
Psychologisch:
Im Jahreslauf kommt es zweimal recht zuverlässig zu Sturmfluten: im Frühling und im Herbst. Daher kann eine Sturmflut im Traum sich auf
diese Jahreszeiten beziehen. Ein Vollmond über einer einsetzenden Flut kann während eines bestimmten Entwicklungsstadiums die Stärke
des Weiblichen symbolisieren.
Spirituell:
Auf der spirituellen Ebene können die Gezeiten im Traum einen Gezeitenwechsel ankündigen und damit zeigen, daß der Träumende den
rechten Weg gefunden hat.
(Siehe auch „Jahreszeiten“, „Meer“ unter „Wasser“)
Giebel
Volkstümlich:
(arab. ) : – eines Hauses sehen: Wohlstand;
– brennen sehen: Verlust.
(Siehe auch „Gebäude“, „Haus“)
Gicht
Allgemein:
Gicht (Gichtknoten, -schmerzen) kann mit der tatsächlich bestehenden Krankheit in Beziehung stehen und erfordert dann als körperbedingter
Traum keine weitere Deutung. Trifft das nicht zu, kommt darin oft eine negative Lebenseinstellung mit Enttäuschung und Verbitterung über
das eigene Schicksal zum Ausdruck.
Psychologisch:
Wenn man sie selbst hat, umschreibt das die Sorge, man könne mit den anderen nicht mehr so recht mithalten. Man verhält sich (geistig?) zu
„unbeweglich“ oder „ungelenk“ – oder empfindet eine aktuelle Situation als hemmend und einschränkend. Man fühlt sich um seine
Bewegungsfreiheit gebracht. Sieht man einen Gichtkranken, ist der eigene Seelenhaushalt oder der Kontakt zu Menschen gestört. Gicht kann
auch auf den eigenen Umkreis und auf die Angst hinweisen, ein Nahestehender könnte durch Krankheit oder Unfall geschwächt werden.
Volkstümlich:
(arab. ) : – haben und Schmerzen fühlen: schwer erkranken.
(europ.) : – haben: ein Geschäft schlägt fehl; Verbitterung des Daseins; auch: wegen des dummen Verhalten eines Verwandten bis
zur Unerträglichkeit geärgert werden und einen geringen finanziellen Verlust erleiden;
– an anderen sehen: schone deine Gesundheit.
(ind. ) : – haben: dein Geschäft geht nicht nach deinem Wunsch.
(Siehe auch „Krankheit“)
Gier
Psychologisch:
Man ist unersättlich – auf welche Weise auch immer, und möchte in vieler Hinsicht „mehr vom Leben haben“.
Gießkanne
Psychologisch:
Symbol für Überfluß und „reichliche Versorgung“. Nach S. Freud ein Penissymbol, aus dem „Fruchtbarkeitsbringendes“ fließt.
Volkstümlich:
(europ.) : – man wird Besitzer eines Gartens werden.
Gift
Assoziation: – destruktive Handlungen oder Gedanken.
Fragestellung: – Was nährt mich nicht mehr?
Artemidoros:
Ein tödlich wirkendes Gift bedeutet dasselbe wie der Tod. Ebenso muß man über schädliches Getier und Gewürm, das einen schnell
umbringt, urteilen. So träumte jemand, Pan sage ihm: „Deine Frau wird dir Gift reichen durch den X, der dein Bekannter und enger Freund
ist.“ Nun gab ihm zwar seine Ehehälfte kein Gift ein, doch ließ sie sich gerade von jenem Mann verführen, durch dessen Zutun sie nach dem
Spruch ihren Ehemann vergiften würde; denn Ehebruch und Giftmischerei erfolgen im geheimen, und beide bezeichnet man als Anschläge,
und weder die Ehebrecherin noch die Giftmischerin liebt ihren Mann. Infolgedessen trennte sich bald die Frau von ihrem Mann; denn der
Tod löst alle Bindungen auf, das Gift aber hat dieselbe Bedeutung wie der Tod.

591
Allgemein:
Wenn Gift in einem Traum eine Rolle spielt, dann heißt dies, daß der Träumende eine bestimmte Einstellung, ein Gefühl oder einen
Gedanken vermeiden soll, der nicht gut für ihn ist. In der Umgebung des Träumenden existieren Einflüsse, die er sowohl jetzt als auch in
Zukunft meiden muß. Das kann zum Beispiel Mißgunst und Bosheit sein, was sich entweder auf eigenes Verhalten oder auf das anderer
Menschen bezieht. Allgemein verkörpert Gift Negatives aus dem eigenen Unbewußten oder negative Einflüsse aus der Umwelt.
Psychologisch:
Dieses Traumsymbol kann alle Dinge, die dem Rechtsempfinden oder den Wertvorstellungen des Träumenden widerstreben, umfassen. Oft
werden mit diesem Traumbild Feindschaft, Bösartigkeit oder negative Gedanken, Gefühle oder Handlungen, die quasi die Atmosphäre
vergiften, dargestellt.
– Die Einstellungen und Glaubenshaltungen anderer können die Denkweise und die Art des Fühlens
bei einem sensiblen Menschen vergiften. Dies kann im Traum als Gift dargestellt werden.
– Gibt man im Traum jemanden Gift, möchte man im Wachleben vielleicht lästige Konkurrenten aus dem Wege räumen.
– Gibt uns ein anderer Gift, sollten wir uns vor denen in acht nehmen, die gegen uns giften.
– Indische Forscher glaubten, daß man von schwerer Krankheit befreit werde, wenn man im Traum Gift bekomme.
Spirituell:
Auf dieser Ebene ist alles Gift, was das spirituelle Vorankommen des Träumenden blockieren oder verhindern könnte.
Volkstümlich:
(arab. ) : – andere nehmen sehen: krank werden;
– selbst nehmen: Undank ernten und daher seelisches Leid erfahren;
– anderen geben: es droht ein Todesfall in der Familie.
(europ.) : – die Gedanken sind getrübt; man muß mit Plänen und Vorh aben vorsichtig sein;
– einnehmen: zeigt Kummer, Undank und Schande an; Gefahr in Aussicht;
auch: man wird notgedrungen eine unangenehme Sachlage zugeben, einen Fehler oder eine Schwäche preisgeben müssen;
– zum einnehmen von jemandem bekommen: Warnung vor finanziellen Verlust aufgrund der Unehrlichkeit eines Menschen,
dem man vertaut;
– unter Aufsicht eines Mediziners Strychnin oder andere giftige Medikamente einnehmen: man wird
ein gefahrvolles Unternehmen angehen;
– vergiftet werden: sehr bald einem negativen Einfluß ausgesetzt sein;
– versuchen, andere zu vergiften: man wird wegen seiner niederträchtigen Gedanken schuldig sein;
die Welt wird sich in den eigenen Augen gegen einen verschworen haben;
– jemanden eingeben: du wirst in Not und Elend geraten;
– werden Verwandte oder Kinder vergiftet: Unrecht aus völlig unerwarteter Quelle erfahren;
– wurde ein Rivale oder Feind vergiftet: man wird Hindernisse überwinden;
– erholt man sich von einen Giftanschlag: man wird nach großen Sorgen Erfolg haben;
– damit hantieren: Krankheit; auch: es wird einem eine unangenehme Atmosphäre umgeben;
– wegwerfen: durch eigene Anstrengungen unzufriedene Umstände überwinden;
– viele Giftpflanzen sehen: boshafte Menschen belasten die Seele;
– Träumt eine junge Frau, daß sie sich mittels Gift einer Rivalin entledigen will, wird sie Probleme
haben, ihren Geliebten für sich zu gewinnen.
(Siehe auch „Arzneien“, „Waffen“)
Giftpflanzen
Volkstümlich:
(europ.) : – man wird mit Bosheiten verfolgt.
Giftschlange (Siehe „Schlange“)
Giftspinne
Artemidoros:
Giftspinnen weisen auf übelgeartete Subjekte hin.
(Siehe auch „Spinne“)
Gigant
Volkstümlich:
(europ.) : – ein Hindernisomen, das Schwierigkeiten beinhaltet; diese können überwunden werden, wenn man ihnen kühn begegnet.
(Siehe auch „Riese“)
Gigerl
(Mode-Geck)
Volkstümlich:
(europ.) : – du hast mit einfältigen Menschen zu tun.
Gigolo
Psychologisch:
Hierbei handelt es sich um Sexualsehnsucht auf primitivsten Niveau.
Gimpel
(Singvogel)
Volkstümlich:
(europ.) : – du wirst übervorteilt.
(Siehe auch „Vögel“)

592
Gin
(Alkohol)
Psychologisch:
Wie alle anderen harten Getränke in typischen Flaschen oder Gläsern gilt auch der Gin als „rote Karte“ in Sachen Suchtgefährdung.
Volkstümlich:
(europ.) : – trinken: beinhaltet ein kurzes Leben mit vielen Veränderungen.
(Siehe auch „Alkohol“, „Trinken“)
Ginster / Ginsterstrauch
Allgemein:
Der Ginster gedeiht in der Wildnis und auf kargem Boden und ist dafür häufig ein Symbol für Freiheit, Entschlußkraft und Zuversicht.
Ginsterzweige verwendete man früher oft als Besen, daher könnte Ginster im Traum das Wegfegen von unerwünschten Personen oder
Dingen bedeuten.
Volkstümlich:
(europ.) : – Glück wird auf dem Wege stehen, man soll versuchen, es zu ergreifen.
Gipfel
Assoziation: – Höhepunkt des Erfolgs; Errungenschaft; Ziele.
Fragestellung: – Auf welches Ziel bewege ich mich zu? Was stellt für mich einen Erfolg da?
Psychologisch:
Ist es schon zu lange her, daß Sie Ihr letztes „Gipfelerlebnis“ hatten? Sie wollen endlich wieder etwas beweisen und erreichen – und
möglichst „hoch hinaus“. Dafür nehmen Sie die Anstrengungen (und Streßbedingungen) eines steilen Weges nach oben in Kauf – Sie agieren
sehr entschlossen und zielorientiert. Umgekehrt ist die Symbolaussage zu deuten, wenn Sie im Traum am Fuße eines Berges stehen und den
Gipfel mit der Empfindung, daß er ohnehin unerreichbar wäre, betrachten: Es würde Ihnen zwar gefallen, „aufzusteigen“, aber es erscheint
Ihnen doch als zu mühsam – Ihnen ist die ganze Angelegenheit „zu Hoch“ und die Anstrengung letztlich nicht wert.
Volkstümlich:
(europ.) : – unerwartete Schwierigkeiten werden sich einstellen und das Erreichen des Ziels bedeutend erschweren.
(Siehe auch „Berg“)
Gips
Psychologisch:
Bedeutet auch im Traum nichts Gutes – Unbeweglichkeit, Erstarrung, etwas Wertloses oder Unechtes im Sinne von Gipsabdruck: nur eine
Kopie des Originals. Manchmal als Hinweistraum zu verstehen, daß man „erstarrt“ an etwas festhält, was seinen Sinn und seine Lebendigkeit
verloren hat.
Volkstümlich:
(europ.) : – (mit Gips zu tun haben): treue Freundschaft, innige Liebe;
– sich selbst in Gips sehen: falsche Anschuldigungen werden gegen einem erhoben;
– fällt der Gips im eigenen Heim von den Wänden: die Schwierigkeiten betreffen die Familie.
Gipsfiguren
Volkstümlich:
(arab. ) : – sehen: gute Aussichten haben.
(europ.) : – man wird schöne Geschenke erhalten.
Gipsverband
Psychologisch:
Selten, aber manchmal eben doch kann der unerfreuliche Traum vom „Gipshaxen“ eine Warnung sein, daß man demnächst einen tragen
wird, wenn man weiterhin so „gefährlich lebt“ – ob nun im übertragenen Sinn oder ganz realistisch zu deuten, hängt von den aktuellen
Lebensumständen und Gewohnheiten des Träumenden ab.
Giraffe
Assoziation: – Überblick; scheue Anmut.
Fragestellung: – Wo in meinem Leben bin ich bereit, mir einen größeren Überblick zu verschaffen?
Psychologisch:
Das elegante Steppenhuftier mit dem sprichwörtlich langen Hals gilt als Symbol für das Überragende – oder dafür, daß man alles „gut
überblicken“ kann und deswegen auch große Vorhaben wenig Risiko bedeuten.
Volkstümlich:
(arab. ) : – sehen: große Neuigkeit erfahren.
Girlande
Allgemein:
Die Girlande im Traum steht für die Achtung, die der Träumende sich selbst entgegenbringt. Schmückt er sich mit einer Girlande, so sucht
der Träumende nach Wegen, bei sich Glücksgefühle hervorzurufen. Er strebt nach Auszeichnung und möchte sich in gewisser Weise von
anderen Menschen abheben. In der traditionellen Deutung ist sie ein Symbol für baldige Hochzeit – die Brautjungfern „winden schon den
Kranz“.
Psychologisch:
Man hat die Hauptleistung schon erbracht, aber es wäre noch einiges zu optimieren – die letzte „Ausschmückung“ fehlt noch zur Perfektion.
Die Girlande im Traum kann auch Ehre und Erkenntnis darstellen und den Träumenden mit dem Menschen verbinden, der sie ihm geschenkt
hat.
Spirituell:
Auf dieser Ebene ist eine Girlande im Traum ein Symbol für den Wunsch nach spiritueller oder materieller Auszeichnung.
(Siehe auch „Blumen“)

593
Gitarre
Allgemein:
Im Traum kann Gitarrenmusik eine neue Romanze ankündigen. Gitarrenmusik und das Instrument selbst drücken Romantik und kreative
Schaffenskraft aus. Gitarre wird im gleichen Sinn wie Fiedel verstanden.
Psychologisch:
Jedes Musikinstrument im Traum zeigt das Bedürfnis des Träumenden nach Ruhe, Entspannung und Harmonie. Gitarre hat wie die meisten
Saiteninstrumente mit dem Eros zu tun, der völligen Hingabe in Lust und Liebe. So soll der Träumer, der selbst auf der Gitarre spielt,
sexuelle Wünsche haben, die bisher keine Erfüllung fanden. Hört man Gitarrenspiel, weist das aber mehr auf das vergnügte Beisammensein
mit lieben Menschen hin.
Spirituell:
Auf dieser Ebene drückt die Gitarre im Traum den Wunsch des Träumenden nach spiritueller Harmonie aus.
Volkstümlich:
(arab. ) : – falsch spielen hören: Unannehmlichkeiten erfahren;
– harmonisches Spiel lauschen: auf eine neue Liebesromanze hoffen dürfen;
– selbst falsch spielen: Verdrießlichkeiten in einer Gesellschaft erleben;
man soll sich davor hüten, nicht unbedacht ein Geschenk von einem Freund anzunehmen;
– selbst harmonisch spielen: man wünscht sich eine neue leidenschaftliche Beziehung.
(europ.) : – versp richt Vergnügungen sowie auch schlechte Gesellschaft, in die man durch gute Freundinnen geraten kann;
auch: glückhaftes Zeichen,
sofern die Musik einem Freude bereitet; Unterbrechungen sind ein schlechtes Zeichen;
– selbst besitzen oder auf einer spielen: man wird sich verlieben; in der Familie läuft alles bestens;
– klingt die Gitarre seltsam: man sollte sich vor Schmeicheleien und Überredung in acht nehmen, da man Gefahr läuft, von einem
faszinierenden Übel in Versuchung geführt zu werden; für einen Mann: er verliert wegen verführerischer Frauen den Kopf;
– Ist die Gitarre unbesaitet oder zerbrochen, bedeutet das für eine junge Frau mit Sicherheit eine Enttäuschung in der Liebe.
(ind. ) : – du wirst ein Geschenk erhalten.
(Siehe auch „Fiedel“, „Saiteninstrumente“)
Gitter
Allgemein:
Gitter stellt oft ein schwer überwindbares Hindernis auf dem weiteren Lebensweg dar. Manchmal kündigt es auch die Trennung von einem
nahestehenden Menschen an, unter der man sehr leiden wird.
Psychologisch:
Das klassische „Gefängnissymbol“ bedeutet im Traum sehr häufig eine bevorstehende Trennungssituation, das Ende einer Beziehung, die
Unerreichbarkeit einer geliebten Person. Sie kann durch einen Umzug bedingt sein, aber auch auf eine Reise hinweisen, bei der uns die
Rückkehr verbaut ist. Man beachte deshalb weitere Symbole. Manchmal bedeutet es auch: Es wird etwas „durch ein Gitter fallen“
(unerreichbar werden), was eher materiellen Verlust und vergebliche Bemühungen bedeutet.
Volkstümlich:
(arab. ) : – dahinter stehen: du wirst in eine traurige Lage geraten;
– eisernes: du wirst Ruhe finden;
– hindurchsehen: du wirst dir durch deine Unnahbarkeit viel verscherzen.
(europ.) : – Befreiung von allerlei Sorgen; auch: ihre Freunde schätzen sie höher ein, als sie meinen;
– sich selbst hinter einem sehen: entweder man ist von anderen abhängig oder unfrei;
– aus einem Gitterfenster schauen: Sehnsucht nach einem fernen Menschen; man hat sich von den Mitmenschen abgekapselt;
– ein Gittertor sehen: man wünscht sich etwas Unerreichbares;
– andere hinter Gittern sehen: man wird unwürdigen Personen Privileg einräumen müssen;
– Träumt eine junge Frau , daß ihr Geliebter hinter Gittern sitzt, wird sie von seinem Charakter
enttäuscht sein, da er sich als Betrüger entpuppt.
(Siehe auch „Gefängnis“, „Zuchthaus“)
Glacehandschuh
Psychologisch:
Mit genau dem möchte man angefaßt werden – also sehr vorsichtig und einfühlsam. Wer davon träumt, ist überreizt und überfordert und hat
wirklich eine „Schonzeit“ nötig.
(Siehe auch „Handschuhe“)
Gladiator
Artemidoros:
Wenn ein Junggeselle träumt, als Gladiator anzutreten, prophezeit es ihm Freiheit (Freigelassene und Sklaven, die in den Militärdienst
eingestellt wurden, konnten die Freiheit und das Bürgerrecht erlangen). Als Gladiator zu kämpfen bedeutet, daß man einen Prozeß
anstrengen oder sonst irgendeinen Streit oder Kampf austragen muß. Denn auch der Gladiatoren- und Faustkampf wird Kampf genannt,
wenngleich letzterer ohne Waffen geführt wird, welche die Dokumente und die Rechtsansprüche der Streitenden bezeichnen. Immer
bedeuten die Waffen des Fliehenden gerichtliche Anklage, die des Verfolgers, daß man selbst als Ankläger auftreten wird. Ich habe häufig
die Erfahrung gemacht, daß dieses Traumgesicht die Ehe mit einer Frau voraussagt, die so geartet ist wie die Waffen, die man führt, oder wie
der Gegner, mit dem man zu kämpfen glaubt. Doch weil man ohne genaue Bezeichnungen keine klaren Ausführungen geben kann, will ich
sie anführen. Ist der Gegner ein Thraker (Thraker trugen einen Krummsäbel (sica), einen kleinen, rechteckigen oder runden Schild (parma),
Lederbandagen (fasciae) um Unter- oder Oberschenkel und zwei Beinschienen), wird man eine reiche, durchtriebene und geltungssüchtige
Frau heiraten; eine reiche, weil jener durch seine Rüstung gedeckt ist, eine durchtriebene wegen des Krumm- Säbels, eine geltungssüchtige,
weil er angreift. Kämpft man mit einem Samniten (Samniten trugen einen Gesichtshelm (galea) mit riesigem Kamm und Federbusch,
Beinschienen, großem Langschild (secutum), Schwert (gladius) oder Lanze und Ärmel am rechten Arm), so wird man eine Frau bekommen,
die schön, ziemlich reich, treu, haushälterisch und dem Mann zu Willen ist. Denn der Samnit weicht zurück und ist gedeckt, auch ist seine
Ausrüstung schöner als die erstere. Hat man es mit einem Secutor (Secutor (Verfolger) = Abart des Samniten) zu tun, wird man eine Frau
heiraten, die zwar hübsch und reich ist, die aber auf ihren Reichtum sich etwas zugute hält, deswegen ihren Mann verachtet und ihm viel
Ärger bereiten wird; denn der Secutor verfolgt immer. Sieht man sich einem Retiarius (der Netzfechter = Hauptgegner des Secutor; mit
Dreizack oder einer Thunfisch- Harpune (fascina), mit einem Netz und Dolch ausgerüstet; trug keine prächtige Rüstung) gegenüber, wird
man eine bettelarme, liebestolle Gassendirne ehelichen, die sich jedem Liebhaber an den Hals wirft. Ein Reiter (Gladiator zu Pferd, mit
Tunica bekleidet und mit einem Rundschild ausgestattet) prophezeit ein reiches, aus gutem Haus stammendes Frauenzimmer, das jedoch

594
wenig Verstand besitzt. Der Essedarius (kämpft vom Wagen aus, der von einem Lenker geführt wurde) bedeutet ein träges und
stumpfsinniges, der Provocator (der Herausforderer, wenig bekannter Typ) ein schönes und liebenswürdiges, doch dreistes und liebestolles
Weibsbild. Der Dimachairos (ausgestattet mit zwei Dolchen und unbehelmt) und der sogenannte Arbelas (trug ein – arbelos = sichelförmiges
Messer) bezeichnen eine Giftmischerin oder sonst ein bösartiges oder häßliches Weib. Diese Ausführungen schreibe ich nicht in gutem
Glauben, noch aufgrund von Überlegungen, die von der Wahrscheinlichkeit ausgehen, sondern aus reiner Erfahrung, die mich vielfach
lehrte, daß die Träume jeweils so ausgehen.
Psychologisch:
Sicher kein alltäglicher Traum – aber wer ihn hat, sieht entweder zu viele einschlägige Filme, oder er fühlt sich selbst „von der Meute
gehetzt“ oder „vor aller Augen erniedrigt“.
Volkstümlich:
(europ.) : – zeigt an, daß man Leute über sich haben wird, die Kummer und Sorge bereiten.
Glanz
Volkstümlich:
(arab. ) : – bedeutet Verderben.
(europ.) : – im Glanz leben: man wird einen höheren Lebensstandard erreichen und eines Tages in besseren Verhältnissen leben;
– sieht man andere so leben: aus dem Anteil, den andere an Ihrem Wohlergehen nehmen, werden Vergnügen erwachsen.
Glas
Artemidoros:
Becher aus Glas sind wegen des Stoffes von übler Vorbedeutung. Bisweilen kündigen sie auch wegen ihrer Zerbrechlichkeit Gefahren an
und bringen wegen ihrer Durchsichtigkeit Verborgenes ans Licht. Eine andere zutreffende Auffassung besagt, daß die Trinkgefäße
diejenigen Personen bezeichnen, die mit unseren Lippen in Berührung kommen. Deswegen bedeutet es den Tod eines uns nahestehenden
Menschen, wenn sie zerspringen. Lebt aber einer mutterseelenallein, droht ihm selbst der Tod. Diese Beobachtung kann ich aus eigener
Erfahrung bestätigen. Leuten auf hoher See prophezeit das Zerspringen ihrer Trinkgefäße Schiffbruch. Das ist die alte Einteilung und
Auslegung. Heutzutage kommt noch folgendes Traumbild hinzu, das sich häufig erfüllt hat: Es gibt gewisse enghalsige Trinkgefäße, die man
vor nicht allzu langer Zeit erfunden hat. Gehen sie in Scherben, verheißen sie Befreiung von jeglicher Drangsal und Beklemmung.
Allgemein:
Glas im Traum verweist auf eine unsichtbare, doch berührbare Barriere, die der Träumende um sich selbst errichtet hat, um sich vor
Beziehungen zu anderen Menschen zu schützen. Es kann auch umgekehrt der Fall sein, daß sich andere Menschen mit einer Glaswand vor
dem Träumenden schützen. Glas taucht in verschiedener Form im Traum auf, zum Beispiel als Fensterscheibe oder Gefäß; man muß dann
meist zusätzlich die Bedeutung solcher Symbole berücksichtigen, um den Sinn zu verstehen. Allgemein deutet Glas oft an, daß man sich
selbst oder andere besser durchschauen wird, aber vielleicht noch nicht fähig ist, daraus Konsequenzen zu ziehen. Oft helfen folgende
Begleitumstände im Traum bei der individuellen Deutung:
– Glas sehen kann im obigen Sinn auf Einsichten hinweisen; ist es milchig oder beschlagen, deutet das eine undurchsichtige Situation an.
– Verschmutztes Glas veranschaulicht Isolation und Gefühle der Einsamkeit.
– Sprung im Glas wird oft als Warnung vor Täuschung und Betrug verstanden.
– Zerbrochenes Glas kann ein Glückssymbol darstellen; zerbricht man es selbst, muß man jedoch mit Streit rechnen.
– Glas schleifen verheißt einen Gewinn bei einer Spekulation, ohne daß man sich dafür stärker anstrengen muß.
– Glas mit Wasser trinken soll häufig ankündigen, daß sich die Gesundheit bessern wird.
– Glas verschenken deutet an, daß man einen guten Freund verlieren wird.
– Glas kaufen warnt häufig vor Leichtsinn in finanziellen Angelegenheiten.
Psychologisch:
Wie in der Wirklichkeit ist das Glas auch im Traum etwas sehr Zerbrechliches. Es symbolisiert Überempfindlichkeit des Träumenden oder
weist auf eine sehr fragile Beziehung hin. Wichtig ist immer, was sich in diesen Gefäßen befindet, der Inhalt stellt nämlich die Art des
Prozesses dar.
– Kelche oder Gefäße aus Glas deuten auf einen Bewußtwerdungsprozeß hin.
– Ein Glasgefäß, das zerbricht, verschafft uns Klarheit über eine endgültige Trennung, kann aber auch auf die Zerbrechlichkeit des Träumers
hinweisen.
– Ein bis zum Rand gefülltes Glas schenkt uns frohe Stunden, und wenn wir es bis zur Neige austrinken, gute Gesundheit.
– Ist der Träumende durch eine Glaswand von anderen Personen getrennt, ist dies ein Bild für Kommunikationsschwierigkeiten mit diesen
Personen.
– Blickt der Träumende aus einem Glasfenster, so ist dies als Symbol für den Ausblick auf etwas Neues aufzufassen, das wir erreichen
können.
– Zerbricht der Träumende in seinem Traum Glas, so ist dies ein Hinweis darauf, daß er seine Schutzwand durchbricht. Er zertrümmert die
Gefühle, die ihn einengen, und bewegt sich in einen klareren Raum hinein, in dem er das Errichten neuer Barrieren nicht zuläßt.
– Wer im Traum ein gesprungenes Glas klebt, will eine schmerzliche Erkenntnis nicht wahrhaben – oder zumindest nach außen hin „nicht zur
Kenntnis nehmen“: Hauptsache es sieht auf den ersten Blick so aus, als wäre noch alles heil – und hätte noch keinen „Sprung“ bekommen.
– Trübes Glas deutet an, daß uns in gewissen Dingen der rechte Durchblick fehlt.
– Mattiertes oder verdunkeltes Glas kann ein Hinweis auf den Wunsch nach Privatsphäre sein oder darauf, daß die Sicht des Träumenden in
bestimmten Situationen schlechter ist.
– Man kann freilich auch in einem Glashaus sitzen, was auf schwache Nerven deuten könnte oder darauf, daß wir gern anderen die Schuld
an eigenen Versäumnissen geben möchten. Wer selbst im Glashaus sitzt, sollte ja auf andere nicht mit Steinen werfen. Freud sah im
Glasgefäß ein Sinnbild für das weibliche Geschlechtsorgan – nun ja!
Spirituell:
Auf der spirituellen Ebene kann Glas im Traum die Barriere darstellen, die zwischen dem Leben und dem Leben danach besteht. Glas ist
Sinnbild, der Transparenz und des himmlischen Elements.
Volkstümlich:
(arab. ) : – ein leeres sehen oder besitzen: notwendige Einschränkungen werden dich verstimmen;
man muß mit einer bitteren Enttäuschung rechnen;
– mit Wasser füllen: man braucht sich um seine Gesundheit nicht zu sorgen;
– ein mit Wasser gefülltes: zweifelhafter Erfolg in Geschäften;
– ein mit geistigen Getränken gefülltes: deine Geschwätzigkeit kann dir Nachteile bringen;
– eins zerbrechen: schreckhafte Erlebnisse; ein schlimmer Streit steht ins Haus;
– ein zerbrochenes: Angehörige von dir werden erkranken;
– schneiden: du verstehst deine Angelegenheiten zu ordnen;

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– schleifen sehen: schwere Arbeit bekommen;
– verschenken: man wird deiner gedenken.
(europ.) : – bringt Glück und Geschenke;
– schleifen: bedeutet eine Spekulation;
– kaufen: deutet auf Verschwendung hin;
– verschenken: man wird bei einem Menschen in gutem Ansehen stehen;
– wertvolles besitzen: man wird ein Geschenk erhalten;
– Gläser sehen: deutet auf unbeständige Geschäfte;
– zerbrechen: kündet eine Entzweiung an;
– zerbrochenes Glas: deutet auf eine Überraschung durch Gewinn; bedeutet Glück;
– ein leeres sehen: man wird ein ungern gesehener Gast sein;
– viele leere sehen: es werden bald dürftige Zeiten auf einem zukommen; sparen ist angezeigt;
– eins mit Wasser füllen: gute Gesundheit;
– ein volles sehen: man wird in einer Gesellschaft gerne gesehen sein;
– mehrere volle sehen: ein gutes Zeichen für eine optimistische Lebenseinstellung und für Erfolge;
– ein überlaufenes sehen: bringt Streit;
– eins mit Wein füllen: bringt Freude und Vergnügen;
– aus einem trinken: bedeutet Wohlergehen;
– durch eins blicken: bittere Enttäuschungen werden die glänzendsten Aussichten überschatten;
– zerbrechen von Glasgeschirr oder Fenstern: verkündet die unvorteilhafte Auflösung von Unternehmen;
– geschliffenes Glas erhalten: man wird wegen seines Scharfsinns und Talente bewundert;
– Schmuck aus geschliffenen Glas verschenken: man wird in seinen Unternehmungen scheitern;
– deutlich durch ein Glasfenster sehen: man wird eine Stelle von untergeordnetem Rang einnehmen;
– durch ein trübes Glasfenster blicken: man wird sich in einer unglücklichen Lage befinden.
(ind. ) : – erhalten: sei vor Betrug gewarnt;
– mit Wasser: deine Gesundheit ist in Ordnung;
– verschenken: du wirst einen treuen Freund verlieren;
– zersprungenes: du wirst durch Betrug zu Schaden kommen;
– gesprungen: sei ehrlich zu deinem Geschäftspartner;
– leeres: Enttäuschung;
– schleifen: du spekulierst etwas aus;
– schneiden: Heirat über Jahr und Tag.
(Siehe auch „Brille“, „Fenster“, „Flasche“, „Gefäß“, „Geschirr“, „Kristall“, „Spiegel“, „Zerbrechen“)
Glasbläser
Volkstümlich:
(europ.) : – bei der Arbeit sehen: man denkt über eine Änderung im Berufsleben nach, die scheinbar eine Verbesserung ist,
sich jedoch als nachteilig erweist.
Glashaus (Siehe „Gewächshaus“)
Glasmalerei
Volkstümlich:
(arab. ) : – du machst Bekanntschaft mit Künstlern.
(ind. ) : – du wirst in allernächster Zeit Freude erleben.
Glasscheibe
Volkstümlich:
(europ.) : – eine tragen: die Geschäfte sind unsicher;
– zerbrechen: es wird sich Mißerfolg einstellen;
– mit jemandem durch eine sprechen: in naher Zukunft, recht unangenehme Hindernisse überwinden müssen.
(Siehe auch „Glas“)
Glaswand
Psychologisch:
Ein sehr häufiges Traumsymbol für ein Gefühl der Isolation und für „Unerreichbarkeit trotz Nähe“. Man kann jemanden (oder etwas) sehen,
aber weder anfassen noch hören. Mag man auch nur wenige Schritte voneinander entfernt sein, bei aller Transparenz verhindert die
Glaswand den wirklichen Kontakt: Bestenfalls kann man einander noch „Zeichen geben“. Wer Liebeskummer hat oder nach einer
unfreiwilligen Trennung den (jetzt für die eigenen Gefühle unerreichbaren) geliebten Menschen immer wieder sieht, träumt oft von der
trennenden Scheibe – egal, ob das nun ein Fenster, eine Glaswand oder eine Tür ist. Was auch bedeuten kann: Schau noch einmal genau hin,
ob es wirklich Sinn macht, das Trennende „zerschlagen“ zu wollen.
(Siehe auch „Glas“, „Wand“)
Glatteis
Allgemein:
Glatteis warnt vor allzu großer Risikobereitschaft und Unbedachtheit.
Volkstümlich:
(arab. ) : – Unterstützung durch einen bedeutenden Menschen erfahren.
(europ.) : – laß dich nicht in gewagte Unternehmungen ein.
(Siehe auch „Eis“)

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Glatze
Assoziation: – sexuelle Thematik; Weisheit.
Fragestellung: – Was möchte ich aufgeben, oder was fürchte ich zu verlieren?
Allgemein:
Handelt ein Traum von einer Person, die eine Glatze hat, bedeutet dies, daß dem Träumenden ein gewisses Maß an Stumpfsinn in seinem
Leben bewußt gemacht wird. Glatze deutet man manchmal als Potenzsymbol, das bei Männern auf sexuelle Probleme hinweisen kann. Oft
steht sie aber für Klugheit und Ernsthaftigkeit im Denken und Handeln.
Psychologisch:
Ein Symbol für den Alterungsprozeß und das Nachlassen der Lebenskraft. Wer träumt, plötzlich sein Haar zu verlieren, muß in diesem
Zeitraum mit einer aktuellen Verlustangst zurechtkommen. Nicht selten fallen einem tatsächlich verstärkt Haare aus, wenn man gerade unter
dem Schock eines emotionalen oder materiellen Verlustes steht. Sobald das Ärgste überstanden ist, normalisieren sich die „Vorgänge im
Kopf“ gleichzeitig mit jenen „auf dem Kopf“ – wenn man wieder klar denken kann, sich vom erlebten Verlust zu distanzieren beginnt und
„den Kopf wieder frei“ für Neues hat, stoppt auch der Haarausfall, und neues Haar wächst merkbar nach. Glatzenträume sind auch als Signal
des Unterbewußtseins zu verstehen, daß es besser wäre, etwas (oder jemanden) freiwillig loszulassen, bevor man durch fremde
Entscheidungen dazu gezwungen wird. Hat der Träumende selbst in seinem Traum eine Glatze, so wird damit entweder der Verlust seiner
intellektuellen Kraft angezeigt oder umgekehrt seine Intelligenz. Haare sind sekundäre Geschlechtsmerkmale. Diese seit Jahrtausenden
bekannte Tatsache veranlaßte Artemidoros zu der Meinung, sehe man im Traum einen kahlen Kopf, würde das den Potenzverlust im
Wachleben bedeuten. Heute weist das Traumbild von der Glatze eher auf eine herbe Enttäuschung in den zwischenmenschlichen
Beziehungen hin oder auf die Angst, man könne etwas Liebgewordenes verlieren.
Spirituell:
Auf dieser Ebene bedeutet eine Glatze im Traum die Erkenntnis, daß Spiritualität und Demut Hand in Hand gehen.
Volkstümlich:
(arab. ) : – sehen: ein üppiges Leben wird dich rasch altern lassen; Zeichen von Fröhlichkeit; lustige Dinge erleben;
auch: man hat es in seinem Bekanntenkreis mit primitiv denkenden Menschen zu tun;
– sich selbst mit einer sehen: man wird mit Unannehmlichkeiten rechnen müssen,
die mit einem Fehlurteil zu tun haben.
(europ.) : – sehen: verweist auf Täuschungen und Betrug; auch: Krankheit; je weniger Haare man zu haben scheint,
desto ernsthafter wird die kommende Krankheit sein;
– bei einem anderen sehen: man wird einen ernsten, aber interessanten Menschen kennenlernen;
– eine Glatze tragen: im Kreise gelehrter Menschen viel Erfolg haben und in der gesellschaftlichen Achtung steigen;
– Für eine Frau sagt es Geldschwierigkeiten oder eine schwierige Liebesangelegenheit voraus.
(Siehe auch „Haare“)
Glaube
Volkstümlich:
(arab. ) : – Träumt einer, er verehre Götter, Bilder, Tiere oder Bäume, wird er beim Pharao und seinen Hofleuten in Gunst stehen,
gemessen an der Schönheit der Bilder, Tiere und Bäume.
– Wirft er sich vor dem Thron Pharaos nieder, so wie es dessen Vornehme tun, wird er ihnen im Rang gleichgestellt werden.
– Ist es Pharaos Stab den er verehrt oder trägt, oder setzt er sich in dessen Gefährt oder dessen Streitwagen, wird er den
Platz seines ersten Ratgebers einnehmen.
– Steigt er auf Pharaos Pferd oder Sattelpferd und tut er es mit dessen Zustimmung, wird dieser ihm seine Frau geben,
geschieht es aber wider seinen Willen, wird der Träumende ein Mädchen Pharaos verführen, aber ertappt werden.
– Dünkt es einen, er schlafe mit dem Pharao oder dieser verkehre mit ihm wie mit einer Frau, wird er dem Pharao als
Sekretär und Leiter seiner geheimen Privatkorrespondenz dienen.
(perser) : – Träumt jemand, er verehre Bilder, die die Namen der größten Gestirne tragen, oder das der Sonne, wird er an den Kaiser
eine Bittschrift richten, Gehör finden und sich ihm so weit nahen, wie er im Traum dem Bild der Sonne nahegekommen ist.
Der Kaiser wird nach diesem Gesicht mit einem anderen Herrscher Freundschaft und Frieden schließen.
– Huldigt einer dem Bild des Mondes, wird er an den ersten Minister des Kaisers eine Bittschrift richten, Gehör finden und
sich ihm so weit nahen, wie er im Traum dem Bild des Mondes nahegekommen ist.
– Sieht sich einer zu Füßen des Bildes der Venus, wird er bei dem ersten Minister der Kaiserin in Gunst stehen.
Dasselbe gilt hinsichtlich der übrigen Gestirne und der Hofleute des Kaisers.
– Verehrt der Kaiser das nie erlöschende Feuer in den Tempeln und dünkt es ihn, als ob übelriechender Rauch dem Feuer
entstiegen sei, wird er von Feinden angegriffen und zur Flucht gezwungen werden; ist der Rauch aber wohlriechend,
wird er einen glänzenden Sieg über seine Feinde erringen.
Ein gemeiner Mann wird dem Kaiser dienen und entsprechend dem angenehmen oder widerlichen Geruch des Rauches
gute oder böse Tage sehen, eine Frau mit ihrem Mann entsprechend dem Geruch in Frieden oder Unfrieden leben.
– Träumt der Kaiser, er lasse einen Tempel bauen und darin ein Feuer entzünden, damit das Volk es verehre, wird er aus
freien Stücken einen Mitkaiser ernennen, der die Anerkennung des Volkes findet.
Läßt er innerhalb oder außerhalb der Stadtmauer eine neue Mauer errichten, wird er gleichfalls einen der Seinen zum
Mitkaiser erwählen, vorausgesetzt, er lasse die alte Mauer nicht schleifen; ist dies nämlich der Fall, wird ein
Machtwechsel erfolgen.
Wenn ein gemeiner Mann oder ein Mächtiger solches träumt und es ihn dünkt, er tue dies ohne Befehl des Kaisers,
wird er auf dessen Sturz sinnen; bringt er den Mauerbau zustande, wird sein Umsturzversuch glücken, wenn nicht,
wird er vom Kaiser vernichtet und beseitigt werden.
Hat eine Frau diesen Traum, wird ihr Schicksal auf Gedeih und Verderb mit dem der Kaiserin verbunden sein.
(ind. ) : – Träumt ein Christ, er sei zum Judentum übergetreten, so war sein Glaube nicht fest, sondern wankend und lästerlich,
und deshalb wird er der ewigen Verdammnis anheimfallen.
Der Kaiser wird nach diesem Gesicht eine neue Häresie gegen den Willen seines Volkes einführen,
ein gemeiner Mann als falscher Zeuge auftreten, eine Frau ihren Mann hintergehen,
ein Knecht Böses gegen seinen Herrn sinnen.
– Träumt einer, er sei vom Glauben abgefallen und ein Anhänger Mohammeds geworden, wird es ihm wie den Genannten ergehen.
– Hat sich einer der Magie ergeben, wird er sein Herz an Geld und Reichtum hängen; Magier sinnen nämlich nur auf Irdisches
und rechnen nicht mit der Vergeltung im Jenseits.
– Verehrt einer das Feuer, wird er nach Ämtern und Macht trachten, weil das Feuer ein mächtig Ding ist; sind es glühende Kohlen
oder ein Feuer ohne Flamme, Rauch und Ruß, wird er sich entsprechend dessen Größe Gold verschaffen, aber mit unlauteren
Mitteln, und seinen Glauben verlieren.
– Träumt einer, er sei Presbyter und bete für das Volk, wird er dessen Oberhaupt und von jedermann geliebt werden.

597
– Liest er dem Volk aus einem Buch vor, wird er weise und gebildet sein.
Hat der Kaiser dieses Gesicht, wird er siegreich und ein weiser Herrscher sein.
– Träumt einer, er schlage das hölzerne Schlagbrett, wird er ein mächtiger Herr werden und, mit gewaltiger Stimme begabt,
die Leute nach seinem Willen um sich sammeln.
Der Kaiser wird nach diesem Traum die Großen seines Reiches zu einer ehrenvollen Beratung zusammenrufen,
auch wird er lange leben und reiche Freude haben, weil das Schlagbrett Freude und Frohsinn verbreitet.
Schlägt er das Brett nicht selbst, sondern hört er, wie ein anderer es schlägt, hat der Traum dieselbe Bedeutung.
Ein Bettelarmer, der davon träumt, wird hohen Herren dienen und vorwärtskommen,
eine Frau aller Welt ein Schauspiel von Schimpf und Schande sein.
– Träumt der Kaiser, er lasse eine Kirche bauen, wird er eine Frau von neuem auszeichnen und im Rang erhöhen entsprechend
der Größe der Kirche;
ein gemeiner Mann wird als Beschützer einer Frau Reichtum erlangen,
eine unverheiratete Frau einen Mann bekommen,
eine verheiratete zur Witwe werden und wieder heiraten.
(Siehe auch „Götzenbild“)
Gläubiger
Volkstümlich:
(arab. ) : – drängende: Überwindung von Hindernissen.
(europ.) : – verkünden unabwendbare Besuche, aber auch Glück im Geschäft; bringen die Überwindung von Hemmnissen.
(ind. ) : – du mußt dein Schicksal überwinden, bald kommen bessere Tage.
(Siehe auch „Darlehen“)
Gleichgewicht
Allgemein:
Wenn ein Traum davon Handelt, daß der Träumende sein Gleichgewicht aufrechterhält oder in einer schwierigen Position im Gleichgewicht
gehalten wird, dann zeigt dies, daß er auf der Suche nach einem Gleichgewicht von Körper, Geist und Seele ist.
Psychologisch:
Gleichgewicht ist ein Zustand, den alle Menschen suchen. Aber wenn alle Bestandteile einer Person qualitativ und quantitativ ausgeglichen
sind, dann ist sie auch weniger lebendig und damit weniger interessant.
Spirituell:
Auf der spirituellen Ebene hat das Gleichgewicht im Traum sehr viel mit Gerechtigkeit zu tun.
Volkstümlich:
(europ.) : – darunter leiden: jemand will einem einen Stoß versetzen, der einem aus die Ruhe bringt oder den Weg versperrt;
– akrobatische Gleichgewichtsakte vollbringen: Warnung vor seelischem Wagemut und zuviel Leichtsinn; starkes Selbstvertauen.
(Siehe auch „Gerechtigkeit“)
Gleichgültigkeit
Volkstümlich:
(europ.) : – für kurze Zeit angenehme Weggefährten haben;
– Ist der Liebste einer jungen Frau gegenüber gleichgültig, wird er ihr seine Zuneigung nicht auf angemessene
Art und Weise zeigen. Wenn sie ihm gegenüber gleichgültig ist, wird sie ihm untreu.
Gleise
Allgemein:
Das Traumbild des Gleisesveranschaulicht meistens Einseitigkeit, Monotonie und Starrheit. Der träumende ist zuwenig flexibel und befindet
sich in seinem Leben vielleicht in einer Sackgasse. Träumt man davon, zu entgleisen, so kann dies einerseits ein Zeichen dafür sein, daß man
sein starres Prinzipiendenken aufgeben möchte, andererseits aber auch anzeigen, daß man unvernünftig und leichtfertig ist. Der Träumende
sollte sich vor riskanten Entschlüssen hüten. Eisenbahnschienen erinnern auch an die Ferne und an Reisen. Haben Sie entfernt wohnende
Freunde, zeigt sich hier vermutlich Sehnsucht. Melden Sie sich mal wieder bei Ihnen.
Psychologisch:
Aufbruchswunsch des Unbewußten, wenn ein Zug kommt. Kommt kein Zug, zeigt dies innere Einsamkeit an. Wer ihrem vorgegebenen Weg
im Traum folgt, neigt auch in der Realität dazu: Er vertraut (vorsichtshalber) lieber den „eingefahrenen Wegen“, und er möchte nicht von den
„festgefügten Gleisen“ abweichen. Sicherheit bedeutet ihm alles, und allein das Wort „Risiko“ kann ihn zutiefst verstören. Wiederholte
Träume, die sich am Bahndamm bzw. den Gleisen entlang abspielen, wollen signalisieren, daß sich der Träumende extrem „festgefahren“
verhält und seine Entwicklung in jeder Hinsicht blockiert.
Volkstümlich:
(europ.) : – werden Schienen durch Hindernisse blockiert: Sie spielen ein falsches Spiel;
– auf den Schwellen der Gleise gehen: schwierige Zeiten und harte Arbeit;
– auf den Eisenschienen gehen: Dank der Begabung, Dinge im eigenen Sinn zu beeinflussen , sehr glücklich sein;
– ein vom Wasser überschwemmter Schienenweg: großes Vergnügen für eine kurze Weile; allerdings steigt Pech
wieder wie ein Phönix aus der Asche auf.
(Siehe auch „Eisenbahn“)
Gleiten
Volkstümlich:
(europ.) : – Nachrichten von einer Heirat.
Gletscher
Allgemein:
Gletscher umfaßt meist den Bereich der eigenen Gefühle; ähnlich wie Eis kann er signalisieren, daß man Gefühlen mehr Bedeutung
beimessen muß, um psychisch nicht zu verarmen. Zuweilen verspricht es aber auch Erfolg durch mühsame Arbeit, wenn man über einen
Gletscher geht.

598
Psychologisch:
Die Traumlandschaft vom ewigen Eis hat etwas Bedrohliches an sich, weist sie doch auf das Einfrieren aller Gefühle hin, auf die zu Eis
erstarrte Beziehung.
– Wer den Gletscher überwindet, für den bricht im Wachleben eine Zeit der Liebe und Zuneigung an.
– Stürzt der Träumende in ein Gletscherspalte, ist dieses ein Hinweis darauf, daß er Gefahr läuft geistig und emotional zu erstarren.
Volkstümlich:
(arab. ) : – vor einem stehen: Möglicherweise steht eine Trennung von einem geliebten Menschen bevor.
(europ.) : – sehen: Rückgang der Geschäfte;
– eine Frau dabei sehen: kündet das Ende einer Liebschaft an;
– mit der eigenen Frau oder Freundin auf einem stehen: deutet auf baldige Scheidung hin;
– am Fuße eines solchen stehen: man befindet sich in einer sehr unsicheren Lage;
– allein auf einem stehen: Überwindung von vielen Schwierigkeiten.
(ind. ) : – besteigen: du wirst deinen Wunsch erfüllt sehen.
(Siehe auch „Eis“, „Frieren“, „Gefrorenes“, „Schnee“)
Gletscherspalte
Psychisch:
Deutet ein Erstarren im zwischenmenschlichen Bereich an, das auf die Einsamkeit und die Kontaktarmut des Träumers hinweisen kann. Wer
in eine Gletscherspalte fällt, dem tun sich Probleme auf, die kaum zu bewältigen sind; wer aus ihr gerettet wird, steht nach einem
Zeitabschnitt voller ernsthafter Probleme vor einem Neubeginn, der die Hoffnung begründet, daß eigentlich alles nur besser werden kann.
(Siehe auch „Spalte“)
Glied
Artemidoros:
Das männliche Glied gleicht den Eltern, weil es zum Samen in Beziehung steht, den Kindern, weil es deren Ursache ist; der Gattin und der
Geliebten, weil es für die Freuden der Liebe geschaffen ist; den Brüdern und allen Blutsverwandten, weil vom Geschlechtsglied das
verwandtschaftliche Verhältnis der ganzen Familie abhängt. Sodann bedeutet es Körperstärke und Manneskraft, weil es auch deren Urheber
ist; deshalb wird es von einigen „Mannheit“ genannt. Ferner bezeichnet es die Rede und die Bildung, weil das Geschlechtsglied, ebenso wie
das Wort, das Allerzeugungsfähigste ist. Ich habe einmal in Kyllene ein Kultbild des Hermes gesehen, das auf Grund einer natürlichen
Auffassung lediglich als männliches Glied gearbeitet war (Phallos- und Dionysos- Kult). Ferner zeigt es Überfluß und Besitz an, weil es sich
bald vergrößert, bald wieder zurückgeht und sowohl gewähren als auch ausscheiden kann. Weiterhin bedeutet es geheime Pläne, weil diese
auch medea genannt werden ebenso wie das Glied; dann gleicht es Armut, Knechtschaft und Fesseln, weil es „das Notwendige“ heißt und
das Symbol von Not und Zwang ist. Ferner gleicht es der Würde; denn aidos bedeutet Scham und Würde. Daraus folgt: Ist das Glied
vorhanden und befindet es sich in der gehörigen Ordnung, so werden auch alle durch dasselbe angedeuteten Dinge und Verhältnisse in ihrer
alten Ordnung verharren; es vergrößert sie, wenn es sich vergrößert, es zeigt deren Verlust an, wenn es abgenommen wird. Verdoppelt es
sich, wird sich alles verdoppeln, mit Ausnahme der Gattin oder der Geliebten; diese verliert man, denn zwei Geschlechtsglieder kann man
nicht auf einmal gebrauchen.
Achmet:
Ein Jungverheirateter kam zu Sirin, dem Traumdeuter des Mamun, und richtete folgende Frage an ihn: „Ich träumte, mir sei das Glied
gänzlich abgetrennt worden.“ Sirin fragte: „Zu welcher Stunde hast du das geschaut?“ Er antwortete: „Es war die sechste.“ Sirin sagte:
„Rechne von dieser Stunde sechs Monate und im siebenten wirst du kinderlos sterben.“ Als der sechste Monat um war, kam es so.
Volkstümlich:
(arab. ) : – Träumt das Oberhaupt des Volkes, sein Glied sei stark und kraftvoll geworden, wird sein Volk groß, kraftvoll und reich werden;
ein Armer oder ein gemeiner Mann wird in seinem Fach Außerordentliches leisten;
dünkt es einen, sein Glied habe sich übermäßig erigiert, wird er durch seine Frau zu Ehren, Ansehen und Vermögen kommen.
– Wird jemandem das Glied abgeschnitten, prophezeit das schwere Strafe und Bettelarmut; besitzt er viele Pferde,
wird er sie verlieren.
– Dünkt es jemanden, sein Glied sei entblößt und von anderen gesehen worden, wird er geschmäht und geächtet
und sein Geheimnis der Öffentlichkeit preisgegeben werden.
– Hat er das Glied in seinen vier Wänden, unbemerkt von anderen, entblößt, wird ihm das Geheimnis seiner Frau offenbar werden.
– Zwei Glieder zu haben bedeutet, man werde in Kürze heiraten und Kinder in die Welt setzen.
– Schaut einer im Traum seine Frau mit einem männlichen Glied, wird er einen berühmten Sohn zeugen.
– Schläft einer mit einem bekannten Eunuchen wie mit einer Frau zusammen, wird er ihm seinen reichen Besitz
und seine Geheimnisse anvertrauen, ist jener unbekannt, einem Feind Gutes erweisen.
– eines verlieren: schmerzlichen Verlust erleiden;
– verstümmelte Glieder sehen: Angst und Schrecken.
(europ.) : – verlieren oder Schmerzen in einem Glied fühlen: deutet auf Verlust durch eigene Schwäche.
(ind. ) : – Das männliche Glied bedeutet des Mannes guten Namen, seine Stärke und seine Kinder.
– Dünkt es einen, sein Glied sei größer und stärker geworden, wird er wegen seines Amtes in aller Munde sein und Söhne zeugen;
hat der Kaiser dieses Gesicht, wird er vor allem lange leben und einen Sohn als Nachfolger schauen.
Träumt derselbe, daß sich sein Glied kraftvoll erigiere, jemand hinzukomme und es ergreife, wird sein Herrschaftsgebiet
sich vergrößern und der, welcher sein Glied ergriff, Mitwisser seiner Geheimnisse und Mitkaiser werden;
ein gemeiner Mann wird es in seinem Beruf zu etwas bringen.
– Träumt eine Frau, sie habe ein männliches Glied bekommen, wird sie einem Knaben das Leben schenken,
der ihrem Geschlecht alle Ehre machen wird.
– Besitzt einer zwei Glieder, wird er zu dem ersten noch einen zweiten Sohn bekommen, hat er keinen Sohn,
zwei Söhne oder Zwillinge zeugen.
– Träumt einer, sein Glied sei ihm abgetrennt worden, dessen Sohn wird sterben und er selbst ihm bald in den Tod folgen;
ist das Glied nicht gänzlich abgetrennt worden, wird seine Frau einen Knaben gebären, der bald nach der Geburt stirbt;
der Träumende wird von Gram gebeugt, bald jedoch wieder aufgerichtet werden.
– Dünkt es einen, sein Glied habe sich über die Maßen erigiert, wird er an seinem Sohn Freude erleben und selbst berühmt
und mächtig werden.
– Ist das Glied kleiner und schwächer geworden, wird er Amt und Würde verlieren und an den Bettelstab kommen,
seine Kinder aber werden krank und elend werden.
– verlieren: du wirst ein Ehrenamt erhalten (Kontrasttraum);
– verstümmeltes: nach schweren Sorgen kommt Erlösung.
(Siehe auch „Körper“)

599
Gliederreißen
Volkstümlich:
(arab. ) : – dein Leiden wird sich besser.
Glimmer
Medizinrad:
Schlüsselworte: Durchscheinend; papierdünn; höhere Reiche; Fenster; kristallin; übersinnliche Fähigkeiten; Klarheit; östlicher Seelenpfad.
Beschreibung: Glimmer wird im Medizinrad mit Klarheit und der äußeren Position des östlichen Seelenpfads assoziiert. Glimmer ist ein
durchscheinendes silikatisches Mineral in einer solch blättrigen Struktur, daß es sich in papierdünne Schichten trennen läßt. Glimmer gibt es
überall auf der Welt. Erdverbundene Völker sahen ihn als ein Fenster zu höheren Welten, und sie benutzten Glimmer wie eine Kristallkugel
für den Blick in die Zukunft.
Allgemeine Bedeutung: Klares Wissen; intellektuelles Zutrauen; Fehlen von Intuition.
Assoziation: Glamour, glitzernder Schein.
Transzendente Bedeutung: Eine Warnung, daß geistige Klarheit gleichermaßen Grenzen aufweist und Gabe sein kann.
Globus (Schulglobus)
Allgemein:
Wie der Ball ist der Globus ein Symbol für Ganzheit und Geschlossenheit, nur daß es sich hier eher auf die gesamte Welt bezieht, mit der
sich der Träumende momentan im Einklang befindet.
Psychologisch:
Eine „runde Sache“ – oder man sucht nach der „glatten“ oder „umfassenden“ (globalen) Lösung – und sie ist auch möglich.
Volkstümlich:
(europ.) : – suchen: zeigt baldige Hochzeit an; verkündet gute Freunde sowie Gönner;
– etwas auf ihm suchen und nicht finden: man wird einen anonymen Brief erhalten;
– auf ihm studieren: man wird einen großen Gelehrten kennenlernen;
– sehen: weitgehende Planung; auch : Freunde, die in der ganzen Welt zerstreut sind.
Glocken
Assoziation: – Signal; Wiedererkennen; Feier.
Fragestellung: – Was möchte ich hören oder fürchte ich zu hören?
Allgemein:
Glocken können das Bewußtsein symbolisieren und das Bedürfnis des Träumenden, durch andere Menschen Bestätigung zu erfahren.
– Wer Glocken im Traum klingen hört, dem steht – das sagten schon die alten Ägypter – eine erfreuliche Nachrichten ins Haus.
Oft läuten sie auch ein nahes Familienereignis ein, manchmal sind sie die Stimmen des Herzens.
– Glocken, die nur schwingen und nicht klingen, kündigen dem Träumer an, daß er im Alltagsleben nicht so recht weiß, woher der
Wind weht, daß er sich in einer bestimmten Sache, die gerade ansteht, nicht auskennt und sich darum besser etwas anderem
zuwenden sollte.
– Eine Toten-Glocke im Traum läuten hören, bedeutet traditionell, daß man vor einem Unglück oder vor dem Tod gewarnt wird. Während
diese Deutung heute weniger zutrifft, mahnt doch zum Beispiel die Türklingel im Traum noch immer zu Vorsicht und Wachsamkeit.
– Die Glocke im Traum kann auch für den Wunsch stehen, mit einer Person zu kommunizieren, die weit entfernt lebt oder dem
Träumenden fremd geworden ist. Glocke läutet gleichsam eine neue Lebensphase ein, die günstig oder ungünstig verlaufen kann.
– Mehrere läutende Glocken deuten nach altindischer Traumlehre auf Klatsch und üble Nachrede hin.
Psychologisch:
In der Traditionellen Deutung galt es kaum als Grund zur Freude, wenn jemand vom Glockenläutern geträumt hat: Ihm „hat die Stunde
geschlagen“ – sein Glück oder sein Leben ging zu Ende. Auch: jemandem wird die Totenglocke geläutet. In der aktuellen psychologischen
Symbolik bedeutet Glockenläuten eher einen Grund zur Freude über etwas Neues und positiv Überraschendes. Oder auch: Eine „sanfte“
Warnung, etwas lieber nicht „an die große Glocke zu hängen“ – also etwas besser für sich zu behalten, weil andernfalls Mißgunst oder Neid
das Glü ck beeinträchtigen können.
Spirituell:
Auf der spirituellen Ebene ist die Glocke im Traum ein Instrument der Warnung, aber auch ein Glücksbote, weil sie die Kräfte der
Zerstörung bannen kann.
Volkstümlich:
(arab. ) : – nur sehen: große Erfolge haben; viel Freude; es wird einem in einer Notlage geholfen werden;
– schwere läuten hören: traurige Stimmung bekommen; Unglück oder Todesfall;
– helle läuten hören: du wirst gute Neuigkeiten erfahren;
– gießen sehen: verkündet baldige Verheiratung für Ledige, Kindersegen für Verheiratete;
– Türglocken läuten hören: Vorsicht ist geboten: man wird einen Menschen begegnen,
der das Leben nachhaltig beeinflussen wird.
(europ.) : – sehen: bedeutet Lust zu kühnen Unternehmungen, die aber nicht so schnell gelingen werden;
– gießen sehen: du wirst ein eigenes Heim gründen;
– selbst läuten: man wird jemandem unbewußt eine Freude machen;
– tiefes und schweres Läuten hören: ist ein gutes Zeichen, besonders bei einem neuen Unternehmen,
einem Geschäftsbeginn und bei Verlobten; du wirst gute Neuigkeiten erfahren;
– helles Läuten hören: Freunde sterben in der Ferne; schlechte Nachrichten bereiten einem Sorgen;
– normales Läuten hören: Ärgernisse durch Nachrichten von Freunden aus der Fremde werden schnell vergessen sein;
– Freiheitsglocken hören: bedeuten den Sieg über einen Gegner;
– Sturmglocken hören: man wird ein Problem erfolgreich lösen; eine Frau wird vor der Trennung von ihrem Liebsten gewarnt;
– Alarmglocke hören: man wird Anlaß zur Sorge haben;
– Totenglocke hören: steht für in Not geratene Familienmitglieder in der Ferne;
– Kuh- oder Schlittenglöckchen hören: sagt einen unschuldigen Flirt und Amüsement voraus;
– für einen Matrosen würde dieser Traum etwa eine gute Reise bedeuten;
– für Geschäftsleute und Bauern Weihnachtsgeläut hören: es bestehen günstige Aussichten; jungen Menschen stehen frohe
Ereignisse bevor;
– Glockengeläute vom Turm her hören: gilt im allgemeinen als eine Mahnung;
– nach Pausen wieder einsetzend: eine Krankheit oder eine Beerdigung;
– für Kranke bedeutet es ein baldiges Ende.

600
(ind. ) : – läuten hören: hüte dich vor bösen Zungen.
(Siehe auch „Läuten“)
Glockenblume
Volkstümlich:
(europ.) : – blaue Wild blumen pflücken: man wird einen treuen Liebhaber finden.
(Siehe auch „Blumen“)
Glockenturm
Psychologisch:
Wer dort etwas an die große Glocke hängt, will mit schlechten Argumenten überzeugen. Oft ist der Glockenturm, den man (quasi als
Wegweiser) von ferne sieht, der Anhaltspunkt, daß man den rechten Weg aus einer verfahrenen Lage finden wird.
Volkstümlich:
(arab. ) : – (sehen, sich auf ihm befinden): Feindschaft.
(europ.) : – gute Nachrichten von weither.
(ind. ) : – du hast Feinde.
Glück
Allgemein:
Glück haben im Traum wird als negativ verstanden; man muß in einer Liebesbeziehung, geschäftlichen oder finanziellen Angelegenheiten
mit Problemen, Schwierigkeiten und Nachteilen rechnen.
Psychologisch:
Jeder wünscht sich Glück, und so kommen natürlich Glückszustände nicht selten im Traum vor. Sie zeigen uns, zu welchen Glück wir fähig
sind – wenn wir es nur zulassen.
Volkstümlich:
(arab. ) : – in irgendeiner Sache haben und sich darüber freuen: große Enttäuschungen erfahren.
(europ.) : – haben: wird Enttäuschungen bringen; bedeutet Verfolgung;
je größer das Glücksgefühl, desto größer die Schwierigkeiten;
– in der Liebe haben: der oder die Liebste ist untreu;
– ein glückliches Paar sehen: man wird sich selbst unglücklich fühlen.
(ind. ) : – haben: man wird dich wegen irgendeiner Sache verfolgen.
Glücksrad
Allgemein:
Glücksrad symbolisiert, daß man sich nicht allein auf glückliche Zufälle verlassen darf, sondern mehr Eigeninitiative entwickeln und
ernsthaft arbeiten muß, um Ziele zu erreichen. Wird diese Mahnung nicht befolgt, muß man oft mit Mißerfolgen rechnen, denn das Glück
hält nicht ewig.
Psychologisch:
Dreht es sich im Traum, will uns wohl das Unbewußte darauf aufmerksam machen, daß das Glück trügerisch ist, daß man sich also besser
auf sein Können verlassen sollte.
Volkstümlich:
(europ.) : – sehen: bedeutet Unglück; ein Mißerfolg kommt auf einem zu;
– daran drehen: man wartet und hofft vergeblich auf das Glück aber der Erfolg kommt nur durch eigene Aktivität.
(ind. ) : – deine Verhältnisse werden sich verschlechtern. (Kontrasttraum!)
Glücksspiel
Assoziation: – Gewinn; Wunsch nach Anerkennung.
Fragestellung: – In welchem Bereich meines Lebens bin ich zu gewinnen bereit?
Allgemein:
Träume in denen man sein Glück am Spieltisch oder beim Pferderennen versucht oder sonst einfach Risiken eingeht, ist eines gemeinsam:
Sie haben ein bestimmtes Ziel vor Auge, wissen aber genau, es besteht die Gefahr, es nicht zu erreichen. Dieser Situation entspricht irgend
etwas im Wachleben. Ein Traum, bei dem man Geld einsetzt – z.B. beim Kartenspiel-, kann etwas mit der aktuellen Gemütsfassung zu tun
haben. Vielleicht ist einem mulmig, weil man im Leben zu viel Gefühl in jemanden investiert hat, der sich als unzuverlässig erweisen könnte.
Hat man geträumt, plötzlich ein As in der Hand zu halten oder daß beim Roulette die eigene Zahl fiel? Wer mochte damit gemeint sein? Was
für ein As war es? Welche tatsächliche Bedeutung hat die Roulette-Zahl? Reine Glücksspiele, im Gegensatz zu solchen, die auch ein
gewisses Maß an Geschicklichkeit erfordern, beziehen sich im Traum eher auf den Bereich, den man auch selbst kontrollieren kann.
Psychologisch:
Ein Glücksspiel kann alle Arten von Glaubenssystemen hervorheben, manche haben Gültigkeit und manche nicht. Die Vorstellung einer
zufälligen Auswahl, besonders wenn sie mechanisch erfolgt, steht in Verbindung mit dem Glauben an ein mechanistisches Universum. Das
Glücksspiel im Traum stellt auch die Einstellung des Träumenden zu Habsucht und Armut dar und illustriert, wie er dazu steht, wenn
Gewinn eine Folge von Glück statt von Anstrengung ist. Das Glücksspiel steht ebenfalls für die Vorstellung, daß man, wenn man ein Risiko
eingeht, etwas gewinnen kann. Handelt der Traum davon, daß der Träumende beim Glücksspiel gewinnt, dann hatte er im Alltag entweder
tatsächlich in einer Situation Glück, oder aber er war besonders geschickt. Verliert der Träumende in seinem Traum seinen Einsatz, ist dies
vielleicht ein Hinweis darauf, daß ein anderer Mensch Macht über sein Schicksal ausübt.
Spirituell:
Auf der spirituellen Ebene stellt Glücksspiel im Traum die Fähigkeit dar, Chancen wahrzunehmen. Gleichzeitig steht es für die Tendenz, sich
eher auf das Schicksal zu verlassen als auf ein gutes Urteilsvermögen.
Volkstümlich:
(europ.) : – sehen: Handeln Sie nicht nach den Ideen anderer, oder Sie werden Verluste erleiden;
– gewinnen: Warnung vor oberflächlichen Bekanntschaften und Vergnügen auf Kosten anderer;
– verlieren: durch unerhörtes Verhalten einen Freund in den Ruin treiben.
(Siehe auch „Kartenspiel“, „Lotto“)

601
Glückwunsch
Volkstümlich:
(arab. ) : – empfangen: eine ärgerliche Nachricht erhalten.
(ind. ) : – erhalten: deine Wünsche werden sich nicht erfüllen.
Glühen
Allgemein:
Glühen (zum Beispiel ein Gegenstand) symbolisiert die seelisch-geistigen Kräfte; worauf sich das konkret bezieht, erkennt man an der
zusätzlichen Deutung der glühenden Objekte. Oft kommen persönliche Ideale, Bestrebungen und Eigenschaften darin zum Vorschein.
Volkstümlich:
(europ.) : – eine glühende oder leuchtende Szenerie sehen: eine Verbesserung des Geschicks steht unmittelbar bevor.
Glühfeuer
Volkstümlich:
(arab. ) : – sehen: eine große Freude erleben.
Glühwürmchen
Assoziation: – Botschaften; Inspiration.
Fragestellung: – Was erweckt mein Interesse am Leben?
Medizinrad:
Schlüsselworte: Erleuchtend; strahlend; lichtgefüllt; wunderbar; die Lebenskraft: Erleuchtung; östlicher Seelenpfad.
Beschreibung: Das Glühwürmchen symbolisiert die Erleuchtung und die innere Position des östlichen Seelenpfads. Glühwürmchen sind
kleine Käfer, die durch ein Organ, das einen chemischen Stoff namens Luciferin enthält, Licht aussenden. Glühwürmchen haben eine
strahlende und zugleich kurze Lebensspanne. Ihr Aufleuchten ist Teil ihres Paarungstanzes.
Allgemeine Bedeutung: Licht gelangt in wachsendem Maße in dein Leben; wenn in schwierigen Umständen, dann als Zeichen für Hilfe.
Assoziation: –
Transzendente Bedeutung: Ein Hinweis auf die Richtung, die du anstreben solltest.
Artemidoros:
Glühwürmchen bringen nur Leuten nutzen, die ein schmutziges und unehrliches Gewerbe ausüben, allen anderen zeigen sie Schaden und
Stockung der Geschäfte an, besonders Salben- und Gewürzhändlern.
Psychologisch:
Symbol für eine „kleine Freude“ und das Aufflackern eines alten, romantischen Gefühls: Es ist nicht mehr das frühere Feuer der
Leidenschaft, aber ein Fünkchen springt schon noch über.
Volkstümlich:
(europ.) : – man wird die Möglichkeit bekommen, eine große Freundlichkeit zu erweisen, die sich für einem später sehr bezahlt machen wird.
Glut
Allgemein:
Das Bild der Glut muß im gesamten Traumzusammenhang gedeutet werde, sie ist nämlich nur ein Bild für einen Übergang von einer
Situation in die andere. Deshalb ist es von Bedeutung, ob sich aus der Glut ein richtiges Feuer entwickelt oder ob sie ausgeht. Das Symbol
Glut kann je nach Zusammenhang sehr gut auch ein Zeichen für die starke psychische Kraft des Träumenden sein, nämlich dann, wenn er
innerlich glüht, ohne dabei zu verbrennen.
Psychologisch:
Ein Symbol für „innere Wärme“ und Lebenskraft. Vielleicht als Hinweis zu verstehen: Achte darauf, daß „die Glut nicht erlischt“ – daß ein
intensives Gefühl (oder eine „zündende Idee“) nicht ungenützt „erkaltet“. Wenn es ein negativer Traum war, eine Warnung, aus einer
„wärmenden Glut“ keinen Schwellenbrand werden zu lassen – aus einem positiven Geschehen kann durch „unkontrollierte Entwicklung“
oder Übertreibung auch ein zerstörerischer Vorgang werden.
Volkstümlich:
(arab. ) : – deine Liebe wird erkalten. (Kontrasttraum!)
(Siehe auch „Asche“)
Gnade
Volkstümlich:
(arab. ) : – finden (in irgendeiner Verwicklung, vor Gott oder vor Menschen): frohe Botschaft.
Gobelinstickerei
Psychologisch:
Fertigen Sie Gobelinstickereien an, symbolisiert dies den Wunsch, die unbekannten Aspekte der Zukunft mit gutdurchdachten Details zu
füllen. So findet der Träumende auf viele Fragen eine Antwort.
Volkstümlich:
(europ.): – Gegner werden verschwinden; Freunde und Familie werden Ihre Gesellschaft sehr genießen; auch: große Freude aus kleiner
Ursache;
– selbst fertigen: symbolisiert den Wunsch, die unbekannten Aspekte der eigenen Zukunft mit durchdachten Details zu füllen;
so wird man auf viele Fragen eine Antwort finden;
– mit vielen verschiedenfarbigen Fäden sticken: verheißt ein reges gesellschaftliches Leben;
– einfarbiges Stickmuster: die Angst vor Veränderung hält Sie davon ab, Ihre Bestimmung zu erfüllen;
– Kissen mit Goldinstickereien: neue Möglichkeiten eröffnen sich;
– junge Frau mit Gobelinstickereien auf ihrer Abendtasche: romantisches Abendteuer und Veränderungen.
(Siehe auch „Faden“, „Stickerei“)

602
Gold
Assoziation: – unvergänglicher Wert; Pracht.
Fragestellung: – Welche Schätze bewahre ich? Welcher Teil von mir ist besonders wertvoll?
Medizinrad: Gold (Farbe)
Schlüsselworte: Wert; Verbindung; Lebenskraft; Sonne; Osten; Wabun, östlicher Hüter des Geistes.
Beschreibung: Gold ist im Medizinrad die Farbe, die mit dem Osten und mit Wabun, dem östlichen Hüter des Geistes, in Verbindung
gebracht wird. Während Gold heute häufig mit Gier assoziiert wird, so wurde es jahrhundertelang wegen seiner Schönheit hoch bewertet.
Golden sind die Sonnenauf- und -untergänge, und folglich ist Gold die Farbe des Neuanfangs. Goldene Strahlen, die vom Himmel
herniedergehen, legen den Gedanken an Erleuchtung oder Aufklärung nahe.
Allgemeine Bedeutung: Wert; Einsicht; Verbindung mit der Lebenskraft; Aufklärung.
Artemidoros:
Träumt jemand, sei es Mann oder Frau, aus Gold zu sein, so wird er, falls er ein Sklave ist, verkauft werden, so daß er mit Silber oder Gold
aufgewogen wird, ein Armer wird zu Reichtum kommen, so daß Gold und Silber ihn umgeben, ein Reicher aber wird Anschlägen ausgesetzt
sein, weil alles Gold und Silber zahlreiche Spitzbuben anlockt. Jedem Kranken aber prophezeit das Traumgesicht mit Sicherheit den Tod.
Weniges wird durch weniges geweissagt: Es träumte z.B. einer, er habe Augen aus Gold. Der Mann erblindete, weil Gold den Augen
unverträglich ist. Einem träumte, der bekomme von Helios zwei Brote; ebenso viele Tage blieb er noch am Leben; denn für eine solche Frist
reichte ihm der von dem Gott gewährte Lebensunterhalt. Dasselb e Schicksal erleidet man, wenn man träumt, aus Gold zu sein, oder einen
Schatz zu finden. Ein Mann, der zwei unverheiratete Töchter hatte, träumte, die eine hätte auf dem Kopf eine goldene Aphrodite
aufgebunden, der anderen wäre ebendort ein Rebstock hervorgesprossen. Von diesen heiratete die erstere, während die letztere starb; denn
Aphrodite war das Symbol der Ehe und der Kinderzeugung nach dem Worte Homers: „Du aber gehe nur nach liebreizenden Werken der
Ehe“ (Ilias 5,429). Das Gebinde aber bezeichnete das Unauflösliche der Ehe; der Weinstock dagegen versinnbildlichte, weil er aus der Erde
hervorsprießt, den Tod, der die andere dahinraffen sollte – in Erde lösen sich auch die Körper auf -, und weil der Weinstock zur Zeit seiner
vollsten Reife der Frucht beraubt wird. Es träumte jemand, er trage auf den Schultern eine Menge glänzenden Goldes. Er erblindete infolge
des strahlenden Glanzes des Goldes; wie zu erwarten war, blendete es die Sehkraft des Tragenden.
Allgemein:
Gold verweist im Traum auf die besten und wertvollsten Aspekte der Persönlichkeit. Findet der Träumende in seinem Traum Gold, so
bedeutet dies, daß er diese Merkmale an sich selbst entdecken kann. Gold kann wie Geld für Potenz, Ansehen, Einfluß und Macht stehen,
deutet aber an, daß das alles Bestand haben wird. Auch wertvolle seelisch-geistige Eigenschaften erscheinen oft in verschiedenen Formen als
Gold. Weitere Bedeutungen kann man zum Beispiel aus folgenden Begleitumständen ableiten:
– Gold sehen oder besitzen deutet auf sicheren Wohlstand und großes Ansehen hin.
– Gold finden gilt als allgemeines Glückssymbol, insbesondere für die wichtigen zwischenmenschlichen Beziehungen.
– Gold vergraben, zeigt, daß man versucht, etwas zu verbergen.
– Gold ausgeben kann finanzielle Sorgen, aber auch Glück in der Partnerbeziehung ankündigen.
– Gold verlieren warnt nach alten Traumbüchern vor dem Verlust eines treuen Menschen.
– Gold waschen verheißt Erfolge, für die man aber hart arbeiten muß.
– Goldschmuck tragen, warnt manchmal vor einer zu leichtfertigen, auf äußeren Glanz bedachten Lebenseinstellung;
– Goldenes Kalb deutet auf eine zu materialistische Einstellung hin.
Psychologisch:
Im Traum hat das Gold immer eine positive Bedeutung, es steht für Kostbarkeit, Ganzheit und Vollständigkeit. Gold kann im Traum auch
die heilige Seite des Menschen darstellen. Der Träumende erkennt an sich Unbestechlichkeit, Weisheit, Geduld und Fürsorge. Im Traum
steht Gold selten für materiellen Wohlstand. Viel öfter symbolisiert es den spirituellen oder emotionalen Reichtum, den ein Mensch besitzt.
Die Kultur des Menschen entwickelt sich gewissermaßen mit den ersten Goldfunden. Es galt früher als heilig, da man darin eine
Götterbotschaft sah; dies erklärt auch, weshalb der Besitz von Gold Jahrhunderte lang nur Priestern und Königen erlaubt war. Da Gold allen
Witterungseinflüssen widersteht, war es unseren Vorfahren das Sinnbild für höchste Werte und Unsterblichkeit. Das archetypische
männliche Symbol, der Sonne vergleichbar, setzt neue geistige und seelische Energien frei.
– Bekommt der Träumende Gold geschenkt oder findet er es im Traum, heißt das, daß er neue Erkenntnisse und Erfahrungen gewinnen wird,
oder deutet auf Bewußtseinserweiterung hin.
– Verschenkt der Träumer Gold, muß es sich im Wachleben zurückhalten.
Spirituell:
Auf dieser Ebene steht Gold im Traum für Spiritualität auf einer hohen Ebene.
Volkstümlich:
(arab. ) : – sehen oder besitzen: gewünschten Erfolg erzielen;
– finden: du wirst eine Erbschaft erhalten;
– an sich tragen: flatterhaften Sinn behaupten;
– falsches (ungemünztes) haben: Wohlstand und Glück;
– falsches (gemünztes) haben: Mißtrauen hegen;
– verlieren: Verlust des Vermögens erleiden;
– stehlen: Schande erleben;
– verschenken: eine Einladung erhalten;
– ausgeben oder zahlen: Streit mit Bekannten;
– danach graben: du wirst dein Glück schwerlich finden;
– vergraben: man versucht sein wahres Gesicht zu verbergen;
– schmieden: lasse dich nicht zu unrechten Dingen verleiten;
– in Barren sehen: Verdrießlichkeiten erleben.
(europ.) : – fast immer im gleichen Sinne wie Geld, wobei es noch mehr mit dem Synonym der Flüchtigkeit behaftet ist;
– sehen: ist ein gutes Zeichen und verspricht, daß unsere Unternehmungen glücken werden;
– besitzen: man baut zu viele Luftschlösser und versucht mit Gewalt beruflich und finanziell vorankommen;
– Goldklumpen: ausgezeichnetes Omen für Reichtum und Ehren;
– finden: Glück durch Erbschaft; man wird einen Menschen finden, der einen aufrichtig liebt;
auch: eigene außergewöhnliche Fähigkeiten werden einem Reichtum einbringen;
– eine Goldader finden: es wird einem eine beunruhigende Auszeichnung zuteil;
– die Arbeit in einer Goldmine in Betracht ziehen: man will sich unrechtmäßig die Rechte anderer aneignen
und sollte sich vor privaten Skandalen hüten;
– Blattgold: es steht eine Zukunft bevor, die dem Selbstgefühl schmeicheln wird;
– graben: dein Glück wirst du nicht dort finden, wo du es erhoffst;
– putzen oder waschen: man wird sich emporarbeiten;
– schmieden: Wohlstand;

603
– an sich tragen: sei vorsichtig; bedeutet eine oberflächliche Lebensführung;
– für ein Frau die ein goldenes Kleid trägt: sie wird ein schönes, aber nicht ernst gemeintes Versprechen erhalten;
– goldene oder goldgeschmückte Kleidung tragen: gutes Omen;
– geschenkt erhalten: Schande und Armut;
– verschenken: du wirst zu einer Hochzeit geladen;
– an andere verteilen: man sollte in nächster Zeit etwas verschwiegener sein;
– damit zahlen: Entzweiung mit Freunden;
– ausgeben: man bestiehlt oder betrügt dich; bedeutet einen Verlust;
– verlieren: man wird die größte Chance des Lebens durch Nachlässigkeit verpassen;
– stehlen: du wirst schlechte Nachricht erhalten; kein Glück im Spiel;
– um ein goldenes Kalb tanzen: man hat eine viel zu oberflächliche und materialistische Weltanschauung;
– Erhält eine Frau ein Geschenk aus Gold, entweder Münzen oder Schmuck, wird sie einen reichen,
jedoch Gewinnsüchtigen Mann heiraten.
(ind. ) : – tragen: Gefahr, listige Nachstellung;
– ausgeben: gute Tage für dich und deine Freunde;
– finden: glückliche Tage;
– geschenkt bekommen: du wirst in Armut und Schande geraten;
– stehlen: du wirst eine gute Nachricht erhalten;
– verlieren: du wirst die Achtung oder deine Geliebte verlieren;
– verschenken: man will dich zu Rate ziehen.
(Siehe auch „Diamant“, „Farben“, „Geld“, „Gelb“, „Juwelen“, „Schmuck“, „Sonne“)
Goldfasan
Volkstümlich:
(arab. ) : – Lotteriegewinn.
Goldfisch
Assoziation: – Pflegeleicht; Vergänglichkeit.
Fragestellung: – Welche kleinen Dinge machen mir Freude?
Psychologisch:
Ein Glückssymbol – und auch Hinweis auf eine reiche, unerschöpfliche Gefühlswelt (Empfindungsfähigkeit) des Träumenden.
Volkstümlich:
(arab. ) : – im Freien sehen: bei gewisser Vorsicht wird man demnächst gute Geschäfte machen;
– fangen: man darf im Leben auf sein Schicksal vertrauen;
– entschlüpft er wieder: man hat seine Chancen nicht genutzt und sein Glück nicht festhalten können;
– im Glas sehen: keine erfreuliche Aussichten haben.
(europ.) : – zeigt Ärger im Geschäft an und rät zur Genügsamkeit; auch: viele erfolgreiche Abenteuer;
– sehen: kündet einen reichen Bräutigam oder eine reiche Braut an;
– fangen: man wird viel Glück haben;
– einen entschlüpfen sehen: man wird ein großes Glück versäumen;
– kranke: schlimme Enttäuschungen vereiteln einem die Pläne.
(ind. ) : – wenn du klug handelst, wirst du dein Glück machen.
Goldgrube
Volkstümlich:
(arab. ) : – sicherer Gewinn.
Goldlack
(Mauerblümchen)
Volkstümlich:
(europ.) : – sehen oder riechen: Ihre Gegenwart wird gesucht, vor allem, wenn man diese Blume aus der Mau er herauswachsen sieht.
(Siehe auch „Blumen“)
Goldlager (-mine)
Volkstümlich:
(arab. ) : – entdecken: Gewinn in Aussicht.
(europ.) : – entdecken: großen und sicheren Gewinn.
(ind. ) : – darin graben: du kannst mit einem sicheren Gewinn rechnen.
Goldregen
Volkstümlich:
(europ.) : – böser Klatsch hinter Ihrem Rücken, verursacht durch Eifersucht.
Goldschmied
Artemidoros:
Das Handwerk eines Goldschmieds auszuüben bedeutet, weil seine Arbeiten eine Substanz haben, die verdeckt ist und wegen der
verschlungenen Zusammenfügungen, daß der Träumende Schurkereien zu gewärtigen hat.
(Siehe auch „Gold“, „Schmied“)
Goldtinktur
Volkstümlich:
(arab. ) : – sehen oder verwenden: große Unannehmlichkeiten erleben.

604
Golf
(Sport)
Assoziation: – prestigeträchtiger Sport.
Fragestellung: – Wie kann ich meinen gesteigerten Selbstwert genießen?
Allgemein:
Mannschaftssportarten oder Spiele im Traum stellen entweder die Zugehörigkeit des Träumenden zu einem Team dar oder heben seine
individuelle Leistung hervor. Letzteres trifft auf Golf zu. Für diesen Sport braucht man viel Bewegungsfreiheit und klare Vorstellungen. Golf
steht oft für Geltungssucht und übertriebenen Ehrgeiz; zugleich warnt das Spiel davor, sich in „besseren“ Kreisen durch sein Verhalten
lächerlich zu machen, weil man die Regeln nicht beachtet. Golf als Meeresbucht kann Vereinsamung zum Ausdruck bringen; dann muß man
sich mehr um zwischenmenschliche Kontakte bemühen.
Psychologisch:
Wenn der Träumende in seinem Traum Golf spielt, zeigt dies sein Bedürfnis, sein Talent unter Beweis zu stellen und bis an die Grenzen
seiner Leistungsfähigkeit zu gehen. Diese Wettkampfenergie kann, wenn sie im beruflichen Kontext zum Einsatz kommt, dem Erfolg sehr
förderlich sein. Das Spiel, das sich einst nur die Reichen leisten konnten, weist auf die Lust nach Partys und Geselligkeit hin, die aber auf die
Dauer langweilig werden könnten. Manchmal übersetzt der gelungene Golfschlag auch das Glück, das auf einen Schlag ins Haus steht.
Spirituell:
Auf der spirituellen Ebene weist Golf im Traum darauf hin, daß sich die Natur förderlich auf das Fortschreiten der Entwicklung auswirkt und
das der Träumende mehr Zeit an der frischen Luft verbringen soll.
Volkstümlich:
(europ.) : – spielen: an einer vornehmen, aber langweiligen Gesellschaft teilnehmen; sich angenehmen
und wechselnden Wünschen hingeben;
– andere spielen sehen: man wird eine angenehme Abwechslung suchen;
– steht unerfreuliches in Verbindung mit Golf: man wird von einer gedankenlosen Person bloßgestellt;
– auf einem Golfplatz stehen: daheim ist viel zu tun.
(Siehe auch „Spiele“)
Gondel
Allgemein:
Gondel wird grundsätzlich ähnlich wie das Boot verstanden; meist deutet sie aber auf etwas weltfremd-romantische Erwartungen in einer
Liebesbeziehung hin, die leicht enttäuscht werden.
Psychologisch:
Wenn Sie nicht gerade aus Venedig kommen und ihre Urlaubsfreuden zu Ende träumen, bedeuten Gondeln spielerische Phantasie und den
Hang zu erotischen Abenteuern mit wenig Sinn fü r die „Konsequenzen“.
Volkstümlich:
(arab. ) : – Seilbahn – mit einer fahren: man wird bald ein Abenteuer erleben, an das man noch lange zurückdenken wird;
– Seilbahn – damit abstürzen: deine Wünsche werden sich nicht erfüllen.
(europ.) : – sehen: man unternimmt eine Reise mit dem oder der Liebsten; auch: ein glückliches aber unromantisches Leben führen;
– allein in einer sitzen: verheißt ein Abenteuer, an das man sich später noch gerne erinnern wird;
– mit einer umkippen und ins Wasser fallen: bringt eine Ernüchterung nach einer leidenschaftlichen Liebe;
– Gondelführer sein: man wird Erfolg in der Liebe haben.
(Siehe auch „Boot“)
Gong
Allgemein:
Wenn der Träumende in seinem Traum den Klang eines Gongs hört, heißt dies, daß er sich die Tatsache bewußt machen muß, eine Grenze
erreicht oder umgekehrt die Erlaubnis zum Weitermachen erhalten zu haben. Den Gong zu schlagen, kann den Wunsch nach Strenge und
Struktur darstellen oder aber das Ziel unterstreichen, im Wachzustand eine bestimmte Klang- oder Informationsqualität zu erreichen.
Psychologisch:
In vielen Religionen wird der Gong geschlagen, um die Aufmerksamkeit der Gläubigen auf wichtige Inhalte zu lenken. Dies ist auch die
vorrangige Funktion des Gongs im Traum.
Spirituell:
Der Gong im Traum „weckt“ den Träumenden auf einer spirituellen Ebene. Er symbolisiert sein Bewußtsein für Spiritualität.
Volkstümlich:
(europ.) : – weist auf einen falschen Alarm in punkto Krankheit oder Verlust hin; der einem jedoch schwer beunruhigt;
auch: ein aufregendes Ereignis in der Familie; man sollte leichtsinnigen Umgang in wichtigen Angelegenheiten vermeiden.
Gorilla
Assoziation: – Stärke; Unschuld; Seltenheit.
Fragestellung: – In welchen Bereichen meines Lebens bin ich bereit, stark und sanft zugleich zu sein?
Allgemein:
Gorilla wird im Sinne von Affe verstanden, wobei oft Angstzustände eine Rolle spielen. Obwohl er in Wirklichkeit ein friedlicher
Pflanzenfresser ist, gilt er als Symbolgestalt für unberechenbare Empfindungen und Neigung zur Gewalt. Wer davon träumt, wird sich
demnächst mit diesem Thema auseinandersetzen müssen, besonders wenn im Traumgeschehen ein Kampf mit dem Gorilla (oder der
Versuch, ihn zu überlisten) vorkam.
Psychologisch:
Der Gorilla ist im Gegensatz zu den anderen Affenarten ein eher ungünstiges Traumsymbol. Dies läßt sich damit erklären, daß er in natura
weniger intelligent, dafür um einiges kräftiger und brutaler als andere Artgenossen ist, mit dem man im Wachleben Gegner bezwingen will
oder mit dem man selbst von ihnen bezwungen werden soll. In Filmen wie „King-Kong“ verkörpert er die brutale, männliche Gewalt, mit der
eine Frau festgehalten wird. In Träumen tritt er in ähnlicher Bedeutung auf und ist mit dem Traumsymbol des Drachen oder des Ungeheuers
zu vergleichen. Der Gorilla gilt als Schreckgespenst, das sich aber furchterregender gibt, als es in Wahrheit ist.
Volkstümlich:
(ind. ) : – sehen: Angst und Schrecken, der bald vorübergeht.
(Siehe auch „Affe“)

605
Gosse
Volkstümlich:
(europ. ) : – sehen: die Gosse ist ein Zeichen des Verfalls; man wird anderen Kummer bereiten;
– sich in einer befinden: schwere Zeiten werden kommen;
– wertvolle Gegenstände in der Gosse finden: das Anrecht auf bestimmtes Eigentum wird Frage gestellt;
auch: finanzielle Belohnung nach harter Arbeit.
Götter
Assoziation: – das Göttlich- Männliche; heilig; Schöpfer.
Fragestellung: – Was ist mir heilig?
Artemidoros:
Den Göttern Opfer darzubringen, und zwar jedem einzelnen die nach Sitte und Brauch üblichen, verheißt jedermann Segen, entweder wenn
ihnen Heil widerfahren ist, oder wenn sie dem Unheil entgangen sind. Unheilige oder nach Sitte und Brauch nicht üblichen Opfer
prophezeien den Zorn der Götter, denen man geopfert hat. Anderen Menschen opfern sehen ist für einen Kranken wegen der Tötung des
Opfertieres unheilvoll, selbst wenn Asklepios der Empfänger ist; es bedeutet den Tod. Die Götter mit den ihnen zukommenden und für heilig
gehaltenen Blumen und Zweigen zu bekränzen bringt allen Glück; dieses wird sich freilich nicht ohne Sorgen erfüllen. Einem Sklaven rät
das Gesicht, seinem Herrn zu willen zu sein (griech. charizesthai = Gefälligkeiten erweisen, wird auch in sexuellem Sinn gebraucht) und
dessen Wünsche zu erfüllen. Träumt man, Götterbilder abzuwischen, zu salben, zu reinigen oder den Boden vor ihnen zu fegen oder den
Umkreis der Tempel zu besprengen, so deutet das an, daß man gegen eben jene Götter gefrevelt hat. Ich kenne jemand, der nach diesem
Traumerlebnis bei dem Gott, dessen Standbild er zu reinigen glaubte, einen falschen Schwur abgelegt hat. Und das war es, was ihm das
Gesicht voraussagte, er müsse den Gott um Verzeihung bitten. Für alle ist es ein übles Vorzeichen und prophezeit große Bedrängnisse, wenn
man Götterbilder zerschlägt und die im Innern des Hauses aufgestellten hinauswirft, oder wenn man einen Tempel niederreißt oder etwas
Frevelhaftes drinnen verübt; denn Menschen, die in großes Unglück geraten sind, verlieren gewöhnlich auch die nötige Ehrfurcht vor den
Göttern. Entfernen sich die Götter aus freien Stücken und stürzen ihre Standbilder zusammen, so steht dem Träumenden oder einem seiner
Angehörigen der Tod bevor. Götter, die anderen Göttern opfern, bedeuten, daß das Haus des Träumenden veröden wird; denn sie opfern sich
selbst, gleich als gebe es dort keine Menschen mehr. Götterstandbilder, die sich bewegen, zeigen jedermann Schrecken und Beunruhigungen
an, ausgenommen Leuten, welche in Fesseln schmachten oder auf Reisen gehen wollen. Von den letzteren werden die einen der Bande ledig
werden, so daß sie sich ungehindert bewegen können, die anderen verjagt es von Haus und Hof und führt sie hinaus. Von den Göttern sind
die einen nur geistig erfaßbar, während die anderen mit den Sinnen wahrzunehmen sind; geistig erfaßbar ist die Mehrzahl, sinnlich
wahrnehmbar sind nur wenige. Die folgende Ausführung wird das noch deutlicher machen. Wir unterscheiden bei den Göttern die
olympischen, die wir auch ätherische nennen, die himmlischen, die irdischen, die Meeres- und Flußgötter, die unterirdischen Gottheiten und
die in ihrem Umkreis. Ätherische Gottheiten nennt man zu Recht: Zeus, Hera, Aphrodite, Urania, Artemis, Apollon, das ätherische Feuer und
Athena; himmlische heißen: Helios, Selene, die Gestirne, die Wolken, die Winde, die unter ihnen befindlichen Nebensonnen, die Meteore,
die Helligkeit und Iris. Alle diese sind sinnlich wahrnehmbar. Von den irdischen Gottheiten sind mit den Sinnen wahrzunehmen: Hekate,
Pan, Ephialtes und Asklepios (dieser zählt auch zu den geistig erfaßbaren); geistig erfaßbar sind: Dioskuren, Herakles, Dionysos, Hermes,
Nemesis, Aphrodite Pandemos, Hephaistos, Tyche, Peritho, die Chariten, die Horen, die Nymphen und Hestia. Von den Meeresgottheiten
sind geistig erfaßbar: Poseidon, Amphitrite, Nereus, die Nereiden, Leukothea und Phorkys; sinnlich wahrnehmbar: das Meer selbst, die
Wogen, Gestade, Flüsse, Seen, die Nymphen und Acheloos. Unterirdische Gottheiten sind: Pluton, Persephone, Demeter, Kore, Iakchos,
Sarapis, Isis, Anubis, Harpokrates, die unterirdische Hekate, die Erinnyen, die diese begleitenden Dämonen und Phobos und Deimos, die von
einigen auch Söhne des Ares gennant werden. Ares selbst muß man sowohl den irdischen als auch den unterirdischen Gottheiten zurechnen.
Die Gottheiten in ihrem Umkreis sind: Okeanos, Tethys, Kronos, die Titanen und die Natur des Alls. Von den aufgeführten Gottheiten sind
die olympischen einflußreichen Männern und Frauen günstig, die himmlischen aber Leuten aus dem Mittelstand, die irdischen den Armen.
Die unterirdischen Gottheiten bringen meist nur Bauern und Leuten, die das Licht der Öffentlichkeit scheuen, Glück, die Meeres- und
Flußgottheiten Seeleuten und allen, die aus dem Wasser oder durch das Wasser ihren Lebensunterhalt verdienen. Die sie umgebenden
Gottheiten sind allen von Übel, ausgenommen Philosophen und Weissagern; denn diese spannen ihre Gedanken bis an die Grenzen des Alls.
Einprägsamer ist es wohl, über jede Gottheit einzeln zu sprechen. Zuerst will ich die olympischen Götter behandeln.
Zeus selbst zu schauen, so wie wir ihn uns vorzustellen pflegen, oder sein Standbild mit der ihm eigentümlichen Kleidung ist für einem
Herrschenden und für einen Reichen glückverheißend; denn es festigt des ersteren Stellung, des letzteren Reichtum. Einem Kranken verheißt
es Genesung, und auch den übrigen Menschen bringt er Segen. Immer ist es besser, den Gott ruhig stehen oder auf seinem Throne sitzen und
ohne Bewegung zu sehen; bewegt er sich doch, so bringt er Glück, wenn er sich nach Sonnenaufgang wendet; Unglück aber, wenn er sich
nach Sonnenuntergang, ebenso wenn er nicht die ihm eigentümliche Kleidung trägt. Es bedeutet, daß die Unternehmungen des Träumenden
erfolg- und kraftlos sein werden. Hera bedeutet Frauen dasselbe wie Zeus, Männern aber in geringerem Maß. Dasselbe wie Hera bedeutet
Rhea. Artemis bringt Menschen, die in Flucht leben, Heil; denn wegen des Wortes „artemis“, das „heil“ und „gesund“ bedeutet, schützt sie
die Betreffenden vor allen Beunruhigungen. Auch gebärenden Frauen ist die Göttin gnädig, denn sie wird Locheia genannt. Jägern ist sie
besonders förderlich wegen ihres Beinamens Agrotera und Fischern als Limnatis. Ferner prophezeit sie die Auffindung von entlaufenen
Sklaven und verlorenen Sachen, denn der Göttin entgeht nichts. Immer ist Artemis als Agrotera und als Elaphebolos (Agrotera = Jägerin,
Elaphebolos = Hirscherlegerin) im Hinblick auf Unternehmungen günstiger, als wenn sie in anderer Weise dargestellt ist. Wer ein Leben in
Reinheit führen will, dem ist die mit langem Gewand bekleidete Göttin gewogener, so z.B. die Ephesische, die Pergäische und jene, die bei
den Lykiern Eleuthera gennat wird. Keinen Unterschied macht es, ob man die Göttin selbst schaut, so wie wir sie uns vorstellen, oder ihr
Standbild; denn ob die Götter leibhaftig erscheinen oder als aus vergänglichem Stoff geschaffene Standbilder, sie haben dieselbe Bedeutung.
Doch stellt sich Heil oder Unheil rascher ein, wenn man die Götter selbst schaut, und nicht nur ihre Standbilder. Artemis nackt zu sehen, ist
in jedem Fall für jedermann unheilvoll (Aktaion, ein schöner junger Jäger, erblickte die jungfräuliche Göttin Artemis im Bad und wurde
deshalb von ihr in einen Hirsch verwandelt und von seinen eigenen Hunden zerrissen). Apollon bringt musischen Künstlern Glück; denn er
ist der Erfinder der Beredsamkeit und aller musischen Künste. Auch Ärzten ist er gewogen, denn er heißt Paieon (Helfer und Retter). Ferner
Weissagern und Philosophen; er verheißt ihnen Vollendung und Berühmtheit. Verborgenes bringt er ans Licht, denn man setzt ihn mit Helios
gleich. Apollon Delphinios zeigt gewöhnlich Reisen und Bewegungen an. Athena ist wegen ihres Beinamens Handwerkern förderlich; sie
wird ja Ergane (Meisterin, Werkerin) genannt. Ebenso Heiratslustigen; sie verheißt eine ehrbare und häusliche Gattin. Von guter
Vorbedeutung ist sie auch Philosophen, denn die Göttin gilt als Verkörperung des reinen Denkens; deswegen sagt man auch, daß sie aus dem
Gehirn entsprungen sei. Bauern bringt sie Segen; denn nach der Auffassung der Philosophen hat sie dieselbe Bedeutung wie die Erde. Den in
den Krieg ziehenden Männern verheißt sie Erfolg; sie hat dieselbe Bedeutung wie Ares. Hetären und Ehebrecherinnen dagegen spielt sie übel
mit, ebenso Frauen, die heiraten wollen; denn die Göttin ist jungfräulich. Das ätherische Feuer bringt allen Glück, besonders Kranken; es ist
ihnen ein Zeichen der Rettung, weil Verstorbene sich seiner nicht erfreuen. Nun will ich im folgenden über die himmlischen Götter sprechen.
Helios bringt allen Heil, wenn er im Osten strahlend und rein aufgeht und im Westen untergeht; er weckt nämlich aus dem Schlaf und treibt
zum Tätigsein an; anderen verheißt er die Geburt von Söhnen; denn Eltern pflegen ihren Buben den Kosenamen „Sonnen“ beizulegen.
Sklaven macht er frei; die Menschen nennen auch die Freiheit „Sonne“. Allen anderen verhilft er zu Besitz und Vermögen. Dagegen schadet
er Leuten, die das Licht der Öffentlichkeit scheuen und unentdeckt bleiben wollen; denn er deckt alles auf und macht alle Dinge leicht
erkennbar. Helios, im Westen aufgehend, bringt die Geheimnisse derjenigen an den Tag, die glauben, verborgen geblieben zu sein, er gibt

606
dem Kranken, wenn er schon verzweifelt ist, wieder Zuversicht und zeigt dem Augenkranken an, daß er nicht erblinden wird; denn nach
langer Nacht wird dieser das Tageslicht wieder schauen. Den in der Fremde Weilenden führt er in die Heimat zurück, auch wenn dieser die
Hoffnung auf Rückkehr schon aufgegeben hat. Glück verheißt er jedem, der nach Westen zu reisen beabsichtigt; er verspricht ihm die
Heimkehr aus jenem Himmelsstrich. Und dem, der jemandes Rückkehr aus dem Westen erwartet, deutet er an, daß der Ersehnte schon auf
der Heimreise ist. Allen anderen vereitelt er jedes Unternehmen und jede Hoffnung und läßt Wünsche und Vorhaben nicht in Erfüllung
gehen; bewegt er sich nämlich in einer seiner Natur entgegengesetzten Bahn, dann leidet, wie sich denken läßt, das All und jeder Teil
darunter. In jedem Fall ist auch der Träumende ein Teil des Alls. Den ausgeführten Beispielen entsprechend muß man es deuten, wenn
Helios im Süden oder Norden aufgeht oder im Süden oder Norden untergeht. Erscheint Helios dunkel, blutigrot oder von schrecklichen
Aussehen, zeigt er jedermann Übel und Unheil an; bald prophezeit er Stillstand der Geschäfte, bald den Kindern des Träumenden Krankheit
oder irgendeine Gefahr oder dem Träumenden ein Augenleiden. Dagegen ist er erfahrungsgemäß Leuten förderlich, die verborgen bleiben
wollen oder in Furcht leben; die einen werden unentdeckt bleiben, die anderen nichts Schlimmes erleiden; denn Helios mit dunklem Licht
erhellt weniger. Steigt Helios zur Erde hinab, zeigt er Feuersbrunst und Brandstiftung an. Dasselbe bedeutet er, wenn er irgendeine
Behausung betritt. Liegt Helios in jemandes Bett und droht er, prophezeit er schwere Krankheit und Entzündungen, spricht oder zeigt er aber
etwas Gutes, so verheißt das Reichtum, vielen verkündet es die Geburt von Söhnen. Verfinstert sich Helios, bringt er jedermann Unheil,
ausgenommen Leuten, die unentdeckt bleiben wollen oder dunklen Machenschaften betreiben; mindestens sagt er in diesem Fall Erblindung
oder den Tod von Kindern voraus. Schaut man Helios nicht in seiner wahren Gestalt, sondern wie er in unserer Vorstellung lebt, das heißt in
Menschengestalt mit der Ausrüstung eines Wagenlenkers, so bringt er Athleten, ferner Leuten, die eine Reise planen, und Wagenlenkern
Glück; Kranken dagegen ist er gefährlich und verhängnisvoll. Immer ist es besser, das strahlende Licht des Helios ins Haus eindringen zu
sehen als Helios selbst; denn das Licht, welches das Haus in hellerem Glanz erstrahlen läßt, bedeutet Zuwachs an Vermögen, Helios selbst
aber, daß die Insassen das drohende Unheil nicht ertragen werden; denn man kann ihm unmöglich ins Antlitz schauen. Nichts Gutes zeigt es
an, wenn Helios etwas gibt oder etwas nimmt, Im ersteren Fall bedeutet es Gefahren, im letzten den Tod. Immer ist es besser, das Standbild
dieses Gottes in einem Tempel auf einem Sockel aufgestellt zu sehen als den Gott selbst, so wie man sich ihn vorstellt; denn dieses
Traumgesicht prophezeit, das Glück werde vollkommener, das Unglück weniger schwer sein. Zeigt er sich so, wie er ist und wie man ihn am
Himmel erblickt, dann ist er auch in diesem Fall von guter Vorbedeutung.
Selene (Mondgöttin) bedeutet die Gattin und die Mutter des Träumenden; sie wird ja als Näherin verehrt; dann die Tochter und Schwester;
denn sie wird Kore genannt. Ferner bedeutet sie Geld, Wohlstand und das Geschäft, weil man am Ende eines jeden Monats abrechnet. Weiter
die Schiffahrt, denn nach ihrer Bahn richten die Steuerleute den Kurs; dann die Augen des Träumenden, weil sie gleichfalls Urheberin des
Sehens ist und Herrin. Es haben aber alle Götter eine gemeinsame Beziehung zu den Herrschern, und zwar die Götter zu den männlichen, die
Göttinnen zu den weiblichen Herrschern; treffend sagt das alte Wort: „Herrschaft hat Gottes Macht.“ Nimmt Selene zu, bedeutet sie
unmittelbar oder mittelbar einen Nutzen durch die genannten, nimmt sie ab, entsprechend einen Schaden von seiten eben derselben. Die
gleiche Auslegung gilt, wenn mehrere Selenen erscheinen oder wenn die am Himmel befindliche sich verfinstert. Träumt man, in Selene sein
eigenes Gesicht zu erblicken, prophezeit es einem Kinderlosen die Geburt eines Sohnes, einer Frau die einer Tochter; beide werden ein ihnen
ähnliches Gesicht schauen, das heißt ein Kind. Glück bringt es sodann Bankiers, Gläubigern und Eranarchen; sie werden große Einnahmen
machen. Gut ist es auch für Leute, die sich hervortun wollen, während es solche, die das Licht der Öffentlichkeit scheuen, überführt. Kranke
und Seereisende rafft sie hinweg, die einen durch Wassersucht, denn sie ist von Natur feucht, die anderen durch Schiffbruch. Alles Gute, was
Helios verheißt, verheißt auch Selene. Ebenso alles Unheil, jedoch immer in geringerem Maß; denn sie besitzt weniger Wärme als Helios.
Ferner bedeutet sie, daß die Erfüllung nicht ohne Mitwirkung einer weiblichen Person eintreffen werden.
Schaut man die Gestirne alle zusammen, leuchtend und rein, so ist das im Hinblick auf eine Reise, auf sonstige Unternehmungen und das
Betreiben dunkler Machenschaften ein gutes Vorzeichen; die Gestirne haben nämlich nicht dieselbe Bedeutung wie Helios oder Selene; denn
sie sind auch ohne diese sichtbar, erscheinen aber jene, werden sie entweder gänzlich unsichtbar oder funkeln dunkler. Will man in der
Deutung nicht fehlgehen, so muß man jedes Gestirn für sich allein nach seiner Farbe, Größe, Bewegung oder nach der Form der Bewegung
auslegen. Am ehesten kommt man zu klaren Ergebnissen, wenn man von der in der Sternbeobachtung angewandten Methode ausgeht. Von
den Gestirnen führt jedes einzelne entsprechend seiner Wirkkraft die Erfüllung herbei. So z.B. die Gestirne, die Sturm verursachen,
Mißstimmungen, Gefahren und Aufregungen, diejenigen, welche Vorboten schönen Wetters sind, gute Geschäfte, Glückstage und reiche
Einnahmen. Die Gestirne, welche die Sommersonnenwende heraufführen, zeigen einen Umschwung zum Besseren an, die der
Wintersonnenwende einen zum Schlechteren. Einige von ihnen bewirken auch Ausgänge, die den Fabeln entsprechen, die von ihnen
handeln. Es wäre zu weitläufig, über jedes einzelne von diesen zu sprechen, zumal ihre Kenntnis bei allen Gebilden bei allen Gebildeten
vorausgesetzt werden darf. Verbleichende Sterne (jeder Mensch steht in unsichtbarer Verbindung mit einem besonderen Stern, der
gleichzeitig mit seiner Geburt aufgeht und bei seinem Tod erlischt) bedeuten Reichen große Armut und Verlassenheit; es gleicht nämlich der
Himmel dem Haus des Träumenden, die Sterne dem darin befindlichen Hab und Gut und den Menschen. Armen prophezeien sie den Tod.
Einzig Leuten, die ein schändliches Verbrechen ausführen wollen, ist dieses Traumgesicht von guter Vorbedeutung; sie werden ihr Ziel
erreichen, auch wenn sie Ungeheuerliches wagen. Ich hörte von jemand, ihm habe geträumt, daß die Sterne des Himmels verblichen seien;
dem Betreffenden fielen alle Haare aus; denn wie der Himmel zum Weltall in Beziehung steht, so der Kopf zum Körper, und ebenso wie die
Sterne zum Himmel verhalten, verhalten sich die Haare zum Kopf. Weder sind zur Erde niederfahrende Sterne von guter Bedeutung – sie
prophezeien den Tod vieler Menschen, und zwar die großen den angesehener Persönlichkeiten, die kleinen und dunklen den einfacher und
gewöhnlicher Leute -, noch bringt es Glück, im Traum Sterne zu stehlen; meistens wurden die, welche davon träumten, Tempelräuber.
Freilich bleiben sie nicht verborgen, sondern wurden ergriffen; sie führten zwar ihr Vorhaben aus, so wie sich auch der Sterne bemächtigt
hatten, wurden aber festgenommen, weil sie sich an etwas heranwagten, was Menschenkraft übersteigt. Ebenso ist es im Traum niemanden
zuträglich, Sterne zu essen, ausgenommen Weissagern und Astronomen; diesen bedeutet es guten Verdienst und Zuwachs an Vermögen;
allen anderen prophezeit es den Tod. Ein böses Zeichen ist es auch, Sterne unter seinem Doch zu sehen; entweder wird das Haus veröden und
sein Dach verlieren, so daß die Sterne auch drinnen leuchten, oder der Hausherr wird sterben. Die Nebensonnen, die Meteore, die Helligkeit
und die sogenannten Haar- und Bartsterne bedeuten dasselbe, was die oberhalb der Luftzone befindlichen Gestirne gewöhnlich bewirken.
Iris (Göttin des Regenbogens, Dienerin der Hera und Götterbotin, die auf dem Regenbogen zu den Menschen herniedersteigt), zur Rechten
erblickt, bringt Glück, zur Linken, Unglück. Rechts und links hat man nicht vom Standort des Träumenden, sondern von dem der Sonne aus
zu beurteilen. Wie sie sich auch zeigen mag, in jedem Fall bringt sie den Segen, die in großer Armut oder sonst einer argen Bedrängnis
leben; denn sie wendet stets das Wetter und verändert die Atmosphäre. Allen aber, die in einer Klemme sind, ist ein Umschwung der
bestehenden Verhältnisse von Nutzen.
Lichte Wolken zeigen gute Geschäfte an und bringen Verborgenes zutage, die feuerroten bedeuten Stillstand der Geschäfte, die dunklen
Niedergeschlagenheit und die schwarzen schließlich Trauer und Kummer.
Mild und sanft wehende Winde sind von guter Vorbedeutung, heftige und ungestüme bezeichnen unangenehme und rücksichtslose
Menschen, Wirbelwinde und gewaltige Stürme führen Gefahren und große Aufregungen herauf. Man beachte ferner, daß Winde, die den
Himmel ganz in Wolken hüllen, jedermann Unglück bringen, Glück nur denen, die sich verbergen wollen; Winde, die klares Wetter
verursachen, bedeuten das Gegenteil. Allen, die Verreiste zurückerwarten, sind stets diejenigen Winde günstig, welche aus den
Himmelsgegenden wehen, wo die Verreisten sich befinden, während die Gegenwinde die Betreffenden zurückhalten.
Soviel über die himmlischen Götter; die irdischen deutet man am besten folgendermaßen.
Die sinnlich wahrnehmbaren Gottheiten beschwören Ängste, Gefahren und arge Bedrängnis herauf; denn schon am Tag verursachen sie
solches Ungemach, wenn sie andringen. Erscheinen sie, so bedeutet jede einzelne etwas Verschiedenes und etwas, was mit den anderen

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nichts gemein hat. Schaut man z.B. die dreigestaltige, auf einem Sockel stehende Hekate, so bedeutet sie Bewegungen und Reisen; die Göttin
wird ja Enodia (Göttin auf den Wegen) genannt. Die eingestaltige dagegen ist jedermann unheilvoll, meistens besagt sie, daß einem von
einem Fremdling, Mann oder Frau, Arges widerfahren wird. Immer wirft sie den Träumenden aus seiner gewohnten Lebensbahn und gibt ihn
kein Verharren darin, gleichgültig, in welcher Gestalt sie auch immer sich zeigt. Bewegt sich die Göttin oder begegnet sie jemandem,
bedeutet sie Erfüllungen, die ihrer Haltung, ihrem Aussehen und ihren Attributen entsprechen. Darüber zu sprechen ist weder fromm noch
geheuer; den in die Mysterien der Göttin Eingeweihte ist die Sache klar, die nicht Eingeweihten mögen sich von den Eingeweihten belehren
lassen.
Pan bringt Hirten als Schützer der Herden, und Jägern als Herr des Wildes Glück. Allen anderen bedeutet er Wirrwarr und Aufregungen, und
daß die Dinge, auf die einer stolz ist, keinen festen Betsand haben; denn der Gott hat keine sicher auftretenden Füße (er hat die Beine der
Ziege, die zum Sprung, weniger zum Stehen geeignet sind). Einige sind der Ansicht, er sei Theaterleuten von guter Vorbedeutung. Ephialtes
wird zwar mit Pan gleichgesetzt, bedeutet aber Verschiedenes; drückt und lastet er auf einem, ohne zu sprechen, bedeutet er Drangsale und
Beklemmungen, doch was er auf eine Frage antwortet, ist die lautere Wahrheit. Schenkt er etwas oder verkehrt er mit jemandem
geschlechtlich, verheißt er großen materiellen Gewinn, besonders wenn er dabei nicht beschwert. Wie er sich auch bei seinem Kommen
verhält, Kranke macht er wieder gesund; niemals nämlich macht er sich an einen Sterbenden heran.
Schaut man Asklepios in einem Tempel aufgestellt, auf einem Sockel stehend und verehrt, so ist das für alle ein gutes Vorzeichen; bewegt er
sich aber, kommt er näher oder tritt er ins Haus, prophezeit er Krankheit und Seuche; denn gerade in solchen Nöten bedürfen die Menschen
der Hilfe dieses Gottes. Denen, die schon krank sind, verheißt er Heilung; der Gott wird bekanntlich Paieon (wie Apollons Beiname)
genannt. Immer weist Asklepios auf Wohltäter, welche in Notzeiten helfen, und auf Personen, die das Haus des Träumenden verwalten. In
Prozessen bezeichnet er die Verteidiger.
Die Dioskuren (Kastor und Polydeukes (Pollux), die Söhne Zeus) beschwören Seefahrern Sturm, Leuten auf dem Festland Streitigkeiten,
Prozesse, Krieg oder schwere Krankheit herauf; doch wenden sie zu guter Letzt den Menschen alle Gefahren ohne Schaden ab; sie sind ja
rettende Götter.
Herakles selbst oder sein Standbild zu schauen bringt allen, die nach guten Vorsätzen und im Einklang mit dem Gesetz leben, Glück,
besonders dann, wenn sie von irgend jemand Unrecht erleiden; denn solange der Gott auf Erden weilt, war er immer ein Helfer und Rächer
der Bedrängten. Aus demselben Grund ist er für Gesetzesverächter und Übeltäter von schlimmer Vorbedeutung. Dagegen bringt er denen
Glück, die sich zu einem Wettkampf, zu einem Prozeß oder Rechtsstreit begeben; der Gott wird ja Kallinikos (ruhmreicher Sieger) genannt.
Träumt man, dieselbe Lebensweise wie der Gott zu führen, mit ihm zusammenzuwirken, dieselbe Kost zu teilen, dieselbe Kleidung zu tragen
oder das Löwenfell, die Keule oder sonst eine Waffe von ihm zu bekommen, so ist das, wie die Beobachtung lehrt, für jedermann unheilvoll
und von übler Vorbedeutung; zu dieser Auffassung bin ich auf Grund langer Erfahrung gekommen. Aus diesem Grund und ganz folgerichtig
können derlei Traumerlebnisse nicht glücklich ausgehen; denn der Gott läßt den Träumenden an dem Leben teilnehmen, das er selbst geführt
hat; war dies aber ein Leben voller Mühen und Plagen, als er auf Erden weilte, auch wenn es ihm Glanz und Ruhm einbrachte. Häufig
prophezeit das Traumgesicht, man werde solche Gefahren zu bestehen haben, wie sie der Gott zu bestehen hatte, als er die betreffenden
Waffen führte.
Dionysos ist Landleuten, die Baumfrüchte, besonders Reben, kultivieren nützlich; ferner Schankwirten und allen Theaterleuten. Heil bringt
er auch denen, welche sich in einer argen Bedrängnis befinden; denn schon durch seinen Namen kündigt er das Ende der Übel und die
Erlösung von ihnen an; er heißt Dionysos, weil er jedes Ding zu seinem Ende bringt (Dionysos von dianyein = vollbringen). dagegen zeigt er
Weichlingen und besonders Knaben wegen der Geschichte, die man von dem Gott erzählt (Die eifersüchtige Hera gab Semele, die damals
schon im sechsten Monat schwanger war den Rat, von ihrem geheimnisvollen Liebhaber zu verlangen, daß er sich ihr in seiner wahren Natur
und Gestalt zeigen solle. Als Zeus im Blitz erschien, wurde Semele verzehrt. Aber Hermes rettete ihren sechs Monate alten Sohn, indem er
ihn in den Schenkel des Zeus nähte, damit er dort noch weitere drei Monate reifen sollte. Noch andere Sagen erzählen über Feinde des
jugendlichen Gottes, aber immer entgeht Dionysos dem Verderben), und wegen der natürlichen Bedeutung des Dionysos Aufregungen,
Gefahren, Anschläge und üble Nachreden an; nichtsdestoweniger rettet er auch sie und läßt sie nicht zugrunde gehen. Land- und
Seereisenden prophezeit er geradezu und ausdrücklich räuberische Überfälle, Wunden und Verletzungen. Das Gefolge von Dionysos, z.B.
die Bacchanten, die Bacchantinnen, die Bassariden, die Satyrn und Pane und wie sie alle heißen mögen, bedeuten alle insgesamt und jeder
einzelne für sich große Aufregungen und üble Nachreden, mit Ausnahme des Silen; nur dieser bringt allen Unternehmungslustigen und
Leuten, die in Furcht leben, Glück. Tanzt man dem Dionysos zu Ehren Reigen, schwingt man den Thyrsos (Ein Rohstab mit einem
Pienienzapfen und flatternden Bändern, der mit Efeu und Weinlaub umwunden war. Der Thyrsos war das Abzeichen des Dionysos und
seines Gefolges.), trägt man Fichtenzweige oder tut man sonst etwas, was dem Gott wohlgefällig ist, so bringt das jedermann Unheil,
ausgenommen Sklaven; den einen sagt es wegen der Verzückung und der Raserei Unbedachtheit und Schaden voraus, den anderen ist es
wegen der Unbekümmertheit der Begegnenden und wegen der Leutseligkeit des Gottes und seiner reichen Huld das Symbol der Freiheit.
Hermes ist angehenden Rednern, Athleten, Turnlehrern und allen, die Handel treiben, sowie Waagemeistern von guter Vorbedeutung, weil
alle diese den Gott als ihren Schutzherrn verehren; ferner denen, die auf Reise gehen wollen; denn nach unserer Vorstellung ist der Gott
geflügelt. Den übrigen Menschen prophezeit er Verwirrungen und Aufregungen. Kranke rafft er hinweg, weil er als Geleiter der Seelen
verehrt wird. Hermes, viereckig und mit Keilbart, bringt nur Literaten Glück, viereckig doch bartlos, ist er auch diesen nicht förderlich, weil
sein gestutzter Bart den Tod aller Angehörigen des Träumenden anzeigt.
Nemesis (nemein = zuteilen (besonders gerechte Strafe, Zorn und Rache der Götter)) ist stets denen gnädig, die nach den Gesetzen leben, die
Maß halten, und den Philosophen; Gesetzesübertretern aber, Gewalttätern und Menschen, die sich allzu hohe Ziele stecken, ist sie feind und
stellt sich ihren Vorhaben entgegen; denn mit dem Begriff nemesan verbinden wir auch den Sinn von „sich aus besserer Einsicht Handlungen
widersetzen“. Es behaupten einige, daß diese Göttin das Gute zum Schlechten, das Schlechte zum Guten wende.
Aphrodite Pandemos (die Allerweltsgöttin, die Göttin der käuflichen Liebe) ist Gauklern, Schankwirten, Waagmeistern, Solisten,
Theaterleuten, Schauspielern aller Art und Hetären von guter Vorbedeutung; ehrbaren Hausfrauen dagegen prophezeit sie Schande und
Schaden und macht Heiratslustige dem Ehestand abgeneigt, indem sie ihnen anzeigt, daß ihre Ehehälfte eine Prostituierte sein wird.
Aphrodite Urania (die Göttin der himmlischen Liebe), die ich im obigen Abschnitt absichtlich nicht erwähnt habe, damit der Gedankengang
nicht gestört werde, bedeutet das Gegenteil von Aphrodite Pandemos. Sie ist besonders glückverheißend im Hinblick auf Eheschließungen,
Gemeinschaften und auf Kindersegen; denn sie ist die Urheberin von Verbindungen und Nachkommenschaft. Segen spendet sie auch
Bauern; sie wird ja als Natur und Mutter des Weltalls verehrt. Schließlich ist sie Weissagern gewogen, denn sie gilt als Erfinderin jeder Art
von Weissagung und Prophezeiung. Aphrodite Pelagia (die Meeresgöttin) ist erfahrungsgemäß Reedern, Steuerleuten und allen Seefahrern
von guter Vorbedeutung, ferner allen, die auf Reisen gehen wollen, weil das Meer immer in Bewegung ist; dagegen zwingt sie diejenigen,
die immer an demselben Ort bleiben und keine Reisen unternehmen wollen, ihre Seßhaftigkeit aufzugeben. Aphrodite aus dem Meer
emportauchen zu schauen prophezeit Seefahrern großen Sturm und Schiffbruch; nichtsdestoweniger rettet sie aus Gefahr und führt
Unternehmungen, die man schon aufgegeben hat, zu gutem Ende. Immer gilt sie als glückverheißend, wenn sie den Oberkörper bis zum
Gürtel entblößt hat, weil sie dann ihre Brüste, die die kräftigste Nahrung spenden nackt zur Schau trägt. Die ganz Nackte dagegen ist nur
Hetären günstig und zeigt ihnen reichen Liebeslohn an; in anderer Hinsicht prophezeit sie Schande.
Hephaistos bedeutet zumindest dasselbe wie das Feuer, nur deckt er Verborgenes auf, besonders Ehebruch, wegen der Geschichte, die man
von ihm erzählt (Obwohl der Gott des Feuers von Geburt aus lahmte und infolge seiner Arbeit rußig aussah, bekam er die schönste Göttin,
Aphrodite, zur Frau. Sie war ihm jedoch nicht treu. Als er sie eines Tages beim Schäferstündchen mit Ares ertappte, spannte er über beide
ein kunstvoll gearbeitetes Netz, aus dem es für sie zum großen Ergötzen der Götter, die Hephaistos zusammenrief, kein Entrinnen mehr

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gab.). Von guter Vorbedeutung ist er allen Handwerkern, Heiratslustigen und Leuten, die sich einer Gemeinschaft anschließen wollen, und
zwar wegen des Zusammenhauches der Blasebälge und wegen des Zusammenschweißens des Eisens.
Die auf einem Zylinder stehende Tyche (lat. Fortuna, Göttin des Schicksals und des Zufalls) zeigt wegen der Unsicherheit des Sockels
jedermann Unheil an, während diejenige, die das Steuerruder in den Händen hält, Bewegungen prophezeit; denn ein Steuerruder wird nur
dort gebraucht, wo es Bewegung gibt. Immer ist sie von guter Vorbedeutung, wenn sie sitzt oder liegt; denn durch ihre Stellung bringt sie
Sicherheit und Festigkeit zum Ausdruck. Je reicher geschmückt und je schöner sie sich zeigt, um so mehr muß man sie als Segensspenderin
auffassen. Es behaupten aber einige, daß die prächtige und reich geschmückte Tyche, zumal wenn sie nicht als Standbild, sondern leibhaftig
als Göttin erscheint, das Sinnbild der Armut sei; denn, wie sich denken läßt, kümmere sie nicht das Los der Menschen, weil sie nur mit sich
selbst beschäftigt sei; dagegen verheiße sie, schlicht gekleidet und auf sich selbst nicht achtend, Reichtum und Üppigkeit; in diesem Fall sei
es offensichtlich, daß sie nicht auf ihr eigenes Wohl, sondern auf das der Menschen bedacht sei. Diese Auffassung ist meines Erachtens nicht
richtig. Tyche bedeutet nämlich nichts anderes als das Hab und Gut der Träumenden.
Peitho, die Chariten, die Horen und Nymphen sind in jeder Hinsicht und für jedermann glückbringend, Aristobule und Eunomia (Peitho, die
Göttin der Überredung; Chariten (lat. Gratiae, Grazien), die Göttinen der Anmut; Horen, Göttinnen der Jahreszeiten; da die Griechen im
allgemeinen drei Jahreszeiten annahmen, meist in Dreizahl auftretend. Aristobule = die den besten Rat gibt; Eunomia = Rechtlichkeit.)
bedeuten dasselbe wie Nemesis.
Hestia (die Göttin des Herdes; lat. Vesta) selbst und ihre Standbilder bedeuten Politikern das Rathaus und die Staatskasse, Privatleuten das
Leben selbst, einem hohen Beamten und dem Kaiser die herrscherliche Gewalt.
Mit den Meer- und Flußgöttern verhält es sich im einzelnen folgendermaßen. Poseidon, Amphitrite, Nerus und die Nereiden, sie selbst oder
ihre Standbilder, verheißen, wenn sie nicht in Aufruhr sind und nichts Übles tun oder sprechen, allen, die durch das Meer ihren
Lebensunterhalt erwerben, und Reiselustigen Glück; auch im Hinblick auf sonstige Vorhaben sind sie gleichermaßen von guter
Vorbedeutung, den allergrößten Vorteil jedoch bringen sie erfahrungsgemäß denen, die sich um die Gunst der großen Menge bemühen;
bewegen sie sich aber, sind sie in Aufruhr, sprechen oder tun sie etwas schlimmes, erleiden sie etwas oder drohen sie, bedeutet sie das
Gegenteil von dem Gesagten. Häufig zeigen sie ein bevorstehendes Erdbeben oder eine Überschwemmung an.
Leukothea spendet allen, die durch das Meer ihren Lebensunterhalt verdienen, Segen, sonst aber ist sie in jeder Beziehung von übler
Vorbedeutung und das Symbol von Schmerz und Trauer wegen der Geschichte, die man von ihr erzählt (Ino Leukothea hat sich des kleinen
Dionysos angenommen, als dieser durch den Tod ihrer Schwester Semelle verwaist war. Dafür wurde Ino samt ihrem Gatten Athamas mit
Wahnsinn bestraft. Als dieser in einer Raserei auch Inos jüngeren Sohn Melikertes töten wollte, riß Ino ihn an sich und floh. Sie rannte zum
Molurischen Felsen, von dem sie in das Meer sprang und ertrank. Zeus, der sich der Freundlichkeit Inos gegenüber Dionysos erinnerte,
wollte ihren Geist nicht in den Tartaros senden und machte sie zur Göttin Leukothea.). Proteus, Glaukos, Phorkys und die göttlichen Wesen
in deren Gefolge zeigen Anschläge und Betrügereien an, weil sie ihr Äußeres geschickt verändern. Weissagern dagegen sind sie günstig.
Flüsse, Seen und Wassernymphen sind im Hinblick auf die Zeugung von Kindern von guter Vorbedeutung.
Acheloos (Gott des gleichnamigen Flusses, Sohn des Okeanos; er wurde als König der Flüsse und Sinnbild des fließenden Wassers in ganz
Griechenland verehrt.) bedeutet dasselbe wie die Flüsse und jedes Trinkwasser und gibt den Traumerfüllungen ein viel stärkeres Gewicht.
Da nun über diese so weit wie möglich behandelt worden ist, bleibt noch die Besprechung der unterirdischen Gottheiten und der sie
umgebenden Götter.
Pluton und Persephone bringen Menschen, die in Ängsten leben, Heil; sie gebieten nämlich über Wesen, die keine Furcht mehr haben; Segen
spenden sie auch Armen, sie bescheren Reichtum und Zuwachs an Vermögen, weil ihre Untertanen nichts mehr bedürfen. Von guter
Vorbedeutung sind sie ferner denen, die ein Stück Land kaufen wollen, und angehende Staatsmännern; denn diese Gottheiten herrschen über
viele. Erfahrungsgemäß sind sie auch mystischen und geheimen Handlungen günstig. Richten sie irgendein Unheil an oder drohen sie,
bedeuten sie das Gegenteil.
Demeter, Kore und der sogenannte Iakchos (Beiname des eleusinischen Dionysos und zugleich ein Ruf, mit dem man das göttliche Kind der
eleusinischen Mysterien feierte.) verheißen denen, die in die eleusinischen Mysterien eingeweiht sind, daß ihnen ein ganz ungewöhnliches
Glück bevorsteht; den nicht Eingeweihten beschwören sie zuerst Schrecken und Gefahr herauf, schenken ihnen dann aber nichtsdestoweniger
ein glückliches Ende. Bauern und Leuten die Grund und Boden erwerben wollen, sind sie günstig; sie prophezeien, daß dieselben über Grund
und Boden frei verfügen und Herr sein werden. Kranken schenken sie Genesung und Rettung; denn sie haben den Menschen nützliche
Feldfrüchte wachsen lassen, an denen Verstorbene keinen Anteil haben. Außerdem erklären die Philosophen, Demeter habe dieselbe
Bedeutung wie die Mutter Erde; denn die Erde werde Getreidespenderin, Schöpferin und Spenderin des Lebens genannt. Im Hinblick auf
eine Heirat und alle sonstigen Unternehmungen ist Demeter, für sich allein geschaut, glückverheißend, nicht aber Kore, wegen der
Geschichte, die von ihr überliefert wird (Kore ist Beiname der Persephone. Durch den Genuß eines Granatapfels verlor die von Hades
entführte Persephone, die Tochter der Demeter, das Recht, auf bleibende Rückkehr zur Oberwelt. Den eleusinischen Mysten war daher die
Frucht dieses Baumes verboten). Häufig bringt diese Göttin wegen ihres Namens den Augen des Träumenden Gefahr; denn Kore heißt auch
Pupille im Auge.
Sarapis, Isis, Anubis, und Harpokrates (Sarapis, ein rein aus politischen Gründen erschaffener Gott, Isis = ägyptische Göttin auch von
Römern und Griechen verehrt, Anubis = ägyptischer Totengott; Harpokrates, besondere Form des Gottes Horus = das Kind), sie selbst, ihre
Standbilder und ihre Myterien zeigen Aufregungen, Gefahren, Drohungen und große Bedrängnisse an, aus denen sie wider erwarten und
Hoffen erretten; immer nämlich haben diese Götter als Retter derer gegolten, die bis zum Letzten gegangen und in äußerste Gefahr geraten
sind; denjenigen aber, die schon tief im Elend stecken, bringen sie unverzüglich Hilfe. Vor allem aber bezeichnen ihre Mysterien Trauer;
denn wenn auch ihre natürliche Beziehung etwas anderes besagt, so deuten doch Fabel und Sage darauf hin.
Die unterirdische Hekate, die Erinnyen (weibliche Zorn- und Rachegeister, die in der Unterwelt zu Hause waren. Sie erschienen dort, wo
eine Mutter beleidigt oder gar ermordet war. Sie trugen Fackeln und hielten Schlangen) und die Dämonen in ihrem Gefolge sind selbst denen
schrecklich, die einen rechtschaffenen Handel und Wandel treiben, Gesetzesübertreter aber und Gewalttäter vernichten sie. Dasselbe wie
diese Gottheiten bedeutet die sogenannte Göttermutter. Diese zeigt, für sich allein geschaut, Verwirrungen und Trauerfälle an und bringt
Verborgenes zutage, Bauern dagegen ist sie gnädig; die Göttin wird nämlich mit der Erde gleichgesetzt.
Deimos und Phobos (der personifizierte Schrecken und die Drohung; im dämonischen Gefolge des Ares) die Söhne des Ares, und Ares selbst
sind Feldherren, Soldaten, Gladiatoren, Räubern und jeder Art von Glücksspielern nützlich; allen anderen bedeuten sie Kämpfe und Verluste;
denn sie sind deren Urheber.
Okeanos und Tethys sind, wie schon gesagt, einzig Philosophen und Weissagern von guter Vorbedeutung, den übrigen Menschen aber, mit
Ausnahme derer, die am Ozean wohnen, bringen sie Kummer.
Kronos (ein Titan, Vater des Zeus, er wird von diesem entthront und zusammen mit den übrigen Titanen im Tartaros eingesperrt) und die
Titanen zeigen Verbrechern Fesselung an und hindern Leute, die anderen nach dem Leben trachten, an der Ausführung ihres Vorhaben, im
Hinblick auf heimliche Machenschaften aber sind sie günstig. Dagegen fördern sie weder Heiratspläne noch verheißen sie
Nachkommenschaft.
Die Natur des Alls, Heimarmene, Pronoia (Heimarmene = Schicksalsmacht; Pronoia = Vorsehung) und alle anderen Götternamen, die die
gleiche Mächtigkeit wie die der Genannten ausdrücken, spenden allen, ausgenommen Kranken, Segen; letztere raffen sie hinweg, falls sie
nicht Worte von guter Vorbedeutung sprechen.
Es haben aber die Götter und ihre Standbilder dieselbe Bedeutung. Von den letzteren zeigen die aus festem und unverwesendem Material,
z.B. aus Gold, Silber, Erz, Elfenbein, Marmor, Bernstein oder aus Ebenholz gefertigten etwas Gutes an, während die, welche aus anderem

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Material bestehen, weniger günstig, häufig sogar von übler Vorbedeutung sind, wie z.B. die aus Erde, Ton, Lehm, Wachs, oder die gemalten
und ähnliche. Sodann noch folgender Hinweis: In den Fällen, in denen die Götter, sie selbst oder ihre Standbilder, Gutes bedeuten, ist es ein
glückliches Zeichen, wenn man ihre Standbilder weder zertrümmert noch zerbrochen sieht. Bedeuten sie aber Unglück, sie selbst oder ihre
Standbilder, so ist günstig, ihre Bilder verschwinden zu sehen.
Ist es noch nötig, über Heroen und Dämonen zu sprechen? Sie bedeuten ja hinsichtlich des Guten wie auch des Bösen dasselbe wir die
Götter, nur mit geringerer Wirkung. Man halte sich aber vor Augen, daß jeder einzelnen von ihnen die ihm eigentümliche Kleidung tragen
muß, daß er sie weder vertauscht noch ablegt noch einfach nur dasteht und ohne die herkömmlichen Attribute ist; denn dann täuschen und
lügen sie, gleichgültig, ob sie etwas Gutes oder Schlechtes bedeuten.
Hier noch ein Hinweis: Man beachte, daß alles, was ins Gebiet der Wunderzeichen fällt, was ganz unmöglich existieren und vernünftiger
Weise am Tag nicht vorkommen kann, wie z.B. ein Hippokentauros (ein Pferd mit menschlichen Oberkörper und Fischschwanz), eine Skylla
(Meerungeheuer, vorgestellt als Fischweib) und ähnliche Ungeheuer, Hoffnungen lügen straft und zunichte macht. Es zeigen sich die Götter
in menschlicher Gestalt und Leibesbildung, weil sie in unserer Vorstellung dem Aussehen nach uns gleichen. Diejenigen Götter und
Göttinnen, die einem unbekannt vorkommen, muß man also nach ihrem Alter, nach den Attributen oder ihren Künsten bestimmen, und zwar
folgendermaßen: Nach dem Alter; Ein Knäblein z.B. bedeutet die künftige, ein Jüngling die gegenwärtige Zeit. Ferner bedeutet ein junger
Bursche den Hermes, ein jugendstarker Mann den Herakles, ein Mann den Zeus, ein Greis den Kronos, zwei junge Burschen die Dioskuren;
eine Jungfrau bezeichnet Elpis (Hoffnung), Artemis oder Athena. Sie weist auf Elpis wenn sie lächelt, auf Artemis, wenn sie feierlich-
ernstes Antlitz zeigt, auf Athena, wenn sie drohend blickt. Eine blühende Frau bedeutet Tyche, eine alte aber Hestia; drei Frauen bezeichnen
die Moiren (Schicksalsgöttinnen); wenn sie bekleidet sind, die Horen; wenn sie nackt sind, wenn im Bad, die Nymphen. Nach dem
Attributen: Diejenigen, die dieselbe Kennzeichen wie die Götter haben, bedeuten, ohne mich in Einzelheiten zu verlieren, das die Sache klar
ist, eben diese Götter. Nach den Künsten: Diejenigen, welche Künste betreiben, die einzelnen Göttern zubenannt sind, bezeichnen die
Schutzgottheiten der betreffenden Künste. Diejenigen Götter, die nach landläufiger Vorstellung unter einander verfeindet sind, bedeuten,
wenn man sie zusammen schaut, Feindschaft und Aufruhr, wie z.B. Ares und Hephaistos, Poseidon und Athena, Zeus und Kronos, die
olympischen Götter und die Titanen. Alle Götter, die zu dem Beruf des Träumenden ein gutes Verhältnis haben, sind im Traum geschaut,
günstiger als die, welche ihm feindlich gesonnen sind; denn die Götter, welche den betreffenden Berufen nicht Helfer und Förderer sind,
bedeuten Unheil, wie z.B. Hephaistos den Wasserträgern, Acheloos den Schmieden und Artemis den Bordellbesitzern. Was die männlichen
Gottheiten für die Männer bedeuten, dasselbe bedeuten die weiblichen für die Frauen. Die männlichen Gottheiten sind nützlicher als die
weiblichen, die weiblichen aber Frauen nützlicher als die männlichen. Männliche Gottheiten, welche mit einem Gewand, Umhang oder sonst
einem Kleidungsstück der weiblichen angetan sind, bringen Frauen größeren Nutzen als Männern, während weibliche in Männerkleidung
günstiger für Männer als für Frauen sind. Schaut man die Götter ohne Weihgeschenke und ohne die ihnen zukommenden Attribute, so
kündigen sie Unheil an. Keine von den sinnlich wahrnehmbaren Gottheiten ist mittellosen Leuten von Segen; die mächtigeren, älteren und
durch ihre Stellung herausragenden Götter bringen Angehörigen der oberen Schicht größeren Nutzen als denen der unteren. Erblickt man
Helios zusammen mit den Gestirnen, so ist das ein unerfreuliches und schlimmes Vorzeichen, ausgenommen, er zeige sich als deren Gebieter
und Anführer; wird er nämlich von den Gestirnen umringt, so bedeutet es, daß dem Träumenden von niederen Standes übel mitgespielt
werden wird, während Helios als Gebieter und Anführer der Gestirne Überlegenheit über die Feinde, Festigung der gegenwärtigen Stellung
und Vermehrung des vorhandenen Hab und Gut prophezeit. Denn es gleicht das Größere und Stärkere dem Träumenden, das Kleinere und
Schwächere den Feinden und den Untergebenen. Die Heroen und Heroinnen, bezeichnen dasselbe wie die Götter, mit der Einschränkung,
daß sie weniger Macht besitzen; denn sie bedeuten das Gute und das Böse in geringerem Maß. Schaut man sie niedergeschlagen, dürftig und
von kleiner Gestalt, so ist das immer ein Zeichen dafür, daß den Heroen, die nahe bei dem Haus des Träumenden aufgestellt sind, entweder
die geschuldete Verehrung versagt wird oder daß sie von gewissen Leuten verhöhnt werden oder vergraben worden sind; deshalb muß dieser
sie wieder auffinden und gebührend verehren und achten. Kommen Heroen ins Haus und richten sie irgendein Unheil an, prophezeien sie das
Nahen von Feinden und Räubern.
Träumt jemand, er wäre ein Gott geworden, so wird er ein Priester oder Weissager werden; denn diese genießen die gleiche Verehrung wie
die Götter. Dünkt es einen Kranken, er sei zum Gott geworden, so wird er sterben; denn die Verstorbenen sind unsterblich, weil sie keinen
Tod mehr erleiden. Hat einer dieses Traumerlebnis, der sich in Armut, Sklaverei, im Kerker, in einer argen Klemme oder sonst einer Notlage
befindet, so wird er von den ihn bedrängenden Drangsalen befreit werden; für einen Gott gibt es ja viele und reiche Möglichkeiten, aus
Drangsalen zu erretten. Einem Reichen und einem Mächtigen prophezeit es ein sehr hohes politisches Amt, entsprechend dem ihnen
zukommenden gesellschaftlichen Rang; denn die Regierenden haben ebenso wie die Götter Macht, anderen zu nutzen und zu schaden. Von
guter Vorbedeutung ist es für Schauspieler wegen ihres Auftretens auf der Bühne; denn häufig übernehmen sie auch die Rollen von Göttern.
Einem Gott im Traum unter seinem Dach aufzunehmen prophezeit denjenigen, dem es gut geht, Sorgen, Schmerzen und unglückliche
Geschäfte; denn Menschen, die in arge Bedrängnis geraten sind, opfern den Göttern und heißen sie willkommen. Wer aber in Armut und
drückender Not lebt, dem verheißt es großen Zuwachs an Glücksgütern; denn in dieser Lage pflegen die Armen ganz besonders den Göttern
zu danken und sie aufzunehmen. Besitzt man Kleidung eines Gottes oder hat man sie angelegt, so wird man zum Verwalter eines anderen,
reichen Mannes aufsteigen, so daß man zwar den Schein erweckt reich zu sein, es aber in Wirklichkeit nicht ist. Ich habe oft die Erfahrung
gemacht, daß dieses Traumgesicht sich so erfüllte. Ein Sklave träumte, er spiele mit Zeus Ball. Er geriet mit seinem Herrn in Streit, und weil
er eine Lippe riskierte, zog er sich dessen Haß zu; denn Zeus bedeutet den Herrn, das Ballspiel den Wortwechsel und den Streit; denn
Ballspieler machen einander Konkurrenz, und sooft einer den Ball zugeworfen bekommt, schlägt er ihn wieder zurück. Überhaupt haben
Herren, Eltern, Lehrer und Götter dieselbe Bedeutung. Treffend sagt das Wort des Kallimachos: „Immer geben die Götter Kleines den
Kleinen.“
Allgemein:
Träume, in denen Gott vorkommt, sind für den Träumenden von großer Bedeutung, denn sie weisen auf eine Weiterentwicklung der eigenen
Persönlichkeit hin und der Träumende bestätigt sich selbst, daß eine höhere Macht im Spiel ist. Ein gemeinsamer Gott verbindet den
Träumenden mit der ganzen Menschheit, daher hat er das Recht auf bestimmte moralische Glaubensvorstellungen. Er steht häufig als
Symbol für den Versuch, mit sich selbst und anderen in Einklang zu kommen. Auch das Bedürfnis nach Rat und Hilfe, Befreiung von
Schuldgefühlen und persönlicher Reifung spielt häufig mit in die Deutung hinein. Die Anbetung Gottes verspricht Glück und Erfüllung
geheimster Wünsche. Zu beachten ist allerdings, daß Gott im Traum nur in den seltensten Fällen in seiner konkreten Gestalt auftritt, sondern
sich meist darin zeigt, daß der Träumende Gottes Einfluß und seine Gegenwart spürt. Die mächtigen Gefühle, die jeder Mensch manchmal
erlebt, sind vielleicht mit seinem enormen, aus der Kindheit herrührenden Bedürfnis nach Liebe und Anerkennung der Eltern verbunden.
Wenn eine Frau von einer mythischen Gottheit träumt, hilft ihr dies, verschiedene Aspekte ihrer Persönlichkeit zu verstehen. Im Traum eines
Mannes stellt ein Traum von einer mythischen Gottheit die Verbindung her zu seiner Männlichkeit und verschafft ihm einen tieferen Zugang
zu ihr. Häufig können diese Gefühle durch die mythischen Götter personalisiert werden.
– Mars, der Gott des Krieges, symbolisiert den Elan, den man braucht, um erfolgreich zu sein.
– Merkur verweist auf Kommunikation, häufig auf ein sensibel geführtes Gespräch. Er ist der Patron der Magie.
– Apollo stellt die Sonne dar; er lehrte Chiron die Heilkunst.
– Herakles lernte die Heilkunst von Chiron, aber Chiron wollte sich nicht von Herakles heilen lassen, als dieser ihn verletzte.
– Adonis symbolisiert Gesundheit, Schönheit und Selbstliebe.
– Zeus, der König der griechischen Götter, stellt negative und die positive Seite des Vaters dar.

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Wenn es keine religiöse verwurzelten Traumbilder waren, geht es um ein Autoritätsproblem: Entweder man überschätzt die Autorität (und
Macht) anderer und verhält sich so „demütig“ wie nur möglich (unter dem Motto: Wer keine Macht hat, muß auch keine Initiative ergreifen
und keine besondere Verantwortung tragen), oder man will selbst zur Autorität werden und erträgt es nicht, sich unterzuordnen. Man „duldet
keine Götter neben sich“.
Psychologisch:
Besonders seltsam an Träumen ist, daß sie uns manchmal mit Sagengestalten der Antike konfrontieren, von denen wir überzeugt sind, gar
nichts zu wissen. Jung jedoch meinte dazu: „Die großen Gestalten der Vergangenheit sind nicht tot, wie wir denken; sie haben nur ihren
Namen geändert.“ Wir träumen gelegentlich auch von Legenden unserer Zeit, z.B. Superman. Jede Gestalt, die in einem Traum eine tragende
Rolle spielt (vor allem, wenn sie archetypisch, aber unidentifizierbar erscheint oder auf autoritäre Weise handelt), ist es wert, mit der
mythologischen Figur, der sie am meisten ähnelt, verglichen zu werden. Anschließend sollte man sich selbst mit deren Merkmalen
vergleichen und Ähnlichkeiten oder Unterschiede aufzeigen. Fabelwesen wie Zentauer, Einhorn und dem Krebs des gleichnamigen
Sternzeichens kommt ebenfalls Bedeutung zu: Über Zentauer ist wenig bekannt, aber sie galten als brutal (halb Tier, halb Mensch) und
Sinnbild für animalische Leidenschaft; das Einhorn ist ein sanfteres Geschöpf und legt der Jungfrau seines Herzens den Kopf in den Schoß.
Jupiter ist das römische Pedant zu Zeus, dem „Göttervater“ der Griechen, und könnte Ähnlichkeit mit jeder beliebigen Autoritätsperson in
Ihren Träumen aufweisen, z.B. mit Ihrem Vater, Chef oder Lehrer – also jedem, der Gehorsam verlangt und Respekt einflößt. Jung sagte, er
sei „der archetypische Führer, die Stimme der kollektiven Autorität, Herr, König oder Tyrann, aber auch Beschützer, die Gestalt …, deren
Wort Gesetz ist“. Manchmal tritt Jupiter als erhabener Beschützer von Recht und Treue auf; andererseits war er dafür bekannt, daß er gerne
Damen nachstellte und es mit dem Moralkodex, den er anderen auferlegte, selbst nicht so genau nahm. Sein Erscheinen als Traumbild könnte
also Einspruch gegen eine Handlung Ihres Wach-Ichs bedeuten, aber auch, daß man korrektes Benehmen als Nebensache abtut. Bedenkt
man, daß Jupiter von seinen Untergebenen manchmal zurechtgewiesen und verspottet wurde: Keiner ist unantastbar. Jupiter in seiner „Du
sollst nicht“ – Pose steht eher Saturn nahe, dessen Name für finstere Mißbilligung steht.
Die römische Venus entspricht Aphrodite, der schönen, aber zügellosen Liebesgöttin der Griechen. Ihr Tempel auf Zypern war berühmt als
Schauplatz von Sexorgien, bei denen der Geschlechtsakt als eine Art Weihegebet zelebriert wurde. Bei Männern könnte das Erscheinen einer
unbekannten, aber wunderschönen Frau schlicht ein sexueller Wunscherfüllungstraum sein, der nicht auf eine bestimmte Frau, sondern auf
Frauen generell abzielt. Das Verhalten der Frau im Traum ist bedeutsam, denn es spiegelt Ihre bewußten oder unbewußten Sehnsüchte wider
– das, was man von seiner Partnerin braucht. Vielleicht gibt es einen Hinweis auf die Einstellung zu Frauen oder die Art, wie man Frauen
behandelt. Manchmal taucht die Venusfigur im Traum als bedrohliche Sexfigur auf – in der Regel bei Männern, die sich sexuell unsicher
fühlen. Venus ist erpicht darauf, den Mann „rumzukriegen“, den sie will, und das Gegenteil der Mutterfigur, mit der sexuell unsichere
Männer besser zurechtkommen.
Merkur war bei den Römern der Götterbote (bei den Griechen hieß er Hermes). Zwar ist jeder Traum in gewissem Sinne eine Botschaft (von
einem an sich selbst), doch einen Traum, in dem einem jemand wirklich eine Botschaft überbringt, kann man nicht einfach ignorieren. Man
denke zuerst nach, welche Art die Botschaft war, doch dann (und speziell) auch über den Überbringer. Merkur war auch ein Schwindler,
impulsiv und ichbezogen und beherrscht von Begierden. Er könnte uns an unsere Sturm- und Drangzeit, der wir vielleicht nie ganz
entwachsen sind, erinnern. War der Bote im Traum glaubwürdig, oder gab es einen Hinweis auf Doppelzüngigkeit? Dies könnte bedeuten,
daß eine „Botschaft“ oder ein „Bote“ im Wachleben nicht so vertrauenswürdig ist, wie man denkt.
Den römischen Kriegsgott Mars kann jede Figur, die einem oder anderen im Traum angreift, darstellen – sogar man selbst. Der Kriegsgott ist
der tatendurstige Held der griechischen Mythologie; er kann die Gestalt eines siegessicheren Soldaten, eines Geschäftsmannes oder eines
sozialen Aufsteigers, der hoch hinaus will, auftreten. Die Markenzeichen eines Helden sind Mut, Entschlossenheit, Angriffslust und die
Durchsetzung des eigenen Willens. Was er im Traum tut, könnte alle Probleme ansprechen, die man mit seinen Zielsetzungen hat.
Phantasiegeschichten oder Tatsachen sind der Stoff, aus dem die Helden und Heldinnen moderner Mythen sind. Superman, Marilyn Monroe,
James Bond und die Queen können in unseren Träumen als archetypische Figuren auftauchen und – wie die Götter der Antike – bestimmte
Handlungsweisen oder Zielsetzungen versinnbildlichen. Sie ermutigen uns vielleicht zu mehr Mut oder Ehrgeiz; unter Umständen finden wir
sie gar nicht anziehend, wollen ihrem Beispiel nicht folgen. Doch man bedenke, daß man als Träumer diese Gestalten ja selbst auf den Plan
gerufen hat. Wenn ein Krieger kampfbereit in voller Rüstung aufmarschiert, dann fast mit Sicherheit deswegen, weil der Teil des eigenen
Unbewußten, der sein Erscheinen im Traum veranlaßte, zum Handeln drängen will. Entsprechend ist das Auftauchen einer Figur, die Merkur
ähnelt, vermutlich ein Hinweis darauf, daß jemand (man selbst oder jemand anderes) in ein Täuschungsmanöver verwickelt ist.
All diese Figuren helfen uns – wenn wir ihr Erscheinen und ihre Absichten im Traum richtig verstehen – beim Individuationsprozeß, d.h. bei
der Selbstfindung (was ja eine der Hauptaufgaben der Träume ist). Wie alle anderen Traumsymbole sind sie oft schwer einzuordnen. Ein
Kind z.B. kann im Traum Symbole sehen, die sich – oberflächlich betrachtet – auf hohes Alter beziehen; im Fall des Kindes stehen sie aber
vielleicht für den Übergang von der Kindheit ins Jugendalter oder von der Jugend ins Erwachsenenalter. Die Helden und Heldinnen der
Mythologie können, sogar in moderner Verkleidung, unseren „Schatten“ darstellen, d.h. die Gesamtheit der verborgenen, unterdrückten und
unerfreulichen Aspekte unserer Persönlichkeit, mit denen wir – laut Jung – „in ständigem Kampf um Befreiung“ stehen. In den Sagen
gewinnt in der Regel der Held seinen Kampf gegen den Feind, der ein Mensch oder ein Ungeheuer sein kann; wenn er ihn verliert, geht er in
die Finsternis, die so etwas wie Tod bedeutet. Das kann auch im Traum passieren, doch sollte man daran denken, daß Träume kreativ sind;
sie führen uns durch die Dunkelheit ins Licht.
Spirituell:
Auf der spirituellen Ebene zeigt der Traum von Gott oder von mythischen Gottheiten, daß sich der Träumende einer höheren Macht bewußt
ist. Je tiefer dieses Bewußtsein ist, desto eher erkennt der Träumende, daß Gott, ja alle mythischen Götter gemeinsam eine alles
durchströmende Energie sind. Gott spricht öfter zu Menschen, die vom rechten Weg abkommen. Es ist die Schöpferkraft der spirituellen
Gesetze, die die verlorenen Kinder durch Zeichen wieder auf den rechten Weg zurückbringt.
Volkstümlich:
(europ.) : – immer sehr wichtig; Ausgleich von inneren Spannungen und Depressionen;
– seine Stimme hören oder träumen, daß er zu dir spricht: bedeutet Glück, Freude und Segen; auch: Warnung vor Verderben!
Geschäfte aller Art werden sich zum Schlechten wenden; Vorzeichen für eine sich verschlechternden Gesundheit und frühes
Altern;
– einem erscheinend: man wird von einer tyrannischen Frau beherrscht, die sich unter den Deckmantel der Christlichkeit verbirgt;
dieser Traum verheißt nichts Gutes;
– Ihn sehen oder zu ihm sprechen: bedeutet Kummer und Ängste;
auch: man erhält eine „höhere Botschaft“ und sollte versuchen, diese Botschaft sofort umzusetzen;
– anbeten: gutes Gedeihen in allen Stücken; bedeutet Festigkeit im Glauben; auch: einen begangenen Fehler wieder gutmachen
können; man sollte nach diesem Traum besonders darauf achten, die zehn Gebote zu befolgen;
– ihn loben und preisen: Glück und Segen allezeit;
– in der Gnade Gottes stehen: Günstling einer umsichtigen Person werden, die Ihre Stellung benutzen wird, um einen zu fördern;
– kommt der Geist Gottes über einen: es werden sich nachhaltige Veränderungen im Glauben für einen ereignen; Ansichten zum
christlichen Dogma sollten sich erweitern, oder man wird für eine Taktlosigkeit schwer bestraft.

611
(ind. ) : – anbeten: in allen Angelegenheiten wirst du Glück verspüren;
– sehen: Sorge und Kummer wird für einige Tage in dein Haus einziehen.
(Siehe auch „Christus“, „Religiöse Bilder“, „Vater“)
Götterstandbilder
Artemidoros:
Sehr große Standbilder aus Erz, die sich bewegen, sind wegen der Bewegung des Erzes Symbole des Wohlstandes, der Einkünfte und des
Gelderwerbes. Dagegen verursachen die übermenschlich großen, gleichgültig, wie sie sich bewegen, Schrecken und gewöhnliche Gefahren;
denn ihre Bewegung ist furchterregend und versetzt die Schauenden ganz natürlich in Schrecken. Standbilder aus Marmor oder einem
anderen Material sind genauso auszulegen wie die Götterbilder. Ferner bedeuten die Standbilder die führenden Männer der Stadt. Alles, was
jene tun oder erleiden, werden auch die Obrigkeiten der Stadt erleiden.
(Siehe auch „Götter“, „Standbilder“)
Gottesacker
Volkstümlich:
(arab. ) : – Siechtum (symbolischer Traum!).
Gottesanbeterin
(Insekt)
Medizinrad:
Schlüsselworte: Gebet; Kommunikation mit dem Schöpfer.
Beschreibung: Gottesanbeterin ist der Name eines langen, schmalen Insekts mit dünnen Vorderbeinen, die als Greifwerkzeuge beim
Verspeisen anderer Insekten dienen. Zwischen den Mahlzeiten werden diese Vorderbeine oft so gehalten, daß es aussieht, als bete das Insekt.
Allgemeine Bedeutung: Ein Teil von dir, der es für an der Zeit hält, mit dem Schöpfer in Verbindung zu treten.
Assoziation: –
Transzendente Bedeutung: Eine Offenbarung darüber, was die Natur des Betens ist.
Allgemein:
Wie die meisten Insekten symbolisiert auch die Gottesanbeterin im Leben des Träumenden das Hinterhältige und Verschlagene, den
betrügerischen Persönlichkeitsanteil, der Probleme schaffen kann, wenn das Geschehen eigentlich zugunsten des Träumenden verläuft. Sie
stellt jenen Aspekt der Persönlichkeit dar, der sich nicht mit all den anderen zu einem Ganzen fügen will.
Psychologisch:
Im Traum überträgt der Träumende häufig eine Eigenschaft oder eine Situation, mit der er gerade ringt, auf einen Gegenstand, eine Person
oder ein Tier. Wenn im Traum eine Gottesanbeterin eine Rolle spielt, kann es sein, daß im Umfeld des Träumenden Betrügereien im Gange
sind.
Spirituell:
Der Träumende sollte die Erscheinung einer Gottesanbeterin sorgfältig beachten, weil sie Hinterhältigkeit verkörpert.
Gottesdienst
Allgemein:
Gottesdienst soll nach alten Traumbüchern eine gute Stellung mit Wohlstand verheißen.
Psychologisch:
Mit diesem Bild möchte uns das Unbewußte mahnen, in uns zu gehen, uns auf uns selbst und auf die höheren Werte zu besinnen, die uns die
Schöpfung offenbart. Manchmal wird uns auch eine Predigt gehalten, wie wir Seelisches in Ordnung bringen, gute Vorsätze in die Tat
umzusetzen oder innere Spannungen und Depressionen beseitigen können.
Volkstümlich:
(arab. ) : – beiwohnen: du wirst eine einträgliche Stelle erhalten.
(europ.) : – beiwohnen: bringt der Seele und dem Herzen Frieden; man wird eine gute Stellung erhalten;
– abhalten: deutet auf gute Werke.
(ind. ) : – du wirst eine einträgliche Stelle erhalten.
(Siehe auch „Geistlicher“, „Kirche“, „Religiöse Bilder“)
Gotteshaus (Siehe „Kirche“, „Tempel“)
Gotteslästerung
Psychologisch:
Bei Gotteslästerung im Traum kommt es wahrscheinlich darauf an, in welcher Form sie geschah, da sich dies auf etwas im realen Leben
beziehen kann. Blasphemie ist eine Spezialform der Beleidigung, keine konstruktive Kritik. Ist etwa der Einwand gegen etwas in der Realität
auch nicht über heftigen Protest statt sachlicher Argumente und Taten hinausgekommen?
Volkstümlich:
(arab. ) : – anhören: du hast mit schlechten Menschen zu tun.
(europ.) : – bringt Unheil und Verhängnis;
– tätigen: zeigt an, daß man jene Wesenzüge pflegt, die einem gegenüber den Mitmenschen grob und gefühllos machen;
– andere sie äußern: man wird auf irgendeine Art und Weise verletzt und beleidigt.
(ind. ) : – deine Arbeit wird schwer sein, doch du verdienst dir dein Brot.
Göttin
Assoziation: – das Göttlich- Weibliche; Mitgefühl; Liebe.
Fragestellung: – Welche Eigenschaften verehre ich?
Allgemein:
Wenn ein Traum von einer mythischen Göttin handelt, verbindet dies den Träumenden mit den archetypischen Bildern von Weiblichkeit.
Eine Göttin im Traum einer Frau symbolisiert die Verbindung über das Unbewußte, die zwischen allen Frauen und weiblichen Kreaturen
existiert. Das Recht auf die Initiation in diese Gemeinschaft der Frauen wird durch den Traum geltend gemacht. Im Traum eines Mannes
symbolisiert die Figur der Göttin alles, was ein Mann an weiblichen Machtvorstellungen fürchtet. In der Regel gibt seine diesbezügliche
Einstellung einen wichtigen Einblick
in seine frühesten Erfahrungen mit Weiblichkeit durch die Beziehung zu seiner Mutter.

612
Psychologisch:
Die Zahl der Göttinnen in den vielen Kulturen ist groß. Unter ihnen sind destruktive wie Kali, Bast, und Lillith, aber auch nützliche wie
Athene und Hermione. Jene Göttinnen, von denen es heißt, daß Frauen mit ihnen in enger Verbindung stehen, sind:
– Artemis, die Mondgöttin, die den unabhängigen weiblichen Geist verkörpert, dessen Ziel letztendlich Erfolg ist. Sie wird häufig
als Jägerin dargestellt.
– Athene, ist die Göttin der Weisheit und der Kriegskunst. Sie denkt logisch und ist selbstsicher; sie läßt sich eher von ihren geistigen
Fähigkeiten leiten als von ihren Gefühlen.
– Hestia, die Göttin des Herdes, ist eine Verkörperung der geduldigen Frau, die Ruhe in der Abgeschiedenheit findet.
– Hera, die Göttin der Ehe, symbolisiert die Frau, für die an erster Stelle das Ziel steht, einen Mann zu finden und verheiratet zu sein.
– Demeter, der mütterliche Archetypus und die Göttin der Fruchtbarkeit, hebt den Trieb einer Frau hervor, ihren Kindern körperliche
und spirituelle Unterstützung zu geben.
– Persephone, die letztlich zur Königin der Unterwelt wurde, weil sie ihren Rang als Tochter Demeters ablehnte, drückt den Wunsch
von Frauen aus, anderen zu gefallen und von anderen gebraucht zu werden. Ihr unterwürfiges Verhalten und ihre Passivität müssen
sich in die Fähigkeit verwandeln, Verantwortung für sich selbst zu übernehmen.
– Aphrodite, die Göttin der Schönheit und der Liebe, bringt Frauen dazu, sowohl kreativ als auch fruchtbar zu sein. Sie herrscht über
weibliche Leidenschaft, Schönheit und Liebe.
Spirituell:
Auf der spirituellen Ebene bedeutet das Traumsymbol Göttin, daß Frauen dazu in der Lage sind, Verbindungen zu den wesentlichen
As pekten ihrer Persönlichkeit herzustellen. Hierdurch erlangen sie ein größeres Verständnis für sich selbst und können alle Facetten ihres
Wesens im Alltag zum Leben erwecken.
(Siehe auch „Archetypen“, „Götter“, „Religiöse Bilder“)
Götzenbild
Allgemein:
Götzenbild weist darauf hin, daß man falschen Vorstellungen, Erwartungen, Zielen und Idealen folgt oder sich von falschen Freunden
beeinflussen läßt; man muß deshalb mit Enttäuschungen, Mißerfolgen und Demütigungen rechnen.
Volkstümlich:
(arab. ) : – du bist unvernünftig.
(europ.) : – anbeten: man wird sich demütigen lassen müssen; auch: nur langsam reich oder berühmt werden,
da man sich von Nebensächlichkeiten ablenken läßt;
– andere Götzen anbeten sehen: es wird zwischen Freunden Streit geben;
– eines in Besitz haben: man wird von schlechten Menschen beeinflußt werden;
– zerstören: weist auf starke Selbstbeherrschung hin und das einem keine Schwierigkeiten auf dem Weg bremsen können;
– Götzenanbetung anprangern: es werden einem wegen des Verständnisses der naturgegebenen Eigenschaften des menschlichen
Geistes große Ehren zuteil.
(ind. ) : – Träumt jemand, er werfe sich vor einem Götzenbild nieder, rede oder ringe mit ihm, schlage es oder werde von ihm geschlagen,
so wird derjenige, der es fußfällig verehrte, vor den Augen Gottes zum Lügner werden, weil Götzenbilder Lug und Trug sind;
wer aber mit dem Bild redete, rang, es schlug oder von ihm geschlagen wurde, wird in große Trübsal fallen, diese sich aber als
Lüge erweisen.
– Tut einer vor einem hölzernen Götzenbild einen Fußfall, wird er einen übelgesinnten mächtigen Herrn um Hilfe bitten,
aber mit seinen Bitten kein Gehör finden.
– Ist das Bild, das er verehrt, auf ein Brett gemalt, wird er ein streitsüchtiger Ketzer werden, der Lügen verbreitet.
– Wenn einer ein silbernes Bild anbetet, wird er Schwüre, die er Frauen geleistet, brechen und sie belügen.
– Ist das Bild aus Gold, wird er ein überaus gewagtes Spiel spielen, aber vom Kaiser hart bestraft und von vielen Übeln
eingeschnürt werden; der Kaiser wird nach diesem Gesicht von seinen Feinden arg bedrängt werden;
denn wie in den Träumen ein wechselseitiges Verhältnis besteht von Silber zu den Frauen, so von Gold zu den Männern;
bereitet es letzteren auch im Wachzustand große Freude, so bringt es ihnen doch großes Unglück, wenn sie davon träumen.
– Ist das Götzenbild aus Erz, Eisen oder Blei, wird der Träumer nur ein Großtuer sein; denn all das ist Werkzeug der Welt.
(Siehe auch „Glaube“)
Gourmand
Psychologisch:
Symbolgestalt für einen mächtigen „Lebenshunger“ in jeder Hinsicht. Man kann von den sinnlichen Genüssen nicht genug bekommen und ist
auch ein „erotischer Vielfraß“. Wenn es ein negativer Traum war – vielleicht mit Ekelempfindungen verbunden -, fürchtet man seine
sinnlichen und emotionalen Bedürfnisse, der Begriff „Lust“ ist negativ besetzt, und die Sexualität wird möglichst ausgeklammert.
Gourmet
Psychologisch:
Ebenfalls ein Symbol der Sinnesfreude, aber hier geht es um Qualität, nicht um Quantität. Wer von den erlesensten Genüssen eines Gourmets
träumt, hat eine Abneigung gegen alles Gewöhnliche. Was immer er an seinen „Luxuskörper“ läßt, muß exklusiv und vom Feinsten sein,
wobei es sicher nicht nur um kulinarische Freuden geht – hier fühlt sich jemand als „Kaschmirseide – und Traumpartner-Typ“, und jeder
kleine Abstrich davon wird als verminderte Lebensqualität empfunden. Allerdings ist es häufig nur ein Wunschtraum, der das Ersehnte (oder
ehrgeizige Angestrebte) widerspiegelt.
Gouvernante
Psychologisch:
Die nicht besonders zeitgemäße Verkörperung strengster und sehr konservativer Erziehungsmethoden gilt als Traumsymbol für ein
entsprechendes Weltbild, demnach jeder Autorität blind zu gehorchen war. Es geht um die kritiklose Anpassung an traditionelle Werte und
das Verleugnen eigener Wünsche und Empfindungen zugunsten eines „makellosen Rufes in der Gesellschaft“. Wer heute noch von
Gouvernantenträumen geplagt wird, sollte seine Autoritätshörigkeit einmal in Frage stellen und „endlich aufwachen“, um seine eigentliche
Anlagen und Bedürfnisse zu entwickeln.
Volkstümlich:
(ind. ) : – (mit ihr zu tun haben, von ihr belehrt werden): durch reiches Wissen hast du auf allen Wegen Glück.

613
Grab
Allgemein:
Der Traum von einem Grab ist ein Hinweis darauf, daß der Träumende Rücksicht auf die Gefühle nehmen muß, die er mit dem Tod oder
seiner Vorstellung vom Tod verbindet. Grab versinnbildlicht jene unbewußten Inhalte, die man unbewältigt verdrängt hat und die deshalb
Unsicherheit und Angst erzeugen. Das fordert dazu auf, diese Konflikte zu verarbeiten. Zum Teil kommt auch Angst vor dem eigenen Tod
oder dem eines anderen Menschen darin zum Ausdruck.
Psychologisch:
Nimmt der Träumende in der Traumhandlung an einer Beerdigung teil oder steht vor einem geschlossenen Grab, haben diese Bilder meist
den Sinn von Begräbnis. Das Grab als Traumsymbol steht für Lebensangst und Resignation, für den Träumenden ist es der letzte
Zufluchtsort, dort sucht er und findet endlich Frieden. Es kann sein, daß das Grab als Zeichen für fehlenden Lebenswillen gedeutet werden
muß. Der Traum zeigt möglicherweise, daß der Träumende einen Persönlichkeitsanteil getötet und vor der äußeren Welt verborgen hat. Wer
vom eigenen Grab oder dem anderer träumt, der ist um eine Hoffnung ärmer. Er begräbt gewissermaßen eine Idee, einen Plan, von dessen
Durchführung er sich viel versprach. Aber im Traumgrab kann auch ein Problem begraben werden, das man lange genug mit sich
herumgetragen hat. Ebenso umschreibt die Grabstätte die Ratlosigkeit, die sich im bewußten Leben breitzumachen droht. Bei älteren Leuten
sind Träume vom Grab oft ein Zeichen dafür, daß sie mehr in der Vergangenheit leben. Mit diesem Bild möchte das Unbewußte vielleicht
daran erinnern, daß auch der ältere Mensch noch eine Zukunft vor sich hat, für die es sich zu leben lohnt.
Spirituell:
Auf der spirituellen Ebene deutet der Traum an, daß der Mensch vielleicht weniger den physischen Tod fürchtet als vielmehr seine Folgen.
Volkstümlich:
(arab. ) : – sehen: Zerwürfnisse in der Familie;
– das eines Bekannten oder Freundes sehen: man sollte persönliche Dinge lieber für sich behalten;
– hineinsteigen: Falschheit und Unglück erleben;
– offenes: unheimliche Erlebnisse oder Todesfall;
– graben: du mußt dein Unglück nicht selbst herbeiführen;
– sich selbst in einem liegen sehen: man wird in nächster Zeit keine Not leiden.
(europ.) : – Symbol für Lebenskonflikte, die noch nicht gelöst sind; Tasten nach Auswegen; Unsicherheit, Ratlosigkeit;
auch: Unglück; ungünstige Geschäftsabschlüsse folgen; auch Krankheit droht;
auch: deutet auf einen Wechsel im Leben hin, je nach den näheren Umständen des Traumes;
– sehen: fordert zur Verschwiegenheit auf;
– sich eins bestellen: in Kürze heiraten;
– schaufeln sehen: kündet eine Todesnachricht von einem nahestehenden Menschen an;
– selbst graben: verheißt Ende der Sorgen;
auch: sich einer Sache nicht sicher sein, da Feinde versuchen, einem ein Strich durch die Rechnung zu machen;
auch: man könnte eine Freundschaft durch eigene Schuld zerstören;
– ganz ausheben: man wird sich gegen seine Gegner durchsetzen;
– ganz ausheben und ist dabei Sonnenschein: scheinbare Schwierigkeiten wenden sich zum Guten;
– ein frisch ausgehobenes sehen: man hat für die Fehler anderer zu büßen;
– ein leeres Grab: bedeutet Enttäuschung und Verlust von Freunden;
– eines zuwerfen: deutet auf Ärger;
– zurückkehren um einen Leichnam zu begraben, der jedoch verschwunden ist: Probleme kommen aus
unbekannter Quelle auf einem zu;
– selbst in eines steigen: man wird verleumdet werden;
– darin liegen: verkündet ein frohes Ereignis;
– selbst begraben werden: Zeichen für eine seelische Entwicklung und eine bevorstehende Wandlung der Persönlichkeit;
auch: kündigt manchmal den Todesfall eines Menschen an;
– eines zusammenstürzen sehen: Mißgeschick und Krankheit in der Familie;
– ein frisches besuchen: es drohen ernsthafte Gefahren;
– an das der Mutter Blumen legen: man möchte Trost finden;
– das eigene erblicken: Feinde sind am Werk einem ins Unglück zu stürzen; wenn man nicht achtsam ist,
wird dies auch gelingen;
– auf einem seinen Namen geschrieben sehen: man sollte auf seine Gesundheit achten;
– den eigenen Leichnam in einem Grab sehen: es werden einem Elend und Verzweiflung prophezeit;
– zwischen den Gräbern sich bewegen: eine Heirat ist angezeigt;
– über Gräber gehen: es wird ein früher Tod oder eine unglückliche Ehe prognostiziert;
– Gräber auf bekannte Verstorbene hin inspizieren: schnelles Fortkommen zu Reichtum und Ehren;
– einen bis auf den Kopf zugeschütteten Menschen in einem Grab sehen: diese Person wird in eine Notlage
geraten und einem selbst droht Vermögensverlust;
– ein bis auf die Grababdeckung unbewachsener Friedhof: signalisiert Kummer und zeitweilige
Verzweiflung; wenn man seine Schicksalsschläge meistert wird man mit größeren Freuden belohnt;
– Wird eine Frau auf einem Friedhof von der Dunkelheit überrascht und findet sie nur ein offenes Grab zum
Schlafen, wird sie durch Erfahrungen mit Tod oder falschen Freunden viele Sorgen und Enttäuschungen
haben. Sie macht vielleicht auch schlechte Erfahrungen in der Liebe.
(ind. ) : – graben: eine gute Heirat wird dir zuteil (meist Kontrasttraum!);
– sehen: deine Heirat wird sich aus irgendeinem dir unerklärlichen Grund aufschieben;
– offenes sehen: ein fröhliches Fest steht bevor;
– zuwerfen sehen: deine Gesundheit ist in Gefahr; Krankheit;
– hineingelegt werden: baldige und erwünschte Hochzeit.
(Siehe auch „Denkmal“, „Friedhof“, „Grabstein“, „Sarg“, „Tod“, „Vergraben“)
Graben /Ausgrabung
Assoziation: – Entwässerung; Entkommen; Versteck; Deckung.
Fragestellung: – Was bin ich aus dem Weg zu räumen bereit? Wem will ich entkommen?
Wo in meinem Leben brauche ich das Gefühl der Sicherheit? Was will ich verstecken?
Allgemein:
Wenn der Träumende beginnt, etwas über sich selbst zu erfahren, muß er die Anteile aufdecken, die er bislang verborgen gehalten hat. Dies
wird im Traum oft durch das Ausheben einer Grube oder das Ausgraben eines Gegenstandes angedeutet.

614
Psychologisch:
Graben hat ähnlich wie Grab mit verdrängten psychischen Inhalten zu tun, die das Leben behindern. Der Traum weist möglicherweise darauf
hin, daß der Träumende in seinem schöpferischen Lebensbereich wichtige Erkenntnisse hat, die aber nur schwer zugänglich sind und daher
ausgegraben werden müssen.
– Wer im Traum mutig einen Graben überspringt, der kann im Wachleben mit Bravour ein Hindernis nehmen, also ein Problem bewältigen.
– Wer hineinfällt, kann sich aus einer mißlichen Lage nur schwer befreien, die Schwierigkeiten drohen übermächtig zu werden.
– Das Graben nach einem Schatz oder sonst etwas verdeutlicht, daß man nur durch harte Arbeit sein Ziel erreichen kann. Oft läßt dieses
Graben in die Tiefe auch erkennen, daß man in die eigene Psyche tiefer eindringen möchte.
Spirituell:
Auf der spirituellen Ebene legt das Traumbild Graben nahe, daß der Träumende einen Zugang zu seinem Unbewußten finden muß.
Volkstümlich:
(arab. ) : – einen mit Hacke und Schaufel selbst auswerfen: du wirst zu einer Hochzeit eingeladen;
auch: man wird eine drohende Gefahr rechtzeitig abwenden können;
– sehen: deine Wege werden von heimtückischen Menschen durchkreuzt werden;
– darüber springen: man wird ein Hindernis mühelos überwinden;
– hineinfallen: du wirst alles vereitelt sehen; sich vor Betrug hüten müssen und Schwierigkeiten überwinden,
um seine Ziele erreichen zu können.
(europ.) : – hineinfallen: bedeutet Gefahr, Verluste und Feinde, schwere Hindernisse stellen sich dir entgegen;
– für einen Ledigen: Enttäuschungen in der Liebe;
– in einen steigen: der geschäftliche Erfolg wird nachlassen; dem Liebhaber wird mit Kühle und
Gleichgültigkeit begegnet;
– in einen fallen: lange mit Schwierigkeiten zu kämpfen haben;
– versuchen, darüber hinwegzuspringen und dabei hinfallen: jetzt ist die denkbar schlechteste Zeit
für geschäftliche Spekulationen und größere Geldausgaben;
– darüber hinwegspringen: verheißt Glück; man wird sein Ziel erreichen;
– selbst einen anlegen: man wird durch eigene Schuld Schaden erleiden;
– einen mit einer kleinen Brücke sehen: bedeutet Betrug;
– volle Gräben: prophezeien große Sorgen.
(ind. ) : – sehen: du machst gute Geschäfte;
– darüber hinwegspringen: du wirst alle Hindernisse überwinden können und dein Ziel erreichen;
– hineinfallen: achte auf deine Gesundheit;
– in der Erde: du wirst gute Geschäfte machen.
(Siehe auch „Abgrund“, „Ausgraben“, „Bergwerk“)
Grabinschrift
Allgemein:
Grabinschrift soll nach alten Traumbüchern vor dem Verlust eines guten Freundes warnen.
Volkstümlich:
(ind. ) : – lesen: du wirst deine Freundin, die sich verheiratet, verlieren.
(Siehe auch „Grab“)
Grabmal
Artemidoros:
Ein Grabmal zu besitzen oder zu erbauen ist für einen Sklaven und einen Kinderlosen von guter Vorbedeutung; der eine wird die Freiheit
erlangen, weil nicht Sklaven, sondern Freie Grabmäler erwerben, der andere ein Kind als Denkmal seiner selbst zurücklassen. Vielfach
prophezeit dieses Traumgesicht eine Hochzeit, weil ein Grabmal so wie eine Frau ganze Körper in sich aufnimmt. Sodann zeigt es den
Erwerb von Grund und Boden an. Überhaupt ist es für alle von guter Vorbedeutung, für die Begüterten wie für die Armen. Zertrümmerte
oder einstürzende Grabmäler bedeuten das Gegenteil.
Allgemein:
Für einen Kinderlosen ist es ein glückliches Zeichen, im Traum ein Grabmal zu bauen. Es bedeutet nämlich, daß man doch noch Kinder
bekommen wird, die dann dereinst nach dem Tod des Träumenden weiterleben werden. Da einer Geburt eine Hochzeit vorangeht, sagt es oft
auch eine Heirat vorher. Zertrümmerte Grabsteine besagen genau das Gegenteil.
Grabrede
Allgemein:
Grabrede weist auf Klatsch und üble Nachrede anderer hin, die das eigene Ansehen schädigen.
Volkstümlich:
(arab. ) : – hören: du wirst getröstet.
(ind. ) : – hören: die Klatschbasen sind wieder am Werk.
Grabscheit
Volkstümlich:
(arab. ) : – sehen oder besitzen: saure Arbeit bekommen.
Grabstein / Grabstätte
Assoziation: – Denkmal; Erinnerung.
Fragestellung: – Wie möchte ich in Erinnerung bleiben? Was hinterlasse ich?
Allgemein:
Grabstein soll für Wohlstand und eine glückliche Ehe stehen.
Psychologisch:
Im Traum laß man vielleicht in einer Inschrift auf einem Grabstein den Namen einer Person, die man kennt. Man denke an deren typische
Eigenschaften, denn in solchen Fällen sagen uns die Träume, daß wir diese Eigenschaften in uns ausmerzen (abtöten) oder ändern sollten.
Wenn man die Inschrift traurig laß, sollte man wohl seine Einstellung zu der genannten Person oder dem, was sie verkörpert, neu
überdenken. Man frage sich, ob man z.B. nachsichtiger, gütiger oder rücksichtsvoller werden müßte, wenn die Person diese guten
Eigenschaften in hohem Maß besitzt.

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Volkstümlich:
(arab. ) : – sehen: ein hohes Alter erreichen;
– tragen oder von einem fallenden niedergeschlagen werden: in großer Lebensgefahr schweben.
(europ.) : – Grabschrift sehen: man wird einen Freund verlieren oder Verwandten;
– Grabstein sehen: bringt Ehesegen und Wohlstand;
– ein auseinanderbröckelnder Grabstein: bedeutet Krankheit und Schwierigkeiten in der Familie;
– zusammen mit anderen Grabsteine bewundern: bedeutet den passenden Partner finden;
– Grabhügel sehen: man wird an etwas erinnert werden, das man schon lange vergessen hat, oder
man wird etwas wiederbekommen, das man verloren hatte oder einem genommen worden war;
– Grabmal sehen: ein alter Freund, der großes Ansehen genießt und lange abwesend war, wird zurückkehren;
– Grabstätte sehen: gute Nachrichten über eine Geburt und ein Brief wird zu großem Glück führen.
(Siehe auch „Grab“)
Graf / Gräfin
Allgemein:
Graf/Gräfin wird meist im gleichen Sinn wie Fürst gedeutet; oft ermahnt das Symbol, keine übertriebenen Ansprüche zu stellen.
Volkstümlich:
(arab. ) : – sehen oder sprechen: Ärger mit einer hochgestellten Persönlichkeit.
(europ.) : – sehen: man läuft Gefahr, über seine Verhältnisse zu leben;
– selbst sein: man stellt zu hohe Ansprüche;
– einen oder eine heiraten: man wird mit einem Menschen aus dem Volk in Verbindung kommen.
(Siehe auch „Fürst“)
Gral
Allgemein:
Der Heilige Gral ist ein grundlegendes spirituelles Symbol. Wenn er im Traum eine Rolle spielt, dann weist er den Träumenden auf seine
Befähigung hin, sein Potential vollkommen zu entwickeln. Oft steht er für das Erreichen des spirituellen Erfolgs. Der Gral wird jedoch auch
mit dem Kelch des Glücks gleichgesetzt. Wenn der Gral im Traum erscheint, verweist dies darauf, daß der Träumende eine
außergewöhnliche Befriedigung oder eine wichtige Veränderung erfahren wird.
Psychologisch:
Der Träumende ist auf der Suche nach etwas, was er im Augenblick noch für unerreichbar hält. Der Traum zeigt ihm jedoch, daß sein Ziel in
greifbare Nähe gerückt ist.
Spirituell:
Auf der spirituellen Ebene steht der Gral im Traum für den Heiligen Geist.
Grammatik
Allgemein:
Wenn dem Träumenden in seinem Traum die Grammatik bewußt wird, dann hat er erkannt, daß er selbst oder eine andere Person unter
Kommunikationsschwierigkeiten leidet.
Psychologisch:
Möglicherweise signalisiert das Traumsymbol auch das Bedürfnis des Träumenden nach genaueren Informationen zu einer bestimmten
Situation in seinem Leben.
Spirituell:
Die Qualität von Kommunikation ist auf der materiellen, der geistigen und nicht zuletzt auf der spirituellen Ebene von grundlegender
Wichtigkeit.
Volkstümlich:
(arab. ) : – (sich im Traum mit einem solchen Sprachlehrbuch abplagen): du wirst viel Mühe haben.
(europ.) : – verheißt Familienglück.
Grammophon
Allgemein:
Plattenspieler kann allgemein für die Erinnerungen stehen, die sich auf diese Weise wieder bemerkbar machen; bei Bedarf sollte man sie
vollends verarbeiten und daraus lernen. Hört man die eigene Stimme, deutet das oft auf Mitteilungsbedürfnis hin.
Volkstümlich:
(europ.) : – sehen: angenehme Nachrichten von weither; eine unerwartete Entdeckung;
– spielen hören: hüte dich vor Ohrenbläsereien;
– hören: gemütliches Zusammensein zu zweit;
– kaufen: du machst dich lächerlich;
– geschenkt bekommen: man ist auf der Suche nach einer neuen Liebe;
– seine eigene Stimme aus einem hören: starker Wunsch, sich in der Öffentlichkeit zu betätigen;
– die Stimme eines Lebenden daraus hören: man befolge einen Rat, den man erhalten hat oder erhalten wird;
– die Stimme eines Verstorbenen daraus hören: kündet einen Witterungswechsel an.
Granat
Medizinrad:
Schlüsselworte: Kristall; Herz; Blut; Stimulans; Ausgleich sexueller Energien; Mond der reifenden Beeren.
Beschreibung: Granat ist im Medizinrad das Mineraltotem, das mit den im Mond der reifen Beeren (23. Juli bis 22. August) Geborenen
assoziiert wird. Dieses kristalline Silikat mit einem harzigen Glanz kommt in sechs verschiedenen Farbtönen, Rot, Braun, Gelb, Schwarz und
Weiß vor. Granat ist ein sehr weit verbreitetes Mineral. Roter Granat vor allem wird mit dem Stör in Verbindung gebracht, aber auch mit
dem Herz und dem Blut allgemein. Vom Granat hieß es früher, daß er das Herz stimuliere und sexuelle Energien ausgleiche.
Allgemeine Bedeutung: Ausgleich sexueller Energien; Stimulierung deines Herzens; tief empfundene Anschauungen; Liebe.
Assoziation: Granatapfel; Granaten.
Transzendente Bedeutung: Gabe der Liebe.
Allgemein:
Das Schmuckstück verspricht nach alten Traumbüchern eine glückliche Zukunft.

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Volkstümlich:
(arab. ) : – sehen oder besitzen: ein heißliebendes Herz gewinnen.
(ind. ) : – Granatschmuck: du hast gute Aussichten für die Zukunft.
(ind. ) : – (Schmuck): Glück.
(Siehe auch „Edelsteine“, „Schmuck“)
Granatapfel
Artemidoros:
Granatäpfel deuten wegen ihrer Farbe auf Wunden, wegen ihrer Stacheln auf Folterungen und wegen der Eleusinischen Sage auf
Knechtschaft und Unterwerfung hin. (Kore ist Beiname der Persephone. Durch den Genuß eines Granatapfels verlor die von Hades entführte
Persephone, die Tochter der Demeter, das Recht, auf bleibende Rückkehr zur Oberwelt. Den eleusinischen Mysten war daher die Frucht
dieses Baumes verboten)
Volkstümlich:
(arab. ) : – sehen, besitzen oder essen: plötzlichen Reichtum erlangen.
(europ.) : – sehen: man wird zu Ehren kommen; auch: man sollte den oberflächlichen Genüssen entsagen,
die die Moral und Gesundheit gefährden; man sollte sein Seelenleben bereichern;
– abpflücken: Wohlstand und Freude;
– jemanden geben: Glück;
– von der(m) Geliebten überreicht bekommen: es besteht die Gefahr einer List auf den Leim zu gehen; der starke Wille
wird einem jedoch vor Abhängigkeit bewahren;
– essen: Küsse; man wird von einem Verdacht befreit werden; auch: man läßt sich vom Charme eines Menschen betören.
(ind. ) : – sehen: Sorge, daß deine Kinder nicht auf Abwege geraten;
– reife pflücken: Gunst von hohen Personen;
– unreife: Unglück durch Verleumdung;
– essen: man bewundert dich.
Granate
Allgemein:
Wenn sie im Traum einschlägt, kündigt sie den plötzlichen Umschwung in einem Belang an, der einem sehr am Herzen liegt.
Psychologisch:
Träume von Granaten – und Bombenexplosionen sind nach C. G. Jung der Versuch des Unbewußten, ein Schockerlebnis zu verarbeiten, das
die Psyche „wie ein Granateinschlag“ verletzte und erst durch Wiederholung der Schreckensempfindung nach und nach zur seelischen
Heilung führt.
Volkstümlich:
(europ.) : – explodieren sehen: man läßt sich ohne Überlegung auf ein gefährliches Unternehmen ein.
(Siehe auch „Bombe“, „Explosion“, „Krieg“)
Granitstein
Psychologisch:
Dickköpfigkeit! Die Seele beißt hier auf Granit oder man ist selbst „starr“ wie Granit.
Volkstümlich:
(arab. ) : – durch anderer Hartherzigkeit leiden müssen.
Gras
Assoziation: – natürlicher Schutz; Allgegenwärtigkeit.
Fragestellung: – Auf welchen Teil meines Selbst kann ich mich immer verlassen?
Allgemein:
Gras ist ein Symbol neuen Wachstums und des Sieges über die Unproduktivität. In der alten Traumdeutung brachte man Gras mit
Schwangerschaft in Verbindung. Heute geht man jedoch davon aus, daß Gras neue Ideen und Vorhaben darstellt. Es steht für die Fülle von
Gedanken, Gefühlen und anderen geistig-seelischen Inhalten und kann dann auffordern, eine gewisse Ordnung in sie zu bringen und
Prioritäten zu setzen, damit man sich nicht verzettelt. Weitere Bedeutungen sind aus den jeweiligen Begleitumständen möglich:
– Grünes, saftiges Gras soll auf langes, glückliches Leben, Wohlergehen und Wohlstand hinweisen.
– Hohes Gras kann davor warnen, seine Kräfte zu vergeuden, da man wichtige Dinge nicht mehr von unwichtigen unterscheidet.
– Dürres Gras steht für Sorgen, Kummer und Nöte, was sich oft auf den Lebensabend bezieht.
– Gras mähen verheißt mehr Wohlstand und Sicherheit.
– Im Gras liegen kann falsche Erwartungen und Hoffnungen anzeigen, die sich nicht erfüllen werden.
– Gras essen ermahnt manchmal, sein Verhalten zu ändern, weil man sich sonst lächerlich macht.
Außerdem kann bei Gras auch noch das Symbol der Wiese zur Deutung herangezogen werden.
Psychologisch:
Gras kann das Geburtsland des Träumenden oder das Aufgeben tiefverwurzelter Glaubensvorstellungen symbolisieren.
Das Gras als Traumsymbol hat mehrere Bedeutungen, es kommt hierbei immer auf den Zustand des Grases an.
– So deutete beispielsweise sattes grünes Gras auf eine Entwicklung des Träumenden im seelisch- geistigen Bereich, sowie auf
Gesundheit und Vitalität hin.
– Erscheint im Traum eine bunte Blumenwiese, ist dies ein Zeichen für gefühlsmäßige Ausgeglichenheit oder der Wunsch danach.
– Sehr hohes Gras und verwilderte Wiesen warnen den Träumenden, sich nicht in irreale Ideen zu verstricken. Diese Bilder wollen
ihn auffordern, Ordnung in seine Gedanken und Verhaltensweisen zu bringen.
– Eine Wiese oder ein Rasen, auf denen kaum oder nur sehr dürftig Gras wächst, sind Symbole für emotionale und geistige
Unzufriedenheit. Sie symbolisieren außerdem Schwäche, Krankheit und Verlustsituationen.
– Manchmal gibt das Traumbild zu verstehen, daß man Gras über eine bestimmte Angelegenheit wachsen lassen sollte.
Spirituell:
Auf der spirituellen Ebene steht Gras im Traum für eine Bewußtseinsveränderung.

617
Volkstümlich:
(arab. ) : – allgemein: Warnung vor betrügerischen Menschen und traurigen Nachrichten;
– frisches, grünes sehen: hoffnungsreiche Zukunft; Verwirklichung persönlicher Pläne;
– welkes: hüte dich vor Wucherern;
– spärliches: man ist geistig nicht gefordert und fühlt sich gefühlsmäßig vernachlässigt;
– ist es hoch und sollte gemäht werden: man sollte sich vor hochtrabenden Vorhaben hüten;
– mähen: Neuigkeiten und Freude erleben; sich vor Erpressungsversuchen hüten;
– im Gras liegen: die finanziellen Verhältnisse werden sich bessern.
(europ.) : – frisches, grünes Gras: sehr verheißungsvoller Traum; er verspricht dem Händler ein erfolgreiches Leben und schnellen Reichtum,
den Literaten und Künstlern Ruhm und allen Liebenden eine sichere Reise durch die Turbulenzen der Liebe;
– verwelktes Gras: bedeutet das Gegenteil vom frischen grünen Gras;
– ganz hohes Gras sehen: man vermeide unbegangene Pfade in den Entscheidungen und verlasse sich lieber
auf altbewährte Methoden;
– eine großer Wiese sehen: frohe Tage;
– über grünes Gras mit versengten Flecken gehen: deutet auf Krankheit hin;
– darin liegen: man gibt sich schmeichelhaften Hoffnungen hin; man sollte jetzt keine Luftschlösser bauen;
– essen: Unglück in der Liebe; man wird sich lächerlich machen;
– schneiden: man wird fröhlichen Leuten begegnen;
– abrupfen: vergebliches Mühen.
(ind. ) : – sehen: hüte dich vor betrügerischen Menschen;
– grünes: du wirst viel Freude und ein langes Leben haben;
– dürres/verdorrtes: Krankheit und Schwäche begleiten dein Alter;
– mähen: dein Wohlstand vergrößert sich;
– auf schönem, saftigen Grase liegen: Eintritt glücklicher Verhältnisse.
(Siehe auch „Grün“, „Rasen“, „Wiese“)
Grashüpfer
Volkstümlich:
(europ.) : – im Gemüsebeet sehen: Feinde bedrohen das wertvollste Gut;
– auf verwelkten Gräsern sitzen: man sollte auf seine Gesundheit achten und mit enttäuschenden Geschäften rechnen;
– verdunkeln sie die Sonne: es stehen Ärgernisse und Bedrückung bevor, die man aus dem Wege räumen sollte; wenn
man dabei eine glückliche Hand zeigt, wird sich alles zum Besten wenden;
– andere auf sie aufmerksam machen: es ist mehr Diskretion ratsam.
(Siehe auch „Grillen“, „Heuschrecken“)
Grat
Volkstümlich:
(arab. ) : – auf dem selben gehen: Freude.
Gräte
Allgemein:
Verschlucken Sie sich im Traum an einer Gräte, so soll das auf bevorstehenden Ärger hinweisen. Vertrauen Sie neuen Bekannten nicht
vorschnell, sonst könnte Ihnen etwas im „Halse steckenbleiben“. Eine weggeworfene Gräte zeigt an, daß Sie eine Gefahr rechtzeitig erkannt
haben.
Volkstümlich:
(arab. ) : – verschlucken: du hast mit Widerwärtigkeiten zu kämpfen.
(europ.) : – verschlucken: man wird mit Widerwärtigkeiten zu tun haben.
Gratulation
Volkstümlich:
(europ.) : – beinhaltet Anlaß für Beileidsbezeugungen, bessere Zeiten werden aber kommen.
Grau
Assoziation: – Übergang von einem Zustand in den anderen; Hellgrau: Frieden; Dunkelgrau: Angst.
Fragestellung: – Worauf bewege ich mich zu?
Medizinrad:
Schlüsselworte: Entschlußkraft; Geheimnis; altes Wissen; Integration; Erfahrung; westlicher Seelenpfad.
Beschreibung: Grau ist eine Farbe, die durch das Mischen von Schwarz und Weiß oder anderen Komplementärfarben entsteht Stahlgrau wird
im Medizinrad mit der äußeren Position des westlichen Seelenpfads und mit Erfahrung in Beziehung gesetzt. Grau ist die Farbe des
Zwielichts, der geheimnisvollen Zeit zwischen hell und dunkel.
Allgemeine Bedeutung: Geheimnis; Dienst; Blickwinkel.
Assoziation: Graue Eminenz, graue Maus; grauhaarig oder alt; trübe; Depression; alles grau in grau sehen.
Transzendente Bedeutung: Eine Gabe alten Wissens oder Verstehens.
Allgemein:
Grau als Farbe deutet man anhand der Objekte und tatsächlichen Trauminhalte, die grau aussehen. Allgemein weist es auf eine ernste
Persönlichkeit mit Neigung zu Pessimismus und Schwermut hin oder bringt zum Ausdruck, daß man ein eintöniges Leben führt. In der
traditionellen Deutung: Die „graue Maus“ wie auch der „graue Schatten“ symbolisieren das Unscheinbare, kaum Erkennbare – eben „nichts
Wesentliches“.
Psychologisch:
Generell ist dieses Symbol als Ausdruck unscheinbarer und wenig persönlicher Verhaltensweisen. Gedanken und Gefühle sind nicht sehr gut
zu definieren. Das Grau ist im Traum aber immer mit anderen Traumbildern verbunden, deren Bedeutung überwiegt. Das Grau ist eher als
Attribut zu verstehen. Wer alles in grau träumt, hat vermutlich vom „grauen Alltag“ genug und möchte es gern etwas bunter treiben – das ist
aber nur eine mögliche Interpretation von auffällig grausüchtigen Träumen. Diese „unbunte Mischfarbe“ aus hell und dunkel gilt als Symbol
für „das gerade noch Unbewußte“ und Undefinierte (an der Schwelle der Erhellung/Erkenntnis) in der psychologischen Bedeutung.

618
Volkstümlich:
(europ.) : – graues oder weißes Haar: sehr glückverheißend; besonders wenn man sich in der Gesellschaft eines
grauhaarigen Menschen befindet;
– sich selbst grauhaarig sehen: bevor sich der Erfolg zeigt, muß mit Schwierigkeiten gerechnet werden.
(Siehe auch „Farben“, „Schwarz“, „Weiß“)
Graupelwetter
Volkstümlich:
(arab. ) : – sehen oder darin gehen: Hohn und Spott ausgesetzt werden.
Grausamkeit
Allgemein:
Beobachten Sie Derartiges im Traum, dann haben Sie keine sehr gute Meinung von Menschen, die Ihnen kürzlich begegnet sind. Nehmen
Sie die Warnung Ihres Unbewußten ernst. Erfahren Sie selbst eine Grausamkeit, so plagt Sie vermutlich ein schlechtes Gewissen. Vermutlich
haben Sie den Eindruck, in letzter Zeit etwas völlig falsch gemacht zu haben.
Volkstümlich:
(europ.) : – sehen: es werden Schwierigkeiten bei einigen Vorhaben vorausgesagt; auch: ein nahestehender Mensch braucht Hilfe;
– anderen Menschen wiederfahrend: man wird diesen eine unangenehme Aufgabe zuweisen, durch die sie selbst Verluste
erleiden werden.
Gravur
Volkstümlich:
(europ.) : – Metall gravieren: bedeutet eine Veränderung zum Besseren, entweder in Bezug auf Beruf oder Wohnort.
Greis
Artemidoros:
Glück bringt es einem Mann sich in einen Greis zu verwandeln, denn er kommt in das ehrenvolle Alter. Wird ein Jüngling zum Greis wird er
zwar nicht sterben wie ein Knabe, aber erkranken. Handelt es sich um Vertrauenspersonen, sind Männer und Greise günstiger als Knaben
und Jünglinge, ausgenommen, sie tun oder sprechen etwas Unheilvolles.
Volkstümlich:
(arab. ) : – einen sehen oder begegnen: bald eine Trauernachricht erhalten;
– sprechen: es steht ein langes, ereignisreiches Leben bevor.
(europ.) : – oder Greisin: fordert zu rastloser Tätigkeit auf;
– sehen: man wird alt werden;
– selbst sein: bedeutet eine gesunde Nachkommenschaft.
(ind. ) : – du wirst ein hohes Alter erreichen (symbolischer Traum).
(Siehe auch „Alter“)
Greisin
Artemidoros:
Wende die Methode der Zahlengleichwertigkeit in den Fällen an, wo das Geschaute auch ohne sie dasselbe bedeutet, was die
Gleichwertigkeit ergibt. So ist z.B. ist ein altes Weib für Kranke ein Sinnbild des Todes; denn graus ergibt 704 und he ekphora ebensoviel.
(Graus = alte Frau = Gamma + Rho + Alpha + Ypsilon + Sigma = 3 + 100 + 1+ 400 + 200 = 704. he ekphora (die Bestattung) = Eta +
Epsilon + Kappa + Phi + Omikron + Rho + Alpha = 8 + 5 + 20 + 500 + 70 + 100 + 1 = 704) Aber auch abgesehen von der
Zahlengleichwertigkeit ist ein altes Weib das Symbol der Bestattung, weil es über kurz oder lang sterben muß.
Grenadier
Volkstümlich:
(europ.) : – Streit, Tätlichkeiten;
– Ein Mädchen, daß von einem Grenadier träumt, bekommt in naher Zukunft einen zivilen Ehemann.
Grenze
Assoziation: – Wo zwei Staaten, Einstellungen oder Lebensmuster aufeinandertreffen.
Fragestellungen: – In welchen neuen Bereichen vorzudringen stehe ich im Begriff?
Allgemein:
Hier wird unserem Ich eine Schranke gesetzt. Oft spricht das Bild auch von einer Einschränkung unseres Lebensstandards. Überschreiten wir
eine Grenze, wechseln wir in einen neuen Lebensabschnitt, wobei andere Symbole zeigen können, ob diese Veränderung positiv auszulegen
ist.
– Das heimliche Überschreiten einer Grenze läßt den Willen des Träumers erkennen, im Wachleben andere Wege zu gehen.
– Begrenzungen und Kanten von Materialien und Formen richten die Aufmerksamkeit des Träumenden auf Veränderungen,
die er in der materiellen Welt vornehmen will.
– An der Grenze zwischen zwei Ländern zu stehen, zeigt die Notwendigkeit, große Veränderungen im Leben, vielleicht einen Umzug,
anzugehen.
– Wenn der Träumende in seinem Traum eine Grenze überschreitet und von einem Ort zum nächsten geht, dann stellt dies dar,
daß große Umbrüche im Leben anstehen und daß der Träumende aktiv den Wechsel von einem Zustand in einen anderen betreibt.
Psychologisch:
Traumbilder wie Grenzen, Schranken oder Zollstationen und -beamte haben zwei unterschiedliche Bedeutungen. Entweder sie weisen den
Träumenden auf eine Einschränkung seiner Fähigkeiten und Möglichkeiten hin oder sie stehen als Symbol für eine Wandlung, für den
Übergang von einem Land ins andere, also einer Situation in die andere. Wenn der Mensch von einer Lebensphase in eine andere wechselt,
beispielsweise von der Pubertät in das Erwachsenenalter oder von der Berufstätigkeit in den Ruhestand, dann ist es sinnvoll, dieser
Grenzüberschreitung Form zu verleihen. Grenzen, die in Träumen eine Rolle spielen, können auch bedeuten, daß der Träumende Hindernisse
in seinem Inneren überwindet.

619
Spirituell:
Auf der spirituellen Ebene hat der Träumende eine neue Erfahrung vor sich, die ihn auf seinem Weg zur Ganzheitlichkeit voranbringen wird.
Er begegnet einem Teil seines Selbst, mit dem er noch nicht vertraut ist. Der Träumende selbst muß entscheiden, ob der Zeitpunkt richtig ist,
um die „Grenze zu überschreiten“.
Volkstümlich:
(arab. ) : – darüber gehen: eine weite Reise antreten.
– abmessen: du wirst Ordnung in deine Verhältnisse bringen.
(Siehe auch „Paß“, „Schranke“, „Schlagbaum“, „Straße“, „Weg“, „Zoll“)
Griechenland
Allgemein:
Griechenland wird als Symbol für gefühlsbetonte Intelligenz und Weisheit verstanden.
Volkstümlich:
(arab. ) : – mit einem Griechen zu tun haben: schlechter Handel.
(europ.) : – griechisch lesen: nach eingehender Diskussion werden die Ideen akzeptiert und dann umgesetzt werden;
– kein griechisch lesen können: technische Hindernisse werden auf dem Wege erscheinen.
Griesbrei
Volkstümlich:
(arab. ) : – essen: kümmerliche Nahrung haben.
(europ.) : – essen: man wird einen Überfluß an Sachwerten haben.
Griffel
(Griff)
Volkstümlich:
(arab. ) : – du hast ein schlechtes Gedächtnis.
Grill
(Brat-)
Allgemein:
Ein Grill anstelle eines Kochherdes im Traum deutet auf weniger Ernstes hin – vielleicht auf das eigene Gesellschaftsleben.
Psychologisch:
Er hat meist nichts mit dem Essen zu tun. Hier zeigt sich eher die Angst, daß die Seele in eine brenzlige Situation gerät. Feuertraum!
(Siehe auch „Feuer“)
Grille
Artemidoros:
Grillen bedeuten wegen der Geschichte, die man von ihnen erzählt (In Platons Phaidros (259) erzählt Sokrates die Geschichte von den
Grillen. Diese waren ursprünglich menschliche Wesen in einer Zeit, bevor es die Musen gab. Als letztere erschienen und mit ihnen der
Gesang, waren sie so von dem Gesang begeistert, daß sie unaufhörlich sangen und niemals ans Essen und Trinken dachten. Daher gingen sie
zugrunde. Als besonderes Geschenk der Musen wurden sie als Grillen wiedergeboren, die keiner Speise bedürfen.), Musiker, in Notzeiten
aber Leute, die keinen Nutzen bringen, sondern bloß über Maßnahmen reden und in Erinnerungen schwelgen, in Schreckensängsten Männer,
die nur drohen, aber nicht imstande sind, taten folgen zu lassen; die Grillen besitzen nämlich nichts außer ihre Stimme. Kranken prophezeien
sie große Qualen durch Durst, und daß sie auf jeden Fall sterben werden; denn Grillen nehmen keine Nahrung zu sich.
Allgemein:
Grille kann auf Erfolge ohne große Mühe hinweisen, die man dem glücklichen Zufall zu verdanken hat. Zugleich ermahnt sie auch, eine zu
leichtfertige, oberflächliche Lebenseinstellung zu korrigieren, sich nicht allein auf sein Glück zu verlassen.
Psychologisch:
Wer die zirpenden Tierchen fängt, dem werden die Grillen ausgetrieben, daß heißt, er wird im Wachleben einiges zurechtrücken müssen, um
nicht in eine Klemme zu geraten. Grillen können auch auf ein launisches Wesen hinweisen.
Volkstümlich:
(arab. ) : – zirpen hören: du hast unbekannte Freunde; Hilfe von unbekannter Seite; viel Glück in der Liebe;
– fangen: man wird seine persönlichen Fähigkeiten erkennen und dadurch viel Erfolg haben.
(europ.) : – zirpen hören: bedeutet Glück; auch: kündigt melancholische Neuigkeiten an, möglicherweise den Tod eines Freundes;
– beobachten: es steht einem der Kampf mit der Armut bevor;
– fangen: man wird durch Glauben an sich selbst Erfolg haben.
(ind. ) : – man soll seinem Freund nicht immer alles glauben.
(Siehe auch „Heuschrecken“)
Grimasse
Volkstümlich:
(ind. ) : – schneiden: man verfolgt dich mit Anträgen.
Grind
Allgemein:
Grind (Krusten, meist am Kopf) wird in alten Traumbüchern als Symbol für Wohlstand und Glück gedeutet.
Volkstümlich:
(arab. ) : – auf dem Kopf haben: Reichtum wird dich beglücken. (Kontrasttraum!)
(europ.) : – auf dem Kopf haben: soll auf Erfolg deuten und Gewinn einbringen; Reichtum;
– bei Kindern sehen: Gesundheit.
(ind. ) : – auf dem Kopf haben: dein Wohlstand, Glück, Gewinn und alles andere wird sich mehren.

620
Grizzlybär
Medizinrad:
Schlüsselworte: Kraftvoll; primitiv; massig; einsiedlerisch; beschützend; von einigen Menschen verleumdet; heilend; vorsichtig;
unterscheidend; Stärke; Mut; Verwandlungskünstler; Mudjekeewis, westlicher Hüter des Geistes.
Beschreibung: Der Grizzlybär wird im Medizinrad mit dem Westen und Mudjekeewis, dem westlichen Hüter des Geistes, verbunden. Er ist
das größte und kräftigste Mitglied der Bärenfamilie und erreicht mitunter ein Gewicht von über 450 Kilo und im Stand nicht selten eine
Höhe von mehr als 2,40 Metern. Deshalb versetzt er Menschen leicht in Angst und Schrecken und wird bezichtigt, diese dann und wann
anzufallen – was jedoch so gut wie nie geschieht, es sei denn, der Bär fühlt sich angegriffen
oder hat Grund, um seine Jungen zu fürchten. In Nordamerika allgemein ist der Grizzly nahezu ausgerottet. Man begegnet ihm nur noch in
den Nationalparks und höher im Norden.
Allgemeine Bedeutung: Der reife, kraftvolle Aspekt deines Selbst; deine eigene Kraft; eine wilde Ader; du als Beschütze du als
Schutzanbieter.
Assoziation: Gewaltkrise; Stärke; erfahrener Kämpfer; Griesgram.
Transzendente Bedeutung: Ein Bote, der dir etwas über deine spirituellen Stärken sagt; ein Bote, der auf die Fähigkeit hindeutet, in
Geistform, ohne Körper zu reisen; einer, der dir die Gabe der Verwandlung gibt.
(Siehe auch „Braunbär“, „Schwarzbär“, „Mudjekeewis“, der westliche Hüter des Geistes)
Grobheit
Allgemein:
Grobheit anderer Menschen kann eine Warnung vor Neid und Mißgunst beinhalten.
Volkstümlich:
(arab. ) : – hören: sei stets aufrichtig!
(europ.) : – sein, oder grobe Ware: man fürchtet sich vor Neidern.
Grog
Volkstümlich:
(europ.) : – zu sich nehmen: überraschende Ereignisse werden die Lebensplanung über den Haufen werfen.
(Siehe auch „Alkohol“)
Groll
Volkstümlich:
(europ.) : – bedeutet unangenehme Geschäfte; man hat einem anderen Unrecht getan;
– aus der Erde ein seltsames grollen hören: Zeichen zukünftigen Ärgers, den man nur mit äußerste Vorsicht überwinden kann.
Groß
Assoziation: – von überdurchschnittlichen Abmessungen; aufgeblasen; großzügig.
Fragestellung: – Wo in meinem Leben bin ich zur Expansion bereit? An welchen Stellen habe ich Angst vor übermäßiger Expansion?
Allgemein:
Ist sich der Träumende in seinem Traum bewußt, daß etwas oder jemand groß ist, so wirft dies ein Licht auf die Gefühle des Träumenden
bezüglich einer Person, eines Vorhabens oder eines Objekts. Größe bedeutet Wichtigkeit, vielleicht aber auch Bedrohlichkeit. Größe (zum
Beispiel ein Gegenstand) deutet immer darauf hin, daß man von etwas stark beeindruckt wurde. Worum es sich dabei handelt, muß aus den
entsprechenden Objekten und persönlichen Lebensumständen abgeleitet werden. Beispielsweise könnte ein großes Haus das Wissen des
Träumenden um die Erweiterung seines Selbst andeuten.
Psychologisch:
Ein Kind lernt sehr früh, Vergleiche zu ziehen, und dies gehört zu den Dingen, die der Mensch niemals verlernt. Etwas ist größer als oder
kleiner als, statt einfach nur groß und klein. Die Größe einer Sache im Traum hat oft nichts mit seiner wirklichen Größe zu tun. Daher
können solche „Realitätsverschiebungen“ wichtige Hinweise für den Träumenden sein.
Spirituell:
Aus spiritueller Sicht spielt Größe keine Rolle. Es ist mehr die Wahrnehmung des zugehörigen Gefühls, die zählt.
(Siehe auch „Gigant“, „Riese“)
Großeltern
Assoziation: – sanfte Autorität; Freundlichkeit.
Fragestellung: – Wo in meinem Leben suche ich nach Unterstützung?
Medizinrad:
Schlüsselworte: Nahe Vorfahren; Älteste; Geistkräfte; altes Wissen.
Beschreibung: Deine Großeltern sind die Eltern deiner Eltern. Die Angehörigen erdverbundener Stämme benutzten die Anrede Großmutter
oder Großvater, um den Ältesten gegenüber Respekt zu bezeugen, egal ob es sich um Blutsverwandte handelte oder nicht. Großmutter und
Großvater wurden auch als besondere Geistkräfte betrachtet, die über einen Großteil des alten Wissens verfügten.
Allgemeine Bedeutung: Ein Traum über deine tatsächlichen Großeltern oder Vorfahren; ein Traum von dir als Großmutter oder -vater; eine
besondere Verwandtschaft mit einem Ältesten; ein möglicher Lehrer.
Assoziation: Im Lehnstuhl sitzend, den Enkeln Märchen erzählend.
Transzendente Bedeutung: Eine Offenbarung der alten Geistkräfte.
Fosters Lehre: Dir unbekannte, heilige Vorfahren.
Allgemein:
Großeltern symbolisieren allgemein Erfahrungen und Weisheit: Sie können darauf aufmerksam machen, daß man in einer Angelegenheit
klug und umsichtig vorgehen und aus Erfahrungen lernen soll. Manche Traumquellen sehen darin auch die Verheißung für langes Leben
oder eine Erbschaft.
Psychologisch:
Nicht nur Kindheitserinnerungen, die in den Traum hineinspielen. Selbst wenn die Großeltern längst verstorben sind, erscheinen sie dem
Träumer doch als Beschützer, die ihn möglicherweise vor einer Dummheit bewahren. Freilich müßte er dann ein gutes Verhältnis zu ihnen
gehabt oder zumindest durch die eigenen Eltern von ihrer Güte erfahren haben. Der Großvater erscheint wie der Vater im Traum oft als
Ratgeber (auch in finanziellen Dingen), die Großmutter mehr als Übermutter, die alles richten möchte, was den Träumer bedrückt. Nur
manchmal weisen Großeltern auf ererbte Schwächen hin.

621
Volkstümlich:
(arab. ) : – sehen oder sprechen: du wirst von Sorgen befreit werden.
(europ.) : – mahnen zur Schaffensfreudigkeit;
– sehen: kündet einen baldigen Todesfall an;
– treffen und sich mit ihnen unterhalten: mit schwer überwindbaren Schwierigkeiten konfrontiert werden;
– den guten Rat von ihnen befolgen: man wird viele Hindernisse überwinden;
– mit ihnen zusammen am Tische sitzen: langes Leben;
– von ihnen ein Geschenk erhalten: kündet eine Erbschaft an;
– Großvater oder Großmutter alleine sehen oder sprechen: verkünden viel Freude; ein gutes Vorhaben wird gelingen;
– selbst geworden sein, oder daß die Enkel zugegen sind: sehr vorteilhaftes Zeichen.
(ind. ) : – mit ihnen sprechen: du wirst eine unerwartete Erbschaft machen;
– Großmutter: Familienfreuden;
– Großvater: langes Leben.
(Siehe auch „Familie“, „Großvater“, „Mutter“, „Vater“)
Großer Geist
Medizinrad:
Schlüsselworte: Schöpfer, Großes Geheimnis; Quelle des Lebens.
Beschreibung: Großer Geist ist einer der Namen, den erdverbundene Stämme dem Schöpfer gegeben haben. Ein anderer ist Großes
Geheimnis oder die Namen in den jeweiligen Stammessprachen, welche die Menschen benutzten, um ihren Gott anzusprechen. Der Große
Geist repräsentiert die Schöpferkraft, die in allen Dingen enthalten ist, und entspricht in seiner Wichtigkeit dem Gott der herrschenden
Gesellschaft.
Allgemeine Bedeutung: Verstehen deines Begriffs dessen, was heilig ist.
Assoziation: –
Transzendente Bedeutung: Eine direkte Verbindung mit der Quelle allen Lebens. Ein solcher Traum ist bereits in seiner Essenz transzendent.
Es ist ein Muß, besonders darauf zu achten, was diesem Traumzustand folgt.
Großer Zeh
Volkstümlich:
(europ.) : – sagt die Rückkehr eines weitgereisten Menschen voraus.
Großmut
Volkstümlich:
(europ.) : – beweisen: bedeutet Gefängnis.
Großmutter
Psychologisch:
Ein Symbol für „vergangene Geborgenheit“ und eine beschützte Lebensphase. In der traditionellen Deutung: Wer die eigene Großmutter im
Traum trifft, wonach sie sich verabschiedet und langsam entfernt, sieht ihren nahen Tod voraus. Die aktuelle Auslegung derselben
Traumszene: Man distanziert sich von eigenen Kindheitserlebnissen und läßt die Lebensphase, in welcher Großeltern eine besondere
Wertigkeit hatten, auch mal emotional hinter sich. Man ist auf dem Weg zur „reifen Persönlichkeit“, ist endgültig „erwachsen geworden“.
(Siehe auch „Großeltern“, „Großvater“)
Großstadt
Assoziation: – zivilisierte Ordnung; Kultur; Gemeinschaftlichkeit oder Verfall gemeinschaftlicher Systeme.
Fragestellung: – Wie funktioniert die Zusammenarbeit zwischen meinen verschiedenen Persönlichkeitsanteilen?
(Siehe auch „Stadt“)
Großvater
Psychologisch:
Er gilt als archetypische Symbolgestalt und übermächtige Vaterfigur (im Gegensatz zum – realen – Vater). Er verkörpert das „Vaterprinzip“
in der Psychologie.
(Siehe auch „Großeltern“, „Großmutter“)
Grotte
Allgemein:
Die Grotte ist, besonders wenn sich in ihr eine Quelle befindet, in der Mythologie vieler Völker ein heiliger Ort. Sie war der Göttin Natur
geweiht und wurde ausschließlich von weiblichen Wesen, den Nymphe bewohnt. In vielen Märchen kommt die Grotte als ein magischer Ort
vor. Im Traum ist die Grotte ein Hinweis auf das Ur-Weibliche, was sich aus der Tatsache, daß Grotten in ihrem Inneren feucht, moosig und
dunkel sind und so als ein Bild für den Uterus begriffen werden, begründen läßt.
Psychologisch:
Archetypisches Bild, das auf Probleme im Zusammenleben hinweisen kann. Tiefenpsychologisch deutet man sie als die Gefühlsschicht der
Seele; damit kann die Warnung vor heftigen, alles verzehrenden Gefühlen und Leidenschaften verbunden sein. Manchmal zeigt sie auch an,
daß man zu wenig Eigenverantwortung übernimmt oder dazu neigt, sich in sich selbst zu verkriechen. Wenn in der Traumgrotte eine Quelle
entspringt, läßt das auf eine Erneuerung der Lebenssäfte schließen, kann aber auch als Hinweis darauf gelten, zu einem naturgemäßen Leben
zurückzukehren. Grotte (Höhle) kann für sexuelle Bedürfnisse stehen und wird von vielen Traumforschern mit dem weiblichen
Geschlechtsorgan verglichen.
Volkstümlich:
(arab. ) : – sehen oder sich darin aufhalten: man wird drohender Gefahr ausgesetzt.
(europ.) : – kündigt eine Vergnügungsreise mit einem kleinen Liebesabenteuer an; auch: symbolisiert unbeständige Freundschaften;
der Verlust von komfortablem Überfluß wird offensichtlich Armut unerträglich machen;
– in eine transportiert werden: bedeutet eine gefährliche Reise.
(ind. ) : – (sich in einer Grotte sehen): du wirst eine Aufklärung erhalten.
(Siehe auch „Höhle“, „Mutter“, „Quelle“)

622
Grube
Allgemein:
Grube wird allgemein als Warnung vor Problemen und Konflikten verstanden, die durch eigenes Verhalten entstehen. Der Traum von einer
Grube macht den Träumenden auf ein Gefühl der Verzweiflung oder des Gefangenseins aufmerksam. Vielleicht befindet sich der Träumende
in einer Situation, aus der er alleine nicht entkommen kann, oder er hat Angst, in eine solche zu geraten.
– Hebt der Träumende in seinem Traum die Grube selbst aus, dann heißt dies, daß er sich selbst in diese unangenehme Lage bringt.
– Wird die Arbeit hingegen von anderen Traumfiguren verrichtet, zeigt dies, daß der Träumende sein Leben offenbar nicht wirklich
im Griff hat und eine scheinbar unvermeidbare Katastrophe fürchtet.
– Fällt man in die Grube, sind diese Schwierigkeiten besonders groß, überspringt man die Grube, wird man aus eigener Kraft damit fertig.
Psychologisch:
Wenn der Träumende in seinem Traum andere Menschen, vor allem Familienmitglieder, aus einer Fallgrube rettet, verweist dies darauf, daß
er Informationen besitzt, die ihnen vielleicht bei der Lösung ihrer Probleme helfen könnten. Wenn der Träumende jemanden in eine Grube
stößt, versucht er damit, einen Teil seiner Persönlichkeit zu unterdrücken. Fiel man im Traum selbst in eine Grube, kann dies eine Erinnerung
an einen Unfall sein, der einem in der Bewegung oder im Denken und Handeln einschränkte. Die Begleitumstände sollten die Erklärung für
dieses Symbol liefern, immer bedacht, daß eine Grube Unterirdisch bedeutet. Hat die Grube keinen Boden, dann fehlen dem Träumenden die
Mittel, um eine frühere Situation wieder gut zu machen.
Spirituell:
Eine Grube stellt, ähnlich wie der Abgrund, das Nichts und möglicherweise den Tod dar. Der Träumende hat keine Wahl: Er muß
weitermachen, auch wenn er vielleicht weiß, daß er scheitern wird. Diese Lebensphase verlangt sehr viel Mut.
Volkstümlich:
(arab. ) : – sehen oder selbst graben: durch eigene Schuld in Not geraten;
– in eine fallen: du mußt große Vorsicht anwenden, wenn du nicht in Gefahr geraten willst.
(europ.) : – kündet mehr Verlust als Gewinn; du kannst einer Unannehmlichkeit noch rechtzeitig ausweichen;
– eine sehen: man wird einen Verkehrsunfall erleiden;
– in eine Grube fallen: bedeutet Unglück und Kummer; man wird viele Hemmnisse haben;
– hineinfallen und wieder hervorklettern: besagt, daß auch bald wieder bessere Zeiten eintreten werden;
– selbst eine anlegen: man wird durch eigene Schuld Schaden erleiden;
– über eine springen: man wird sein Ziel erreichen; auch: jeglichen Verdacht über Missetaten aus dem Weg räumen.
(ind. ) : – sehen: Achtung! Man will dich stürzen.
– hineinfallen: jemand will dir schaden;
– graben: du wirst Schulden machen.
(Siehe auch „Abgrund“)
Gruft
Allgemein:
Gruft kann ähnlich wie Grab gedeutet werden; oft symbolisiert sie verdrängte Erfahrungen, Ängste und Konflikte, die beunruhigen und
verunsichern. Dann muß man versuchen, sie wieder bewußt zu machen und zu verarbeiten. Steigt man in eine Gruft, soll das nach alten
Traumbüchern vor Verleumdung warnen, die man sich selbst zuzuschreiben hat.
Psychologisch:
– Das Betreten einer Gruft sagt dem Träumenden, daß er in die dunkleren Tiefen seiner Persönlichkeit hinabsteigt. Anfängliche Ängstlichkeit
weicht allmählichem Zutrauen.
– In eine Familiengruft hineinsteigen und die Särge darin zerfallen sehen könnte bedeuten, daß man zwar die Notwendigkeit von
Veränderungen sieht, sich aber mit dieser „Einsicht“ zufriedengibt, statt einen Schlußstrich unter die Vergangenheit zu setzen.
– Sieht sich der Träumende in einer Gruft, heißt dies, daß er bereit ist, seinen Ängsten vor dem Tod und dem Sterben ins Auge zu sehen.
– Wenn sich der Träumende in einer Gruft gefangen sieht, dann wird er vielleicht von Ängsten vor Tod, Schmerz oder vor alten, überholten
Lebenseinstellungen tyrannisiert.
– Leichen in einer Gruft versinnbildlichen Persönlichkeitsanteile, die noch nicht ausgereift sind oder bereits ausgemerzt wurden. Erwacht
eine dieser Leichen zum Leben, lenkt der Träumende seine Aufmerksamkeit auf einen Persönlichkeitsaspekt, den er wieder aufleben
lassen möchte.
Spirituell:
Auf der spirituellen Ebene fühlt sich der Träumende möglicherweise in eine Welt hineinversetzt, die ursprünglich dunkel und unheimlich ist.
Ihre Dunkelheit steht für die Sehnsucht des Träumenden nach Licht. Obwohl er sich fürchtet, zieht ihn diese Welt doch deutlich an.
Volkstümlich:
(arab. ) : – Trauerfall, schlechte Nachricht.
(europ.) : – Symbol für Lebenskonflikte, die noch nicht gelöst sind; Tasten nach Auswegen; Unsicherheit,
Ratlosigkeit; auch: bedeutet Traurigkeit und geschäftliche Enttäuschungen;
– sehen: bedeutet Verschwiegenheit;
– schaufeln sehen: kündet eine Todesnachricht von einem nahestehenden Menschen an;
– die eigene sehen: Krankheit oder Enttäuschung werden einem vorausgesagt;
– selbst in eine steigen: man wird verleumdet werden;
– die Inschrift lesen: weist auf unangenehme Verpflichtungen hin;
– eine zusammenstürzen sehen: Mißgeschick und Krankheit in der Familie;
– zerstörte sehen: Zeichen für Tod oder schwere Krankheit.
(ind. ) : – schlechte Nachrichten werden in dein Haus kommen.
(Siehe auch „Grab“)
Grün
Assoziation: – Wachstum; Klarheit; Heilung durch Wachstum.
Fragestellung: – In welchem Bereich meines Lebens wachse ich?
Medizinrad:
Schlüsselworte: Unerfahren; Wachstum; neue Energie; Verjüngung; wiederherstellend; tiefe Heilung; Mutter Erde; Froschclan; Shawnodese,
südlicher Hüter des Geistes; Mond der Maisaussaat; Reinigung; Erneuerung; nördlicher Seelenpfad; Weisheit; östlicher Seelenpfad.
Beschreibung: Grün ist als Farbe mit einer ganzen Reihe von Positionen im Medizinrad verbunden. Waldgrün gehört zu Mutter Erde, Grün
mit Braun zum Schildkröten – beziehungsweise Erdclan, Grün mit Blau zum Frosch- beziehungsweise Wasserclan; Gelb und Grün gehören
zum Süden und zu Shawnodese, dem südlichen Hüter des Geistes, Weiß und Grün zum Mond der Maisaussaat (21. Mai bis 20. Juni), und
Hellgrün steht für den äußeren, Dunkelgrün für den mittleren nördlichen Seelenpfad und Jagdgrün schließlich für den östlichen Seelenpfad.

623
Grün ist eine im Medizinrad vorherrschende Farbe, weil sie auch in der Natur weit verbreitet vorkommt. Grün ist die Farbe des wachsenden
Pflanzenvolkes und auf Fotos des Planeten Erde, die vom All aus aufgenommen wurden, neben blau am stärksten vertreten. Dieses aus so
großer Entfernung sichtbare Grün markiert die bewaldeten Gebiete des Planeten, die reichen Teile von Mutter Erde, die mit Bäumen,
Büschen und Unterholz bedeckt sind. Aus diesen Bereichen stammen das Wasser, die frische Luft und der Sauerstoff, alles Dinge, die wir
brauchen, wenn das Leben auf der Erde fortbestehen soll. Diese grünen Flächen sind heute bedroht, weil der Mensch die Regenwälder rodet.
Allgemeine Bedeutung: Die reichen, primären, wasserhaltigen Teile deiner Natur; die erwachende Erde; dein eigenes Erwachen; neues
Wachstum; neue Anfänge; Verjüngung.
Assoziation: Grün im Gesicht, wenn einem übel ist; unerfahren, dumm.
Transzendente Bedeutung: Verstehen deiner eigenen Heilkräfte; Vorauswissen einer Heilung, die du erfahren wirst.
Gürteltier Schlüsselworte: Rüstung oben; Verletzlichkeit unten; Schutz.
Beschreibung: Das Gürteltier, ein Säugetier, dessen Rücken mit schweren Knochenplatten bewehrt ist, hat wie das Stachelschwein einen
weichen, ungeschützten Bauch. Es wühlt gerne, insbesondere in der Nähe von Bachläufen, kann schnell laufen und über kurze Distanzen
schwimmen.
Allgemeine Bedeutung: Deine Rüstung; das, was du zwischen deine Essenz und die Welt stellst.
Assoziation: –
Transzendente Bedeutung: Unterstützung darin, die Maske zu erkennen, hinter der du dich vor der Welt verbirgst; Anerkennen deiner
wahren Natur.
Allgemein:
Grün symbolisiert die Hoffnungen, Empfindungen und den Frühling. Die Farbe deutet darauf hin, daß Liebesglück, Wohlstand und Freude
bevorstehen. Nur das giftige Grün hat ein negatives Vorzeichen – es gilt als Farbe des Teufels.
Psychologisch:
Die Farbe des Frühlings, der Hoffnung, der Empfindungen, steht für die Beziehung des Träumers zur Wirklichkeit, zum einfachen Leben,
dem er mehr Beachtung schenken sollte, weil er der Realität nicht entfliehen kann. Wenn im Frühling alles ergrünt, bedeutet dies Wachstum
und neues Leben. Im Traum hat das Grün meist eine positive Bedeutung, in einigen Fällen kann es auch als Symbol für Unreife stehen.
Volkstümlich:
(arab. ) : – Farbe: deine Zukunft wird sich günstig gestalten.
(europ.) : – Sinnbild des Wachstums der Pflanzen, der unberührten Natur, aber auch des Giftig-Grünen, also Wertlosen;
– als Farbe: bedeutet im allgemeinen Gutes;
– grüne Augen sehen: deutet auf treue Freunde hin;
– grünes Gesicht sehen: man wird einen Kranken pflegen müssen;
– grünes Wasser: gutes Fortkommen;
– grünes Kleid tragen: bringt Glück.
(Siehe auch „Farben“, „Gras“, „Teufel“)
Grund
Assoziation: – Fundament; Vollendung.
Fragestellung: – Was habe ich voll und ganz erforscht? Was möchte ich voll und ganz erforschen?
(Siehe auch „Boden“)
Grundbesitz
Volkstümlich:
(europ.) : – ankaufen: bedeutet zukünftigen Luxus und Unabhängigkeit;
– verkaufen: Verluste im Geschäft sind zu befürchten;
– erwerben: deine Verheiratung steht bevor, falls du noch ledig bist.
(Siehe auch „Grundstück“)
Grundriß
Volkstümlich:
(arab. ) : – du wirst ein eigenes Haus bauen.
Grundstein
Volkstümlich:
(arab. ) : – durch Festigkeit wirst du viel erreichen.
Grundstück
Psychologisch:
Wer im Traum ein Grundstück besitzt, hat es endlich geschafft. Hier ist die Seele stolz auf Erworbenes. Der Zaun um das Grundstück besagt
die Sehnsucht nach Sicherheit, birgt aber die Gefahr der Abkapselung.
(Siehe auch „Grundbesitz“, „Zaun“)
Grünfink
Volkstümlich:
(europ.) : – man wird ermahnt, sich an die Arbeit und an die Vorhaben zu halten, wenn man Verluste vermeiden will.
(Siehe auch „Vögel“)
Gruppe
Volkstümlich:
(europ.) : – von einer unbekannten Gruppe von Männer wegen des Geldes oder der Wertgegenstände überfallen werden: Feinde
werden sich gegen einen verbünden ;
– unverletzt dem Überfall entkommen: jeden Widerstand im Liebes- oder Berufsleben überwinden;
– sich einer Gruppe aus Vergnügen anschließen: man wird viel Gutes im Leben erfahren, wenn dort Harmonie herrscht.

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Grüßen
Volkstümlich:
(arab. ) : – jemanden: durch Demütigungen wirst du nichts erreichen.
(ind. ) : – auf der Straße erhalten: freundliche Aufnahme bei Bekannten;
– selbst: Untreue.
Grußkarte
Allgemein:
Handelt ein Traum davon, daß der Träumende eine Grußkarte erhält, dann ist dies ein Hinweis darauf, daß er mit dem Absender eine
bestimmte Art von Gespräch führen muß. Vielleicht geht es darum, das eigene Glück oder eine glückliche Schicksalsfügung mit ihm zu
feiern.
Psychologisch:
Es kann sein, daß das Unterbewußtsein des Träumenden Besorgnis über die eigenen Angelegenheiten oder über die anderer Menschen
auslöst.
Spirituell:
Auf dieser Ebene ist die Grußkarte im Traum ein Mittel der visuellen Kommunikation und repräsentiert als solches die Fähigkeit, eine
Botschaft spirituell zu übermitteln.
Guckkasten
Volkstümlich:
(arab. ) : – sehen: verliebt werden;
– in einem hineinblicken: Enttäuschung in der Liebe wird dich unglücklich machen.
(europ.) : – sehen oder in einen hineinschauen: bedeutet eine Täuschung.
(ind. ) : – du wirst getäuscht.
Guerilla
Allgemein:
Sieht man sich im Traum als Teilnehmer einer Guerilla-Truppe, so läßt dies geheime Pläne im Wachleben vermuten.
(Siehe auch „Krieg“, „Schlacht“)
Gugelhupf
Volkstümlich:
(europ.) : – (ein Napfkuchen): Familienfest; Kindstaufe.
Guillotine
Allgemein:
Eine Guillotine im Traum verweist auf etwas Irrationales in der Persönlichkeit des Träumenden. Vielleicht hat er Angst, die
Selbstbeherrschung oder Teile seiner Persönlichkeit zu verlieren. Möglicherweise ist er sich seiner Verletzung seiner Persönlichkeit oder
Würde bewußt. Fallbeil kann energisch dazu auffordern, in einer Angelegenheit endlich eine Entscheidung zu fällen. Allgemein warnt das
Symbol oft davor, daß man nicht zu „kopflastig“ leben, also den Verstand nicht zu Lasten der Psyche überbetonen darf.
Psychologisch:
Der Träumende erkennt in sich das Potential, den Kontakt zu einem geliebten Menschen oder zum eigenen Liebesvermögen zu verlieren.
Spirituell:
Auf der spirituellen Ebene hat die Guillotine die Funktion, etwas abzutrennen. Möglicherweise fühlt sich der Träumende von seinen Idealen
oder spirituellen Sehnsüchten abgeschnitten.
Volkstümlich:
(europ.) : – sehen: man wird ein vernichtendes Urteil zu hören bekommen, aber es wird sich doch noch alles zum Besten wenden;
– sich unter einer liegen sehen: man erwartet eine Entscheidung, ist aber nicht sicher, ob sie günstig oder ungünstig sein wird;
– einer Exekution beiwohnen: man wird Zeuge eines Unfalls werden.
Gulden (Siehe „Geld“)
Gummi
Psychologisch:
Im Traum wie im wirklichen Leben: Sinnbild für Geschmeidigkeit und Anpassungsfähigkeit. Gesetzesformulierungen, die auf
unterschiedlichste Art interpretiert werden können und dann „immer noch irgendwie richtig sind“, gelten als „Gummiparagraphen“.
Volkstümlich:
(europ.) : – in Gummikleider gehüllt sein: es wird einem für Reinheit und Moral Ehre erwiesen;
– verschlissene oder zerrissene Gummikleider: man sollte sich in Zurückhaltung üben; Skandale könnten den guten Ruf schädigen;
– verwenden als umgangssprachlichen Ausdruck: man ist in der Wahl der Freunde leicht zufriedenzustellen;
– die Gliedmaßen gummiartig dehnen: man wird von Krankheiten bedroht; auch: andere werden einen betrügen;
– Gummiartikel sehen: man wird seine Geschäfte im geheimen tätigen; deshalb werden es die Freunde oftmals nicht verstehen.
Gummiband
Volkstümlich:
(europ.) : – das Schicksal wird sich erheblich verbessern.
Gummierter Klebstoff
Volkstümlich:
(europ.) : – jemand wird in einem Notfall „an Ihnen kleben“; finanzielle Verzögerungen sind angezeigt.
Gummimantel
Volkstümlich:
(europ.) : – du kommst in Gefahr.

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Gurken
Artemidoros:
Geschälte Gurken sind für Kranke gut, weil sie Säfte ausscheiden.
Allgemein:
Gurke kommt oft als Phallussymbol vor, das sexuelle Bedürfnisse anzeigt. Ißt man Gurke, warnt das vor falschen Freunden, kann kranken
Menschen aber auch bessere Gesundheit und Genesung versprechen.
Psychologisch:
Sie sind, meist in Frauenträumen, gleichzusetzen mit sexueller Begierde. Wer träumt in eine wohlschmeckende Gurke zu beißen, hat nichts
Böses im Sinn – sondern einen Genesungstraum, falls er krank war. Wer in eine saure Gurke beißt, sollte ein im Wachleben anstehendes
Problem schnell lösen. Wer sie pflanzt, muß auf einen Erfolg lange warten; wer sie erntet, hat das bessere Ende für sich.
Volkstümlich:
(arab. ) : – sehen oder essen: stark arbeiten müssen;
– ernten oder kaufen: man sollte sich vor undankbaren Freunden hüten;
– schälen: man wird noch lange gesund bleiben.
(europ.) : – typisches Symbol in Frauenträumen, fast ausschließlich sexuell zu verstehen; kündigen einen Nebenbuhler an,
dessen Fallstricken man ausgesetzt sein wird;
– sehen oder essen: für Kranke baldige Genesung; für Verheirateten kündigen sie eine angenehme Veränderungen an;
– saure essen: man wird eine schlechte Erfahrung machen; etwas Widerwärtiges steht bevor; bringt eine Täuschung;
– pflanzen: schwere und nutzlose Arbeit.
(ind. ) : – essen: du wirst von falschen Freunden verleumdet werden.
(Siehe auch „Gemüse“)
Gurt
Volkstümlich:
(europ.) : – man kann seine Kenntnisse nicht verwerten;
– anlegen: gutes Omen einer glücklichen Zukunft.
Gürtel
Assoziation: – hochhalten; sichern; verknüpfen.
Fragestellung: – Welche Verbindungen bin ich herzustellen bereit?
Allgemein:
Wenn im Traum ein Gurt die Aufmerksamkeit des Träumenden auf sich zieht, dann fühlt er sich möglicherweise durch alte Einstellungen,
Pflichten und so fort, gefesselt. Gelegentlich zeigt er auch übertriebenes Machtstreben oder sexuelle Bedürfnisse an. Ein besonders
gestalteter Gürtel (wie etwa ein Uniform- oder Judogürtel) ist ein Symbol von Macht oder Dienstgrad. Im Traum einer Frau kann ein Gürtel
das eingeengte Empfinden ihrer eigenen Weiblichkeit darstellen. Im Traum eines Mannes ist der Gürtel, wie auch der Gurt, ein
Machtsymbol. Gürtel kann als Schmuckstück ermahnen, nicht so eitel, oberflächlich und selbstgefällig zu sein. Vielleicht steht er allgemein
für das Gefühl, eingeengt zu sein. Unter anderem kann man folgende Bedeutungen ableiten:
– Der umgelegte Gürtel weist auf eine Intimbeziehung hin, in der die Liebe blüht, vielleicht auch auf das feste Band, das eine Ehe umschließt.
– Eng geschnallter Gürtel deutet auf eine weniger herzliche Freundschaft hin. Ein enger Gürtel könnte auch eine Warnung sein,
sich zu beherrschen oder auf das Benehmen zu achten.
– Reißender Gürtel symbolisiert eine Trennung von geliebten Menschen oder Gegenständen.
Psychologisch:
Früher glaubte man, daß die Lebenskraft in den Lenden und Nieren sitzt, daraus leitet sich die Traumbedeutung des Gürtels als Zeichen
männlicher Kraft und Potenz ab. Für die Frau ist der Gürtel ein Sinnbild für Reinheit und Tugend („Keuschheitsgürtel“). Im Traum steht der
Gürtel aber auch oft als Symbol für unterdrückte und beherrschte Wünsche und Gefühle des Träumenden, besonders was seine Sexualität
anbelangt. In geistiger Beziehung ist der Träumende vielleicht „engstirnig“, weil er sich noch immer auf veraltete Werte und Vorstellungen
stützt. Ein Gürtel kann als Hinweis auf die Unvermeidlichkeit von Leben und Tod gedeutet werden.
Spirituell:
Ein Gurt kann Macht symbolisieren, die der Träumende entweder bereits hat oder noch erlangen wird. Auf der spirituellen Ebene
symbolisiert der Gürtel im Traum Weisheit, Stärke, Macht, Gerechtigkeit, Treue und Wahrheit. Der Träumende sollte dies besonders
aufmerksam zur Kenntnis nehmen, denn er macht auf der spirituellen Ebene Fortschritte in die richtige Richtung.
Volkstümlich:
(arab. ) : – sehen: baldige Verbindung mit einem Partner;
– tragen: gehe keine neuen Verbindungen ein;
– verlieren: Leichtsinn und Nachlässigkeit werden dir schaden; man wird nur langsam, aber beständig voran kommen;
– einen passenden finden: es wird einem bald großes Vertrauen entgegengebracht werden.
(perser) : – Hat einer einen neuen Gürtel um den Leib, wird er entsprechend dessen Schönheit einen neuen Hausverwalter einsetzen;
ist der Gürtel minderwertig, wird sein Verwalter unfähig und nichts wert sein;
ist der Gürtel gerissen, wird jener ihm Sorgen und Kummer bereiten.
– Ist der Gürtel abhanden gekommen oder gestohlen worden, wird er den Verwalter durch den Tod verlieren.
(europ.) : – ein Machtattribut, das in erster Linie als erotisches Symbol in Männer- und Frauenträumen gilt;
– einen alten sehen: eine vergebliche Mühe; auch: wegen der Unhöflichkeit getadelt werden;
– einen modernen besitzen: einen Fremden treffen, mit dem man schlechte Geschäfte machen wird;
– einen goldenen: verspricht Erfolg;
– einen beschädigen: kündet Unheil an;
– tragen: zu Ehren kommen; Zufriedenheit; kündet baldige Verbindung an;
– finden: du wirst dir Vertrauen erwerben;
– verlieren: Verlust im Ansehen bei den Leuten; Nachlässigkeit in einem Vorhaben; Mißgeschick in der Liebe;
– verschenken: Verleumdung;
– geschenkt bekommen: man wird einen neuen Freund erringen.

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(ind. ) : – finden: dein Vertrauen zu anderen Menschen ist zu groß;
– tragen: du wirst auf irgendeine Weise zu Reichtum gelangen;
– reich verziert: Wohlstand;
– verlieren: du wirst kein rechtes Vorwärtskommen finden;
– goldener: baldige Heirat;
– aus Silber: du wirst dir dein Brot mit viel Mühe verdienen müssen.
(Siehe auch „Fessel“, „Schnallen“)
Gürtelschnalle
Allgemein:
Eine verzierte Gürtelschnalle symbolisiert hohe Ämter oder Prestige. Darüber hinaus steht sie für Ehre und weist hin auf Loyalität oder
Mitgliedschaft in einer Vereinigung. Gürtelschnalle kann ankündigen, daß in einer Angelegenheit bald eine Lösung gefunden wird.
Psychologisch:
Als Traumbild bestätigt sie, daß „zwei zusammenhalten“ – oder es sollten. Eine Verbindung soll zugelassen, ein Zusammenhang hergestellt
werden: „Der Kreis schließt sich.“ Wenn der Träumende in seinem Traum eine Gürtelschnalle schließt, zeigt dies, daß er Verantwortung für
sein Handeln übernimmt.
Spirituell:
Auf der spirituellen Ebene kann eine Gürtelschnalle im Traum ein schützendes Element gegen die Kräfte des Bösen darstellen oder dem
Träumenden helfen, Belastungen durchzustehen und sich nicht beschädigen zu lassen, wenn er unter Druck steht.
Volkstümlich:
(ind. ) : – deine Verhältnisse werden sich bald ändern.
(europ.) : – Einladungen zu Vergnügungsorten erhalten; die eigenen Dinge drohen durcheinanderzugeraten.
Gürteltier
Assoziation: – Panzerung; Ko- Abhängigkeit.
Fragestellung: – Welche Grenzen will oder muß ich setzen?
(Siehe auch „Tiere“)
Gürtler
Volkstümlich:
(europ.) : – bei der Arbeit sehen: bedeutet einen reichen Ehepartner.
Guru
Assoziation: – Wissen; Inspiration; Obsession; Hingabe.
Fragestellung: – Inwieweit wünsche ich mir oder habe ich Angst davor, der Welt mit mehr Stärke gegenüberzutreten?
Allgemein:
Ein Guru im Traum stellt die Weisheit des Unbewußten dar. Wenn diese Weisheit für den Träumenden zugänglich wird, bringt er sie häufig
durch die Figur des alten Weisen auf die Ebene bewußten Wissens. Guru versinnbildlicht die Führung des Unbewußten, fordert zu vertiefter
Selbsterkenntnis und Nutzen von Erfahrungen und Intuitionen auf, damit man zu innerer Harmonie und Erweiterung des Bewußtsein gelangt.
Psychologisch:
Der Träumende sehnt sich nach einer Vaterfigur oder einer Autoritätsperson, die er im Traum als Guru darstellt. Wenn er nach einer
bestimmten Art von Wissen sucht, dann benötigt der Mensch eine Projektionsfläche, welche dieses Wissen verkörpern kann. In östlichen
Religionen ist dies der Guru, der eine ähnliche Funktion hat wie der Priester in westlichen Religionen.
Spirituell:
Für viele Menschen ist Gott zu weit entfernt, als daß sie eine persönliche Beziehung zu ihm haben könnten. Daher wird ein Guru zur
Verkörperung der Weisheit, die dem Menschen durch dessen hohen Entwicklungsstand zugänglich ist, genutzt. Der Guru im Traum hilft dem
Träumenden, seine ihm angeborene Weisheit für sich zu erobern.
Gut
Volkstümlich:
(arab. ) : – besitzen: du wirst eine schöne Zukunft finden;
– erwerben: der Weg zum Wohlstand steht dir offen;
– verkaufen: deine Geschäfte gehen zurück;
– erben: Verlobung.
(europ.) : – eines erwerben oder besitzen: verheißt eine schöne Zukunft;
– sein oder gutes tun: zeigt Wohlstand an.
(Siehe auch „Hof“, „Land“)
Gutschein
Allgemein:
Ein Gutschein, Schuldschein oder Rabattgutschein erfüllt als Traumsymbol die Rolle eines Platzhalters: Er steht für eine andere Sache, als
auf den ersten Blick zu erkennen ist.
Psychologisch:
Ein Gutschein im Traum eröffnet dem Träumenden zusätzliche Möglichkeiten. Da er gewöhnlich zwischen zwei Menschen ausgetauscht
wird, kann er auf die Hilfe verweisen, die ein anderer dem Träumenden zuteil werden läßt.
Spirituell:
Auf dieser Ebene ist der Gutschein im Traum eine Einladung ins Unbewußte.
Volkstümlich:
(europ.) : – durch beständige Mühe dem Müßiggang entgehen und Wohlstand erlangen;
– einen unterzeichnen: das Umfeld wird einem Hilfe und Vertrauen entgegenbringen;
– einen verlieren: man wird mit Verwandten einen Kampf um Rechte ausfechten müssen.
(Siehe auch „Schuldschein“)

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Gutshof
Allgemein:
Gutshof verheißt Wohlstand und materielle Sicherheit, wenn man fleißig arbeitet.
Volkstümlich:
(arab. ) : – sehen: wohlhabend werden;
– besitzen: Reichtum erlangen;
– kaufen: dein früherer Wohlstand kehrt wieder zurück;
– verkaufen: bevorstehende Verarmung;
– erben: Braut oder Bräutigam werden, wenn man ledig ist;
sich guter Geschäfte erfreuen, wenn man verheiratet ist.
(europ.) : – besitzen: warnt vor Luftschlössern und kündigt Sorgen an;
– sehen: bedeutet schnelles Emporkommen.
(ind. ) : – vermehre deinen Fleiß.
(Siehe auch „Hof“, „Land“)
Gymnasium
Volkstümlich:
(arab. ) : – sehen: Kummer und Sorge in Aussicht haben;
– sich darin aufhalten müssen: man wird versuchen dich zu bevormunden.
(europ.) : – sehen: frohe Erinnerungen;
– für junge Leute: bedeutet, daß noch viel zu lernen ist.
(ind. ) : – sich in einem sehen: du wirst im Leben etwas erreichen.
(Siehe auch „Schule“)
Gymnastik
Allgemein:
Die innere Aktivität. Meist die Beweglichkeit der Seele.
Psychologisch:
Im Traum verbildlicht Gymnastik die Anmut des Körpers und als Traumsymbol verweist sie häufig darauf, daß man mehr für seinen Körper
tun sollte. Achten Sie darauf, welche Übungen im Traum vorgestellt werden. Womöglich werden Ihnen damit Hinweise gegeben, was Ihnen
gut tut. Probieren Sie, sofern es möglich, diese Übungen einmal aus.
Volkstümlich:
(europ.) : – jede lebhafte Übung ist ein Traum des Gegenteils; Pläne werden fehlschlagen,
da man nicht mit der erforderlichen Energie herangeht;
– anstrengende Übungen, die Freude bereiten: alles wird gut sein;
– anstrengende Übungen, die ermüden: Hindernistraum; warnt vor Geldverlust.
(Siehe auch „Sport“)

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